Den Vorschlag für den Koalitionsvertrag gibt’s hier als PDF.
Am Mo 09.11 berät die SPD , am DI 10.11 die Grünen und am MI 12.11 soll der Vertrag in ‘trockene Tücher’ gepackt werden.
Überraschend wie viel gute Punkte zur Umwelt aufgenommen wurden :
Den Vorschlag für den Koalitionsvertrag gibt’s hier als PDF.
Am Mo 09.11 berät die SPD , am DI 10.11 die Grünen und am MI 12.11 soll der Vertrag in ‘trockene Tücher’ gepackt werden.
Überraschend wie viel gute Punkte zur Umwelt aufgenommen wurden :
( Von engagemanet global : https://www.engagement-global.de/vorlesungsreihe-agenda-2030.html )
( Veranstaltet von : Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH , Engagement Global gGmbH , Freie Universität Berlin )
( PDF – Flyer )
Welche Rolle spielt nachhaltige Mobilität in der Erreichung der SDG? An sechs Abenden stellen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Ansätze und Sichtweisen zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele mit dem Schwerpunkt der nachhaltigen Mobilität vor.
Im September 2015 hat die internationale Staatengemeinschaft in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Sie enthält 17 ambitionierte Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG), die unteilbar sind und einander bedingen. Die SDG richten sich an alle Staaten dieser Welt und berücksichtigen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft.
In welcher Form die Agenda 2030 mit Leben gefüllt und die Ziele in die Praxis umgesetzt werden können, ist Leitthema der jährlich stattfindenden Ringvorlesung „Transformation unserer Welt – Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. An sechs Abenden stellen Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Perspektiven zu einem Teilaspekt der Agenda 2030 vor. Die digitale Ringvorlesung 2020 widmet sich dem Thema „nachhaltige Mobilität“. Sie ist eine Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Engagement Global, der Nachhaltigkeitsinitiative SUSTAIN IT! und der Stabstelle Nachhaltigkeit und Energie der Freien Universität (FU).
Unterwegs zu sein spielt eine zentrale Rolle in Gesellschaften weltweit, oftmals auch als Ausdruck von Lebensqualität. Die Globalisierung ist ohne weltweite Mobilität von Waren, Menschen, Dienstleistungen und Strömen aller Art nicht zu denken. Die Kehrseite: In der Summe verschlingt diese Mobilität massenhaft endliche Ressourcen, und ihre Emissionen belasten Klima, Luftqualität und Gesundheit. Spezielle Formen der Mobilität, beispielsweise die digitale, könnte wiederum zu einer Reduktion des Ressourcenverbrauchs beitragen. Die Ringvorlesung 2020 widmet sich diesem Themenkomplex und beleuchtet Chancen und Herausforderungen für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft.
Für eine globale nachhaltige Entwicklung ist der Einfluss von Mobilität bereits heute weitreichend. Angesichts einer rasant wachsenden und immer mobiler werdenden Weltbevölkerung wird er noch massiv zunehmen. In einem industrialisierten Land wie Deutschland beträgt der Anteil der CO2-Emmissionen durch Verkehr rund 20 Prozent. Wie lässt sich vermeiden, dass die global wachsende Mobilität immer größere Schäden an Umwelt und Natur anrichtet? Neben ökologischen Nachhaltigkeitsfragen geht es auch um soziale und wirtschaftliche Aspekte: Immer häufiger ist Mobilität auch Voraussetzung für Entwicklungs- und Gleichheitschancen, und in Deutschland beispielsweise ist sie ein Motor für wirtschaftliches Wachstum.
Mit Blick auf die Agenda 2030 weist das Thema der Mobilität wichtige Schnittstellen mit praktisch allen 17 Zielen auf. Ob Gesundheit und Wohlergehen (Ziel 3), hochwertige Bildung (Ziel 4), Industrie, Innovation und Infrastruktur
(Ziel 9), weniger Ungleichheit (Ziel 10), nachhaltige Städte und Gemeinden (Ziel 11), oder auch nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (Ziel 12): Sie alle sind eng mit Fragen der Mobilität verknüpft.
Welche konkreten Ansätze gibt es bereits und welche gilt es noch zu entwickeln, damit die Mobilität der Zukunft zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen kann? Diesen und weiteren Fragen gehen wir zusammen mit unseren Gästen auf den Grund. Die Referierenden senden live aus der GIZ-Repräsentanz Berlin. Sie beleuchten in Kurzvorträgen das Thema aus theoretischer und praktischer Perspektive und stehen danach in einem moderierten Gespräch für Anregungen und Fragen des digital zugeschalteten Publikums zur Verfügung.
Wir laden Sie herzlich ein, sich einzuschalten und mitzudiskutieren, wenn es um ökologische, städtische, soziale und ökonomische Aspekte von Mobilität geht.
