

(24.07.21, WAZ )
Auf Bilder der Katastrophe reagieren viele mit großer Empathie. Warum Experten trotzdem nicht mit einer grundlegenden Verhaltensänderung rechnen. Es sind Bilder einer Katastrophe, die viele Menschen sehr betroffen machen: Die Folgen des Hochwassers, das in NRW, Rheinland-Pfalz und Bayern Existenzen zerstört, Häuser beschädigt und Menschenleben gekostet hat, haben eine Welle der Hilfsbereitschaft und viel Mitgefühl ausgelöst.
Zugleich hat die Flut ein Thema wieder in den Fokus gerückt, das von der Corona-Pandemie lange Zeit ins Abseits gedrängt worden war: den Kampf gegen den Klimawandel. Es gab kaum eine politische Stimme zum Hochwasser, die sich in den vergangenen Tagen nicht zum Klimawandel und seinen Folgen aufs Wetter geäußert hat. Sputen müssten wir uns, mehr Tempo machen, den Weckruf der Natur hören.
Doch was bleibt, wenn Häuser und Brücken aufgebaut, Bahnstrecken und Straßen repariert worden sind? Wie nachhaltig sind Zusagen der Politik? Und was verändert die Flut beim Einzelnen? Leben wir bald klimafreundlicher?
Tip von Ingo
Sammlung in unserem PresseArchiv : Presse ==> PresseSpiegel zu Bochum
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(16.07.21, Bilder eigene BG , WAZ , )
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Nie war die Ruhr in Bochum so hoch wie am Donnerstag. Am Tag danach ist die Lage nur etwas entspannt. Viele Bilder des Jahrhunderthochwassers.
Der Pegel der Ruhr in Bochum hat am Donnerstag die Marke von sieben Meter gerissen — der höchste Stand, der je gemessen wurde. ‟Eine solche Hochwasserlage in unserem Einzugsgebiet hatten wir seit den 1960er Jahren nicht mehr,” so eine Sprecherin des Ruhrverbandes. Starkregen Hochwasser in Bochum: Trinkwasserversorgung nicht gefährdet
Um wie viele Zentimeter der Ruhrpegel die Sieben-Meter-Marke genau überschritten hat, war am Donnerstag noch nicht zu ermitteln. Mitarbeiter vom Ruhrverband vor Ort konnten den Pegel nicht ablesen, da die Pegellatte komplett unter Wasser war.
In Bochum wurden viele Häuser geflutet, sie stehen gerade in Dahlhausen zum Teil bis zum Erdgeschoss unter Wasser. Unsere Redaktion war vor Ort — und hat viele Bilder mitgebracht. Leichte Entwarnung gab es am Freitag. Der Pegelstand beträgt etwa sechs Meter.
weitere WAZ-Infos :
https://www.waz.de/staedte/bochum/hochwasser-rund-um-die-schwimmbruecke-id232806867.html
Hochwasser in Bochum : Häuser können noch nicht abgepumt werden
Tip von Brigitte
(06.07.21, bochum.de , Original : hier )
Am Mittwoch, 30. Juni, fand in Bochum die erste Klimaschutzkonferenz für Schulen statt.
Teilgenommen haben rund 20 Schülerinnen und Schüler sowie zehn Lehrerinnen und Lehrer der Willy-Brandt-Gesamtschule, der Köllerholzschule, des Neuen Gymnasiums, der Hildegardis-Schule, der Matthias-Claudius-Gesamtschule, der Rudolf-Steiner-Schule und der Schiller-Schule. Außerdem präsentierte die Nelson-Mandela-Schule ihre Aktivitäten auf einer extra für die Konferenz eingerichteten digitalen Pinnwand.
