„Elektromobilität“ und warum sie so, wie sie derzeit vorgeschlagen wird, nicht funktionieren kann (Vortrag rc3)

Vortrag von André Igler, Philipp Schaumann and telegnom auf dem rc3 vom 29.12.20 : Video : hier


Mit sehr interessanten Aussagen , Zahlen und Fakten zur E-Mobilität zur Diskussion :
* Es bräuchte 4 x Datteln 4 zur Stromerzeugung ODER
* Es bräuchte ein rechtecckiges Gebiet von 33KM Kantenlänge voller Solarmodule …..


Elektromobilität ist das politische Schlagwort der Stunde. Und gleichzeitig so etwas wie das Heisenberg’sche Unschärfetheorem in der Politik: Je näher eins hinschaut, desto unschärfer und verworrener wird die Sachlage. Ein Situationsbericht.

Individuelle Mobilität ist für die Meisten von uns wichtig: Die Freiheit, jederzeit dorthin reisen bzw. fahren zu können, wo man gerade hin möchte, ist ein Grundprinzip unserer modernen Gesellschaft. Gerade in der deutschen Geschichte hat das Wort „Reisefreiheit“ einen ganz besonderen Klang. Und auch jetzt, wenn in der Pandemie unsere Reisefreiheit eingeschränkt wird, zeigt sich, welch hohen Stellenwert dieses Thema in unser aller Bewusstsein einnimmt. Leider hat die Technik, die wir für unsere individuelle Mobilität gewählt haben, nämlich die der fossilen Treibstoffe, einen dummen Nachteil: Wenn wir so weitermachen wie bisher, fackeln wir dabei den Globus ab. Aber Rettung naht in Form des Zauberwortes „Elektromobilität“. Das wird nicht nur das Umweltproblem lösen, besagte Technologie ermöglicht überdies, weil digitalisiert, auch autonom, sprich: Demnächst werden wir möglicherweise nicht nur elektrisch und daher ohne Abgase, sondern auch ohne eigenes Zutun dorthin fahren können, wo wir hin wollen; und weil Computer ja keine Fehler machen, wird es auch keine Unfälle mehr geben. Endlich: Jeder Deutsche bekommt seinen eigenen Chauffeur. Der Politik ist es damit bitter ernst: Im unlängst enthüllten Budgetvorschlag der EU für die kommende Periode sind alleine 35 Mrd. Euro unter dem Titel „Elektromobilität“ veranschlagt. Mindestens noch einmal so viel soll von den einzelnen Mitgliedstaaten kommen. Fahren wir also demnächst alle autonom, elektrisch und entspannt einer sorgenfreien Zukunft entgegen? Leider nein, wie sich beim näheren Hinschauen herausstellt. Der Hype, der hier gemacht wird, ist derart falsch, dass eins gar nicht weiß, wo es anfangen soll, ihn zu widerlegen. Wir haben daher alles zusammengetragen, was zum derzeitigen Standpunkt an Info zu Elektromobilität verfügbar ist, und sind zu der Aussage gekommen: Nein. Oder, in einer etwas längeren Form: So, wie Politik und Wirtschaft heute von Elektromobilität und autonomem Individualverkehr träumen, wird es – kann es – nie kommen. Denn, wie es der britische Dokumentarfilmer Adam Curtis 2016 in seinem Film „HyperNormalization“ so hübsch formuliert hat: „Over the past 40 years, politicians, financiers and technological utopians, rather than face up to the real complexities of the world, retreated. Instead, they constructed a simpler version of the world in order to hang on to power. And as this fake world grew, all of us went along with it, because the simplicity was reassuring.“

Kontakte in Matrix: André = @aigler:matrix.org @philipp_s:matrix.org telegnom = Chaos.social/@telegnom

PDF des Talks auf https://frab.cccv.de/system/event_attachments/attachments/000/004/225/original/e-Mobilitaet-rc3.pdf?1609186179


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WAZ – Trotz Corona: 2020 bringt Bewegung in die Stadtteile — Und der Klimaschutz bleibt auf der Strecke ….

( WAZ 30.12.20 , Jahresrückblick , original hier ) , Uli Kolmann 30.12.2020, 15:51

Bochum.  Der Blick zurück zeigt: Corona kann die Entwicklung in den Bochumer Stadtteilen nicht stoppen. Ein zentrales Thema: Bürgerbeteiligung.