Veranstalter
Veranstaltungsort
Online-Übertragung aus dem GIZ Haus Berlin
Anmeldung
Unsere Referentinnen und Referenten geben live aus der GIZ-Repräsentanz Berlin einen inhaltlichen Impuls und gehen danach in ein moderiertes Gespräch über. Die Anregungen und Fragen des digital zugeschalteten Publikums fließen in die Diskussion mit ein. Die Teilnahme an der digitalen Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.
Eine Teilnahme ist nur mit vorhergehender Anmeldung über diese Webseite möglich. Anmeldeschluss ist jeweils spätestens der Sonntagabend vor der Veranstaltung. Eine Übersicht über alle Veranstaltungen finden Sie unten.
Zeit
Die Veranstaltungen beginnen um 18 Uhr und enden um 19:30 Uhr. Alle Veranstaltungen werden digital aus dem GIZ Haus Berlin übertragen.
02 Nov Ringvorlesung 2020 – Auftaktveranstaltung: Nachhaltige Mobilität politisch gestalten…
Montag, 2. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online 09 Nov Ringvorlesung 2020 – Und wer soll das bezahlen? Die ökonomische Dimension von nachhal…
Montag, 9. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online
Montag, 9. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online Und wer soll das bezahlen? Die ökonomische Dimension von nachhaltiger Mobilität
Mehr Information 16 Nov Ringvorlesung 2020 – Wege zu einer klimaneutralen Mobilität
Montag, 16. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online 23 Nov Ringvorlesung 2020 – Global gedacht, lokal gehandelt? Urbane Mobilität in Berlin
Montag, 23. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online 30 Nov Ringvorlesung 2020 – Eine mobile Zukunft mit weniger Verkehr?
Montag, 30. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online 07 Dez Ringvorlesung 2020 – „Leave no one behind“ – Wie müssen nachhaltige Mobilitätskonzept…
Montag, 7. Dezember 2020 | Offene Veranstaltung | Online
Jana Beuker
Telefon: +49 30 254 82-815
jana.beuker@engagement-global.de
Faculties of the RUB » Faculty of Psychology » Social psychology » Teaching
Für das Wintersemester 2020/21 ko-organisiert unser Lehrstuhl die Ringvorlesung „Klimawandel und Nachhaltigkeit“ an der Ruhr-Universität Bochum. Die Ringvorlesung möchte einen aktuellen und interdisziplinären Blick auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen angesichts des Klimawandels werfen. Da der Klimawandel als Folge nicht-nachhaltigen Handelns (individuell sowie kollektiv) verstanden werden kann, möchte die Ringvorlesung in Bochum einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeitskonzepte und deren Bedeutsamkeit aus Sicht der einzelnen beteiligten Wissenschaftsdisziplinen legen.
Die Ringvorlesung richtet sich an Studierende aller Disziplinen sowie interessierte Bürger*innen.
Eine Anrechnung von Credit Points ist für den Besuch der Ringvorlesung als separate Veranstaltung leider nicht möglich. Wir können Ihnen jedoch eine Teilnahmebestätigung ausstellen.
Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden an den folgenden Donnerstagen von 16.15-17.45 Uhr an der Ruhr-Universität Bochum in Hörsaal HIA statt und werden live per Zoom übertragen.
Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen können nach den derzeit geltenden Richtlinien maximal 50 Hörer*innen im Hörsaal anwesend sein. Hörsaal-Plätze für die jeweiligen Vorträge können Sie hier online reservieren: ANMELDUNG
Eine Voranmeldung für Zoom ist nicht nötig. Die Einwahldaten für Zoom finden Sie hier: [ab dem 23.10.2020 hier veröffentlicht]
Termine, Themen, und Vortragende
29.10.2020 | Grußwort Klima und Klimawandel | Prorektorin Prof. Uta Hohn Prof. Benjamin Bechtel, Lehrstuhl für Klimatologie |
05.11.2020 | Welt im Wandel – biologische Folgen des Klimawandels | Prof. Ralph Tollrian, Lehrstuhl für Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere |
12.11.2020 | Die ökologische Krise und die Rolle der Volkswirtschaftslehre | Prof. Michael Roos, Lehrstuhl für Makroökonomik |
19.11.2020 | Aufgaben einer klimabezogenen Energieethik | Prof. Klaus Steigleder, Lehrstuhl für Angewandte Ethik |
26.11.2020 | Die Klimakrise aus sozialpsychologischer Sicht | Prof. Wilhelm Hofmann, Lehrstuhl für Sozialpsychologie |
03.12.2020 | Klimaneutrale Energiesysteme: Chancen und Herausforderungen | Prof. Valentin Bertsch, Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft |
10.12.2020 | Klimaschutz und Bauen (vorläufiger Titel) | Prof. Annette Hafner, Lehrstuhl für Ressourceneffizientes Bauen |
17.12.2020 | Klima und Umwelt zusammendenken: Das Beispiel Elektroschrott | Dr. Stefan Laser, Lehrstuhl für Kulturpsychologie und Wissensanthropologie, und M.Sc David Piorunek, Lehrstuhl Werkstoffwissenschaft |
14.01.2021 | Blauer Himmel, die Chancen der Krise und die Umwertung einer Analogie: Zur Relevanz der Corona-Pandemie für die Wahrnehmung der Klimakrise | Prof. Dorothee Meer, Germanistisches Institut |
Ein begleitender Moodle-Kurs dient der Vorbereitung und Vertiefung der behandelten Themen. Das Passwort für die Selbsteinschreigung in den Kurs finden Sie in der angezeigten Kursbeschreibung.