Viele Schulen sind schon von sich aus aktiv geworden und setzen in ihrer Einrichtung klimafreundliche Projekte um. So werden auf Schulhöfen bienenfreundliche Beete angelegt und Insektenhotels gebaut, Schülerinnen und Schüler stellen in UpCycling-Kursen und AGs aus alten, vermeintlich nicht mehr brauchbaren Dingen und Verpackungen neue Produkte her, wie Taschen, Blumentöpfe, Schmuck und vieles mehr. Sie motivieren ihre Schulgemeinschaft durch Wettbewerbe und den Bau von Fahrradständern, mehr mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. In Schulläden werden ökologische Schulmaterialien, faire Süßigkeiten sowie Produkte aus eigener Herstellung – auch aus dem eigenen Schulgarten – verkauft. Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit Müllvermeidung und stellen Bienenwachstücher her. Im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht und in Workshops wird in spannenden Experimenten der Frage nach Alternativen zum Verbrennungsmotor, nach erneuerbaren Energien oder aber nachhaltiger Versorgung mit Lebensmitteln nachgegangen. Selbstgedrehte Stop-Motion-Filme halfen dabei, auch komplexe Sachverhalte auf leichte und unterhaltsame Art und Weise verständlich zu machen.
Was die gesamtstädtische Entwicklung betrifft, formulierten die Konferenzteilnehmerinnen und –teilnehmer drei Hauptziele: Die Stadt solle autofrei werden, es müsse mehr für das Rad getan werden, der Nahverkehr müsse günstiger werden. Insgesamt solle Bochum grüner und erneuerbar werden – so die Wünsche der Konferenz für Schulen und Stadt.
Die Bochumer Klimaschutzkonferenz für Schulen fand statt als Online-Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Klimaschutz: So machen WIR’s!“. Dieses wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit durch die Nationale Klimaschutzinitiative.
Tip von Ingo
(05.07.21 , von WAZ.de , Original : hier )
Die Sintflut kommt – und die Feuerwehr ist schon da. Forscher aus Bochum sind lokalem Starkregen auf der Spur. Wie ihre Prognose funktioniert.
Stellen Sie sich vor, die Sintflut kommt, der Keller läuft voll — und die Feuerwehr steht schon vor der Tür und packt Pumpen und Schläuche aus. Möglich machen könnte dieses Szenario ein Projekt aus Bochum. Forscher wollen die lokale Starkregen-Prognose in unserer Stadt mit Hilfe eines aus 580 Sensoren bestehenden Messsystems revolutionieren.
‟Bei Unwetter und Starkregen hilft jede Minute”, sagt Henning Oppel, einer der Entwickler. ‟Bislang können alle, auch die Feuerwehr, immer nur auf den Starkregen reagieren. Mit Hilfe unseres Systems wird es künftig möglich sein, ihn auf den Meter genau vorherzusagen.”
183 Einsätze in einer‧ Feuerwehr Bochum zieht erste Bilanz nach heftigem Unwetter
Die Feuerwehr könne so frühzeitig am Einsatzort sein, die Stadt das Wasser in ihren Kanälen wettergerecht steuern, die Bogestra ihre U-Bahnen stoppen, Bürger Fenster und Türen schließen und ihr Hab und Gut im Keller sichern. Wer Wäsche zum Trocknen in den Garten hänge, könne auch das genauer planen. Die Daten des Projektes sollen öffentlich einsehbar sein.
Pro Viertel-Quadratkilometer wollen die Forscher in Bochum in den kommenden Monaten einen Regensensor aufstellen. Ein sogenannter Prellteller zeichnet live auf, wie viel Regen wo vom Himmel fällt. Die Daten lassen Rückschlüsse zu auf die Wassermenge, aber auch auf die Zugrichtung der Wolken. So sollen Starkregen-Prognosen kurzfristig möglich werden. Drei Firmen arbeiten an dem Projekt
An dem Projekt ‟25 square” arbeiten drei Firmen aus Bochum: Okeanos Consulting, Auto-Intern und das Bochumer Institut für Technologie.
