Klimastreik – Die Reden

Die Reden des Klimastreiks vom 19.03.21 sind auf Bo-Alternativ online :

Beim Klimastreiktag am vergangenen Freitag gab es zahlreiche sehr beachtenswerte Redebeiträge. Fridays for Future hat etliche Beiträge als Audio-Dateien und/oder Textdateien gesammelt und bo-alternativ.de freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die meisten Beiträge enthielten keine Überschriften. Die Redaktion hat Titel für diese Beiträge formuliert, die Hinweise auf die inhaltlichen Schwerpunkte liefern sollen.

Radentscheid ist online


https://www.radentscheid-bochum.de/wp-radentscheid/wp-content/uploads/2020/12/2019-06-15-4D2A0463-3.jpg

Die Radwende Bochum und assoziierte Initiativen haben es geschafft, den Radentscheid auf den weg zu bringen und gleichzeitig gibt es einen Aufruf der DUH (Deutschen Umwelt Hilfe) :

„Ein Radentscheid ist ein gesetzlich verbrieftes Recht der Bürgerinnen-Beteiligung. In einem ersten Schritt (Bürgerinnen-Begehren) werden rund 12.000 Unterschriften von Bochumer*innen benötigt, die die sieben Forderungen des RadEntscheid Bochum unterstützen. Ist dieses Ziel erreicht, muss sich der Rat der Stadt Bochum mit den Forderungen auseinandersetzen

Zentrales Ziel des RadEntscheids Bochum ist, die Infrastruktur für Radfahrende und Fußgänger*innen in unserer Stadt erheblich zu verbessern. Das heißt vor allem: Mehr und bessere Rad- und Fußwege in Bochum.“

Mehr dazu hier auf der RadEntscheid-Seite.

Auch der WDR hat sich auch der Sache angenommen , siehe hier

Und auch auf bo-alternativ .

Aufruf der DUH (Deutschen Umwelt Hilfe)

„Die Deutsche Umwelthilfe DUH hat eingeladen, den Städten Druck für mehr Radwege und sichere Straßen zu machen. Dazu hat die DUH ein einfaches Tool entwickelt.

Zur Zeit will die Radwende Aktionen für einen PopUp-Radweg auf der Alleestraße zwischen Innenstadtring und Bessemer Straße machen.

Deshalb wäre es sinnvoll, wenn möglichst viele diesen Bereich in dem Tool angebt. Ihr könnt natürlich auch andere Straßen angeben oder hinzufügen.

Die Aktion funktioniert ganz einfach. Ihr klickt auf diesen Link dann kommt ihr zu dem Tool: https://www.duh.de/pop-up-radwege-jetzt/
hier gebt ihr eure persönlichen Daten ein (geht nicht anders, ihr wollt ja auch eine Antwort von der Verwaltung) dann gebt ihr die gewünschte Strecke für den PopUp-Radweg ein, z.B. Alleestraße zwischen Innenstadtring und Bessemer Straße dann könnt ihr noch eine Strecke eingeben, für die ihr Tempo 30 wünscht dann bekommt ihr von der DUH eine Mail mit 2 Links einmal könnt ihreine PDF-Datei herunterladen, die ihr direkt an die Stadt weiterleiten könnt oder wenn ihr den Brief selber gestalten wollt, könnt ihr den Text herunterladen, einfach in die Zwischenablage kopieren und dann über ein Textverarbeitungsprogramm über Einfügen einfügen.

Die PDF-Datei oder den Brief schickt ihr dann an als Brief an die Verwaltung so wie angegeben, oder als Email an : buergerbeteiligung@bochum.de
Wer möchte kann den Antrag auch noch an den Vorsitzenden des Mobiltätsausschusses Raphael Dittert (Grüne) senden:
mail@raphael-dittert.de

Macht Druck !

Radentscheid Bochum ist online

https://www.radentscheid-bochum.de/wp-radentscheid/wp-content/uploads/2020/12/2019-06-15-4D2A0463-3.jpg

Der Radentscheid Bochum findet sich hier .

Worum geht’s?

Ziel des RadEntscheids Bochum ist, die Infrastruktur für Radfahrende und Fußgänger*innen in unserer Stadt erheblich zu verbessern. Das heißt vor allem: Mehr und bessere Rad- und Fußwege in Bochum sowie bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Hierzu sollen in den nächsten Jahren 7 konkrete verkehrspolitische Ziele umgesetzt werden.
Mehr dazu unter Ziele »

Was ist ein Radentscheid?

Ziel des RadEntscheids Bochum ist, die Infrastruktur für Radfahrende und Fußgänger*innen in unserer Stadt erheblich zu verbessern. Das heißt vor allem: Mehr und bessere Rad- und Fußwege in Bochum sowie bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Hierzu sollen in den nächsten Jahren 7 konkrete verkehrspolitische Ziele umgesetzt werden.
Mehr dazu unter Ziele »

Was ist ein Radentscheid?