Organisationsteam
David Piorunek, M.Sc. (Lehrstuhl Werkstoffwissenschaft), Berenice Kramer, M.Sc. (Lehrstuhl Werkstofftechnik), Friederike Asche, M.A. (Lehrstuhl für Angewandte Ethik), Anna Leithäuser, M.Sc. (Lehrstuhl für Thermodynamik), Sophie Pathe, M.Sc. (Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft), Jule Öttinghaus, Amelie Schmidt, Heike Splieth & Prof. Dr. Wilhelm Hofmann (Lehrstuhl für Sozialpsychologie)
Kontakt
Bei Fragen zur Ringvorlesung aller Art kontaktieren Sie bitte:Ringvorlesung2020Klima@ruhr-uni-bochum.de
( Linbk zur Original Seite bei der RUB : hier )
Dürre, Überflutungen, Gletscherschmelze: Das Klima ändert sich auch in Deutschland. Die Dokumentation sammelt die Fakten und fragt, wie sich das Leben hierzulande verändern wird.
43 min 21.10.2020 21.10.2020 Video hier verfügbar bis 21.10.2021 Mehr von ZDFzeit
Klimaforscher fordern schon lange ein engagiertes Gegensteuern. Mittlerweile wird die Zeit knapp. Was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher? Und welche Maßnahmen werden helfen, den Klimawandel zu bewältigen?
Der industrielle Fortschritt, dem auch Deutschland seinen Reichtum verdankt, hat seinen Preis: Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas werden Unmengen an Kohlendioxid freigesetzt, die den natürlichen Treibhauseffekt unseres Planeten verstärken. Es wird wärmer – und das hat Folgen, die auch in Deutschland nicht mehr zu übersehen sind.
Staubtrockene Ackerflächen stellen Bauern zunehmend vor Probleme. Viele der heutigen Nutzpflanzen können zukünftig wohl nicht mehr wie gewohnt angebaut werden. Dürre Wälder fallen in immer größerem Ausmaß Schädlingen oder Bränden zum Opfer. Die Trinkwasserversorgung wird immer aufwendiger. Auch die Industrie kämpft mit der Trockenheit. Sinken die Pegelstände in den Flüssen, steht beispielsweise nicht mehr ausreichend Kühlwasser für die Energieproduktion zur Verfügung. Im Gegensatz dazu bedrohen steigende Meeresspiegel die Küsten.
Unser Energieverbrauch steigt rasant an. Globalisierung, Digitalisierung und die wachsende Bevölkerung könnten zur Energiekrise führen. Der Umstieg auf erneuerbare Quellen ist unumgänglich.
43 min 21.10.2020 21.10.2020 Video hier verfügbar bis 20.11.2020, in Deutschland Mehr von ZDFinfo Doku
Sonne, Wind oder Wasser: Welche Energielieferanten haben das Potenzial, uns in Zukunft zuverlässig zu versorgen? Theoretisch kann Sonnenenergie die ganze Menschheit versorgen. Doch ist die Technologie schon so weit, dass sie uns Energiesicherheit garantieren kann?
Das marokkanische Solarkraftwerk “Noor” – das derzeit größte seiner Art weltweit – zeigt, wie ein ganzes Land vom Rohstoff Sonne profitiert. In Offshorewindparks in der Nordsee wird derweil die Energieversorgung durch Wind ausgebaut. Die Windernte ist ergiebig und beständig. Doch die Kosten sind enorm.
Auch die dritte Alternative, Strom durch Kernfusion, würde zunächst große Investitionen erfordern. Im Gegensatz zur Kernkraft, die durch die Spaltung von Atomen Energie gewinnt, entsteht bei der Kernfusion Energie durch die Verschmelzung von Atomen. Doch wie riskant ist eine solche Technologie, und lohnen sich die enormen Kosten für den Bau entsprechender Kraftwerke überhaupt?
