Zusammenhang von Klimawandel, Migration und Sozialpolitik

Studie von DIFIS , Forschungsstand und Forschungsbedarfe 2022 / 3

Forschungsstand und Forschungsbedarfe zum Zusammenhang von Klimawandel, Migration und Sozialpolitik

  • Das Thema ‚Klimawandel und Migration‘ wird in Deutschland bislang vornehmlich als ein Problem des globalen Südens diskutiert. Immer wieder kommt es in Publikationen als Drohkulisse vor, in den Medien wird simplifiziert berichtet. Überlegungen dazu, welche Konsequenzen das Zusammenspiel von Klimawandel und Migrationen hinsichtlich der Ausgestaltung von Sozialpolitiken in Deutschland hat oder haben könnte, stehen am Anfang.
  • Die DIFIS-Studie systematisiert das vorliegende, internationale Wissen zum Themenfeld ‚Klimawandel und Migration‘ und setzt es in Bezug zur Sozialpolitik. Die Studie arbeitet die Ambivalenzen der aktuellen Debatte heraus und gibt Hinweise auf Forschungslü- cken und -bedarfe.
  • Resümiert wird, dass es gezielter interdisziplinärer Forschung bedarf, wie national organisierte Sozialpolitiken auf mehr Migration und andere Mobilitätsformen im Kontext des Klimawandels reagieren können. Nur so wird sozialpolitisches Weiterdenken auch im bundesdeutschen Kontext befördert werden können.

ABSTRACT

Begreift man sozialpolitische Strukturen als kritische Infrastrukturen, dann trägt deren Funktionieren bei Umweltkrisen wesentlich zur Resili-enz von Gesellschaften bei. Im Zuge dieser Debatten wird sich ver-mehrt auch die Frage stellen, wie mit bestehenden Mobilitätsansprü-chen umzugehen ist – bislang ist dies kein Feld der Sozialpolitikfor- schung. Die vorliegende Expertise strukturiert die komplexe Dynamik des Wissensdreiecks ‚Klimawandel – Migration – Sozialpolitik‘ und ar- beitet die Ambivalenzen der Debatte heraus. Dargestellt werden die Er- gebnisse einer Sichtung der relevanten internationalen und deutschen Fachliteratur, der deutschen Sozialgesetzbücher sowie mehrerer Ex- pert*inneninterviews. Das Praxisbeispiel der Überflutung des Ahrtals im Juli 2021 verdeutlicht den Stand der innerdeutschen politischen Diskus-sion über die sozialpolitischen Implikationen von Migration und Klima- wandel. Insgesamt zeigt sich: Es besteht eine Wahrnehmungslücke, eine Definitionslücke und es fehlt an einem normativen Kompass, wie mit den globalen Dynamiken umgegangen werden kann. Schließlich mangelt es an interdisziplinärer Forschung, die sich mit dem Wechsel- spiel von zunehmender Migration und zunehmendem Klimawandel auf die weiterhin national strukturierten Sozialpolitiken befasst.

Link zur Studie : hier


(Tip von Vera)

Dramatischer Wetterwandel: “Bald ein halbes Jahr Sommer”

(03.01.23, t-online.de) , Original : hier

Düstere Aussichten für Jahreszeiten “Das gab es wirklich noch nie”

Heiße und lange Sommer, milde Winter: Die Jahreszeiten in Deutschland werden sich laut einer Expertin im Video radikal wandeln. Das merkt man schon jetzt.

Die warmen Tage rund um den Jahreswechsel fühlten sich für viele zwar angenehm an, doch die damit einhergehende Wende ist fatal: Die Jahreszeiten in Deutschland verändern sich.

Forscher fanden heraus, dass für uns schon in wenigen Jahren ein völlig anderes Zusammenspiel von Winter, Frühling, Sommer und Herbst gelten könnte – und das hätte massive Konsequenzen für die zeitlichen Abläufe der Jahreszeiten, für die Natur – und unsere Gesundheit.

Wie die Jahreszeiten zukünftig aussehen könnten und vor welchen Folgen die Expertin warnt, erfahren Sie im Video hier oder oben.

Das ist Koschaks Klima-Kosmos

Venedigs Kanäle trocknen aus, Sandstürme nehmen Menschen die Luft zum Atmen, in Touristengebieten tauchen blutrote Seen auf, die Hitze nimmt zu und beherrscht uns. Ist das noklimasünderch Wetter oder schon Klima? Welche Phänomene stecken dahinter? Müssen wir uns jedes Mal Sorgen machen – und was kann der Mensch tun? t-online-Kolumnistin Michaela Koschak nimmt aktuelle Nachrichten und Bilder sowie generelle Phänomene zum Anlass, um zu erklären, was hinter ihnen steckt – in “Koschaks Klima-Kosmos”.

Michaela Koschak hat an der FU Berlin Meteorologie studiert und ist vielen Menschen aus dem Fernsehen bekannt. Die 45-Jährige hat unter anderem für Sat.1, MDR und NDR das Wetter präsentiert. Außerdem ist sie Buchautorin.

