Jetzt! Ein Wochenende fürs Klima / 2. Bochumer Klimakonferenz. — Programm

Wir sind (mittlerweile) neun Bochumer Kultur- und  Bildungseinrichtungen, die sich zu Klima und Nachhaltigkeitsthemen in unserer Stadt vernetzt haben. Mit dabei sind die Bochumer Symphoniker, das Deutsche Bergbaumuseum, das Kunstmuseum Bochum, das Planetarium Bochum, das PRINZ- REGENT-THEATER, das ROTTSTR 5 THEATER, die Ruhrtriennale, das Schauspielhaus Bochum und die Volkshochschule Bochum.

Unser Klimafestival findet auch dieses Jahr parallel zur UN-Klimakonferenz statt (diesmal in Sharm-El-Sheik) vom 18. – 20. November 2022. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Ein dreitägiges Programm an fünf verschiedenen Orten in der Stadt mit Events, Musik, Tanz, Performance, Workshops, Diskussionen, einer Liveberichterstattung aus dem Pressezentrum von Sharm- El- Sheik und dem Speeddating der Bochumer Klima – und Umweltinitiativen.

Impressionen vom 1. Speeddating : hier

Flyer und Programm :


Klimawochenende // Teaser V5

Klimawochenende // Trailer V5


Mobilitätswende ala Katja Diehl — auch in Bochum ??

Mobilitätswandel ist für mich, wenn möglichst viele ohne eigenes Auto selbstbestimmt und sicher mobil sein können.

Katja Diehl ist eine deutsche Autorin und Podcasterin mit dem Themengebiet Mobilität und Verkehrswende .


Über meine gesamte Berufstätigkeit hinweg habe ich mir tiefe Kenntnis über Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt Mobilität der Zukunft angeeignet. Durch diesen Fokus entstand ein umfassendes Netzwerk in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Ich verstehe Mobilität in erster Linie nicht technisch. Vielmehr sehe ich die umfassende Herausforderung einer Einstellungs- und Verhaltensänderung im Vordergrund. Die Angebote, Produkte und technischen Entwicklungen in diesem Thema ignoriere ich dabei nicht, im Gegenteil: Durch meine langjährige Expertise in diesem Segment ist es mir wichtig, den Menschen im Fokus zu behalten und die entsprechenden sinnvollen Lösungen gemeinsam mit den Menschen zu etablieren, deren Mobilität verändert werden soll.

Einmal wöchentlich schaue ich in den Rückspiegel: Was hat mich in der Woche bewegt? Welche Ideen und Personen in der Mobilitätswende?

von Katja Diehl – She Drives Mobility

Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt

Ein Plädoyer für eine inklusive und klimagerechte Verkehrswende – Mit Schwung, Know-how und Kreativität macht die Mobilitätsexpertin Katja Diehl Lust auf eine Gesellschaft, die gemeinsam eine attraktive und klimafreundliche Zukunft für alle baut. Eine Zukunft, die mehr Lebensqualität in Städten und auf dem Land bietet sowie moderne Formen von Arbeit berücksichtigt.

»Jede:r sollte das Recht haben, ein Leben ohne ein eigenes Auto führen zu können.«

»Autokorrektur« will Kick Off einer Gesellschaft sein, die gemeinsam eine attraktive Mobiltätszukunft baut – und zwar schon heute. In Katja Diehls Vorstellung der Zukunft können die Menschen Auto fahren, so sie es denn wollen. Sie müssen es aber nicht mehr – denn es gibt attraktive Alternativen.

Momentan ist nicht alles in unserem Land fair und klimagerecht, inklusiv und bezahlbar aufgestellt. Die Bedürfnisse vieler Menschen werden nicht angemessen berücksichtigt. Das können wir ändern, davon ist Mobilitätsexpertin Katja Diehl überzeugt und läutet die Verkehrswende ein.

Die Mobilitätsexpertin Katja Diehl weist den Weg zu einer gerechten und fairen Mobilität der Zukunft, die den Menschen ins Zentrum stellt und unsere Welt lebenswert macht.