17.11.20 :
Link zum Greta-Film in der ARD-Mediathek : hier
( Achtung , nur bis Dez.2020 )
( Läuft z.Zt [19.10 – 21.10] im Casablanca bzw. Metropolis )
( Link zum vollst. Interview : hier )
Video starten, abbrechen mit Escape
5 Minuten … mit Greta Thunberg. Aktuelle Stunde. 16.10.2020. UT. Verfügbar bis 23.10.2020. WDR. Von Astrid Houben.
Der Macher der Dokumentation “I am Greta”, Nathan Grossman, hat Greta Thunberg bei ihrem Kampf gegen die Klimakrise begleitet. Im exklusiven WDR-Interview erzählt die Schwedin, warum der Hype um ihre Person ihr manchmal zu viel wird.
WDR: Der Dokumentarfilm “Ich bin Greta” kommt heute raus, er will den Menschen hinter dem Phänomen zeigen, schafft er das?
Greta Thunberg: Ja – denn der Macher des Films kennt mich mittlerweile einfach sehr gut. Weil wir so viel Zeit miteinander verbracht haben, konnte er ein korrektes Bild von mir rüberbringen.
WDR: Sie beschreiben sich selbst ….
( mehr siehe Link zum WDR )
Stand: 16.10.2020, 18:58
( Hinweis von Ingo )
Weitere Infos auch bei newsdeutschland.de : hier
I Am Greta Trailer Deutsch German (2020) |
https://www.dailymotion.com/embed/video/x7wi612?api=postMessage&autoplay=false&id=dmplayer&mute=false Quelle: FILM.TV – Länge: 02:00s – Veröffentlicht: vor 20 Tagen< > Embed 1I Am Greta Trailer Deutsch German (OT: I Am Greta) Die Geschichte von Greta Thunberg, die mit 15 Jahren anfing, freitags nicht mehr in die Schule zu gehen, sondern vor dem schwedischen Parlamentsgebäude, neben sich ein selbstgemaltes Plakat, zu streiken. I Am Greta.Inhalt: Das Porträt I AM GRETA des schwedischen Umweltfilm-Regisseurs Nathan Grossman feierte bei den 77. |
Und bei Youtube : hier
( Original-Artikel beim Wuppertal-Institut : hier )
( direkter Link zur Studie : hier als pdf )
( Bericht von FFF zur Studie bei Zeit.de : hier ; Studie zur CO2-Neutralität stellt Deutschlands Klimapolitik infrage . Durchgeführt hat die Studie das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Im Ergebnis zeige sich, dass die Klimapläne der Bundesregierung nicht ausreichend seien. )
Pressemitteilungen , 13.10.2020
Die Gletscher schmelzen, die Meeresspiegel steigen, Hitzewellen und Starkregen nehmen zu: Die Folgen des Klimawandels sind weltweit sicht- und spürbar und das Zeitfenster zum Handeln verkleinert sich. Um die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu begrenzen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen auf der Erde drastisch reduziert werden. Die von der internationalen Staatengemeinschaft im Jahr 2015 in Paris beschlossene Vereinbarung gibt das Ziel vor, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Nun legte das Wuppertal Institut eine Studie mit möglichen Eckpunkten vor, die helfen können, das 1,5-Grad-Ziel bis 2035 zu erreichen. Die Studie zeigt, dass ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 zwar sehr ambitioniert, aber grundsätzlich machbar ist – sofern alle aus heutiger Sicht möglichen Strategien gebündelt werden.Notwendig dafür ist vor allem ein Vorziehen und Intensivieren von Maßnahmen, die in vielen Studien als notwendig beschrieben werden, um Treibhausgasneutralität bis 2050 zu erreichen.
Um einen angemessenen Beitrag für das Erreichen der 1,5-Grad-Grenze leisten zu können, wird Deutschland bis etwa 2035 auf ein klimaneutrales Energiesystem umstellen müssen. Die Forschenden des Wuppertal Instituts haben in der Studie “CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze” untersucht, welche Transformationsschritte und -geschwindigkeiten notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Die Studie, die das Forscherteam mit finanzieller Unterstützung der GLS Bank für Fridays for Future Deutschland erarbeitet hat, stellten sie heute in Berlin während einer Pressekonferenz vor. Ergebnis der Studie: Ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 ist zwar sehr ambitioniert, aber grundsätzlich machbar, sofern alle aus heutiger Sicht möglichen Strategien gebündelt werden.
