Dr. Watson : Warum zur Hölle subventionieren wir Autos? ; Wahrheit über E-Autos

(07.06.22, Spektrum ) , Filem via youtube : hier


07.06.2022 Doktor Whatson

Seit Jahrzehnten gestaltet eine autozentrische Planung die Welt um uns herum: Parkplätze statt Grünflächen, Autospuren statt Fußgängerzonen. Dabei müssen wir einsehen, dass dieser Auto-Zentrismus uns schon seit einiger Zeit wortwörtlich Leben kostet. Und daran wird auch das neu eingeführte 9-Euro-Ticket alleine nicht viel ändern.

Danke ans “Urban Land Institute” für die Unterstützung bei diesem Video!
Mehr zum ULI: https://germany.uli.org/_wandel-gesta…

Kapitel:

0:00 – Das Entlastungspaket
0:30 – Unser Verhältnis zum Auto
1:20 – Unsere Städte sind Autostädte
2:19 – Problem 1: Platz
3:16 – Problem 2: Gesundheit
4:31 – Problem 3: Lärm
5:06 – Autos sind aber nützlich
5:29 – Zusammenfassung der Probleme
5:58 – Mythos 1: Weniger Umsatz in Städten
6:22 – Mythos 2: Umstrukturierung dauert lange
7:11 – Sponsor des Videos: ULI
8:42 – Mythos 3: Hohe Kosten
9:37 – Mythos 4: Gleiche Belastung auf weniger Straßen
10:10 – Wahre Mythen
11:37 – Die Freiheit, nicht Auto fahren zu müssen
12:06 – Warum gibt es keine Veränderung?
13:09 – Positivbeispiel Bielefeld
13:50 – Zusammenfassung und Fazit
14:15 – Outro & Teaser für das nächste Video Patreon: http://patreon.com/DoktorWhatson

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Quellen:

1 – https://www.faz.net/aktuell/wirtschaf… 2 – https://www.handelsblatt.com/unterneh… 3 – https://www.adac.de/der-adac/regional… 4 – https://link.springer.com/book/10.100… 5 – https://twitter.com/TimFWelch/status/… 6 – https://twitter.com/TimFWelch/status/… 7 – https://www.duesseldorf.de/verkehrsma… 8 – https://www.trouw.nl/binnenland/amste… 9 – https://twitter.com/brenttoderian/sta… 10 – https://t.co/SvXxTviwl0 11 – https://www.epa.gov/greenvehicles/fas… 12 – https://www.bmj.com/content/357/bmj.j… 13 – http://www.gallup.com/poll/142142/wel… 14 – https://www.bloomberg.com/news/featur… 15 – https://www.umweltbundesamt.de/themen… 16 – https://www.umweltbundesamt.de/themen… 17 – https://www.ksta.de/politik/laermbela… 18 – https://www.destatis.de/DE/Presse/Pre… 19 – https://www.forbes.com/sites/carltonr… 20 – https://www.iass-potsdam.de/en/news/s… 21 – https://twitter.com/brenttoderian/sta… 22 – https://amp.theguardian.com/world/202… 23 – https://www.theguardian.com/cities/20… 24 – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/arti… 25 – https://tinyurl.com/ycsf447u 26 – https://www.vox.com/videos/22280067/h… 27 – https://tinyurl.com/2aw2ffnz 28 – https://tinyurl.com/2aw2ffnz 29 – https://archive.curbed.com/2020/1/15/… 30 – https://www1.wdr.de/nachrichten/autof… 31 – https://www.businessinsider.de/politi… 32 – https://www.politische-bildung.nrw.de… 33 – https://www.rnd.de/panorama/strassens… 34 – https://www.rnd.de/panorama/strassens…



(29.11.20, doktor whatson) , Film via youtube : hier


Wie umweltfreundlich sind Elektroautos wirklich? Wie viel CO2 verursacht die Produktion der Batterie? Sind E-Autos alltagstauglich? Und wie ist das eigentlich mit Lithium, Kobalt und seltenen Erden? Es gibt eine Menge Mythen und falsche Annahmen über E-Autos – ich wollte ein für alle mal herausfinden, was wirklich stimmt. Die Wahrheit über Elektroautos.

MrWissen2go über Wasserstoffautos: https://youtu.be/V6lo6yQ9_34

“Wie teuer sind E-Autos wirklich? | Elektroauto Kosten” https://youtu.be/oELTswDHd5M und
“Woher kommt der Strom für E-Autos?” https://youtu.be/5_55KtOy_cI

Das komplette Interview mit Volker Quaschning könnt ihr euch auf Patreon ansehen: https://www.patreon.com/posts/44420552

Volker Quaschning auf YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCEPZ…

Alle Quellen findet ihr in diesem Dokument: https://docs.google.com/document/d/17…

Kapitel

0:00 Einleitung
2:56 CO2-Ausstoß
10:56 Akku
19:37 Aufladen
27:14 Kosten
33:15 Fahrspaß
37:19 Geräusche
40:36 Mythen
45:27 Fazit