Ein Radentscheid ist ein gesetzlich verbrieftes Recht der Bürger*innen-Beteiligung. In einem ersten Schritt (Bürger*innen-Begehren) werden rund 12.000 Unterschriften von Bochumer*innen benötigt, die die sieben Forderungen des RadEntscheid Bochum unterstützen. Ist dieses Ziel erreicht, muss sich der Rat der Stadt Bochum mit den Forderungen auseinandersetzen. Wenn der Rat die geforderten Ziele nicht beschließt, kommt es zum Bürger*innen-Entscheid.
Mehr dazu demnächst im Video

Klima: 2020 war das zweitwärmste Jahr weltweit

( WD°R, Orginal : hier ) ; Von Nina Magoley

2020 war das zweitwärmste Jahr weltweit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klima-Abkommens sei kaum noch zu erreichen, meint der Deutsche Wetterdienst.

Nicht nur in Deutschland, auch weltweit haben Wetterforscher das vergangene Jahr zum zweitwärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ernannt. Die Meereisfläche in der Arktis habe im September 2020 nach 2012 ihren zweitniedrigsten Wert erreicht, sagte Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), am Dienstag bei der Vorstellung der neuesten Klimadaten.

Der meteorologische Trend geht dabei offenbar in Richtung Extreme: So habe es in der Sahel-Region, um das Horn von Afrika sowie in Indien, Pakistan und China 2020 besonders viel Regen gegeben – teilweise um 500 Prozent mehr als im bisherigen Durchschnitt. Bis Mitte November 2020 seien außerdem weltweit 96 tropische Stürme registriert worden, im Nordatlantik mit 30 Stürmen mehr als doppelt so viele wie dort typisch sind.

2020 in Deutschland: Viel zu warm

Auch in Deutschland waren im Jahr 2020 acht Monate zu trocken und vier Monate zu nass, sagte der DWD-Klimaexperte Thomas Deutschländer. Elf von zwölf Monaten waren wärmer als das Mittelmaß der Referenzperiode 1961 bis 1990.

Baumstämme liegen auf dem Waldboden vor abgeknickten Bäumen

Durch den Kahlschlag auf dem Lüderich in Rösrath ist der Blick auf Köln frei.

Zwar wurden nicht die Spitzenwerte aus dem Jahr 2019 erreicht – mit mehr als 40 Grad –, dennoch hätten die sommerlichen Temperaturen in Verbindung mit großer Trockenheit der Landwirtschaft schwer zu schaffen gemacht. In den vergangenen drei Jahre seien bei den Forschern die Befürchtung gewachsen, “dass wir künftig immer öfter mit Wetter– und Klimaextremen rechnen müssen”, so Deutschländer.

Pariser Klimaziele nicht mehr zu schaffen

Aber nicht nur Natur und Landwirtschaft leiden darunter. Nach Einschätzung des DWD ist damit eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts nicht mehr erreichbar. Derzeit sehe es eher nach einem Plus von drei bis vier Grad aus, sagte DWD-Präsident Adrian. Damit würde das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 klar verfehlt. Audio starten, abbrechen mit Escape

“Bäume haben nach wie vor ein großes Problem”

WDR 5 Mittagsecho. 24.02.2021. 03:54 Min.. Verfügbar bis 24.02.2022. WDR 5.

Audio Download . Download mit LINUX: Rechte Maustaste und “Ziel speichern unter” oder “Link speichern unter”.

Dass seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit deutlich weniger Flugzeuge fliegen, Autos fahren und Fabriken qualmen, hat offenbar kaum Besserung gebracht: Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre sei im vergangenen Jahr weiterhin ungebremst gestiegen, gab der DWD bekannt. In Deutschland ist NRW da trauriger Spitzenreiter: Rund 260 Millionen Tonnen waren es 2018 – etwa ein Drittel der gesamten Treibhausgas-Emission bundesweit.

Forscher warnt: Vorhersagen lagen richtig

Dass diese Messungen und Warnungen ernst zu nehmen sind, zeige die Tatsache, dass der Weltklimarat genau diese Entwicklung bereits in den 1990er Jahren so prognostiziert habe, sagte Adrian. Heute lägen noch einmal “deutlich verbesserte wissenschaftliche Szenarien” vor – die besser “sehr ernst” genommen würden.

Video starten, abbrechen mit Escape

Klimatag im WDR: Klima-Salat aus Wuppertal – Aufbruch am Arrenberg. 03:19 Min.. Verfügbar bis 25.02.2022.