Viele weiter Ideen im Handbuch Autokorrektur : hier

Mobilitätswandel: Diese „Autokorrektur“ fordert Verkehrsexpertin Katja Diehl : hier

(), GLS-Bank , Digitale Veranstaltung : Mobilitätswende: Festgefahren?!Mit den Mobilitäts-Expert*innen Cem Özdemir,  Katja Diehl, Prof. Dr. Peter Hennicke, Mirko Schulte; Viedo bei Vimeo : hier

Club of Bochum. Gespräch zur Lage unserer Stadt — Reihe :Wie wollen wir hier leben?

Fortsetzung der Schauspielhaus Reihe “Wie wollen wir leben” — diesmal im BerbauMuseum :

Eine Veranstaltung im Rahmen von Jetzt! Ein Wochenende fürs Klima

Die Veranstaltungsreihe lädt die Menschen aus Bochum ein, gemeinsam über Verbesserungen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Stadt zu diskutieren, sich miteinander zu vernetzen – und inspirieren zu lassen. Bewohner*innen, Verantwortliche der Stadt und Fachleute kommen ins Gespräch, ganz konkret. Das Forum findet jedes Mal mit anderem Schwerpunkt statt.

20.11.2022: Club of Bochum. Gespräch zur Lage unserer Stadt
Im Rahmen von Jetzt! Ein Wochenende fürs Klima

Zum Abschluss der 2. Bochumer Klimakonferenz und 50 Jahre nach dem berühmten Bericht des Club of Rome Die Grenzen des Wachstums fragen wir in unserer Stadt nach dem Stand der Dinge. Wo stehen wir? Was muss noch getan werden? Und wie soll das Bochum der Zukunft aussehen? Am 20. November um 14.00 Uhr ist die achte Ausgabe unseres Klimaforums diesmal zu Gast im Deutschen Bergbau-Museum Bochum.

Gäst*innen:
– Benjamin Bechtel, Professor für Urban Climatology
– Rebecca Freitag, ehem. UN Jugenddeligierte für Nachhaltige Entwicklung
– Michael Farrenkopf, Wirtschafts- u. Bergbauhistoriker
– Mi-Yong Becker, Professorin für Nachhaltigkeit & Transfer
– Viktor Grinewitschus, Professor für Energie & nachhaltiges Wohnen
– Mohammad Nor Suliman, BUNDjugend NRW

Moderation: Jason Bartsch

  • Ort: Deutsches Bergbau-Museum Bochum , Am Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum
  • So.20.11.22 , 14:00 — 16:00
  • Eintritt frei
  • Wie wollen wir hier leben?
  • Klima- und Nachhaltigkeitsforum für Bochum
  • +++ Schauspielhaus for Future +++

9. „Langer Tag der StadtNatur“ in Bochum, 26. – 27. August

Am 26. und 27. August ist es wieder soweit: Zum neunten Mal wird der „Lange Tag der StadtNatur in Bochum“ ausgerichtet. Nicht an einem zentralen Ort, sondern in fast allen Bochumer Stadtteilen bieten 51 Akteurinnen und Akteure 38 Veranstaltungen für Jung und Alt an.

Es sind Angebote zum Forschen und Entdecken, Führungen, Gartenbesichtigungen, Infostände, Mitmach-, Spiel- und Bastelangebote in der Natur, naturkundliche Wanderungen, Pflanzentauschaktionen, Verkostungen, eine Rallye, Radtour, Aufräumaktion und ein Zeltevent im Programm.

Bochum ist eine grüne Stadt mitten im Ruhrgebiet. Neben den bekannten Park- und Grünanlagen gibt es auch viele andere unbekannte Stellen im Stadtgebiet, an denen man Natur entdecken und erleben kann.


Um die Schönheit und Bedeutung der Natur im urbanen Umfeld stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen, bietet das Umwelt- und Grünflächenamt „Lange Tage der StadtNatur“ an.

Zu den vielfältigen Veranstaltungen zählen unter anderem:

  • „Naschen in der Stadt“ kann man bei dem Stadtspaziergang, den EssBo! Ernährungsrat Bochum e. V. gemeinsam mit der Ruhrstadtmiliz und der IFAK-Zusammen im Westend anbieten.
  • „Wildkräuter- und Insektenexkursionen“ bietet der USB Bochum auf dem Tippelsberg an.
  • Eine Antwort auf die Frage „Die Buche in Bochum, uralt und klimageschädigt?“ erhält man bei der Wanderung mit dem Stadtförster in Stiepel.
  • Wie vielfältig, bunt und nachhaltig ein Schulgarten sein kann, zeigt die Köllerholzschule.
  • Auch ein Privatgarten öffnet seine Pforten. Dr. Webers naturnaher Garten mit einer großen heimischen Artenvielfalt an Stauden und Sträuchern kann in Wiemelhausen besichtigt werden.
  • Auf eine „Zeitreise mit der Honigbiene“ kann man sich mit den Hobby-Imkern „Honig-von-vor-Ort“ und zahlreichen weiteren Kooperationspartnern in der Kleingartenanlage Riemke begeben.
  • Einen „Blick ins Bienenvolk“ verspricht der Bienenkreis der Johanniskirche.
  • Die Initiative Nachbarschaft und Nachhaltigkeit für Bochum Dahlhausen e. V. hat eine „Natur Entdeckungs-Rallye durch Dahlhausen“ vorbereitet.
  • Gemeinsam mit dem NABU Bochum geht es auf „Spurensuche auf der Streuobstwiese“.
  • Die abendliche Tierwelt kann man bei der „Nacht der Natur“ im Tierpark Bochum erleben. Im Anschluss lädt die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet zu einer Fledermaus-Exkursion in den benachbarten Stadtpark ein.
  • Zur „Eröffnung des Naturpfades Südbad“ laden die NaturFreunde Bochum-Linden-Dahlhausen, die Bezirksvertretung Südwest und die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet ein.
  • Eine Wanderung durch die „StadtNatur im Bochumer Osten“ sowie eine „Pflanzentauschbörse“ bietet das „LutherLab“ in Langendreer an.
  • Die „FamilienRadTour“ des ADFC Bochum führt ebenfalls in den Bochumer Osten.
  • Ein Sommerfest mit anschließendem Zelten veranstaltet die städtischen Kita Am Krüzweg.
  • „Bochums blühende Wiesen“ stehen im Focus des Angebotes der SPD Ratsfraktion.
  • Gemeinsam mit den Grünen im Rat der Stadt Bochum kann man „Saatkugeln herstellen“.
  • Zu einer „Aufräum-Aktion“ am Ümminger See lädt die CDU-Ratsfraktion ein.
  • Mit dem GeoPark Ruhrgebiet und dem Umwelt- und Grünflächenamt geht es in den sonst nicht zugänglichen Steinbruch der Zeche Klosterbusch.
  • Darüber hinaus lädt das Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der Ruhr-Universität Bochum zu einer „Führung durch den Geologischen Garten“ ein.

Das ausführliche Programm ist im Internet auf den Seiten der Stadt Bochum unter www.bochum.de/LangerTagderStadtNatur zu finden.

Die meisten Veranstaltungen sind kostenfrei. Leider können nicht bei allen Aktionen unbegrenzt viele Besucherinnen und Besucher teilnehmen. Außerdem sind natürlich die dann geltenden Corona-Schutzbestimmungen zu beachten. Bei einzelnen Angeboten ist daher eine vorherige Anmeldung beim jeweiligen Veranstalter bis zum 25. August notwendig.

Bei Rückfragen und für weitere Informationen kann man sich an Rita Brandenburg vom Umwelt- und Grünflächenamt wenden. Sie ist unter der Rufnummer 0234 / 910 – 24 58 oder per E-Mail unter rbrandenburg@bochum.de erreichbar.

FFF : Demo zur Mobilitätswende : Fr 26.08.22 15h, Schauspielhaus

>>Fridays for Future Bochum organisiert für den 26. August eine weitere Demo zur Mobilitätswende. Geplant ist eine Laufdemonstration, welche um 15:00 Uhr vor dem Schauspielhaus beginnt. Damit setzt sich die Ortsgruppe für eine Fortführung des 9-Euro-Tickets sowie die Herstellung von Flächengerechtigkeit auf den Bochumer Straßen und Plätzen ein.

Zum 9-Euro-Ticket, das nach Ende August von der Bundesregierung nicht fortgeführt wird, erklärte Emil Görtzen: “Die starke Nachfrage nach dem 9-Euro-Ticket und die hohe Auslastung des ÖPNV in den letzten drei Monaten zeigt, dass der Wunsch nach einem bezahlbaren ÖPNV in der Bevölkerung vorhanden ist. Die Bundesregierung muss das 9-Euro-Ticket auch über diese drei Monate hinaus ermöglichen und den ÖPNV massiv ausbauen.”