Auf jeden Fall turbulent, das gilt für 2020. Das ablaufende Jahr war extrem, unter dem Diktat der Pandemie waren viele Entwicklungen ungewöhnlicher als üblich. Buchstäblich alles im öffentlichen Leben verlief in veränderten Bahnen. Aber es wurde geplant und gebaut wie lange nicht mehr, und die Bürgerbeteiligung bei vielen Projekten erreichte eine neue Dimension,
( Anm. BoKlima — bzw. fand NICHT statt, sieh auch hier auf BoKlima.de ) vielfach allerdings auch der Protest.

Den Auftakt macht das Vorhaben der Wilma Immobilien-Gesellschaft, die auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche Wohnhäuser bauen will. Der Name “Hinter der Kiste(Anm. BoKlima , siehe hier ) in Linden wird bekannt. Auch oberhalb des Neuen Gymnasiums an der Querenburger Straße soll gebaut werden, für 270 Wohnungen werden Rodungen angekündigt.

Immer wieder ein Aufreger: Baumfällungen an vielen Stellen Bochums

Im Amtshaus Weitmar kommt es zum Eklat, als gleich drei Bürgerinitiativen ihrem Ärger vor der Bezirksvertretung Südwest Luft machen: aus Weitmar-Mark/Stiepel, das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung und aus dem Bereich Bahnhof Weitmar/Schloßstraße. (Anm. Boklima , siehe hier ) Ruchbar wird dann, dass am Ruhrort in Dahlhausen gebaut werden soll, an vielen Stellen Bochums protestieren die Nachbarn, weil Bäume für Projekte fallen sollen. Das gilt etwa an der Alexandrinenstraße, am Aldi-Markt Herner Straße, in der Lennershof-Siedlung und auch an der Neu-/Kreuzstraße. Am Castroper Hellweg wird mehr Verkehr befürchtet, wenn die Großküche für die Katholischen Kliniken entsteht.

+++ Hier wird in Bochum gebaut – eine Übersicht +++

….

WAZ erwähnt BoKlima : Erneut scharfe Kritik an der Umwelt-Politik der Stadt Bochum

(WAZ, 29.12.20 , Original : hier )
Umweltschutz – B.Ki. 29.12.2020, 11:28

Auf der ehemaligen Rheinischen Bahntrasse (hier in Wattenscheid) könnte aus Klimaschutzgründen eine Regio-Tram gebaut werden, schlägt die Fraktion "Die Partei & Stadtgestalter" vor.
Auf der ehemaligen Rheinischen Bahntrasse (hier in Wattenscheid) könnte aus Klimaschutzgründen eine Regio-Tram gebaut werden, schlägt die Fraktion “Die Partei & Stadtgestalter” vor. Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Bochum :
Scharfe Kritik an der Klimapolitik der Stadt Bochum kommt von der Fraktion “Die Partei & Stadtgestalter”. Nicht die einzige Kritik.

Nach dem “Bochumer Klimaschutzbündnis” (BoKlima), das der Stadt Bochum ein “Versagen” in der aktiven Klimapolitik vorwirft, kommt jetzt auch von der Fraktion “Die Partei & Stadtgestalter” massive Kritik. “Klimaschutz ist in Bochum nur etwas fürs Schaufenster”, kritisiert Dr. Carsten Bachert-Schneider, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion.

Der Physiker pflichtet dem Klimabündnis BoKlima bei: “Aus dem Blick der Wissenschaft macht die Stadt und die Koalition zu wenig.”

Bochumer Fraktion: “Der Verkehr ist in Bochum der Bereich mit dem höchsten CO2-Ausstoß”

Die Fraktion fordert besonders ein nachhaltiges Verkehrskonzept mit Ausrichtung auf den Öffentlichen Nahverkehr und den Radverkehr. “Der Verkehr ist in Bochum der Bereich mit dem höchsten CO2-Ausstoß”, sagt Bachert-Schneider. “Es ist daher ein großes Versäumnis von den Grünen, die von uns vorgeschlagene Regio-Tram zur Anbindung von Günnigfeld an das Schienennetz zu verhindern. Die Gelsenkirchener Grünen stünden dem Vorschlag offener gegenüber und würden eine Prüfung befürworten.