Okeanos ist eine junge Ausgründung aus der Ruhr-Universität Bochum, die sich auf die Digitalisierung der Wasserwirtschaft spezialisiert hat. Im Fokus stehen praktische Probleme in der Versorgung und Aufbereitung von Wasser. Gründer sind Henning Oppel und Benjamin Mewes.
Auto-Intern entwickelt und produziert bereits seit über 20 Jahren Diagnose-Elektronik. Unter der Leitung von Odin Holmes und Stephan Bökelmann hat sich die GmbH in den vergangenen sechs Jahren von einem reinen Kfz-Diagnoseunternehmen hin zu einem Dienstleister für Auftragsforschung und -Entwicklung gewandelt.
Das Bochumer Institut für Technologie wurde gemeinsam von Unternehmen, Hochschulen und der Stadt Bochum gegründet, um wissenschaftliche Erkenntnisse der Region vermehrt für wirtschaftliche Wertschöpfung zu nutzen.
‟25 square” heißt das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und Stadt Bochum geförderte Forschungsprojekt. 94.000 Euro flossen in die Machbarkeitsstudie, die Ende des Monats abgeschlossen sein soll. Im Herbst wollen die Entwickler den Förderantrag zur Realisierung stellen. Bei Kosten von 250 bis 300 Euro pro Messstation geht es inklusive Material und Personalkosten um eine mittlere sechsstellige Summe.
Pünktlich zum ersten großen Unwetter dieses Sommers installierten die Forscher im Juni erste Sensoren. An der Sternwarte in Bochum zeichnete das System am vergangenen Dienstag — hochgerechnet — 105 Liter Regen pro Quadratmeter auf.
Eine Kachelmann-Wetter-Station in Bochum habe indes in der Spitze nur 60 Liter ausgewiesen — für die Forscher ein Beleg, wie groß die Unterschiede auf kleinstem Raum sein können.
‟Diese Unterschiede lassen sich mit den vorhandenen Messnetzen kaum erfassen”, sagt Projektleiterin Tabea Röthemeyer, Ingenieurin der Auto-Intern-Gmbh. Zusammen mit ihren Kollegen vom Bochumer Institut für Technologie und Okeanos Consulting entwickelte sie das kleinteilige Sensorensystem ‟25 square”.
Herzstück ist eine Software, die die Daten der Sensoren auswertet. Zurzeit arbeitet das Team daran, die Menge dieser Daten zu reduzieren, um eine drahtlose Übertragung möglich zu machen. Perspektivisch soll das engmaschige Netz von Sensoren ‟einen präzisen Verlauf und die Intensität einer Regenwolke analysieren und vorhersagen”, heißt es. ‟Wir wollen einen Fahrplan für Wolken anbieten”, so Röthemeyer. Feuerwehr Modernisierung der Feuerwehr schreitet trotz Corona voran
Nicht nur das. Auch die Architektur der Stadt soll in die Berechnungen mit einbezogen werden. Antworten soll es geben auf Fragen wie ‟Beeinflussen versiegelte Flächen wie Parkplätze die Intensität des Regens? Was bewirken hohe Gebäude? Wo regnen Wolken eher ab?”
Weitere Sensoren sollen noch im Juli aufgestellt werden. Feuerwehrchef Simon Heußen habe alle Dächer der Feuerwachen als Standorte angeboten. Das Interesse der Feuerwehr an den Daten sei groß. Mit Hilfe der 25-square-Prognosen könne die Leitstelle Notrufe besser einordnen, heißt es.
‟Es fehlen oft objektive Daten, um die Dringlichkeit bei Unwettern zu bewerten”, sagt Stephan Bökelmann von Auto-Intern. 25 square könne diese liefern. Wie wichtig das ist, zeigte das jüngste Unwetter. Die Leitstelle der Feuerwehr war völlig überlastet.