Nach der Demonstration vom 29. Juli ist dies bereits die zweite Demonstration zur Mobilitätswende der Bochumer FFF-Gruppe in kürzerer Zeit. Zudem ist die Aktion eingebettet in einen Aktionstag, mit dem sich Fridays for Future bundesweit für die Fortführung des 9-Euro-Tickets einsetzen.

Aber auch kommunal steht die Mobilitätswende im Fokus. “Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadt Bochum fahrenden und parkenden Autos so viel Fläche einräumt, während Fußgängerinnen und Radfahrerinnen oft nur unzureichend Platz zur Verfügung steht. Wir benötigen echte Flächengerechtigkeit. Als Sofortmaßnahme müssen alle Schilder abgebaut werden, welche Autos das Parken auf Gehwegen erlauben”, ergänzte Carla Debbeler.<<

weitere Links

Kuriose Antwort der Stadt zu Baumfällungen in der Neustr.


Weitere Artikel zur Neustr

OHNE KEROSIN NACH BERLIN — 16.08.22 , ca 14h vor Vonovia

16.08.22 , ca 14h vor dem Vonovia Hauptsitz , Eine Akation von Students For Future Germany

Lützerath, 15.8.2022 ; Pressemitteilung ; Students for Future

3000 Kilometer-Klimademo – „Ohne Kerosin Nach Berlin“ — Kundgebung am Dienstag, 16.8.22 um 12:30 vor der RWE Zentrale in Essen und gegen 14 Uhr vor dem Vonovia Hauptsitz in Bochum

Die Krisen überschlagen sich, doch über all den Krisen steht die Klimakrise. Jeden Tag nimmt sie an Dramatik zu. Die gesellschaftlichen Herausforderungen werden täglich größer. Doch die Regierung verstrickt sich in weiteren Abhängigkeiten, verlängert atomare und fossile Energieerzeugung und schafft keine angemessenen Lösungen, um die 1,5 Grad Grenze einzuhalten. Klimaaktivist*innen der „Letzten Generation“ oder in Lützerath werden kriminalisiert.

….

Dann zieht die Demo weiter und wird gegen gegen 14 Uhr vor der Vonovia Geschäftszentrale in Bochum demonstrieren. Die Botschaft dort: „Die Energiewende muss gerecht gestaltet werden . Es kann nicht sein, dass z.B. Sanierungskosten an Mietende weitergegeben werden, während Vonovia riesige Gewinne vorweisen kann. Denn die Klimakrise ist deswegen so ungerecht, weil nicht die Verursacher die Kosten der Krise tragen, sondern Menschen, die keinen Nennenswerten Beitrag zur Krise leisten. Gerade in Zeiten der Energiekrise dürfen in Folge der Herausforderungen
keine Übergewinne gemacht werden – auch nicht bei Vonovia.

Link zur vollständigen PM als PDF : hier


Wir müssen die alten Bäume retten

(05.08.22, der Standard) , Original : hier

Gegen die Hitze: Lasst die alten Bäume stehen!

Pro angefangene 15 Zentimeter an Stammumfang muss ein Ersatzbaum gepflanzt werden.

Eine 80 Jahre alte Linde kühlt wie 208 Kühlschränke, zeigt eine Untersuchung der TU München. Dennoch werden in Wien immer noch Bäume gefällt

Sie sind das wichtigste Gut, das wir haben, wenn die Temperaturen in der Stadt auf über 30 oder gar 35 Grad wandern: Bäume. In Wien sind sie durch das Baumschutzgesetz geschützt, doch es gibt diverse Ausnahmen – so fallen etwa Bäume mit einem geringeren Stammumfang als 40 Zentimeter oder Obstbäume nicht darunter.

Und auch bei der Auslegung der Bestimmungen werden Unternehmen mitunter kreativ, denn Bäume stehen oft im Weg, wenn neu und lukrativ gebaut werden soll. Und dann wird eben doch ein Baum gefällt, der eigentlich stehen bleiben müsste, weil aus wirtschaftlichen Interessen ein Schlupfloch gefunden oder eine Vorgabe großzügig ausgelegt wird.