Nils Brandt von “Die Partei” und Vorsitzender der Fraktion kommentiert satirisch: “Eigentlich war das Ausrufen des Bochumer Klimanotstands ein riesiger Erfolg. Schließlich ist das vorrangigste Ziel zu 100 Prozent erreicht worden: Die Grünen in Bochum konnten mit diesem zahnlosen Papiertiger die Kommunalwahl gewinnen. Dazu mussten sie die Koalition mit der SPD nicht einmal durch echte unbequeme Klimaschutzmaßnahmen gefährden.”

Studie: Klimaziele mit momentaner Ernährungsweise nicht zu erreichen

( heise.de Original : hier )

Bei der Produktion von Nahrungsmitteln werden global so viele Treibhausgase ausgestoßen, dass schon allein damit das 1,5-Grad-Klimaziel verfehlt wird. Kommentare lesen 766 Beiträge

08.11.2020 11:55 Uhr Von Stefan Krempl

Landwirtschaft und Ernährung gehören zu den massiven Treibern des Klimawandels. Wie groß der Beitrag dieses Sektors ist, hat ein Forscherteam um den Ökologen David Tilman und des Biologen Michael Clark jetzt ermittelt. Allein Treibhausgas-Ausstöße aus dem Agrarbereich mit der Produktion von Nahrungsmitteln können demnach ein Scheitern der Pariser Klimaschutzziele bewirken, selbst wenn man alle anderen Sektoren umgehend als praktisch klimaneutral ansetzen würde, also alle anderen menschengemachten Emissionen klimawirksamer Gase schnell und vollständig sänken.

Im 1,5-Grad-Sonderbericht des Weltklimarats IPCC wird das noch verbleibende Treibhaus-Budget mit insgesamt 420 beziehungsweise 1170 Gigatonnen CO2 beziffert, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent das 1,5- beziehungsweise das 2-Grad-Ziel des Pariser Abkommen zu erreichen. Bei der Produktion von Nahrungsmitteln fallen neben CO2 vor allem auch Emissionen von Methan und Lachgas (CH4, N2O) durch die Viehhaltung und den Einsatz von Düngemitteln an.

Die Autoren der am Donnerstag im Magazin “Science” veröffentlichten Studie haben nun untersucht, wie sich die Emissionen aus der Produktion von Nahrungsmitteln in den nächsten Jahren entwickeln, wenn die Trends der vergangenen Jahre fortgeschrieben werden. Sie berücksichtigen dabei etwa das Wachstum der Weltbevölkerung, absehbare Steigerungen der Ernteerträge, die veränderte Landnutzung durch mehr Ackerflächen und die Verluste durch Lebensmittelverschwendung. Auch neue Ernährungsgewohnheiten der Menschen rechnet das Team mit ein.

Angesichts ihres klaren Ergebnisses nehmen die Wissenschaftler fünf Gegenstrategien in den Blick und berechnen, wie sich die Emissionen am effektivsten reduzieren ließen. Die größten Potenziale identifizieren sie dabei in einem Umstieg auf vor allem pflanzenbasierte und gesündere Ernährung mit moderatem Konsum tierischer Produkte wie Milch, Fleisch und Eiern. Auch eine gesteigerte Produktionseffizienz sehen sie als Chance. Entscheidend sei dafür vor allem eine veränderte Bewirtschaftung etwa durch bedarfsgerechteren Einsatz von Düngern oder auch durch Zusätze im Futter von Wiederkäuern.

In der deutschsprachigen Forschergemeinde halten viele den Ansatz und die Empfehlungen für nachvollziehbar. Die Autoren verwendeten solide Daten und lieferten plausible Ergebnisse, lobt etwa der Göttinger Professor für Welternährungswirtschaft und rurale Entwicklung Matin Qaim: “Dynamische Aspekte – wie steigender Lebensmittelbedarf der wachsenden Weltbevölkerung – werden in den Simulationen korrekt berücksichtigt.”

Für Qaim verdeutlicht die Analyse “nochmals sehr eindringlich, dass umfassende Veränderungen nötig sind, und zwar rasch”. Sonst gebe es überhaupt keine Chance mehr, die Pariser Klimaziele noch zu erreichen. Gut findet der Agrarökonom die Klarstellung, dass für eine klimafreundlichere Produktion auch neue Technologien wie Gentechnik und Genomeditierung wichtig seien. Sonst müsste die wachsende Nachfrage durch eine weitere Ausdehnung der Landwirtschaft in Wälder und Naturräume gedeckt werden, was zu hohen zusätzlichen Emissionen führen würde. Der Ökolandbau “mit seinen niedrigeren Erträgen” könne “nicht als Patentrezept für den Klimaschutz gelten”.