  • Die Gefahr einer “Bombenzyklone”: “Das Wetter ist wirklich explosiv”
  • Toxischer Regen entdeckt: Gefahr durch Mikroplastik
  • Weltweite Bedrohung: Animation zeigt die größten Klimasünder bei Treibhausgasen

Seit 2019 arbeitet Michaela Koschak auch als Wetterkolumnistin für t-online, kommentiert und erklärt bei uns regelmäßig Wetterphänomene. Zudem blickt sie zweimal pro Woche im Video auf die aktuellen Wetterentwicklungen in Deutschland.



Zum Klimawandel bei DWD : hier

(Mit vielen hilfreichen Grafiken)

Klimawandel – ein Überblick

Klimaänderungen können auf natürliche sowie auf menschliche Einflüsse zurückgeführt werden. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts haben sich die oberflächennahen Luftschichten der Kontinente und Ozeane der Erde deutlich erwärmt. Der Klimawandel zeigt sich in den letzten Jahrzehnten unter anderem in der Zunahme von heißen Temperaturextremen, dem stetigen Anstieg des Meeresspiegels und der mancherorts veränderten Häufigkeit von extremen Niederschlägen. Anthropogene Aktivitäten sind hierfür die Hauptursache.

Inhaltsverzeichnis

Mehr : hier

Nullsteuersatz für Photovoltaik:

Mehr offene Fragen als Antworten

(22.12.22, heise.de) , Original : hier

Zum 1. Januar 2023 entfällt die Umsatzsteuer auf Photovoltaik für Wohnhäuser.
Doch weder Händler noch Finanzministerium kennen alle Details zur Umsetzung.

Am 2. Dezember stimmte der Bundestag zu, am 16. Dezember der Bundesrat: Am 1. Januar sinkt der Umsatzsteuersatz für Photovoltaikanlagen auf null Prozent. Das soll einerseits den Ausbau beschleunigen und die Finanzämter entlasten. Denn bisher haben viele Betreiber von Photovoltaikanlagen auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet und eine Umsatzsteuervoranmeldung durchgeführt, um die gezahlte Umsatzsteuer zurückzubekommen. Für Händler und Kunden erfreuliche Nachrichten, doch bis zum Jahreswechsel gibt es noch einige offene Fragen zur Umsetzung. Fest steht aktuell nur: Wer eine Anschaffung plant, sollte sich die Ware nicht mehr 2022 liefern lassen.

Konkret geändert wird das Umsatzsteuergesetz. Neu heißt es in § 12, Absatz 3, der Nullsteuersatz gelte für “[…] Lieferungen von Solarmodulen an den Betreiber einer Photovoltaikanlage, einschließlich der für den Betrieb einer Photovoltaikanlage wesentlichen Komponenten und der Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern […]”. Schon dieser Teil lässt einige Fragen offen. Was “wesentliche Komponenten” sind, bedarf einer Erläuterung. Module und Wechselrichter gehören unstrittig dazu, Speicher ebenfalls – aber sind beispielsweise Dachhaken und Schrauben ebenfalls erfasst?

Antworten auf solche Fragen soll eine FAQ des Bundesfinanzministeriums liefern, doch die schweigt sich Stand 20.12. zur Definition der “wesentlichen Komponenten” aus. Auch eine Presseanfrage beim Bundesministerium der Finanzen (BMF) brachte keine Antwort. Ein Sprecher erklärte gegenüber heise online: “Erläuterungen zu den einzelnen Tatbestandsmerkmalen des § 12 Absatz 3 UStG werden Gegenstand eines BMF-Schreibens sein, welches derzeit vorbereitet und zu Beginn des nächsten Jahres mit den Ländern abgestimmt wird.” Einkommensteuer und Steuerberatung: die anderen Reformen

Die Änderungen des Umsatzsteuergesetzes ist nicht die einzige Reform, die im Zusammenhang mit Photovoltaik beschlossen wurde. Auch das Einkommensteuergesetz wurde angepasst. Einnahmen aus Anlagen auf Wohngebäuden mit bis zu 30 kWp und auf sonstigen Gebäuden bis 15 kWp sind bereits für das Jahr 2022 nicht mehr einkommensteuerpflichtig. Wer mehrere Gebäude mit PV-Anlagen besitzt, für den gilt eine Obergrenze von 100 kWp pro Steuerpflichtigen.

Ebenfalls neu:

Die Lohnsteuerhilfevereine sind bei solchen Anlagen jetzt beratungsberechtigt. Betreiber müssen keinen Steuerberater konsultieren, wenn sie die Steuererklärung nicht selbst anfertigen wollen.