Neu statt alt

Die Beschwichtigung heißt dann Ersatzpflanzung. In Wien ist vorgesehen, dass für für Bauvorhaben oder für Projekte entfernte Bäume pro angefangene 15 Zentimeter an Stammumfang ein Ersatzbaum mittlerer Baumschulqualität mit acht bis 15 Zentimeter Stammumfang gepflanzt werden muss.

Umgerechnet bedeutet das: Wird etwa eine 80 Jahre alte Linde mit Stammdurchmesser von 60 Zentimetern entfernt, müssen dafür vier junge Bäume gesetzt werden. Sind Ersatzpflanzungen nicht möglich, muss eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden – wozu viele Bauträger gerne bereit sind, zumal pro Baum nur 1090 Euro anfallen.

Was auf dem Papier nicht schlecht klingt, bringt in der Realität und vor allem in schweißtreibenden Sommernächten in der Stadt nicht wirklich Linderung. Denn Baum ist nicht gleich Baum – das zeigt ein Vergleich der TU München: Eine 20 Jahre alte Linde verdunstet über ihre Blätter Wasser im Volumen von 32 Badewannen, während es bei einer 80 Jahre alten Linde 320 Badewannen sind. Noch deutlicher: Der junge Baum kühlt wie 21, der alte wie 208 Kühlschränke. Das zeigt klar: Wir müssen um die alten Bäume kämpfen! (Bernadette Redl, 5.8.2022)

Sommergespräch Dr. Markus Bradtke Jeder Tropfen Wasser zählt

(08.08.22 , Stadtspiegel) , Original : hier


(( Das alles würde wesentlich schneller und effektiver klappen , würde die Stadt nicht soviel alte Bäume abhacken bzw. zum Fällen freigeben und nicht so viele freie Natur-Flächen zur Versiegelung und Bebauung frei geben ))


„Bis 2035 möchte Bochum klimaneutral und zu 100 Prozent erneuerbar sein. Und wir wollen so schnell wie möglich eine klimaresistente und klimaresiliente Stadt werden“, sagt Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke in seinem Sommergespräch bei weit über 30 Grad auf dem Rathaus-Balkon. Um für Folgen des Klimawandels wie zunehmende Hitzewellen, Starkregen und Überschwemmungen besser gerüstet zu sein und die Ziele des Klimaplans 2035 für Bochum zu erreichen, muss Bochums Stadtverwaltung mit den Bürgerinnen und Bürgern an einem Strang ziehen.

Der Bochumer Klimaplan orientiert sich an den internationalen Nachhaltigkeitszielen, die die Vereinten Nationen festgelegt haben. Auch wenn die Stadt alle 17 Ziele als wichtig erachtet: Nicht auf alle – wie den Schutz des Meeres – kann Bochum gleich stark einwirken. Die Stadt konzentriert sich verstärkt auf zehn Ziele, darunter „bezahlbare neue Energie“ „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“. Bis Anfang 2023 will die Stadt ihre Strategien als „Global nachhaltige Kommune“ (GNK) und ihren Klimaplan miteinander verknüpfen und dem Rat ein Paket mit konkreten Maßnahmen vorlegen. Dieses Vorgehen ist bundesweit einmalig.

Stadt und Bürgerschaften arbeiten gemeinsam

Es gibt bereits Beispiele für das gemeinsame Engagement von Stadt und Bürgerschaft, wie die Bewässerung von Bäumen an Straßen und in Parks. Während die Stadt ein System testet, das Bodenfeuchte messen und so den Wasserbedarf der Pflanzen ermitteln kann, gießen Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich – zum Beispiel als Gieß-Patinnen und -Paten – die Bäume vor der eigenen Haustür. Die Stadt fährt dank des technisch-smarten Monitorings nur zu den Bäumen, die Wasser benötigen. Das spart Wege, Co2, Zeit und Wasser – „denn jeder Tropfen zählt“, so Bradtke.