“Größtenteils steht die Studie auf solidem Fundament und alle wichtigen Emissionen sind berücksichtigt, aber es gibt einige methodische Schwächen”, merkt Florian Schierhorn vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa an: So seien etwa der errechnete Emissionswert mit 333 Tonnen CO2 pro Hektar sowie der bei 211 Tonnen CO2 pro Hektar angesetzte Kohlenstoff-Ausscheidewert für Brachland “mit großen Unsicherheiten behaftet”.

Schierhorn hält es zwar auch für möglich, dass neue Technologien wie die Genschere Crispr die Ertragspotenziale anheben und negative Klimaauswirkungen kompensieren. Er sehe für dieses optimistische Szenario aber keine plausible Grundlage. Es gelte daher stärker auf pflanzenbasierte Ernährung umzustellen. Ein für das Klimasystem wirksamer Effekt wäre bereits erzielt, wenn die Menschen in der Breite vom Verzehr von Wiederkäuern zu Schweinefleisch oder Geflügel wechselten. Zugleich bedauert der Experte, dass die EU Maßnahmen für einen effizienten Klimaschutz in der Landwirtschaft bislang nicht auf der Agenda habe.

Da das Team Emissionen aus Transport, Verarbeitung, Verpackung und Vertrieb von Lebensmittel nicht berücksichtige, unterschätzte es die tatsächlichen Emissionen tendenziell sogar eher, befürchtet der Ökobilanz-Experte Nils Rettenmaier vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Eine Ernährungsumstellung auf pflanzliche Produkte sei unerlässlich. Seine Institutskollegin Susanne Köppen untermauert, dass der nötige Wandel “eine riesige globale Kraftanstrengung erfordert”.

“Uns bleiben nur wenige Jahre, die globale durchschnittliche Ernährungsweise zu ändern”, mahnt der Karlsruher Klimaforscher Klaus Butterbach-Bahl. Helmut Haberl, Vorstand des Wiener Instituts für Soziale Ökologie rät, darauf zu fokussieren, dass eine klimafreundliche, pflanzenbasierte Ernährung “überwiegend auch gesünder ist”.

Noch mehr Autos in NRW – Treibhausgas-Ausstoß gestiegen

( WDR, vollst Beitrag : hier )

In NRW ist die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge im zurückliegenden Jahr weiter gestiegen – auf landesweit gut 10,3 Millionen Pkw. Für die Umwelt ist das gar nicht gut.

Aus Umweltschutzgründen weniger Autofahren – solche Rufe gibt es immer wieder. Doch ungeachtet dessen ist die Zahl der Fahrzeuge in NRW weiter gestiegen. Die gesamte Flotte wuchs nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes bis zum 1. Oktober 2020 auf landesweit gut 10,3 Millionen Pkw. Das waren knapp 100.000 Fahrzeuge mehr als zu Beginn des Jahres 2020.

Auch im Oktober und November war die Zahl der Neuzulassungen hoch und erreichte in etwa die Werte der Vorjahresmonate. Die Pkw-Dichte im bevölkerungsreichsten Bundesland bleibt damit hoch. Zu Beginn des Jahres kamen nach Zahlen des Statistischen Landesamtes auf 1.000 Einwohner 570 Personenkraftwagen.

Hoher Autobestand wirkt sich auf die Umwelt aus

Der hohe Autobestand macht sich auch in der Umweltbilanz bemerkbar. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (Lanuv) haben sich die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrssektors in NRW nach einigen Jahren mit rückläufiger Tendenz von 2018 auf 2019 wieder leicht erhöht. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Ein Grund sei der Anstieg der Kfz-Neuzulassungen, heißt es im neuen Klimaschutzbericht der Landesregierung. An den Emissionen des Verkehrssektors habe der Straßenverkehr einen Anteil von 90 Prozent. Die Personenkraftwagen seien wiederum für fast 71 Prozent des Schadstoffausstoßes des Straßenverkehrs verantwortlich. Die Landesregierung setzt deshalb auf den Ausbau der Elektromobilität.

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Abgasalarm – warum ein Dieselfahrverbot keine Lösung ist!