Klimaforschung Dürren in Deutschland könnten extremer werden (AWI)

( Informationen des Afred Wegener Instituts [AWI] , Original : hier )

Forschende analysieren Daten des letzten Jahrtausends [19. März 2021]  Zukünftig könnten Dürren noch stärker ausfallen, als dies im Jahr 2018 in Teilen Deutschlands der Fall war. Die Analyse von Klimadaten des letzten Jahrtausends zeigt, dass mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, damit eine Megadürre auftritt. Neben steigenden Temperaturen sind das die Sonneneinstrahlung sowie bestimmte Wetterlagen und Strömungsverhältnisse im Nordatlantik, wie sie für die Zukunft prognostiziert werden.

Das berichten Forschende unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts jetzt im Fachmagazin Communications Earth & Environment.

Niedrigwasser der Elbe in Dresden.
Trockene und feuchte Regionen im Jahr 2003
Trockene und feuchte Regionen im Jahr 2003
Trockene und feuchte Regionen in den Jahren 1971-1976
Trockene und feuchte Regionen in den Jahren 1770 bis 1840
Trockene und feuchte Regionen im Jahr 2015
Luftdruckmuster
Wassertemperatur
Trockene und feuchte Regionen im Jahr 2018
Trockene und feuchte Regionen in den Jahren 1400 bis 1480
Wassertemperatur

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Trotz teilweise üppiger Niederschläge in diesem Winter haben sich vielerorts in Deutschland die Böden noch nicht von den drei letzten trockenen Jahren erholt, der Wald und andere Vegetation leiden. Es wurde spekuliert, das Jahr 2018 sei das trockenste in der modernen Geschichte gewesen. Ein Blick in die Klimadaten des letzten Jahrtausends belegt jedoch, dass dieses „Rekordjahr“ ebenso wie die sehr trocknen Jahre 2003 und 2015 innerhalb der Grenzen der natürlichen Variabilität lagen. Extreme Dürreperioden gab es zwischen den Jahren 1400 und 1480 sowie 1770-1840. Diese betrafen damals aber ganz andere Landschaften, mit einem wesentlich höheren Anteil an natürlichen Mischwäldern, Flussläufen und Feuchtgebieten.

Luftdruckmuster
Luftdruckmuster (Grafik: Alfred-Wegener-Institut / Monica Ionita)

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass es im Zuge des Klimawandels in Deutschland zukünftig zu Extremdürren kommen kann, die in der modernen Land- und Forstwirtschaft enorme Schäden anrichten“, sagt Dr. Monica Ionita-Scholz vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Sie hat mit ihrem Team historische Datensätze des letzten Jahrtausends analysiert, um Dürren zu rekonstruieren. „Wir haben in unserer Studie erstmals versucht, die treibenden Faktoren für Dürren in Mitteleuropa im letzten Jahrtausend zu identifizieren“, so die Klimawissenschaftlerin. Dabei nutze sie beispielsweise historische Aufzeichnungen von Temperatur und Niederschlag sowie Wasserständen von Flüssen und analysierte Strömungen im Nordatlantik und Luftdruckmuster – beides Faktoren, die unser Wetter mitbestimmen. Das Fazit der Studie: In Mitteleuropa gab es immer dann Megadürren, wenn mehrere Faktoren zusammentrafen. Die extremen Dürreperioden im letzten Jahrtausend waren geprägt von einer schwachen oder negativen Phase der atlantischen Multidekaden-Oszillation, geringer Sonneneinstrahlung und häufig auftretenden stabilen Luftdrucksystemen über dem Nordatlantik und der Nordsee.

„Prognosen für zukünftige Dürreszenarien konzentrieren sich derzeit auf die steigenden Temperaturen im Zuge der menschgemachten Klimaerwärmung, verbunden mit Trockenheit durch starke Verdunstung“, sagt Monica Ionita-Scholz. „Wir müssen jedoch unbedingt auch weitere natürliche und menschgemachte Faktoren mit in unsere Kalkulationen einbeziehen, wenn wir uns auf die Zukunft vorbereiten wollen.“ Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich die nordatlantische Ozeanzirkulation abschwächen wird. Kommt dann eine Phase geringer Sonnenaktivität durch die natürliche Variabilität hinzu, könnte dies ausgeprägte, Dekaden andauernde Megadürren bewirken, wie sie im vergangenen Jahrtausend aufgetreten sind – eine enorme Herausforderung für Gesellschaft und Politik.

Originalpublikation

M. Ionita, M. Dima, V. Nagavciuc, P. Scholz und G. Lohmann: Past megadroughts in central Europe were longer, more severe and less warm than modern droughts. Communications Earth & Environment (2021); DOI: 10.1038/s43247-021-00130-w

60 Jahre alte Eibe in Bochum-Wattenscheid umgepflanz — warum nicht an der Blankensteiner, …

(22.03.21) Pressemitteilung der Stadt Bochum

Auf dem Grundstück der ehemaligen Schule an der Sommerdellenstraße stand bis heute, Montag, 22. März, eine rund 60 Jahre alte Eibe. Vor dem Hintergrund des geplanten Abrisses der Schule und der anschließenden Umnutzung des Grundstückes wurde der Baum nun auf Wunsch der Bezirksvertretung Bochum-Wattenscheid umgepflanzt.