In diesem Video stecken mehrere Hundert Stunden Arbeit von 5 Leuten aus dem Doktor Whatson-Team, wochenlange Recherchen und das Feedback vieler Patreon-Supporter. Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, damit wir mehr aufwendige Videos produzieren können, dann könnt ihr das gerne hier tun: http://patreon.com/DoktorWhatson

Anmerkung

Es ist natürlich noch umweltfreundlicher und mit noch weniger CO2-Ausstoss verbunden gar kein Auto zu nutzen:

Video ab 10:05

Doktor Whatson: Das große Energie-Speicherproblem und wie wir es lösen könnten

(01.07.22), Spektrum.de , Original : hier

Video zu Speichertechnik , inbes. Pumpspeicher-Kraftwerke

https://youtu.be/lxMhdgG02FM

Der Anteil der der Energieversorgung durch Sonne und Wind wächst stetig. Umso mehr Relevanz sollte das Thema der saisonalen Speichertechnologien bekommen. Wir werfen einen Blick auf das Ensemble der Speicherinnovationen, die uns in Zukunft unterstützen könnten.

Video : hier (8:00Min)

Weitere Interessante Grafiken:





Nachhaltigkeit — satirisch

(21.10.2015 , extra3) , Original : hier

Leben im Verpackungswahnsinn (2015)

21.10.2015 ∙ extra 3 ∙ NDR

Wissen Sie, was wir Deutsche neben Autos bauen, Bier brauen und auf Griechenland herabschauen besonders gut können? Wir können gut Müll. Nicht nur sortieren, sondern auch produzieren.

http://media.boklima.de/nextc/index.php/s/GFQxEXsoT7WJbok


(Tip von Ingo)

3 Grad mehr — Ein Blick in die drohende Heißzeit

(28.06.22, wdr5 ) Quarks

Gespräch mit Klaus Wiegandt zu 3 Grad mehr in der Quarks Sendung vom 28.05.22 (ab 0:00) ; zum Audio : hier ; “Wie eine 3-Grad-Welt aussehen wird”



Ein Blick in die drohende Heißzeit und wie die Natur uns helfen kann, sie zu verhindern

Eine durchschnittliche Erderwärmung von 3 Grad wird über den Landflächen zu einer Temperaturerhöhung von 6 Grad und mehr führen. Dies wird eine heute kaum vorstellbare Radikalisierung des Wettergeschehens hervorrufen – mit verheerenden Folgen für die gesamte Menschheit und materiellen Schäden, die jährlich 10 Prozent des Weltsozialprodukts übersteigen werden. Dieses Buch zeigt auf, warum wir ein solches Szenario niemals zulassen dürfen und welche Lösungen es gibt.

Erscheinungstermin: 7. Juli 2022 ; Inhaltsverzeichnis

Video zur Pressekonferenz am 23. Juni 2022 in Berlin (Youtube)

Höchstens 1,5 Grad Erderwärmung: Dieses Ziel wurde 2015 auf dem Klimagipfel von Paris formuliert. Seitdem ist jedoch wenig passiert, im Gegenteil: Der Ausstoß von CO2 ist weiter gewachsen. Die Forschung geht längst davon aus, dass wir auf eine 3 Grad wärmere Welt zusteuern.

Im Buch »3 Grad mehr« hat sich das Who’s who der Wissenschaft von Hans J. Schellnhuber bis Jutta Allmendinger zusammengetan, um darzustellen, was Natur und Gesellschaft droht, wenn es so weit kommt. Doch die Autor*innen verharren nicht bei alarmierenden Zukunftsvisionen, sondern zeigen detailliert auf, wie wir das Schlimmste verhindern können, indem wir die Abholzung der Regenwälder stoppen, die Aufforstung v.a. in den Tropen massiv vorantreiben, die trockengelegten Moore wiedervernässen und die Humuspools der Böden wieder auffüllen.

In diesem Mitschnitt der Pressekonferenz, die am 23.06.2022 im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin stattfand, stellen Herausgeber Klaus Wiegandt und Mitautor*innen Stefan Rahmstorf, Susanne Winter und Bernhard Kegel das Buch vor und beantworten Fragen der Journalist*innen.

Mehr zum Buch erfahren Sie hier: https://www.oekom.de/buch/3-grad-mehr…


Von NTV : Gutes Gewissen im ICE Wie klimafreundlich ist die Bahn?

(27.06.22, n-tv.de) , Original : hier


Bahnfahren bedeutet, das Klima zu schützen. Immerhin fahren die ICEs mit 100 Prozent Grünstrom, wie die Deutsche Bahn ihren Fernverkehr bewirbt. Doch was bedeuten solche Zahlen? Und kann die Bahn noch mehr für den Klimaschutz tun, wie manche fordern?