Quarks . 27.02.2018. 44:51 Min.. UT. DGS. Verfügbar bis 27.02.2023. WDR.

Deutschland diskutiert über ein Verbot von Dieselfahrzeugen in den Innenstädten. Wahr ist: Die Grenzwerte für Stickoxide werden in vielen Städten regelmäßig überschritten. Aber sowohl bei den gesundheitlichen Auswirkungen von Stickoxiden, als auch bei der Sinnhaftigkeit von Fahrverboten ist die Diskussion alles andere als sachlich. Quarks liefert die Fakten. Autor/-in: Axel Bach, Reinhart Brüning, Sebastian Funk, Hildegard Kriwet, Britta Reinke, Mike Schaefer, Lars Tepel

Abgasalarm – warum ein Dieselfahrverbot keine Lösung ist!. Quarks . 27.02.2018. 44:51 Min.. UT. DGS. Verfügbar bis 27.02.2023. WDR

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Hinweis Projekt GreenZero von Dirk Gratzel

„Greenzero“ ist mein Vorhaben, die Ökobilanz meines Lebens auszugleichen. Ich bin dabei, alle Umwelt- und Klimaschäden, die ich als „moderner Mensch“ verursacht habe und noch verursache, bis zum Ende meines Lebens auszugleichen.

Die „grüne Null“ erreichen – nur: Wie? Wie sieht das Leben damit aus? 16 Grad Raumtemperatur im Winter? Nur noch Knäckebrot aus nachhaltiger Produktion? Selbstkasteiung und Besserwisserei, bis meine Freunde die Straßenseite wechseln, wenn sie mich kommen sehen?

Keineswegs. Erstaunlicherweise ist mein Leben und das meiner Familie mit diesem Vorhaben reicher geworden – an Wissen, Zufriedenheit, erfüllenden Begegnungen und Sinngefühl. Und, mich selbst überraschend, auch an wertschöpfenden, unternehmerischen Projekten. Reicher an dem Wesentlichem.

Ich arbeite mit Wissenschaftlern, Umweltorganisationen und Unternehmen zusammen, um fundiert Maßnahmen zur Verbesserung meines Lebensstils und zur Kompensation zu entwickeln. Unsere Erfahrungen dabei berühren wesentliche Fragen der Zukunft: Wie schaffen wir ökologischen Ausgleich? Wie beseitigen wir schon eingetretene Schäden, etwa beim Klima, beim Wasser oder auch bei der Zerstörung biologischer Vielfalt?


Ein interessantes Projekt , Link zur Site : hier

Hinweis , Link zum Buch : hier
In diesem Buch habe ich meine erstaunlichsten, abenteuerlichsten und skurrilsten Momente auf meinem bisherigen Weg zur grünen Null zusammengetragen.

Klimakrise Warum zwei Grad Erderwärmung zu viel sind

von spiegel.de

Ein Gastbeitrag von Stefan Rahmstorf Seit mehr als zehn Jahren wird international debattiert, ob die Erderwärmung bei 1,5 oder 2 Grad gestoppt werden soll. Aber kommt es überhaupt auf ein halbes Grad an? 09.11.2020, 20.58 Uhr

Mit jedem Zehntel Grad wachsen auch die Gefahren für uns Menschen, Opfer von Überflutungen, Ernteausfällen oder Tropenstürmen zu werden

Mit jedem Zehntel Grad wachsen auch die Gefahren für uns Menschen, Opfer von Überflutungen, Ernteausfällen oder Tropenstürmen zu werden Foto: Francis Mascarenhas/ REUTERS

Fast wäre das Pariser Abkommen 2015 an dieser Frage gescheitert: 1,5 oder 2 Grad? Was sollte als gerade noch tolerierbare Obergrenze der globalen Erwärmung gelten? “Die verflixten anderthalb Grad” titelte der SPIEGEL damals. Rund 40 kleine Inselstaaten waren entschlossen, Paris nicht ohne 1,5-Grad-Ziel zu verlassen – denn so manche von ihnen fürchteten zu Recht, mit 2 Grad den Untergang ihres Staatsgebiets zu unterschreiben.