Immer mehr Straßen mit Rigolen ausstatten

Das gilt nicht nur für die zunehmend unter Hitzestau leidenden Bäume und Pflanzen, sondern auch für den städtebaulichen Umgang mit den vielen versiegelten Flächen, die kein Wasser durchlassen: In Straßen, die besondere Hitzespots darstellen, baut das Tiefbauamt nach und nach sogenannte „Baumrigolen“, unterirdische Tanks, die Wasser speichern und die Vegetation damit versorgen. Bochum ist eine der ersten Städte Deutschlands, die dies tut. Ziel ist es, immer mehr Straßen mit Rigolen auszustatten. „Das geht allerdings nicht von heute auf morgen“, sagt Bradtke. Denn: Für den Umbau ist eine komplette Neuordnung des Straßenraums unter wie oberirdisch nötig. Markus Bradtke ergänzt: „Wir müssen die Stadt als Schwamm denken. Das heißt, das Wasser möglichst lange zurückzuhalten oder oberflächlich abzuführen, damit es die Stadt im Sommer kühlt. Bei Starkregen können so auch Überschwemmungen verhindert werden. Sauberes Wasser gehört nicht mehr in den Kanal.“

Zu den Nachhaltigkeitszielen zählt auch, „bezahlbare erneuerbare Energien“ anzubieten. Um Anreize für deren Nutzung zu schaffen, fördert die Stadt den Ausbau von Solaranlagen, Fassaden- und Dachbegrünungen. Auf diese Weise kann jeder private Carport und Balkon, aber zum Beispiel auch jede Bogestra-Haltestelle einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, indem sie Sonnenenergie erzeugen oder Wasser speichern und dieses dem natürlichen Grundwasserkreislauf wieder zuführen.

Bochum setzt auf Nachhaltigkeit

Bochums Bemühungen um Nachhaltigkeit durchziehen längst sämtliche städtischen Arbeitsfelder – bis hin zu Kleiderspinden. Seit vergangenem Herbst setzt die Stadt auf faire und nachhaltige Beschaffung: Das gilt nicht nur für Bürobedarf, sondern auch für Dienstbekleidung wie Sicherheitsschuhe für die Beschäftigten der Bauämter und die Einsatzkleidung von Feuerwehr und Rettungsdienst. „Die Hälfte meiner Kleidung im Schrank ist übrigens secondhand – und trotzdem neu oder neuwertig, oft Fehlkäufe“, verrät Markus Bradkte. Denn: Neben „nachhaltiger Produktion“ zählt ebenso „nachhaltiger Konsum“ zu den globalen Zielen, die jede und jeder lokal für sich umsetzen kann.

Klimagerechte Mobilität

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Bochumer Klimaplans und ebenfalls ein internationales Nachhaltigkeitsziel ist klimagerechte Mobilität: Die Stadt löst dies immer stärker ein, schafft beispielsweise bereits seit 2018 keine neuen städtischen Fahrzeuge mehr mit reinem Verbrennungsmotor an, sondern nur noch mit Hybrid- oder Elektroantrieb. Sie testet zudem in ihrem Fuhrpark andere Zukunftstechnologien wie den Antrieb mit Wasserstoff. „Ich wünsche mir in diesem Bereich mehr Förderung“, betont Baudezernent Markus Bradtke.

Gut mit dem Rad unterwegs

Dass nicht nur die städtischen Mitarbeitenden gut von A nach B kommen, sondern auch alle, die in Bochum wohnen, arbeiten oder zu Besuch sind, liegt zu einem großen Teil in der Verantwortung der Stadt. Deshalb baut Bochum das Radwegenetz massiv aus. Dazu gehört auch der Bau des Radschnellweg Ruhr (RS1): „Jetzt haben viele Bochumerinnen und Bochumer die Wahl, ob sie mit dem Auto zur Arbeit fahren“, so Bradtke, „oder lieber mit dem Fahrrad über den RS1.“ Auch der ÖPNV bietet in Bochum eine gute Alternative: 2020 hat die Stadt mit einem neuen Netz eine deutliche Verbesserung insbesondere auf den Hauptstrecken geschaffen – dann kam Corona. Langsam erholt sich der ÖPNV und der Ausbau kann weitergehen. Die Stadt ist optimistisch, dass sich der ÖPNV mit Hilfen wie dem 9-Euro-Ticket und ähnlichen Angeboten wiederbeleben lässt.
 

Jeder muss anpacken

Markus Bradtke ist zuversichtlich, dass die Stadt gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern die Folgen des Klimawandels wenigstens ein wenig abfedern kann. Dennoch: „Der Klimawandel ist real spürbar – und eindeutig menschengemacht. Das merken wir an heißen Tagen wie diesen ganz deutlich. Nun ist es an uns allen, wie wir mit unserer Stadt, unserem Planeten und den mannigfaltigen Belastungssituationen umgehen.“

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