Das im vergangenen Jahr beschlossene Klimaschutzgesetz der Bundesregierung sieht vor, dass Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral wird. Dies ist allerdings nicht vereinbar mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) geht davon aus, dass in Deutschland CO2-Neutralität schon bis etwa 2035 erreicht werden muss, wenn ein angemessener Beitrag zum globalen 1,5-Grad-Ziel geleistet werden soll. Die über CO2 hinausgehenden Treibhausgasemissionen müssen danach ebenfalls sehr schnell sinken. Der SRU legt dabei zugrunde, dass die Pro-Kopf-Emissionen weltweit gleich verteilt werden und Deutschland keinen überproportionalen Anteil beanspruchen darf. Doch wie lässt sich dieses Ziel noch rechtzeitig erreichen? Hierzu versucht die Studie Diskussionsimpulse zu geben.
“Um eine Chance zu haben, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, müssten die deutschen Emissionen insbesondere in den kommenden fünf Jahren – und damit vor allem in der nächsten Legislaturperiode – dramatisch abnehmen” mahnt Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts.
“Ein fairer Beitrag zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze kann nur noch geleistet werden, wenn die kommende Bundesregierung die Transformation des Energiesystems als Kernthema angeht und ihre Politik konsequent auf das Ziel eines klimaneutralen Energiesystems bis 2035 ausrichtet. Ohne schnelle CO2-Emissionseinsparungen und eine Priorisierung von Klimaschutz in allen Politikbereichen dürfte das nicht zu schaffen sein”, betont Dr. Sascha Samadi, Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut.
Um das 1,5-Grad-Budget einzuhalten, sind unter der Voraussetzung weltweit gleicher Pro-Kopf-Emissionen CO2-Minderungen von mindestens minus 60 Prozent bis 2025 und mindestens minus 85 Prozent bis 2030 (jeweils gegenüber 1990) erforderlich. Denn entscheidend dafür, die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels erheblich verringern zu können, sind die kumlierten Emissionen. Eine gleichmäßige, lineare Minderung bis 2035 ist dafür allerdings nicht ausreichend (siehe Grafik).
Die Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude im Fokus
In ihrer Studie untersuchten die Forschenden des Wuppertal Instituts auf der Basis bestehender Energieszenarien und weitergehender Überlegungen, wie sich CO2-Neutralität besonders in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude bereits bis 2035 umsetzen ließe. Dafür sind aus ihrer Sicht unter anderem folgende Maßnahmen erforderlich:
In der Energiewirtschaft müssten die Ausbauziele der Bundesregierung von Wind- und Solarenergie ingesamt mindestens 25 Gigawatt pro Jahr betragen – mehr als eine Verdopplung gegenüber den aktuellen Zielen der Regierung.
In einigen energieintensiven Industriebranchen erreicht rund die Hälfte der Industrieanlagen in den kommenden zehn Jahren das Ende ihrer vorgesehenen Lebensdauer.
“Auch, wenn möglicherweise noch Unsicherheiten über die langfristig beste Lösung bestehen, muss der Aufbau der Infrastruktur für eine klimaneutrale Industrie schon heute beginnen. Andernfalls reicht die Zeit für den Umbau gegebenenfalls nicht aus. Daher müssen jetzt Entscheidungen getroffen werden und die Umsetzung sehr schnell beginnen”, betont Dr. Georg Kobiela, ebenfalls Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut.
Der Verkehr in Deutschland muss für die Zielerreichung CO2-Neutralität bis 2035 erheblich verringert werden. Verantwortlich für den hohen Energiebedarf ist maßgeblich der Auto- und Lkw-Verkehr. Im Vergleich zur Bahn benötigt ein Auto mit Verbrennungsmotor das 4,8-fache an Energie pro Kilometer und Person, ein Lkw sogar das 5,6-fache pro Tonne und Kilometer gegenüber der Güterbahn. Den Verkehr betreffende Schritte sind insbesondere:
Im Gebäudebereich ist eine massive und nie dagewesene Steigerung der energetischen Sanierungsrate auf eine Höhe von etwa 4 Prozent pro Jahr notwendig – aktuell liegt die Rate bei lediglich rund 1 Prozent.
Die skizzierten Szenarien zur Zielerreichung bis 2035 erfordern in allen Sektoren die parallele Umsetzung vielfältiger Maßnahmen. Sie stellen jeweils für sich stehend schon große Herausforderungen dar und erfordern beispiellose politische Anstrengungen. Auch Unternehmen müssen bereit sein und die Möglichkeit haben, den Transformationsprozess mitzugestalten – ohne die globale Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. “Um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, ist vor allem aber die breite Zustimmung der Gesellschaft notwendig. Dafür muss der Transformationpfad gerecht ausgestaltet und soziale Aspekte berücksichtigt werden”, betont Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick.