Die Debatte über die Obergrenze der Erderhitzung hatte da schon eine lange Vorgeschichte. Bereits 1987 hatte der damalige Präsident der Malediven, Maumoon Abdul Gayoom, vor der Uno-Vollversammlung eindringlich vor dem drohenden Untergang seiner Nation gewarnt. 2009 beschloss der Klimagipfel in Kopenhagen formell eine 2-Grad-Grenze – aber mit der Hintertür, auch eine Begrenzung auf unter 1,5 Grad “zu erwägen”. Ich selbst habe bei der dem Gipfel vorangegangenen Wissenschaftskonferenz in Kopenhagen argumentiert, dass 2 Grad Erwärmung große Risiken bedeuten würde.


Zum Autor

Foto: Astrid Eckert

Stefan Rahmstorf schreibt regelmäßig für den SPIEGEL über die Klimakrise. Er ist Klima- und Meeresforscher und leitet die Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Seit 2000 ist er zudem Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Paläoklimaforschung, Veränderungen von Meeresströmungen und Meeresspiegel sowie Wetterextreme.


Der nächste Gipfel in Cancun beschloss, diese Frage “auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Kenntnisse” zu klären. Vor dem Pariser Klimagipfel 2015 erschien dazu ein Uno-Bericht auf Grundlage von Konsultationen mit 70 Wissenschaftlern. Die Folgerung war klar: Eine Begrenzung auf 2 Grad wäre “inadäquat”. Seit 2018 gibt es dazu auch einen ausführlichen Sonderbericht des Weltklimarats IPCC.

Was sind die Unterschiede zwischen 1,5 Grad und 2 Grad Erwärmung? Das sind die wichtigsten Punkte:

Insgesamt kann man sagen, dass bei einer Erwärmung um 2 Grad die Folgen des Klimawandels, die wir teils schon heute spüren, graduell immer schlimmer werden. Die Häufigkeit von tödlichen Hitzewellen etwa, wie im “Jahrhundertsommer” 2003, der in Europa rund 70.000 Menschenleben kostete. Zudem bedeuten 2 Grad im globalen Mittel für die meisten Landgebiete 3 bis 4 Grad Erhitzung.

Dazu kommt die Häufigkeit von Überflutungen durch Extremregen (Beispiel Braunsbach 2016). Oder wachsende Probleme mit Dürren und Wassermangel, wie die letzten Jahre auch in Deutschland. Oder noch heftigere tropische Wirbelstürme – schon in den letzten vier Jahrzehnten hat der Anteil der stärksten Hurricane-Kategorien 3 bis 5 (“major hurricanes”) an allen Hurricanes in den Satellitenbeobachtungen um ein Viertel zugenommen, angefacht durch steigende Meerestemperaturen. https://spiegel-online-neu-profil.newsletter2go.com/unter-zwei.html

Darüber hinaus gibt es kritische Grenzen der Belastbarkeit von Ökosystemen, die schon unterhalb von 2 Grad überschritten werden. So rechnet der IPCC bei 2 Grad praktisch mit dem Totalverlust der tropischen Korallenriffe. Gelingt es dagegen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, könnten 10 bis 30 Prozent der Korallen überleben. Das lange vorhergesagte weltweite Korallensterben ist inzwischen in vollem Gang.

Auch für die Wälder gibt es kritische Grenzen – trocknen sie zu stark aus, werden sie leicht Opfer von Insektenbefall oder verheerenden Bränden, oft ausgelöst durch Blitzschlag, wie dieses Jahr in Australien, Sibirien, Kalifornien oder Colorado. Selbst der Amazonasregenwald war in den vergangenen Jahrzehnten von extremen Dürren betroffen, die das Baumwachstum stark geschwächt und die Kohlenstoffspeicherung reduziert haben.

Kipppunkte im Klimasystem

Hinzu kommt ein langjähriger Trend: Die Trockenzeit dauert Jahr für Jahr länger. Setzt sich dies in den kommenden Jahrzehnten fort, droht der Wald bei weiterer Erwärmung stark zu degradieren.

…..

Vollst. Artikel bei Spiegel.de


( Tip von Ingo )

Rechenzentren müssen genügsamer werden

WDR , Von Jörg Schieb am 12.11.2020


insbes. der 3. Abschnitt : “Selbst Energie sparen – das geht


Für die meisten von uns ist Internet ein bisschen wie Magie. Wir zücken das Smartphone oder klappen das Notebook auf – und im Display erscheint die ganze Welt. Nachrichten, Meldungen, Webseiten, Fotos, Videos – nur einen Mausklick entfernt. Und kaum einer macht sich Gedanken darüber, wie das eigentlich funktioniert.