Auch die weiteren Bedingungen im Gesetzestext sind erklärungsbedürftig, denn der Nullsteuersatz gilt nur, “wenn die Photovoltaikanlage auf oder in der Nähe von Privatwohnungen, Wohnungen sowie öffentlichen und anderen Gebäuden, die für dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten genutzt werden, installiert wird. Die Voraussetzungen des Satzes 1 gelten als erfüllt, wenn die installierte Bruttoleistung der Photovoltaikanlage laut Marktstammdatenregister nicht mehr als 30 Kilowatt (peak) beträgt oder betragen wird;” Was “Nähe” genau ist, wie nah oder fern eine Garage oder ein Carport beispielsweise stehen darf, ist unklar.

Für Händler wirft das die Frage auf, ob die Kunden künftig immer einen Marktstammdatenregisterauszug mitbringen müssen, wenn sie eine Photovoltaikanlage oder Komponenten kaufen. Keine Hinweise liefert der Gesetzestext für Inselanlagen, die nicht mit dem öffentlichen Netz verbunden sind und auch nicht im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Wie die Nachweispflicht für Kunden und Händler genau zu verstehen ist, fragten wir ebenfalls beim BMF an und erhielten eine konkretere Antwort des Sprechers: “Sofern dem Verkäufer keine Informationen darüber vorliegen, ob die gelieferten Solarmodule die gesetzlichen Voraussetzungen für die Anwendung des Nullsteuersatzes erfüllen, wird er die entsprechende Informationen beim Käufer der Photovoltaikanlage erbitten und dokumentieren müssen.” Eine mögliche Interpretation: Wenn ein Kunde Module und Wechselrichter mit weniger als 30 kWp kauft, kann der Händler möglicherweise annehmen, dass die gesetzlichen Bedingungen vorliegen. Bei einer Bestellung von 50 kWp an eine Adresse im Industriegebiet sollte man nach einem Nachweis fragen.

Klar ist dagegen, ob auch Balkonkraftwerke und Bausätze erfasst sind. Dazu sagt die FAQ des Ministeriums klar: Ab 1.1. ” […] ist die Lieferung von Solarmodulen unabhängig davon begünstigt, ob die Solarmodule Teil einer Werklieferung sind oder einzeln erworben werden. Erfasst sind somit auch sogenannte Balkonkraftwerke, also Solarmodule, die auf dem Balkon aufgestellt und meistens mit einer Steckdose verbunden werden. Mobile Solarmodule (z. B. für Campingzwecke) sind dagegen nicht erfasst.” Damit ist auch klar, dass man auch größere Anlagen, die man selbst aus Komponenten aufbaut, mit Nullsteuersatz berechnet werden.

Bei Händlern, die PV-Komponenten verkaufen, haben die Unklarheiten, die nach Auskunft des Bundesfinanzministeriums auch nicht mehr im Jahr 2022 geklärt werden, zu unterschiedlichen Interpretationen geführt. Bei einigen Onlinehändlern ist vom Nullsteuersatz noch gar nichts zu lesen. Der Händler Greenakku.de hat sich für eine bürokratische Lösung entschieden und ein Formular erarbeitet, auf dem der Kunde versichert, dass er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt – die Mehrwertsteuer wird dann nach Prüfung zurückerstattet. Der Anbieter balkonkraftwerk-vertrieb.de dagegen hat die Umsatzsteuer direkt im Webshop auf 0 Prozent reduziert. Beide Herangehensweisen haben wir exemplarisch in die Anfrage ans BMF aufgenommen. In der Antwort legte man sich aber nicht fest, welche im Sinne des Gesetzes ist.

wissen aktuell: Wer bezahlt die Zukunft?

Dokumentation 3sat , wochtige Reportage u.a. mit Niko paech , Philippa sigi-Glöckner , Fransika Heinrich , …

Wir alle wollen eine lebenswerte Zukunft. Für uns, für unsere Kinder, für unsere Enkel. Ideen sind da. Doch was ist der Preis dafür?

Link zur Mediathek : hier (mitlere Auflösung, 1.1GB)

Link zu 3sat : hier


Klimakrise und Staatsverschuldung, steigende Energie- und Lebenshaltungskosten bestimmen den gesellschaftlichen Diskurs. Hoffnungen auf eine Rente, die zum Leben reicht, hat kaum noch jemand, der heute jung ist. Wir leben in einem Zeitalter der Krisen.

Franziska Heinisch ist Aktivistin, die Umwelt- und Sozialfragen zusammendenkt. Gemeinsam mit ihr zeigt “wissen aktuell”, wo es gerade brennt, warum nicht mehr gewartet werden kann, sondern jetzt gehandelt werden muss.

“wissen aktuell” sucht außerdem nach Antworten auf die großen gesellschaftlichen Fragen: Warum ist hohe Staatsverschuldung nicht zwangsläufig ein Problem, sondern womöglich Teil der Lösung? Warum sollten wir aufhören, uns an Wirtschaftswachstum zu klammern? Inwiefern ist eine alternde Gesellschaft eine Chance zur Rettung unserer Rente? Wo liegt die eigene Verantwortung, wo die der Politik?