Wer Zug fährt, spart laut Umweltbundesamt (UBA) ein Vielfaches an CO2 im Vergleich zum Auto oder Flugzeug. Nur Fern-, und Reisebusse können demnach bei den niedrigen Emissionen pro Personenkilometer mithalten. Im Nahverkehr wiederum sind lediglich Fahrradfahrer und Fußgänger umweltfreundlicher unterwegs. Es ist also angesichts der Klimakrise ein richtiges und wichtiges Ziel, dass möglichst viele Menschen und Güter auf der Schiene unterwegs sind.

Unerlässlich für Klimaziele Wissing macht Generalsanierung der Bahn zur Chefsache

Trotzdem verursacht auch der Bahnverkehr jedes Jahr große Mengen an Treibhausgasen. 18,5 Millionen Tonnen betrug der CO2-Ausstoß laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr allein beim Gesamtkonzern Deutsche Bahn. Das sind immerhin rund 2,4 Prozent des gesamten Treibhausgasausstoßes in Deutschland, den das UBA für das Jahr 2021 ermittelt hat. Noch immer sind viele Dieselloks im Einsatz, Tausende Schienenkilometer haben keine elektrische Oberleitung. Und auch wenn der Konzern mit 100 Prozent Grünstrom im Fernverkehr wirbt, findet sich im Gesamtstrommix nach wie vor Gas und Kohle. Es gibt also Nachholbedarf.

Das zeigen auch Zahlen der Londoner Nichtregierungsorganisation Carbon Disclosure Project (CDP). Die Organisation erstellt jedes Jahr auf Basis umfassender Umfragen ein Ranking großer Industriekonzerne mit Blick auf deren Emissionen und Umweltdaten. Demnach habe sich die Bahn zwar dazu bekannt, ihre Klimaziele auf den im Pariser Klimaabkommen festgelegten 1,5-Grad-Pfad auszurichten, teilte CDP mit. Doch mit den aktuellen Zielen sei sie derzeit noch auf einem 2-Grad-Pfad unterwegs. Das hat verschiedene Gründe.

https://audionow.de/podcast/8dfade80-929b-4b5c-a135-dd70e4471fd7/embed/d7f32dfa-df96-4d93-ad27-a2b45615517f/0/333333*Datenschutz

100 Prozent Grünstrom vor allem Marketing?

Die Bahn gehört in Deutschland zu den größten Stromverbrauchern. Rund zehn Terawattstunden sind es eigenen Angaben zufolge jedes Jahr. Das ist demnach in etwa so viel wie die Stadt Hamburg jährlich verbraucht. Laut Bahn stammen inzwischen zwar rund 62 Prozent des Gesamtstroms aus Erneuerbaren Energien (EE). Doch mehr als 20 Prozent wurden laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr nach wie vor aus Braun- und Steinkohle gewonnen. Der Erdgas-Anteil lag bei 6,3 Prozent. Und mit fast elf Prozent spielte auch Kernenergie eine Rolle – auch wenn dieser Anteil mit dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke in Deutschland ab dem kommenden Jahr auf null sinken soll.

Bis 2038 will die Bahn 100 Prozent des Gesamtstrommixes aus Erneuerbaren Energien beziehen. Im Fernverkehr sei das jetzt schon der Fall, heißt es. Doch aus Sicht von Fachleuten ist das vor allem Marketing. Die Kritik: Die Bahn kauft bereits vorhandenen Grünstrom über sogenannte Herkunftsnachweise am Markt, anstatt etwa mit dem Bau eigener EE-Anlagen zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Großer Zuwachs bei Cargo Bahn will wieder Geld verdienen

“Dass sich die Bahn Anteile an Erneuerbaren Energien bilanziell zuordnet, ist rechtlich natürlich legitim”, sagte Dominik Seebach, Energie- und Klimaforscher am Öko-Institut, einem privaten Umweltforschungsinstitut. “Unsere Empfehlung ist aber immer, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch den Anteil der Erneuerbaren insgesamt weiter zu erhöhen und zu fragen: Wie und wo kann ich dazu beitragen, dass neue EE-Anlagen gebaut werden?” Hier lasse die Bahn bisher noch viel Potenzial ungenutzt.

Das sieht der Konzern anders. “Die Deutsche Bahn betreibt keine eigenen Kraftwerke, sondern verfügt über Lieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA) und engagiert sich so für den Ausbau dieses neuen Marktes”, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. “Die Hochsee-Windparks Nordsee-Ost und Amrumbank-West, Festland-Windparks und Photovoltaik-Parks in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liefern Ökostrom an die DB.” Teilweise schon seit über 100 Jahren lieferten zudem Wasserkraftwerke an Rhein, Mosel, Ruhr, Main, Donau, Lech, Isar, Inn und vom Eder- und Schluchsee nachhaltige Energie an die Bahn.

Mehr Tempo bei der Elektrifizierung

DB Cargo spielt den Klimaretter “Wollen wir Autobahnen für mehr LKW ausbauen?”