Sollte das Projekt der Bochumer Forscher seine eigene ‟Vorhersage” bestätigen, könnte das Messsystem in den kommenden Jahren ausgerollt werden. Städte wie Essen, Bielefeld und Frankfurt seien interessiert, berichten die Forscher.
Im nächsten Schritt soll es aber erst einmal um Hagel gehen. ‟Für die Landwirtschaft wäre das ein Fortschritt. Unsere Daten könnten bei einem Versicherungsschaden wichtige Erkenntnisse liefern”, sagt Oppel.
In ferner Zukunft könnten weitere Daten gesammelt werden. ‟Warum sollen wir nur Regen messen können”, sagt Tabea Röthemeyer. ‟Sensoren können auch Luftverschmutzung und Lärm messen. Und Lichtsensoren erklären uns die Bewegungen der Wolken.”
(06.07.21 , WAZ.de , Original : hier )
Bochum. Das Nein der Grünen zu neuen Bauprojekten auf freien Flächen ruft Reaktionen hervor. Die CDU spricht von Chaos, der Mieterverein ist irritiert.
Das Nein der Grünen zu neuen Bauprojekten auf bislang unversiegelten Flächen bringt nicht nur den Koalitionspartner SPD auf die Palme. CDU, FDP und Linke kritisieren die Haltung der Umweltpartei, der Mieterverein erinnert an Absprachen und zeigt sich irritiert.
10.000 neue Wohnungen bis 2030 seien genug für eine schrumpfende Stadt. Das wichtigste Argument der Grünen, das Handlungskonzept Wohnen früher als verabredet auf den Prüfstand zu stellen und vorerst Neubauprojekte im Grünen auf Eis zu legen, dürfte im Koalitionsausschuss am Dienstagabend für heftige Diskussionen sorgen. Die SPD spricht immerhin von Wortbruch und Klientelpolitik.
Als ‟Kaffeesatzleserei” bezeichnet indes Michael Wenzel die Bevölkerungsprognosen, die die Grünen zum Umdenken bewegt haben. ‟Wichtiger ist doch eine klare Vorstellung darüber, wo man hin will”, sagt der Geschäftsführer des Mietervereins. ‟Bewusst schrumpfen? Stabil bleiben? Wachsen?” Wohnungsbau Grüne in Bochum stoppen den Wohnungsbau auf freien Flächen
‟Wie Grüne und SPD miteinander umgehen, geht uns natürlich nichts an. Aber vor der Evaluation des Handlungskonzepts Wohnen bereits jetzt die gewünschten Ergebnisse zu definieren, ist überaus irritierend”, so Wenzel. Immerhin solle die Evaluation ja vorrangig über die neu gegründete Allianz für Wohnen gesteuert werden.
Wenzel fordert sowohl von den Grünen als auch vom Koalitionspartner SPD klare Aussagen zu den ‟Kernproblemen auf dem Bochumer Wohnungsmarkt”. Der soziale Wohnungsbau funktioniere nicht, bezahlbare Wohnungsbestände müssten gesichert, Leerstände zurückgebaut und die städtische VBW gemeinwohlorientiert umgebaut werden.
‟In einer fundamentalen Frage für die Zukunft unserer Stadt streitet die rot-grüne Koalition. Diese Koalition ist kurz vor dem Aus”, sagt Fabian Schütz. Der CDU-Kreisvorsitzende kritisiert, gemeinsam mit dem Chef der Fraktion, Christian Haardt, den Vorstoß der Grünen. Wohnungsbau Neubaugebiet an der Ruhr: Stadt Bochum hält an Plänen fest
‟Anstatt unsere Stadt nach vorne zu bringen, werden ideologische Grabenkämpfe ausgetragen.” Das sei ein Offenbarungseid für Rot und Grün in Bochum. ‟Niemand will jedes grüne Fleckchen in Bochum zubauen”, so Christian Haardt. ‟Wir brauchen aber eine verlässliche Planung für die Schaffung von Wohnraum. Dazu müssen wir in einzelnen Fällen auch Gebiete neu entwickeln.”