Was die Zukunft kostet, wer sie bezahlen soll und warum Nichtstun besonders teuer wird – dazu kommen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Psychologie zu Wort. Darunter ein Postwachstumsökonom, der das Wirtschaftswachstum nicht nur bremsen, sondern gar zurückfahren will; Wissenschaftler, die demgegenüber auf Kreativität, Innovation und grünes Wachstum setzen, und eine Finanzexpertin, die den Umgang mit Schulden revolutionieren will.

Die Experten sind sich uneins, Ideen widersprechen sich. Doch sie eint, dass sie über konventionelle, bereits breit diskutierte Lösungsansätze hinausgehen. Sie fordern zum Nachdenken auf und zeigen, dass Lösungen auch schmerzhaft sein können. Denn die Zukunft erfordert Anstrengung: Entscheidungen werden nicht nur in der Politik getroffen, sondern in erster Linie von dem Einzelnen.

Das zeigen Vorreiter wie beispielsweise ein Kapitalgeber, der ausschließlich in grüne Unternehmen investiert. Klimaaktivistinnen, die sich dem Arbeitskampf anschließen. Und eine Millionenerbin, die die einzige Chance zur Finanzierung der Zukunft in einer gerechten Umverteilung sieht – und den Großteil ihres Vermögens dem Staat geben will.

Die Zukunft – für viele scheint sie mehr bedrohlich als rosig zu sein. Doch wir können eine gute, bezahlbare Zukunft haben. Wir müssen sie nur einfordern.


Lativ: “Werden nicht unter 1,5 Grad bleiben”

WDR 5 Morgenecho – Interview. 21.11.2022. 06:22 Min..

Die 27. UN-Klimakonferenz ist beendet. Die Kritik an den Beschlüssen ist groß. Klimaforscher Mojib Latif findet die Entrüstung “merkwürdig”. Es sei nämlich schon vorher klar gewesen, dass manche Länder ein Klima-Abkommen “nicht ernst nehmen”.

direkt zum Audio : hier



weitere Reaktionen

Klimaschutz: “Viele Menschen fühlen sich nicht zuständig”

WDR 5 Morgenecho – Interview. 21.11.2022. 06:56 Min..

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen sich alle Menschen für den Klimaschutz einsetzen. Es falle uns schwer, ein Problembewusstsein zu entwickeln, sagt Katharina van Bronswijk von Psychologists for Future. Als Brücke könnten die eigenen Werte dienen.

direkt zum Audio: hier

Uni Konstanz : Klima im Wandel – von Kipppunkten, Korallen und Klimakonferenzen

Veranstaltung vom 11.11 und 12.11 an der Uni Konstanz:

Die Klimakrise fordert nicht nur Politik und Gesellschaft auf eine bisher nicht dagewesene Art und Weise heraus. Auch die Wissenschaft muss sich – über alle Disziplinen hinweg – drängenden Aufgaben und Fragen stellen.

Die interessierte Öffentlichkeit ist zu einem abwechslungsreichen hybriden Formatmix aus Vorträgen, Interviews, Kurzfilmen und Expertentalks eingeladen.
(u.a. auch mit Prof. Stefan Rahmstorf)

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung stehen in drei Blöcken drei thematische Dimensionen des Klimawandels auf dem Programm: die physikalische, die biologische und die gesellschaftliche Dimension mit ihren jeweiligen Kernfragen


https://youtu.be/d5bHkJJN0dc

Link zur Veranstaltung vom 11.11 (inbsbes die Diskussion ab ca 02:45)
Themen: Klimamodellierung, Kipppunkte, Wetterextreme, Klimaneutralitätspfade,
technische Lösungen …
Mit Beiträgen von: Cyril Brunner, Giso Hahn, Friederike Otto, Hans-Otto Pörtner, Stefan Rahmstorf, Michael Sterner, Ricarda Winkelmann

Link zur Veranstaltung vom 12.11
Themen: Ökosysteme, Korallenriffe, Ernährungssicherheit, Vogelzug, Insekten, Waldumbau …
Mit Beiträgen von: Giovanni Galizia, Lena, Gubler, Mark van Kleunen, Theo Straub, Christian , Voolstra, Martin Wikelski, Sonja Wipf
Themen: Klima als öffentliches Gut, Steuerungs-mechanismen, internationale Zusammenarbeit, Klimabewegung, Green Cities …
Mit Beiträgen von: Frank Best, Andreas , Diekmann, Catherine Gall, Sebastian Koos,
Laura Puttkamer, Gabriele Spilker und dem Impro-Theater Konstanz


Arte : Re: Energie für morgen – Keine Angst vor Alternativen

(11.11.22, Arte ) , Arte Mediathek : hier

Direkter Link zum Video via MetdiathekView : hier (mittlere Auflösung)

Klimaschutz und Zukunftssicherung

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Wichtige Hinweise zu

  • Biogas / Biogas-Speichder / Fernwärma (ab ca. 02:00)
  • Solar-Dachziegeln / PV-Dachziegeln aus Deutschland (ab ca. 07:40 )
  • Windkraft

Die momentane Krise in der Energieversorgung belastet das politische und ökologische Klima. Wegen der explodierenden Öl- und Gaspreise wünschen sich immer mehr Menschen Reformen und Innovationen. Doch wie können Klimaschutz und Versorgungssicherheit gleichzeitig gewährleistet werden?