Pressemitteilung :
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
VisdP: Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer
Kontakt: Christin Hasken, Leitung Kommunikation
Tel.: +49 202 2492-187
Fax: +49 202 2492-108
E-Mail: christin.hasken@wupperinst.org
( Hinweis von Ingo )
BERLIN taz | Der Ort für die Präsentation war gut gewählt: Im Berliner Martin-Gropius-Bau wird gerade eine Ausstellung der nigerianischen Künstlerin Otobong Nkanga gezeigt. Deren Titel: „So etwas wie festen Boden gibt es nicht.“ Ähnlich klingt das Fazit der KlimaschützerInnen von Fridays for Future, wenn es um Deutschlands Beitrag zur Eindämmung der Erderhitzung auf 1,5 Grad geht. „Weder die Bundesregierung noch die Parteien haben einen Plan zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels“, sagte FFF-Sprecherin Carla Reemtsma am Dienstag. „Niemand macht überhaupt diesen Versuch.“
Den unternehmen die AktivistInnen nun selbst. Beim Thinktank Wuppertal Institut haben sie die Studie „CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-Grenze“ in Auftrag gegeben. Finanziert hat das die GLS-Bank mit 30.000 Euro. Und herausgekommen ist der Vorschlag für eine radikale CO2-Nulldiät, der „zwar extrem anspruchsvoll, aber grundsätzlich möglich“ ist, wie es von den AutorInnen heißt.
Zwar haben Bundesregierung und EU beschlossen, bis 2050 klimaneutral zu sein – also nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre zu blasen, als etwa durch Wälder gebunden werden. Doch FFF reicht das nicht aus: Sie orientieren sich an einer Rechnung des „Sachverständigenrats für Umweltfragen“ der Bundesregierung. Dieser hat kalkuliert, dass Deutschland insgesamt nur noch 4.200 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen darf, wenn es seinen fairen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel leisten will. Bei etwa 800 Millionen Tonnen CO2-Emissionen jedes Jahr bleibt nicht viel Zeit.
Klotzen statt kleckern schlägt deshalb das Gutachten vor: Statt wie im Schnitt der letzten Jahre den CO2-Ausstoß pro Jahr um 8 Millionen Tonnen zu reduzieren, müssten sie um 60 bis 70 Millionen Tonnen sinken und sich „binnen der nächsten fünf bis sechs Jahre etwa halbieren“. Dazu wären drastische Maßnahmen nötig: etwa ein CO2-Preis von 180 Euro pro Tonne statt 25 Euro ab 2021 sowie ein Ausbau von Wind- und Solarstromanlagen von 25 bis 30 Gigawatt pro Jahr, dreimal so schnell wie geplant. Zudem müsste fast zehnmal so viel Kapazität für grünen Wasserstoff wie angedacht aufgebaut und der Autoverkehr bis 2035 halbiert werden.
Ende für Verbrennungsmotoren ab 2035 gefordert
Während etwa selbst CSU-Chef Söder inzwischen anregt, ab 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotor zu verkaufen, wollen die FFF 2035 bereits „einen Großteil der Pkw-Flotte“ aus Elektroautos sehen. Der Forderungskatalog beinhaltet auch, anstatt jährlich ein Prozent aller Gebäude künftig viermal so viele energetisch zu sanieren sowie neue Gas- und Ölheizungen in den nächsten 5 Jahren zu verbieten. Außerdem: „Beendigung des innerdeutschen Flugverkehrs.“
Die Studie solle kein Masterplan sein, sondern zeigen, was möglich und nötig ist, so FFF. Wichtige Fragen werden nur am Rand behandelt: Die zusätzlichen Kosten etwa schätzt das Gutachten auf 100 Milliarden Euro jährlich, Verteilungs- und Wachstumsfragen kommen nicht vor. Auch fehlt die Anbindung an die EU-Politik.
Zudem werden die Pro-Kopf-Emissionen Deutschlands ohne die Berücksichtigung historischer Emissionen berechnet. Aber das Gutachten solle zeigen: „Es ist möglich, in 15 Jahren CO2-neutral zu werden, es fehlt der politische Wille“, meint Reemtsma. Die AktivistInnen erwarteten von allen Parteien im anstehenden Wahlkampf zum Bundestag, „Programme vorzulegen, die mit 1,5 Grad kompatibel sind“.
Unerwartete Hilfe bekommen sie dabei von der Internationalen Energie-Agentur IEA in Paris. Die OECD-Behörde, traditionell ein Fan von Öl, Gas und Kohle, legte am gleichen Tag ihren jährlichen Bericht „World Energy Outlook“ vor – und fügte zum ersten Mal überhaupt ein Szenario bei, wie die Welt bis 2050 CO2-neutral werden könnte. Die ExpertInnen konstatieren durch die Coronapandemie einen „riesigen Schock“ für das Energiesystem: Der Energieverbrauch ist 2020 um 5 Prozent eingebrochen, die Emissionen sind um 7 Prozent zurückgegangen, Investitionen in die Energieindustrie gar um 18 Prozent. Einziger Gewinner: die Erneuerbaren.