Andere Branchenkenner sehen zudem nicht nur das Unternehmen in der Pflicht. “Zu sagen, echter Ökobahnstrom ist es nur dann, wenn die Bahn eigene Wind- oder Solar-Anlagen baut – das ist das Optimum”, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene. “Das alles bei einem Unternehmen abladen zu wollen, halte ich für sehr ambitioniert und zu anspruchsvoll.”

Immerhin haben Wettbewerber vor allem im Regional- und Güterverkehr in den vergangenen Jahren deutliche Marktanteile hinzugewonnen. Der Ausbau Erneuerbarer Energien sei daher eine Aufgabe für den gesamten Sektor und nicht nur für ein einzelnes Unternehmen, sagte Flege. Für ihn sind es andere Stellschrauben, an denen auch der Bund drehen muss, um die gesamte Branche noch klimafreundlicher zu machen: “Wir brauchen vor allem mehr Oberleitungen.”

Schon lange fordert die Allianz pro Schiene mehr Tempo bei der Elektrifizierung von Strecken. 2020 waren laut Bundesregierung 61 Prozent des deutschen Schienennetzes elektrifiziert. Darüber laufen nach Bahnangaben rund 90 Prozent des Personen- und Güterverkehrs.

Zwei-Kraft-Loks mögliche Brückentechnologie

“So schnell wie möglich” Bahnchef kündigt Generalsanierung an

Doch vor allem an den Grenzen Richtung Osteuropa gibt es kaum Oberleitungen. “Wenn Sie stets eine Diesellok vor einen Güterzug spannen müssen, wenn Sie über die Grenze in ein Nachbarland fahren, dann sind Sie preislich aus dem Rennen raus. Das ist einer der Gründe, warum so viele osteuropäische Lkw in Deutschland unterwegs sind”, sagte Flege. Das müsse sich ändern. Auch alternative Antriebe wie Hybrid-, oder Zwei-Kraft-Loks könnten nur als Brückentechnologie dienen.

Mit Blick auf die übrige Infrastruktur bleibt aus Sicht von Fachleuten ebenfalls noch viel zu tun. Immer wieder entzündet sich Kritik an verschiedenen Bauvorhaben des Konzerns. Auf den Bahnhöfen könnten wiederum deutlich mehr Solarzellen installiert werden als bislang, heißt es. Doch trotz all dieser Baustellen ist für alle angefragten Fachleute klar: Im Vergleich zum Auto und zum Flugzeug ist der Zug die klimafreundlichere Empfehlung. Für eine nachhaltige Verkehrswende brauche es die Bahn.


(Tip von Stefan)

Aus der WirtschaftsWoche : Klimawandel Bäume kühlen heiße Städte – doch sie brauchen dringend Hilfe

(25.06.22 , Wirschafts Woche) , Original : hier

Weil es wie in diesem Frühjahr seltener geregnet hat, fehlt es den Bäumen an Wasser.

Bäume können überhitzte Städte herunterkühlen, müssen aber aufwendig bewässert werden. Einige Start-ups versprechen Abhilfe. Ist das die Lösung für die grüne Stadtoase von morgen?

Heiß, heißer, am heißesten: Deutschland erlebt das zweite Hitzewochenende in Folge. Vor einer Woche registrierte der Deutsche Wetterdienst Höchsttemperaturen von örtlich über 37 Grad. Und nun erreicht die Hitze auch den Norden der Republik. In solchen Hitzewellen klettern die Temperaturen in den Innenstädten bis zu zehn Grad höher als im Umland. Bäume könnten eigentlich helfen, diese Temperaturen in trockenen Metropolen zu mildern: Denn während Beton und Asphalt Sonnenwärme speichern, kühlen sie durch Verdunstung und Schatten. 

Aber den Hölzern der Innenstädte geht es nicht gut. „Unsere Stadtbäume sind gestresst“, sagt Sonja Knapp vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Weil es wie in diesem Frühjahr seltener geregnet hat, fehlt es den Bäumen an Wasser. In den schütteren Baumkronen bildet sich Totholz, durch die Trockenheit breiten sich Pilze schneller aus.

Die Zahl der Bäume, die laut Statistischen Bundesamt gefällt werden müssen, steigt. Und Nachpflanzungen sind aufwendig: Ein Jungbaum zwischen dem vierten und zehnten Jahr verschlingt in der Stadt Leipzig während der Sommermonate bis zu 800 Liter Wasser, erst dann reicht sein Wurzelwerk tief genug, um ans Grundwasser zu gelangen. Wenn dies der mit Leitungen durchzogene Stadtboden überhaupt ermöglicht. Insgesamt bewässert die Stadt bereits seit Ende April rund 8000 Bäume.