Martin Lass hat schon vor Jahren erkannt: Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit sind keine Gegensätze. Als Landwirt betreibt er auf seinem Familienhof eine Biogasanlage, die in Zeiten der Krise einen Boom erlebt. Er hat eine regionale Lösung entwickelt, um nachhaltig Energie zu speichern. Sein Biogas- und Wärmespeicher macht Energie dann nutzbar, wenn sie auch benötigt wird.

Auch Cornelius Paul hat den Grundstein seiner Idee vor mehreren Jahren gelegt: Solardachziegel. Schon 600 Häuser hat der Unternehmer mit ihnen decken lassen, die von herkömmlichen Ziegeln kaum zu unterscheiden sind. Doch Pauls Firma hat ein Problem: Es fehlen Handwerkerinnen und Handwerker, um die Aufträge abzuarbeiten.
Dass aus Krisen auch Chancen erwachsen können, davon ist Lars Angenent überzeugt. Der niederländische Mikrobiologe und Bioingenieur forscht an der Universität Tübingen zu Mikroben, winzig kleinen Lebewesen, die eines unserer größten Probleme lösen könnten: die Speicherung erneuerbarer Energie. Wird ihnen Wasserstoff zugeführt, können sie dabei CO2 binden und Methan, also Biogas, produzieren.

Ein großer Schritt in die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und in eine sichere Versorgung.
Die Pioniere der nachhaltigen Energieversorgung möchten zu Hause damit anfangen, Mensch und Natur zu schützen. Doch die Uhr tickt: Bis 2030 will Deutschland 80 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen – und seit dem Ukraine-Krieg wünschen sich immer mehr Menschen schnelle Alternativen.

  • Land : Deutschland ; Jahr : 2022 ; Herkunft : ZDF

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Link zur Balkon-Solar-Seite von Boklima : boklima.de/pv


Weitere Klima Reportagen bei Arte :