IEA: „Die Welt ist weit davon entfernt, genug zu tun“
Aber um 2050 „netto null“ zu erreichen, müsse noch viel passieren, erklärte IEA-Chef Fatih Birol: „Die Welt ist weit davon entfernt, genug zu tun, um die Emissionen entscheidend sinken zu lassen.“ Birol hatte schon öfter an appelliert, die Coronahilfen zum Wiederaufbau für eine grünere Wirtschaft zu nutzen. Jetzt warnt seine Behörde, dass mit einem Weiter-so der bisherigen Infrastruktur aus fossilen Kraftwerken, Industrieanlagen und Autos das Klimaziel verfehlt würde.
Für die CO2-Nullnummer in 2050 bräuchte es „dramatische zusätzliche Handlungen“ in den nächsten zehn Jahren: Minus 40 Prozent CO2-Emissionen bis 2030, der Anteil von Erneuerbaren am Strom müsste von knapp 40 auf 75 Prozent steigen, jedes zweite Auto elektrisch fahren statt wie derzeit jedes vierzigste. „Um Nullemissionen zu erreichen, müssen Regierungen, Energiekonzerne, Investoren und Bürger an Bord sein – und so viel beitragen wie nie zuvor.
( Aus der taz 13.10.20 , siehe hier , Vorschlag Holger)
( Original u vollständiger Artikel , siehe WAZ , 12.10.20 hier )
Bochum. Es gibt große Photovoltaikanlagen in Bochum. Ganz viele Dächer, die für die Energiegewinnung genutzt werden könnten, bleiben aber leer.
Es gibt nach Auskunft der Stadt gut geeignete PV-Anlagenflächen im Umfang von 4.516.665 Quadratmetern, ….
Auch nicht in Bochum. 1963 Anlagen mit einer Leistung von 29.763 kWp gibt ….
Stadt Bochum und Stadtwerke Bochum haben mit dem „SolarRadar der Stadtwerke Bochum“ ein Solarkataster für Bochum erstellt.
Jeder interessierte Bochumer kann auf einen Blick sehen, ob sich ….
Leuchtende Beispiele gibt es …..
Im Privatbereich hält sich die Verbreitung von Photovoltaikanlage allerdings eher ….
( direkt zur Audio-Datei (*.ogg) hier bzw hier abspielen :
)
Im “Danni” heulen die Kettensägen und fällen jahrhundertealte Bäume. Das Drama im Dannenröder Wald ist Thema der zweiten Folge des neuen Campact-Podcasts. Höre direkt rein, und erfahre, warum der kleine Wald so wichtig ist für die Verkehrswende und jetzt alle Klimaschützer*innen nach Hessen kommen sollten.
Fällt mit diesen Bäumen die Glaubwürdigkeit der Grünen? Auf Bundesebene beschwören Annalena Baerbock und Co. die Verkehrswende. Doch in Hessen schaut der grüne Verkehrsminister Tarek Al-Wazir zu, wie der Dannenröder Wald abgeholzt wird. Schon bald sollen hier täglich etliche LKW über frischen Autobahn-Asphalt donnern.
Zwischen den jahrhundertealten Bäumen treffen immer mehr Klimaschützer*innen auf teils rabiate hessische Polizist*innen – und auf die Frage: Wie sehr ist auf die Grünen Verlass, wenn Klimaschutz konkret wird? Warum ist dieser kleine Wald so wichtig für das große Ganze? Und welche Chance besteht, die Sägen zu stoppen?
In der neuen Folge von “Theory of Change” – dem Campact-Podcast – diskutieren wir über diese und weitere Fragen. Fragen, die im Radio selten gestellt werden; und die im Campact-Newsletter oft nicht genug Platz finden.
Nimm Dir jetzt 30 Minuten Zeit, und erfahre, warum es im Dannenröder Wald um weit mehr geht als nur um ein paar Bäume.
( zur Campact Seite hier )
https://theoryofchange.podigee.io/1-klimafrust-klimastreik
Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS
Alle Infos zum Klimastreik am 25. September: https://www.klima-streik.org/
ZEIT Online-Interview mit Jakob Blasel
Umfrage: Klimawandel noch immer wichtigstes Thema (August 2020) (verfügbar nach kostenfreier Registrierung)
Umfrage: Klimaschutz bleibt Deutschen in Pandemie wichtig (Juli 2020)
Zum Stand der Programmdiskussion in der SPD
( Waz, Sabine Vogt 08.10.2020 , hier )
Bochum-Hamme. Nachbarn in der Speckschweiz stemmen sich gegen Wohnbebauung auf einer Grünfläche. Doch die Stadt Bochum hat das Grundstück längst verkauft.