Sensoren im Boden 

Nun bieten gleich mehrere deutsche Start-ups Unterstützung an. „Die Grünflächenämter sind nicht dafür ausgelegt, so viele Bäume zu bewässern, wie es durch den bereits spürbaren Klimawandel erforderlich wird“, sagt Daniel Brand. Vergangenes Jahr gründete er in Celle das Start-up Awatree. Die Sensoren des Unternehmens ermitteln, wie trocken die Erde um einen Baum herum ist. Außerdem greift Awatree auf Niederschlagsdaten, Wettervorhersagen, die regionalen Baumkataster und Satellitenbilder zurück. So ermittelt das Start-up täglich den Wasserbedarf eines Baumes. Der wird dann automatisiert gegossen – von einem dezentralen Wassertank, den das Unternehmen beispielsweise als Stadtbank um den Baum herum verkleidet hat und bis zu 1000 Liter Wasser fassen kann.

20 dieser Behälter hat Awatree seit der Gründung im vergangenen Jahr schon verbaut, unter anderem für den Energieversorger Mainova. Auf einer Webseite können Mitarbeiter des Grünflächenamts oder auch engagierte Bürgerinnen und Bürger den Wasserbedarf und den Stand des Wassertanks einsehen – und den Sensor über eine Funktechnologie ansteuern. Dafür gab es vergangenes Jahr ein erstes Investment, eine zweite Finanzierungsrunde soll noch in diesem Jahr folgen.

Auf ein ähnliches smartes Bewässerungssystem für Stadtbäume setzt auch die Stadt Essen. Gemeinsam mit der Universität Trier läuft derzeit das Pilotprojekt Treecop. Mittels Satelliten- und Bodenfeuchtesensordaten will die Stadt sehen, wo, wann und wie stark gewässert werden muss. Kommendes Jahr soll es eine Onlinekarte geben, auf der auch Bürgerinnen und Bürger nachschauen können, welcher Baum in ihrer Nachbarschaft dringend Wasser braucht.

Doch es gibt eben auch Probleme, die sich nicht digital lösen lassen: Über Jahrzehnte ist eine Infrastruktur entstanden, die Bäumen nicht gut tut. Gehwege sind gepflastert, Straßen geteert. Das erschwert es, den hiesigen Linden, Ahornen, Eschen und Platanen Regenwasser aufzunehmen. Stattdessen fließt es in die Kanalisation ab. In den Hitzeperioden rufen Kommunen deshalb immer wieder ihre Bürgerinnen und Bürger auf, ihre Stadtbäume zu gießen, fahren selbst mit Tankwägen umher oder nutzen Wasserbeutel, die das Wasser nach und nach in den Wurzelbereich abgeben. „Das ist eine reaktive Maßnahme der Kommunen“, sagt Geoökologin Knapp.

Vorausschauende Warte für Bäume

Eine andere Möglichkeit, irreparable Schäden zu vermeiden, bietet das Münchner Start-up Treesense. Das Unternehmen hat ein Tool entwickelt, dass rechtzeitig Alarm schlägt. Dafür wird ein Sensor in der Baumkrone angebracht, der den Wasserhaushalt analysieren kann. Der Sensor erfasst alle 15 Minuten den elektrischen Impulswiderstand in den Xylem-Kanälen, die Wasser und Nährstoffe in Pflanzen transportieren. Eine steigende Kurve zeigt an, dass der Baum zunehmend in Trockenstress gerät. Wird der rote Bereich erreicht, berechnet ein Algorithmus die effizienteste Route für die Bewässerungsteams, um möglichst viele betroffene Bäume mit einer Fahrt zu gießen. Dafür wurde das Start-up zuletzt vom Bundeswirtschaftsministerium beim Gründungswettbewerb in der Kategorie „Digitale Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet.

In Mainz und Marburg, Madrid und Mailand laufen derzeit Pilotprojekte. Rund 100 Sensoren haben die Treesense-Gründer, der Forstwissenschaftler Giancarlo Foderà, Maschinenbauer Semir Babajic, Elektrotechniker Julius Kübler und Mathematiker Moritz Spielvogel, dort inzwischen an Bäumen montiert. Stehen 50 Platanen an einer Allee, sagt Babajic, dann reiche für die ganze Stadt ein einziger Sensor.

Wasser ist noch günstig

Denn wenn ein Baum austrocknet, ist das nicht nur schlecht fürs Klima: Äste, die abbrechen, sind eine Gefahr für Anwohner und den Straßenverkehr. Stark beschädigte Bäume werden deshalb gefällt. Im Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg werden es allein in diesem Jahr 2000 der 42.000 Bäume sein, wie das Baummanagement des Straßen- und Grünflächenamts schätzt. Dafür reichen die Ressourcen nicht aus, kritisiert Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann. Außerdem würden Bäume am Leben gehalten, die mittelfristig an den heutigen Standorten nicht überleben könnten.

Klimaresilientere Arten pflanzen, mehr Platz schaffen und mittels Daten bedarfsgerecht gießen – all dies könnte helfen, die Bäume länger am Leben zu halten. Und doch gerät diese Erkenntnis schnell in Vergessenheit, wenn es  wieder mehr regnet. Das weiß Awatree-Gründer Brand nur zu gut. Der Start des Start-ups im vergangenem Jahr fiel just in den regenreichsten Sommer seit zehn Jahren. „Das haben wir natürlich gemerkt. Der Fokus lag damals auf Starkregenschutz, beide Wetterextreme nehmen zu.“


Tip von Stefan

120 Jahre alte Bäume durch Neubau gefärdet — wiedermal

(20.06.22, waz) , Original : hier


Baumschutz, Querenburg/Wiemelhausen. 