Die Linksfraktion fordert mehr Ehrlichkeit in der Debatte. Grüne und SPD weigerten sich, wirkungsvolle Maßnahmen gegen steigende Mietpreise zu ergreifen. Neubau auf der grünen Wiese sei dafür nicht notwendig. ‟Es ist schon beeindruckend, wie sich beide Parteien wortgewaltig erklären, ohne das zentrale soziale Problem der Bochumer Wohnungspolitik auch nur zu erwähnen”, sagt Mehriban ×zdogan, Ratsmitglied der Linken. ‟52,6 Prozent der Bochumer Miethaushalte sind laut einer aktuellen Studie mit den Wohnkosten überlastet. Sie müssen mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens für die Miete, Heizung und Nebenkosten ausgeben.”
Die FDP indes setzt sich ein für Verbesserungen im Bestand und eine Beschleunigung von Baugenehmigungen. ‟Insbesondere Modernisierungen, Aufstockungen und Dachausbauten bei Neubauten können dafür sorgen, dass neuer Wohnraum entsteht, ohne dass neue Flächen versiegelt werden”, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Ratsfraktion, Luisa-Maximiliane Pischel.
(02.07.21 , WAZ.de , Original : hier )
Die Koalition in Bochum steht vor einer Zerreißprobe. Die Grünen wollen Wohnungsbau auf unversiegelten Flächen stoppen. Die SPD ist erschüttert.
Knapp zehn Monate nach der Kommunalwahl steht die rot-grüne Koalition in Bochum vor einer Zerreißprobe. Grund ist eine Abkehr der Grünen vom Wohnungsbau auf unversiegelten Flächen. Die SPD spricht von einem Verstoß gegen den Koalitionsvertrag und einem ‟Spiel mit dem Feuer”.
Das umstrittene Neubauprojekt Hattinger Straße/Hinter der Kiste in Linden soll das letzte auf einer unversiegelten Fläche sein, dem die Partei zustimmen will. ‟Die Zustimmung zum Wohnungsbau auf dieser Fläche im Südwesten ist für uns schwierig. Die Zielkonflikte zwischen Wohnungsneubau und Naturschutz treten immer offener unauflösbar zu Tage”, sagt Sebastian Pewny.
Für die vielen Bürgerinitiativen, die sich in Bochum gegen Neubauprojekte wehren, ist dies allerdings nur zum Teil eine gute Nachricht. Denn: An bereits bestehenden Projekten und beschlossenen Verfahren wollen die Grünen festhalten, versichert der Vorsitzende der Fraktion. Bei neuen aber müsse ‟beobachtet werden, wie sich die Lage auf dem Bochumer Wohnungsmarkt entwickelt”. Bauen Bochum: So kreativ protestieren Bürger gegen Neubaugebiete
Nicht weiter verfolgen will die Partei daher folgende Projekte, die auf unversiegelten Flächen mit größtenteils schützenswerten Böden geplant sind: Am Rübenkamp, Ridderstraße Nord, Im Vogelspoth/ Südstraße, Schulte-Hiltrop-Straße, Everstalstraße, Im Meerland, Im Haarmannsbuch und Ministerstraße.
364.454 Einwohner in Bochum
Grundlage für das Handlungskonzept Wohnen war u.a. eine Wohnraumbedarfsprognose, der eine Prognose zur Bevölkerungsentwicklung der Stadt Bochum für die Jahre 2015 bis 2030 zugrunde lag.
Drei Varianten wurden dabei berechnet: eine Fortschreibung des Trends zum Prognosezeitraum und zwei Wachstumsvarianten.
Für 2020 sah die Prognose 367.000, 369.000 oder 370.000 Einwohner in Bochum vor. Das Landesamt Information und Technik hat für den 31.12. 2020 indes nur 364.454 Einwohner in Bochum registriert.