Möglich machen das Rechenzentren. Jede Menge davon. Bei den großen IT-Giganten wie Google, Facebook, Microsoft. Bei den Streamingdiensten. Bei den Providern. All diese Rechenzentren und Cloud-Dienste sind extrem energiehungrig. Rund 2,7% der europäischen Strombedarfs geht auf das Konto solcher Rechenzentren. Tendenz: Steigend. Schon 2030 sollen es 3,2 Prozent sein. Und das sind nur die Rechenzentren. Der Energiebedarf der Geräte der Nutzerinnen und Nutzer kommt noch dazu.

Jedes Rechenzentrum hat einen enormem CO2-Ausstoß

EU will Stromverbrauch beschränken

Doch die EU hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Deshalb müssen auch die Rechenzentren sparen. Energie vor allem, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Die EU hat deshalb einen Katalog an Vorschlägen und Anforderungen vorgelegt, die Rechenzentren ab einer bestimmten Größe künftig erfüllen müssen. Besonders wichtig bei Rechenzentren: die Kühlung. Denn überall, wo viele Computer am Stück rechnen, wird viel Wärme produziert, und damit die Chips nicht durchschmoren braucht es starke Kühlsysteme. Die erfordern aber einen hohen Energieeinsatz, insbesondere bei warmen Außentemperaturen. Es müssen also effizientere Kühlungssysteme her.

Rechenzentren optimieren – das lohnt sich

Gleichzeitig kann und soll die Abwärme der Rechenzentren genutzt werden, etwa zur Heizung oder um Energie zurückzugewinnen. Besonders wichtig ist natürlich auch der Einsatz erneuerbarer Energien.

Last not least können und müssen Rechenzentren aber auch optimiert werden, damit sie weniger Energie verbrauchen. Außerdem spielt es auch eine Rolle, wo Rechenzentren stehen. In Südeuropa ist nicht der ideale Ort: Dort ist es ohnehin warm – da produziert die Kühlung einen höheren CO2-Ausstoß. In Norwegen muss man dagegen nur die Fenster öffnen … Im Ernst: Es gibt Rechenzentren am Meer, die kühlen mit Meerwasser. Es gibt also Ideen, die müssen nun umgesetzt werden.

KlickScham: Der Energieverbrauch von Google und Co. ist enorm

Selbst Energie sparen – das geht!

Irgendwann wird es sicher in Europa Zertifikate geben, auf die man achten könnte. Aber so weit sind wir noch nicht. Ganz generell wichtig zu wissen: Streaming – vor allem Filme und Serien – verbraucht eine Menge Energie. Wer da auf seinen CO2-Fußabdruck achten möchte, wählt keine 4K-Auflösung, wenn HD völlig reicht.

Auch ist es besser, zu Hause per DSL zu streamen – oder Filme downzuloaden – als diese unterwegs im Mobilfunknetz zu streamen. Mobilfunknetze verbrauchen viel mehr Energie. Und bei Videoschalten mit den Kollegen, kann man auch einfach mal das eigene Videobild abschalten und nur zuhören, wenn man nichts zu sagen hat.

( vollst. Artikel beim wdr , hier )

Pariser Klimavertrag: Nahrungsmittelproduktion allein könnte Klimaziele zunichtemachen

( von : spektrum.de )

Tierhaltung, Rodung für Ackerflächen, Transport von Lebensmitteln: Allein durch die Nahrungsmittelproduktion entstehen so viele Treibhausgase, dass das 1,5-Grad-Ziel verfehlt würde, wenn sich nichts ändert. Wie sehen mögliche Lösungen aus?von Daniela Mocker

Um nicht mehr als 1,5 Grad Celsius – beziehungsweise um deutlich weniger als 2 Grad – soll sich der Erde im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten maximal erwärmen, um die Folgen des Klimawandels für die Menschheit in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Das legt das Pariser Klimaabkommen fest, auf das sich die Weltgemeinschaft 2015 einigte und aus dem die USA zuletzt am 4. November 2020 wieder ausgetreten waren. Doch ob mit oder ohne Amerika: Das 1,5-Grad-Ziel ist ambitioniert. Im Vorbeigehen ist es nicht zu erreichen. Das verdeutlicht nun auch eine Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Michael Clark von der University of Oxford: Selbst wenn es gelänge, alle anderen menschengemachten Emissionen komplett zu vermeiden, würden allein die Treibhausgase, die bei der Produktion von Nahrungsmitteln entstehen, ausreichen, um das 1,5-Grad-Ziel in naher Zukunft zu verfehlen. Das rechnet das Team nun im Fachmagazin »Science« vor.