In Querenburg und in Wiemelhausen ist wertvoller Baumbestand durch neue Wohnbebauung gefährdet. Naturschutzbeirat und Anwohner schlagen Alarm.

Ein Naturdenkmal in Querenburg, eine 120-jährige Esskastanie, Auf dem Aspei 47, droht abzusterben. Heidi Hopkins, Mitglied im Naturschutzbeirat: ‟Der Verdacht liegt nahe, dass zugunsten der Immobilienwirtschaft eine Naturkostbarkeit, ein Stadtbild prägendes Naturdenkmal, an dem sich viele Querenburger und Hustädter erfreuten, wider besseres Wissen geopfert wurde.”

Nachbarn konnten Abholzung aufhalten

Schon 2017 lag für den Baum Auf dem Aspei eine Fällgenehmigung vor. Durch einen Eilantrag konnten Nachbarn die Abholzung vorerst aufhalten. Die dortige Esskastanie nennt Hopkins ‟ein mahnendes Beispiel für Fehlverhalten”. Es habe zwar eine sogenannte ökologische Baubegleitung gegeben, ‟die aber nicht respektiert wurde”. Trotz zahlloser Hinweise des Naturschutzbeirates habe es rechtswidrige Überschreitungen zulasten der Lebensfähigkeit des Naturdenkmals gegeben: Wurzeln wurden gekappt, Häuser zum Teil zu nahe an dem Baum gebaut, im Wurzelbereich wurde eine Tiefgarage errichtet. Der Wurzelraum war während der Bauarbeiten als Lagerraum benutzt worden. Folge: Der Baum trägt in der Krone keine Blätter mehr.

Anwohnerin Elisabeth von Roden erinnert sich: ‟Auf dem Grundstück Auf dem Aspei 45-47 war seinerzeit für die Bebauung die Esskastanie als einziger erhaltenswürdiger Baum stehengeblieben, wohingegen eine alte Eiche, eine alte Zeder, eine Birne und eine Kiefer gefällt worden waren.”

Und weiter: ‟Am 16. März 2017 teilte mir Michael Grothe vom Umwelt- und Grünflächenamt in einem Brief die Begründungen zur Fällerlaubnis der gefällten Bäume mit, am Ende des Briefes äußerte er sich auch noch zur Edelkastanie: ,Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass sich auf dem Baugrundstück auch ein Naturdenkmal (Edelkastanie) befindet. Dieser Baum hat einen höheren Schutzstatus. Das Umwelt- und Grünflächenamt hat sich bereits zum Zeitpunkt der Bauvoranfrage für den Erhalt des Naturdenkmals eingesetzt. Das Bauvorhaben wurde umgeplant, damit die Edelkastanie erhalten werden kann. Es liegt ein Baumschutzkonzept vor. Der Schutz der Edelkastanie wird über eine ökologische Baubegleitung sichergestellt.‚”

Wie dieses Baumschutzkonzept aussehe, wisse sie nicht. Wie der Baum in diesem Jahr aussieht, sehe sie. ‟Es ist jedenfalls ein Trauerspiel, und viele Anwohnerinnen und Anwohner sind besorgt und enttäuscht.”

Alte Eichen an der Charlottenstraße

Laut Heidi Hopkins vom Naturschutzbeirat drohen nun auch drei alte, schutzwürdige Eichen an der Charlottenstraße abzusterben, die durch Wohngebäude und Straßen umzingelt werden sollen. ‟Unersetzlicher, wichtiger Lebensraum für Mensch und Tier steht auf dem Spiel. Großzügiger Schutzraum und ausreichendes Umfeld sind notwendig für den Erhalt der Eichen. Eine sogenannte Wurzelbrücke über die Eichen für Lkw- und Kfz-Verkehr zur Hinterlanderschließung rettet diese Eichen nicht, sondern ist ein zusätzlicher Eingriff. Sie ersetzt den notwendigen Abstand nicht.”

Sie appelliert an die Vernunft der verantwortlichen Politiker, Freiflächen und Biodiversität sowie Lebensqualität im Klimanotstand zu erhalten. Am heutigen Dienstag wird in der Ratssitzung unter anderem über die Planung an der Charlottenstraße entschieden.

Klimagutachteneingefordert

Das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung schließt sich dem an. Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt: ‟Die Ratsmitglieder wären angesichts der aktuellen Warnungen des Regionalverbandes Ruhr vor Hitzebelastungen im Sommer gut beraten, den von der Verwaltung vorgelegten Satzungsbeschluss nicht einfach durchzuwinken. Die Stabsstelle Klimaschutz hat in ihrer Stellungnahme auch bereits den Weg empfohlen, der auch im für Bochum ausgerufenen Klimanotstand angezeigt erscheint: Anhand eines Klimagutachtens sind vorab die zu erwartenden Auswirkungen auf das Plangebiet zu überprüfen.”