  • Mit offenen KartenUmwelt und Klima: Welche Länder sind am “grünsten”?
    • Auf allen Kontinenten versuchen Zivilgesellschaft und Politiker:innen, die komplexen ökologischen Problemlagen zu bewältigen. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind in vielen Bereichen anzutreffen: erneuerbare Energien, innovative Verkehrsnetze, Müllvermeidung, biologischer Anbau, Naturschutzgebiete und mehr. “Mit offenen Karten” stellt einige Maßnahmen vor.
      Der Weltklimarat geht in seinem jüngsten Bericht davon aus, dass die weltweiten CO₂-Emissionen noch vor 2025 den Höhepunkt erreichen müssen, damit die globale Erwärmung 1,5 Grad Celsius nicht überschreitet. „Mit offenen Karten“ zeigt auf allen Kontinenten beispielhafte Methoden, mit denen Politik und Zivilgesellschaft die komplexen ökologischen Problemlagen zu bewältigen versuchen. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind in vielen Bereichen anzutreffen: erneuerbare Energien, innovative Verkehrsnetze, Müllvermeidung, biologischer Anbau, Naturschutzgebiete und mehr. Beleuchtet werden auch die verschiedenen Test- und Evaluierungskriterien für neue Ideen.
      • Moderation : Emilie Aubry ; Land : Frankreich ; Jahr : 2021 ; Herkunft : ARTE F
  • Wo ist die perfekte Energie?42 – Die Antwort auf fast alles ; Sendung vom 20/11/2022
    • Via MediathekView direkt zum Video : hier
      • Lange bevor es das Wort Energiekrise gab, waren die Energieströme auf der Erde klar verteilt und wohl dosiert – bis wir Menschen vor etwa 500.000 Jahren das Feuer in den Griff bekamen. Mittlerweile verbrauchen wir so viel Energie, dass unser Planet an seine Grenzen stößt. Könnten wir nicht eine Energie entdecken, die Erde und Klima schont und gleichzeitig unerschöpflich ist?
        • Die Energie aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas hat unser modernes Leben erst ermöglicht; gleichzeitig schadet sie aber Klima und Umwelt. Finden wir eine Energiequelle, die genauso viel Energie liefert und trotzdem sauber und überall verfügbar ist – eine Art perfekte Energie?
    • Was die Energiedichte betrifft, galt Atomkraft nach ihrer Entdeckung als perfekte Energiequelle. Bei der Kernspaltung reichen wenige Gramm Uran aus, um genauso viel Energie zu gewinnen wie aus der Verbrennung mehrerer Tonnen Erdöl, sagt die Atomphysikerin Emmanuelle Galichet. So groß die Vorteile der Atomenergie, so groß sind jedoch auch die Risiken – nicht zuletzt bei der Lagerung hochradioaktiven Atommülls.
    • Ist Solarenergie da nicht die bessere Wahl? Immerhin ist sie nahezu risikofrei, vergleichsweise umweltfreundlich und noch dazu unerschöpflich. Problem nur: Sonnenenergie in ausreichenden Mengen einzufangen ist sehr wetterabhängig. Eva Unger vom Helmholtz-Zentrum Berlin arbeitet daher an neuen Solarzellen, die mehr Sonnenlicht in Strom umwandeln sollen.
      • Die Suche führt auch zur Geothermie: Unterhalb der Erdoberfläche ist Wärmeenergie gespeichert. Sie stammt zum einen aus der Restwärme der Erdentstehung, zum anderen aus dem radioaktiven Zerfall von Uran im Inneren der Erde, sagt Roland Lehoucq, Forscher am französischen Forschungszentrum für Atomenergie und alternative Energien, CEA.
        • Vielleicht schafft es ja die Forschung, eine neue Energieform nutzbar zu machen: Kernfusion. Am größten Versuchsreaktor der Welt, ITER, wird gerade gebaut. Geht es nach Markus Roth von der TU Darmstadt, sollen schon im nächsten Jahrzehnt erste Reaktoren aus der Fusion von Wasserstoffkernen Strom produzieren. Ist sie das, die perfekte Energie?
    • Regie : Lucas Gries ; Land : Deutschland ; Jahr : 2022 ; Herkunft : HR
  • Kann Geoengineering das Klima retten?42 – Die Antwort auf fast alles Sendung vom 22/01/2022
    • Inzwischen ist es klar: Für die Erderwärmung sind wir verantwortlich und wir müssen die Emissionen senken. Doch das geht viel zu langsam. Was wäre also, wenn wir die Erde irgendwie selbst abkühlen, ins Klimasystem eingreifen, unser C02 zurückholen? Das Klempnern am Klima ist längst keine Science-Fiction mehr. Es nennt sich Geoengineering und bündelt Eingriffe ins Klimasystem.
      • Aber brauchen wir Geoengineering? Der Physiker Andreas Oschlies vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel gibt eine klare Antwort: „Der Zug ist abgefahren, nur mit Reduktion der Emissionen schaffen wir unsere Klimaziele nicht mehr.“ Ohne Eingriffe ins System werden wir die Erderwärmung demnach nicht auf 1,5 beziehungsweise 2 Grad begrenzen können. Wir müssen, so sieht es auch der Weltklimabericht, einen großen Teil unseres CO2 wieder aus der Atmosphäre zurückholen, das nennt sich „negative Emissionen“. Es gibt naturnahe Methoden wie Aufforstung, Moore bewässern, CO2 von Biogasanlagen speichern aber auch technische Lösungen wie CO2-Filteranlagen.
    • Die Klimawissenschaftlerin Julia Pongratz von der LMU München stellt aber klar: „Es ist kein Pferderennen. Es wird nicht die eine Methode geben, die uns rettet.“ Alle Methoden bergen hochskaliert Risiken, daher braucht es einen Mix von Maßnahmen.
    • Doch es gäbe auch eine schnellere Methode zur Erdballkühlung: Schwefeldioxid mit Ballons oder Flugzeugen in der Stratosphäre versprühen. Dort entstehen Schwebeteilchen, die sich wie eine Art Sonnenschirm in die Atmosphäre legen und Sonnenstrahlen reflektieren. So könnte man die Erde um ein, zwei Grad kühlen. Doch der Vorschlag ist umstritten.
      • Es gibt unkalkulierbare Nebenwirkungen: Niederschläge könnten sich verändern, in manchen Regionen käme es zu Trockenheit und Ernteausfällen. Und der Himmel wäre nicht mehr blau. Trotz all dieser Nebenwirkungen sind Feldversuche geplant. Jennie Stephens von der Northeastern University in Boston warnt vor diesem solaren Geoengineering: Es berge so viele Unklarheiten und Ungerechtigkeiten, „Wir müssen das ausdiskutieren, bevor die Idee weiter vorangetrieben wird.“ Denn: Wer entscheidet, wann eine globale Manipulation des Klimas richtig ist?
        • Regie : Petra Thurn ; Land : Deutschland ; Jahr : 2021 ; Herkunft : HR

Stefan Rahmstorf: Radikal sind die, die immer so weitermachen

(09.11.22, piqd.de ) , Original : hier

Die ersten zehn Monate in diesem Jahr war es in Deutschland so warm gewesen wie noch nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor rund 140 Jahren. Wie der Deutsche Wetterdienst ermittelte, lag die Durchschnittstemperatur von Januar bis Ende Oktober bei knapp zwölf Grad. Zuletzt sorgte ein durcheinandergeratener Jetstream für einen “Oktobersommer”, der Höhenwind bewegte sich einfach nicht – und brachte tagelang warme afrikanische Luftmassen nach Mitteleuropa. Immer eindringlicher werden die Warnungen der Wissenschaft: Wenn die globale Durchschnittstemperatur mehr als 1,5 Grad über das vorindustrielle Niveau steigt, werden mehrere Klima-Kipppunkte ausgelöst – wie eine umfassende neue Untersuchung nahelegt, die Anfang September im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde. Nach Prognosen der WHO könnten die 1,5 Grad bereits in vier Jahren – 2026 – erreicht sein.