Fast ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen gehen auf die Nahrungsmittelproduktion zurück. Besonders viele Treibhausgase entstehen beispielsweise, wenn Wälder für Acker- und Weideflächen gerodet werden, sowie bei der Produktion und beim Einsatz von Düngemitteln. Aber auch der Transport von Lebensmitteln, für den jede Menge fossile Brennstoffe verbrannt werden müssen, leistet einen großen Beitrag. Zwischen 2012 und 2017 wurden im Zuge der Nahrungsmittelproduktion jährlich rund 16 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente ausgestoßen. Ebenso entstehen Methan und Lachgas in enormen Mengen durch die Viehhaltung und den Einsatz von Düngemitteln.

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Mehr / vollst. Artikel siehe hier


( Hinweis von Ingo )

Klimawanel ; Unter Strom – Energie von morgen — Hinweis auf TV-Sendungen

1. Deutschland und der Klimawandel

Die Fakten von Harald Lesch

Dürre, Überflutungen, Gletscherschmelze: Das Klima ändert sich auch in Deutschland. Die Dokumentation sammelt die Fakten und fragt, wie sich das Leben hierzulande verändern wird.

43 min 21.10.2020 21.10.2020 Video hier verfügbar bis 21.10.2021 Mehr von ZDFzeit

Klimaforscher fordern schon lange ein engagiertes Gegensteuern. Mittlerweile wird die Zeit knapp. Was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher? Und welche Maßnahmen werden helfen, den Klimawandel zu bewältigen?

Der industrielle Fortschritt, dem auch Deutschland seinen Reichtum verdankt, hat seinen Preis: Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas werden Unmengen an Kohlendioxid freigesetzt, die den natürlichen Treibhauseffekt unseres Planeten verstärken. Es wird wärmer – und das hat Folgen, die auch in Deutschland nicht mehr zu übersehen sind.

Klimawandel sorgt für trockene Anbauflächen

Staubtrockene Ackerflächen stellen Bauern zunehmend vor Probleme. Viele der heutigen Nutzpflanzen können zukünftig wohl nicht mehr wie gewohnt angebaut werden. Dürre Wälder fallen in immer größerem Ausmaß Schädlingen oder Bränden zum Opfer. Die Trinkwasserversorgung wird immer aufwendiger. Auch die Industrie kämpft mit der Trockenheit. Sinken die Pegelstände in den Flüssen, steht beispielsweise nicht mehr ausreichend Kühlwasser für die Energieproduktion zur Verfügung. Im Gegensatz dazu bedrohen steigende Meeresspiegel die Küsten.


2. Unter Strom – Energie von morgen

Unser Energieverbrauch steigt rasant an. Globalisierung, Digitalisierung und die wachsende Bevölkerung könnten zur Energiekrise führen. Der Umstieg auf erneuerbare Quellen ist unumgänglich.

43 min 21.10.2020 21.10.2020 Video hier verfügbar bis 20.11.2020, in Deutschland Mehr von ZDFinfo Doku

Sonne, Wind oder Wasser: Welche Energielieferanten haben das Potenzial, uns in Zukunft zuverlässig zu versorgen? Theoretisch kann Sonnenenergie die ganze Menschheit versorgen. Doch ist die Technologie schon so weit, dass sie uns Energiesicherheit garantieren kann?

Sonne, Wind, Atom

Das marokkanische Solarkraftwerk “Noor” – das derzeit größte seiner Art weltweit – zeigt, wie ein ganzes Land vom Rohstoff Sonne profitiert. In Offshorewindparks in der Nordsee wird derweil die Energieversorgung durch Wind ausgebaut. Die Windernte ist ergiebig und beständig. Doch die Kosten sind enorm.

Auch die dritte Alternative, Strom durch Kernfusion, würde zunächst große Investitionen erfordern. Im Gegensatz zur Kernkraft, die durch die Spaltung von Atomen Energie gewinnt, entsteht bei der Kernfusion Energie durch die Verschmelzung von Atomen. Doch wie riskant ist eine solche Technologie, und lohnen sich die enormen Kosten für den Bau entsprechender Kraftwerke überhaupt?