Solar-Modul Vorstellung au dem Kirchfest der Stiepeler-Dorfkirche (18.06.22)

Einige Impressionen vom Fest ….

Es gab eine Reihe interessanter Gespräche und einige Interessenten für die nächsten Veranstaltungen in Sachen Balkon-Solar-Anlagen : siehe hier

(Zur BoKlima – Balkon-Solar Info-Seite : https://boklima.de/pv )


Petition vom BUND : Keine neuen Autobahnen! — Bitte unterschreiben

Zukunft sinnvoll planen: Keine neuen Autobahnen!

Will Deutschland die Klimakrise eindämmen, muss der CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 halbiert werden. Verkehrsminister Wissing hält jedoch an dem Plan fest, hunderte Kilometer neue Autobahnen zu bauen und damit Deutschlands Klimaziel dauerhaft zu verfehlen.

Der Bau neuer Autobahnen und Bundesstraßen zerstört Wälder, Moore und Wiesen, schadet dem Klima, belastet das Grundwasser und bringt Lärm und Abgase in bislang unberührte Natur. Die Kosten für die neuen Betonschneisen gehen in die Milliarden, während marode Straßen zerbröseln, weil das Geld für die Sanierung fehlt. Neue Fernstraßen lösen keine Verkehrsprobleme, sondern steigern das Verkehrsaufkommen und verschärfen die globale Klimakrise.  

So sieht keine sinnvolle Planung für die Zukunft aus: Fordern Sie Verkehrsminister Wissing jetzt mit Ihrer Nachricht auf, den Bau neuer Autobahnen zu stoppen!


Zur Petiition : hier

3 Jahre Klimanotstand — und ? — der 13. KlimaNotstandsBrief

13. Klimanotstandsbrief des Bochumer Klimaschutzbündnisses
an Politik und Verwaltung in unserer Stadt

Heute, am Pfingstmontag, jährt sich die Ausrufung des Klimanotstandes für unsere Stadt zum dritten Mal. Denn am 6. Juni 2019 ging der Rat folgende Selbstverpflichtung ein:

Die Kommune wird die Auswirkungen auf das Klima sowie die ökologische, gesellschaft-liche und ökonomische Nachhaltigkeit bei jeglichen davon betroffenen Entscheidungen berücksichtigen und wenn immer möglich jene Entscheidungen prioritär behandeln, welche den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen.“

Anhand von drei Beispielen müssen wir heute leider erneut aufzeigen, dass es bei der Umsetzung des Klimanotstandsbeschlusses weiterhin an guten Konzepten und an Engagement fehlt:

1. Blankensteiner Straße 1-42: Zwei mal 300 m Fahrradweg, die nur der Statistik nützen

Schaubild 1: Bewohnbare Straße: Foto BoKlima, aufgenommen einen Tag vor der Abholzung aller Bäume (Feb 2021)


Dieser Abschnitt der Blankensteiner Straße in Bochum Weitmar litt unter einem schlechten Straßenbelag und glänzte durch einen wunderbaren Baumbestand (erstes Foto).

Heute ist es umgekehrt: mit der Sanierung dieses 300 m langen Straßenabschnitts verschwand eine bewohnbare Straße zugunsten einer überbreiten Piste mit zwei KFZ- und zwei Fahrradspuren (zweites Foto).

Dabei hätte eine Sanierung der Straße im Sinne der o.g. Selbstverpflichtung zu einem ganz anderen Ergebnis führen können: eine erneuerte Fahrbahn für alle Verkehrsteilnehmer bei deutlich reduzierter Geschwindigkeit, hierdurch sichere Nutzung durch Radfahrer:innen und gefahrloses Überqueren durch Fußgänger:innen, so wie wir es von der Massenbergstraße kennen (Konzept der shared spaces). Erhalt des alten Baumbestandes und des Charmes dieser Wohnstraße, Minderung der sommerlichen Aufheizung einer großflächigen Asphaltfläche durch Verschattung, Vermeidung von zusätzlicher Versiegelung sowie die Einsparung von stofflichen wie finanziellen Ressourcen wären der Gewinn für unsere Stadt und für die Anwohner gewesen.

Schaubild 2: Befahrbare Piste: Foto BoKlima, aufgenommen nach Fertigstellung (Feb 2022)

2. Grundstück zwischen Kreuz- und Neustraße: Stadt nutzt die Chancen nicht

Die Zukunft eines so großen und zentralen Grundstücks in der Innenstadt ist von erheblicher Bedeutung für die Stadtentwicklung der nächsten Jahrzehnte. Aber die kürzlich bekannt gewordene Vergabe bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück, die unsere Stadt hier gehabt hätte.