Und was macht die Politik? Die Bundesregierung nimmt in Deutschland alte, abgeschaltete Kohlekraftwerke neu ans Netz und baut mit den LNG-Terminals eine neue fossile Infrastruktur auf, die die Bundesrepublik viele Jahre in eine neue fossile Abhängigkeit treiben wird. “Jetzt unmittelbar in dieser Krise … haben wir uns neue Ressourcen erschlossen. Und das ist verantwortlich, gerade auch dann, wenn man auf dem richtigen Weg ist, aus den fossilen Ressourcen auszusteigen”, erklärt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf der Klimakonferenz COP 27.

Stefan Rahmstorf, Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam und einer der renommiertesten Klimawissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, kommentiert im Interview mit der taz die Rolle des Kanzlers so:

Olaf Scholz kommt mir nicht wie ein wirklich flammender Klimaschützer vor, der sich hier voll ins Zeug legt, um eine Katastrophe in letzter Minute abzuwenden, die uns eben tatsächlich droht.

Das Fenster der Möglichkeit, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, schließe sich gerade, wenn wir noch einmal drei, vier Jahre warten, sei es einfach unmöglich. Denn es komme beim Klimaproblem auf die kumulativen Emissionen an. Rahmstorf:

Man kann nicht wie bei anderen Umweltproblemen sagen, naja, wenn wir die Ziele dieses Jahr nicht erreichen, erreichen wir sie halt in zehn Jahren. Das ist bei den Klimazielen eben nicht möglich, sondern sie sind dann einfach nicht mehr erreichbar.

Warum aber hört die Politik nicht auf die Wissenschaft?

Meine Erfahrung mit der Politik der letzten 25 Jahre ist, dass es letztlich doch mehr braucht als nur sachliche Argumente, sondern offensichtlich auch den öffentlichen Druck, die Angst, Wahlen zu verlieren.

Also beispielsweise “radikale” Aktionen wie jüngst die Straßenblockade in Berlin, der eine tote Radfahrerin nachgesagt wurde? Oder Kartoffelbrei auf Monet? Rahmstorf dazu:

Ich finde, der UN-Generalsekretär Guterres hat etwas sehr Gutes dazu gesagt: Radikal sind doch nicht die jungen Leute, die demonstrieren, sondern radikal sind die, die immer so weitermachen wie bisher und dabei unseren ganzen Planeten zerstören.


Klimaforscher zur COP27: „Durchaus Gründe zur Hoffnung“

(06.11.22, taz.de ) , Original : hier — Interview mit Stefan Rahmstorf

Teile der Ampel hätten die Dringlichkeit des Klimaschutzes nicht verstanden, so Stefan Rahmstorf. Die Emissionen müssten auf null. Klimafreundliche Technik sei bereits vorhanden.

taz: Herr Rahmstorf, was muss auf der Weltklimakonferenz in Scharm al-Scheich passieren, damit Sie sagen: Das war ein Erfolg?

Stefan Rahmstorf: Entscheidend ist, dass Selbstverpflichtungen abgegeben werden, die Emissionen deutlich schneller zu reduzieren. Gerade hat der „Emissions Gap Report“ der UN wieder deutlich gezeigt, dass wir den Klimaschutz beschleunigen müssen, um die Emissionen weltweit bis 2030 zu halbieren. Ich denke allerdings, dass in Scharm al-Scheich wieder vor allem um Geld diskutiert wird: Wer muss für die Klimaschäden bezahlen?


Stadtkühlung durch Photovoltaik

(20.08.19, solarverband Bayern) , Original : hier

Von Dr. Andreas Horn

Photovoltaikanlagen auf Dächern und an Fassaden helfen, die Überhitzung der Städte wirksam abzumildern

Die neuen Temperaturrekorde im Sommer 2019 in Deutschland und Europa rufen die nunmehr für jedermann erkennbaren Folgen der Klimaüberhitzung ins Bewusstsein der Menschen. Vor allem die Städte ächzen unter der brütenden Hitze, die einen Aufenthalt im Freien fast unerträglich macht. Die Städte suchen händeringend nach Möglichkeiten, um den urbanen Temperaturhub von zusätzlichen ca. 4°C gegenüber den Temperaturen auf dem Land abzumildern.