Für die Grünen ist dies ein Indiz, dass Bochumer künftig doch eher schrumpf als wächst.
Auch das mit der SPD vereinbarte Handlungskonzept Wohnen, das den Bau von jährlich durchschnittlich 800 Wohnungen vorsieht, müsse mit Blick auf neue Studien und Bevölkerungsprognosen neu bewertet und hinterfragt werden. Der grünen Ratsfraktion zufolge werden in Bochum bis Ende des Jahrzehntes über 10.000 neue Wohnungen entstehen. Das Ziel sei damit mehr als erreicht.
Eine Übererfüllung sei kontraproduktiv, so Pewny. ‟Alle Experten gehen mittlerweile davon aus, dass Bochum eher schrumpft als wächst. Leerstände in den 2030er Jahren können wir uns nicht leisten, zumal auch in Essen und Herne immer mehr Wohnungen entstehen.”
Die neue Position der Grünen, die auf einem Parteitag am Dienstag bei einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen beschlossen wurde, sorgt beim Koalitionspartner SPD für Entsetzen. ‟Ich bin erschüttert”, sagt der Vorsitzende der Fraktion, Burkhard Jentsch. ‟Das ist ein klarer Verstoß gegen den Koalitionsvertrag.” Neubauprojekte Bauen in Bochum: Wo Wohnungen entstehen — eine Übersicht
‟Wir haben in Bochum ein gewaltiges Problem mit Wohnraum”, so Jentsch. Es kann nicht sein, dass junge Familien keine finanzierbaren Immobilien finden, ältere Menschen, die sich räumlich verkleinern wollen, das nicht können, weil es an barrierearmen Wohnungen fehlt und sozial Schwache keine finanzierbare Bleibe finden, die aktuellen Standards entspricht.”
Der Wortbruch der Grünen sei ‟ein Schlag ins Gesicht”. Die Grünen setzten ‟alles auf die Karte, dass einige Prognosen einen Bevölkerungsrückgang herbei orakeln”. Ignoriert werde dabei aber der Trend zu Single-Haushalten und Kleinfamilien. ‟Die einseitige Betrachtung der Grünen kann sich für die Menschen unserer Stadt bitter rächen”, so der SPD-Fraktionschef.
Was der Streit um die Wohnungsbaupolitik für die seit 1999 bestehende rot-grüne Koalition am Ende bedeutet, könnte sich in der kommenden Woche zeigen. Für Dienstagabend ist kurzfristig eine Sitzung des großen Koalitionsausschusses angesetzt worden.
(02.07.21 ,WAZ.de , Leserbrief )

(06.07.21 , von Radentscheid-bochum.de genaueres hier )

Die Initiative für einen RadEntscheid hat bei einem außerordentlichen Plenum am Sonntag, den 04.07., beschlossen, die Unterschriftenkampagne für besseren Radverkehr zu unterbrechen. Grund dafür ist ein Schreiben der Stadtverwaltung vom vergangenen Freitag, in dem ein formaler Fehler auf den Listen bemängelt und eine Überarbeitung empfohlen wird. Es handelt sich um den gesetzlich erforderlichen Hinweis zur Kostenschätzung der Stadt Bochum, den die Stadtverwaltung als formalrechtlich inkorrekt ansieht. Bei einem Gesprächstermin am kommenden Donnerstag werden Vertreterinnen und Vertreter der Initiative im Gespräch mit Vertretern der Stadtverwaltung das weitere Vorgehen besprechen. In jedem Fall müssen die Listen korrigiert, neu gedruckt und verteilt werden.