BoKlima hatte der Stadt 11 Anregungen vorgelegt, die eine Grundstücksentwicklung im Sinne des Klimanotstandsbeschlusses und zahlreicher von der Stadt Bochum beschlossener Konzepte erlaubt hätte (vgl. Nachtrag zum 12.Klimanotstandsbrief vom 25.4.2022). Doch die mussten in der Sitzung des Hauptausschusses durch den Stadtbaurat kurzerhand vom Tisch gewischt werden, damit der von der Wirtschaftsförderung im Hinblick auf Klima und Ökologie mehr schlecht als recht ausgehandelte Kaufvertrag Ende April den Ausschuss passieren konnte.

Auf der Grundlage des bestehenden städtebaulichen Grobkonzeptes hatten wir insbesondere Wege für eine ökologisch optimierte Nutzung aller Dächer, Fassaden und Freiflächen aufgezeigt:


Schaubild 3: Konzeptvorschläge BoKlima

Doch der Kaufvertrag wird dbzgl. nur marginale und unscharfe Anforderungen stellen. Und es ist ein schwacher Trost, wenn den Bürger:innen von der Verwaltung versichert wird, die Käufer seien vernünftige Leute, sicher werden die von sich aus entsprechende Maßnahmen ergreifen. Wann hat das jemals funktioniert?

Die Politik säte im vergangenen Jahr mit Ihren Beschlüssen zu künftigen Grundstücks-vergaben in Erbpacht große Erwartungen. Schade nur, dass sie in der Neu- und Kreuzstraße einmal mehr wichtige Flächen auf immer aus der Hand gibt, ohne auf das Instrument der Erbpacht zurückzugreifen.

Schaubild 4: Quelle: Homepage der Fa. Ecofina

Dass Bochum sich um faire Beschaffung und fairen Handel bemüht und vor einem Jahr erneut eine entsprechende Zertifizierung erhielt, ist eine gute Sache. Dass der in der Neustraße künftig angesiedelte Schokoladenanbieter auf andere Verkaufsargumente als FairTrade setzt, ist dagegen bedauerlich (Bild oben). Wir möchten der Fa. E

Schaubild 5: Quelle: FairTrade

cofina deshalb an dieser Stelle vorschlagen, doch einmal ernsthaft zu prüfen, ob sie ihre Beschaffung nicht künftig, ganz im Geiste unserer Stadt, ebenfalls auf FairTrade umstellen könnte. Für die angesprochene Zielgruppe des Schokoladen-herstellers sollte dies vermutlich finanzierbar sein.

3. Haus des Wissens: nicht um jeden Preis

Bereits mit unserem ersten Klimanotstandsbrief vom 16. Februar 2020 befassten wir uns mit dem Haus des Wissens und warben für eine ökologische Ausgestaltung dieses wünschens-werten Projekts. Doch die bekannt gewordenen Kostensteigerungen, von der Machbarkeits-studie (60 Mio €), über den Vorentwurf (90 Mio €) und den jetzt vorliegenden Entwurf (über 150 Mio €) sind kein Naturgesetz. Wenn Planer:innen aufgrund einer Kostenschätzung von
90 Mio € ein „go“ für einen Entwurf erhalten, dann ist das gewiss kein Auftrag für ein 150 Millionen-Projekt. Die allgemeinen Baukostensteigerungen können als Begründung dafür jedenfalls nicht in der Hauptsache herangezogen werden. Vielmehr sind hier handwerkliche Fehler der Projektsteuerung und Planung in Betracht zu ziehen, die nach unserem Dafürhalten das Vorhaben nunmehr komplett in Frage stellen.

Denn Nachhaltigkeit bemisst sich auch an einem sorgsamen Umgang mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln. Umwelt- und Klimaschutz sind für unsere Kommune auch finanziell eine gigantische Herausforderung. Und jeder Euro muss auch in diesem Sinne mit größtmöglicher Wirkung investiert werden. Das ist beim Haus des Wissens nun nicht mehr der Fall. Und woher bei einem derart teuren Bauvorhaben, das auf dem Abriss des nur 40 Jahre alten BVZ‘s fußt und dessen Markthalle mit seinen viergeschossigen Glasfassaden einen riesigen Sonnenkollektor darstellt, dessen unerwünschte Wärmeerzeugung mit aufwändigster Technik ins Erdreich entsorgt werden muss, eine Platin-Zertifizierung in Sachen Nachhaltigkeit kommen soll, lässt sich nicht ohne weiteres nachvollziehen.

Deshalb sprechen wir uns für den Vorschlag der Opposition im Rat der Stadt Bochum aus, die Bürger:innen nach entsprechender öffentlicher Diskussion und nach Offenlegung aller Fakten, über diese gigantische Investition in ein Haus des Wissens selbst entscheiden zu lassen (Ratsbürgerentscheid).

Bochum, den 6. Juni 2022

Gez.: Ihre Bürger*innen des Bochumer Klimaschutzbündnisses


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