Die Installation von Photovoltaikanlagen ist eine schnelle, einfache und kostengünstige Möglichkeit, um die Überwärmung von versiegelten Flächen abzumildern. Denn die Photovoltaikanlagen wandeln 20% der einstrahlenden Sonnenenergie in Strom um und entziehen somit einen Teil der Solarstrahlung, der dann nicht mehr zur Erwärmung der Gebäude- und Luftmassen beitragen kann.

Dabei ist die Kühlwirkung einer PV-Installation rund fünffach stärker, als die einer unbewässerten, extensiven Dachbegrünung mit Sedum, wie sie heute zu 85% auf begrünten Dächern anzutreffen sind. Gerade aufgrund der in Folge des Klimawandels vorherrschenden langanhaltenden Hitze- und Trockenperioden sind die Gründächer nach wenigen Tagen weitgehend staubtrocken, so dass die trockenheitsresistenten Pflanzen kaum mehr Wasser zur Verfügung haben und die Verdunstung somit weitestgehend einstellen.
[Anm.: Die Evapotranspirationsrate eines unbewässerten Sedumdaches von 0,35 l/m2T, bzw. bei 100 m2 ca. 25 kWh/T, steigt bei einer PV-Installation auf rund 130 kWh/T Energieentzug durch Stromproduktion.]

Eine noch bessere Kühlleistung wäre durch bewässerte, intensive Dachbegrünungen zu erreichen. Diese bedingen jedoch höhere Dachlasten von rund 0,5 t/m2, und erfordern somit deutlich stabilere Gebäudekonstruktionen mit mehr Beton und Stahl, was letztendlich zu einem steigenden Anteil „grauer Energie“ zur Herstellung der Gebäude führt.
Während eine so geartete Dachbegrünung also erhebliche Investitionskosten zugunsten der Stadtbevölkerung bedarf, fällt die Kühlleistung bei PV als kostenloses Nebenprodukt bei der Stromproduktion an, wobei der Strom vorzugsweise im Gebäude – z. B. als Mieterstrom – genutzt werden kann.

Durch den zunehmenden Bedarf von Klimaanlagen steigt der Stromverbrauch gerade dann, wenn viel Solarstrom zur Verfügung steht. Eine ideale win-win-win-Situation.
Die Kühlwirkung der Photovoltaikanlagen kann nicht nur auf Flachdächern, sondern insbesondere auch auf den herkömmlichen Schrägdächern genutzt werden, die für eine Dachbegrünung aufgrund der Neigung meist nicht geeignet sind. Die Lebens- und Aufenthaltsqualität vieler Dachräume – insbesondere im Altbaubestand – steigt nach der Installation einer PV-Anlage erheblich, da die
Räume aufgrund der Beschattung der Dachflächen durch die PV-Anlage in Verbindung mit einer guten Hinterlüftung der Module im Sommer deutlich kühler bleiben. Diese seit gut 20 Jahren etablierte Technik ist zuverlässig und durch Massenproduktion mittlerweile sehr preiswert.

Bei PV-Anlagen auf Flachdächern ist darauf zu achten, dass diese so konstruiert sind, dass auch Regenwasser auf dem Dach zurückgehalten wird. Ein guter RegenwasserAbflussbeiwert von typisch 0,45 kann durch eine geeignete Substratauswahl für die Schüttung, die zur Ballastierung der PV-Anlage genutzt wird, erreicht werden. Bewährt hat sich hier kalkarmer Kiessand ohne organischen Anteil, weil hier die Pflege des Dachaufbaus hinsichtlich die PV-Anlage verschattendem Bewuchs problemlos ist. Wenn die PV-Anlage mit einer Dachbegrünung unter der PV-Anlage kombiniert werden soll, muss die

Anlage vergleichsweise hoch (mindestens 50 cm an der Unterkante!) aufgeständert werden.
Übliche Konstruktionen verteuern die PV-Anlage erheblich.
Als Trostpflaster steigt aber der Solarertrag der durch die Dachbegrünung besser gekühlten Module um ca. 0,3% pro Grad Celsius niedrigere Modultemperatur.
Photovoltaikanlagen auf Dächern und an Fassaden von Gebäuden liefern viele gute Antworten auf die Herausforderungen der Klimaüberhitzung vor allem für die Städte.
Das Mikroklima der Umgebung wird gekühlt, Maßnahmen sind schnell und kostengünstig im Neubau und Bestand umsetzbar, und nicht zuletzt wird mit jeder Kilowattstunde Solarstrom die Emission von CO2 aus fossilen Kraftwerken eingespart und somit der zunehmende Treibhauseffekt gebremst. Damit Städte auch zukünftig lebenswert bleiben.
Dachbegrünungen können zwar kühlen – aber anders als PV-Anlagen – keinen Fossilstrom ersetzen.

Quelle: SFV-Solarbrief 2/19
Dr. Andreas Horn, www.solardoktor.de
Siehe auch www.energiewendeplaner.de &
www.sonnenkraft-freising.de