Ziel ist es, die Unterschriftensammlung in wenigen Tagen mit einer korrigierten Liste wieder aufzunehmen. „Solche formalen Fehler können passieren, ein Bürgerbegehren ist rechtlich ziemlich anspruchsvoll. Aber die Unterschriftensammlung hat ja zum Glück gerade erst begonnen. Wir sind sicher, dass wir die erforderlichen 12.000 Unterschriften erreichen, bisher lief es jedenfalls super! Wir spüren deutlich, dass viele Bochumer:innen das Anliegen unterstützen, mehr Tempo bei der Radinfrastruktur zu erwirken“, so Kristin Schwierz, eine der drei offiziell Vertretungsberechtigten des RadEntscheids.
Erst am 26. Juni hatte die Initiative damit begonnen, Unterschriften zu sammeln, nachdem die Stadtverwaltung die Kostenschätzung für die Umsetzung der Forderungen aufgestellt hatte.
Die Stadtverwaltung schätzt die Summe für den Ausbau der Radinfrastruktur auf 427,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von neun Jahren. Die Kosten sollen gedeckt werden aus kommunalen Mitteln in Höhe von 267,5 Millionen, Fördermitteln von Bund und Land in Höhe von 83 Millionen und Anliegerbeiträgen mit 77 Millionen Euro. Die RadEntscheid-Initiative geht davon aus, dass ein deutlich höherer Anteil der Kosten durch Fördermittel und Zuschüsse gedeckt werden kann.
Die Gemeindeordnung NRW, die die Durchführung von Bürgerbegehren regelt, schreibt vor, dass die offizielle Kostenschätzung aus Transparenzgründen auf den Unterschriftenlisten aufgeführt werden muss.
zu dem Statement der Grünen : “”Grüne: Nein zum Wohnungsbau auf Freiflächen”, WAZ vom 02.07.2021″ hat die BI ‘Hinter der Kiste’ folgenden Offenen Brief an die Stadt geschrieben :
(05.07.21, von wdr.de, Original : hier )
Viele Menschen wollen alternative Energien und das am liebsten aus der Region. 2017 haben die Wuppertaler Stadtwerke das Internetportal „Tal.markt“ gegründet. Da kann jeder grünen Strom quasi beim Nachbarn kaufen.
Ein großes Dach, 300 qm Sonnenpaneele und fertig ist das eigene Kraftwerk. 40.000 Euro hat das Familienunternehmen SFS in Velbert investiert und das lohnt sich, sagt Firmengründer Holger Heis: „Wir produzieren derzeit komplett CO2 frei und haben keine Stromkosten mehr.“
Grüner Strom vom Nachbarn
Möglich ist das, weil die überschüssige Energie in das Netz der Wuppertaler Stadtwerke eingespeist und über das Internetportal „Tal.Markt“ verkauft wird. Derzeit beziehen etwa 2.500 WSW-Kunden auf diese Weise ihren grünen Strom. Das Besondere ist, dass sie selber auswählen können, von wem sie welchen Strom kaufen wollen.
Angeboten wird neben Sonnenenergie auch Windenergie sowie Strom aus Wasserkraft oder Biogas. Die Produzenten kommen überwiegend aus der Region. Manche können nur wenige Haushalte versorgen, andere einige Hundert. Die Preise liegen nur geringfügig über dem „Normalstrom“-Tarif.
Grüner Strom aus der Region ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der kommunalen Stadtwerke. „Die Stadt Wuppertal will bis 2035 CO2 frei sein“, sagt Andreas Brinkmann, Geschäftsführer der WSW 3/4/5 Energie GmbH. „Das geht nur, wenn alle in der Stadt umdenken. Energie vor der Haustüre zu produzieren und nicht mehr über viele Kilometer Überlandleitungen hierher zu transportieren, ist einfach nachhaltiger.“
Für den Velberter Unternehmer Holger Heis ist die regionale Stromerzeugung und Vermarktung ein Zukunftsmodell vor allem für mittelständische Unternehmen. „Wir müssen uns mit Nachhaltigkeit und der Klimakrise beschäftigen, das erwarten unsere Kunden. Jeder Unternehmer ist gut beraten, schon jetzt mehr dafür zu tun, als vorgeschrieben.“