Sozialer Wohnungsbau oder Klimaschutz? Vor diesem Dilemma stand die Bezirksvertretung Bochum-Mitte in ihrer letzten Sitzung dieser Legislaturperiode am Donnerstag. Es geht um ein 656 Quadratmeter großes Grundstück an der Hofsteder Straße 44, das die Stadt 2018 verkauft hatte. Dort sollen Mietwohnungen, auch für Menschen mit Behinderungen, gebaut werden. Dagegen wächst der Widerstand in der Nachbarschaft. Die Anwohner fordern nun, auf die Bebauung zu verzichten, und argumentieren mit Naturschutz: Das Grundstück solle als Grünfläche erhalten bleiben.
Martin Senft wohnt seit 16 Jahren in der Speckschweiz und appellierte in der Sitzung an die Bezirksvertreter: „Die Verwaltung hatte sich fürs Wohnen und gegen den Klimaschutz entschieden. Jetzt sollte der Sachverhalt neu bewertet werden. Wir haben binnen einer Woche 220 Unterschriften gesammelt, die sich alle für den Erhalt der Grünfläche aussprechen.“ Der größte Teil der zu bebauenden Fläche ist eine Grünanlage, gerne genutzt von den Anwohnern. Dort stehen mittelalte bis alte Buchen, Eschen, Eiben und Felsenbirnen. „ISEK Hamme schafft die Chance, dort eine grüne Oase für die Bewohner zu erhalten.“
Im März dieses Jahres hat der Käufer den Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus mit elf öffentlich geförderten Wohneinheiten eingereicht. Die Baugenehmigung wurde ihm Mitte September erteilt. Der Investor hatte sich im Kaufvertrag 2018 verpflichtet, das Areal innerhalb von zwei Jahren nach Vertragsabschluss gebrauchsfertig zu bebauen. Nun kann er die Frist nicht einhalten; sie soll um weitere zwei Jahre verlängert werden. Neubaugebiet Bochumer Bürger wollen Bebauung an der Ruhr verhindern
Ingbert Ridder vom Amt für Geoinformation, Liegenschaften: „Es ist eine Abwägung. Der Bezirk Mitte hatte einer Bebauung 2016 zugestimmt; 2018 wurde der Kaufvertrag geschlossen. Der Eigentümer handelte in gutem Glauben und hat die Verzögerungen im Baugenehmigungsverfahren nicht selbst verschuldet.“
Das Rechtsamt gibt zu bedenken, dass eine Aufhebung der Baugenehmigung und die Rückabwicklung des Grundstücksgeschäfts erhebliche Schadensersatzforderungen auslösen würden. Ridder: „Selbst, wenn der Bezirk sich gegen eine Bebauung ausspricht, wäre der Beschluss nicht umsetzbar. Die Rechtslage ist eindeutig.“ Geld statt Ersatzpflanzungen
Der Fällantrag für acht Bäume wurde Ende April dieses Jahre gestellt und Ende September erteilt. Der Investor könnte jetzt fällen, die Saison hat begonnen.
Die Bäume sind allesamt geschützt; als Ersatzpflanzung wären 15 Laubbäume mit einem Mindeststammumfang von 20 cm zu pflanzen, zu erhalten und zu pflegen.
Da allerdings das Grundstück großflächig erschlossen wird, muss der Antragsteller eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1200 Euro pro Baum zahlen.
Das Gremium folgte mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung, die Anregung der Anwohner abzulehnen. Doch es gab auch Befürworter für mehr Klima- und Artenschutz. Sven Ratajczak von den Linken fand: „Wir sollten alles versuchen, um aus dem Vertrag herauszukommen und dort eine Parkanlage für die Nachbarn zu schaffen.“
Auch David Schary schlug sich für die CDU auf die Seite der Bürger: „Vor dem Hintergrund, dass die Stadt 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat, muss man Entscheidungen neu bedenken. Sonst wäre es nur ein Lippenbekenntnis.“ Zudem verwies er auf die Parkprobleme in der dicht besiedelten Speckschweiz; vier neue Stellplätze für die geplante Wohnbebauung seien da viel zu wenig. Umwelt Bochum: Bündnis lenkt trotz Corona Blick auf „Klimanotstand“
Holger Schneider (SPD): „Wir haben uns 2016 für den sozialen Wohnungsbau stark gemacht. Zwar haben sich die Zeiten geändert, aber die Stadt sollte als zuverlässiger Partner gelten, der Verträge einhält.“
Ähnlich die Grünen. Karsten Finke sagte, dass „leider dort Bäume gefällt werden. Doch wir wissen, eine Rückabwicklung wäre rechtlich nicht haltbar“. Zudem würden Sozialwohnungen dringend gebraucht.
( aus der Waz 09.10.20, hier )