Das Umwelt- und Grünflächenamt hat am Montag mit einer Fachfirma für Großbaumverpflanzung diesen Wunsch erfolgreich umgesetzt und die Eibe in den Stadtgarten Wattenscheid gepflanzt. Mithilfe eines Spezialfahrzeuges hat das Fachunternehmen die Eibe ausgestochen, zu ihrem neuen Standort im Stadtgarten transportiert und dort eingepflanzt.

Warum wurde nicht wenigstens über so eine Möglichkeit für die Blankensteiner Straße , Kersterkamp , … und die vielen weiteren Um- und Abholzungs-Gebiete der Stadt Bochum nachgedacht ???

Klimastreik Bochum Boklima-Impressionen

Impressionen des Klimastreiks aus Bochum

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Alle Bilder in der Media-Cloud ; hier und hier

Weitere Infos und Impressionen

Weitere Beiträge auf Boklima

Klimaschutz: Was geschehen müsste! — Was Sie tun können.

Klimaschutz: Was geschehen müsste!

Die internationale Staatengemeinschaft hat 2015 – also vor mehr als 5 Jahren – in Paris beschlossen die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Wie wir dies einhalten können hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag von Fridays for Future Deutschland untersucht:

Wenn die 1,5 °C Grenze mit max. 50 % Wahrscheinlichkeit überschritten werden soll, dürfen wir in Deutschland nur noch 4200 Mio. t CO2 emittieren. Die Ziele der Politik bleiben weit hinter diesen Notwendigkeiten zurück.

2020 sind in Deutschland 739 Mio. t CO2 emittiert worden. Bei gleichbleibender Menge würden wir unser Kontingent also in knapp 6 Jahren aufgebraucht haben.

Es ergibt sich die Frage wieso Kinder und junge Erwachsene ein landeseigenes Institut mit dieser Fragestellung beauftragen mussten. Das wäre doch eindeutig die Aufgabe der Landesregierung gewesen.

https://www.wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/5169

Dort unter Downloads: Factsheet zur Studie “CO2-neutral bis 2035”   ( 287.0 KB )

https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/01_Umweltgutachten/2016_2020/2020_Umweltgutachten_Entschlossene_Umweltpolitik.html


Klimaschutz: Was Sie tun können.

Reden Sie mit Politikern*innen und fordern Sie die schnelle und konsequente Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Ändern Sie Ihren Lebensstil. Vorschläge zu klimaschonenden Lebensweisen gibt es viele:

Die Pflege von Freundschaften statt überbordender Konsum, der Umzug in eine kleinere Wohnung, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach, Fahrrad und die eigenen Füße zur Mobilität, regional und saisonale Biolebensmittel sind nur einige wenige Beispiele.

https://utopia.de/ einfach nachhaltiger leben
https://klimaneutral.berlin/tipps/ 
https://www.co2online.de/
https://www.aku-bochum.de/2016/bochumer-appell/ 


https://www.aku-bochum.de/
https://boklima.de

Und als Pdf zum Ausdrucken :

Studie zu Dürren in Europa: So trocken wie noch nie

( 15.03.21 , von heise.de , Original : hier (von dpa) )

Ernteausfälle, vertrocknete Wälder, trockenfallende Flüsse – nur drei Folgen jüngster Hitzewellen in Europa. Zuletzt wurden die Dürreperioden immer heftiger. Kommentare lesen 86 Beiträge

Die Sommerdürren, die Europa seit 2015 erlebt hat, waren weitaus gravierender als in den rund 2100 Jahren davor. Das ergab eine internationale Studie, die im Fachblatt Nature Geoscience veröffentlicht wurde. … . Die außergewöhnliche Trockenperiode ist nach Ansicht der Forscher auf den von Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen.

Europa erlebte etwa in den Jahren 2003, 2015 und 2018 extreme sommerliche Hitzewellen und Dürren. Die Folgen hatten nicht nur Land- und Forstwirtschaft betroffen, sondern auch die Zahl der Hitzetoten nach oben schnellen lassen, schreiben die Wissenschaftler. Tatsächlich hatte eine Studie, deren Ergebnisse im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurden, ermittelt, dass allein in Deutschland 2018 rund 20.200 Todesfälle bei über 65-Jährigen im Zusammenhang mit Hitze standen.

“Wir sind uns alle der Häufung von außergewöhnlich heißen und trockenen Sommern bewusst, die wir in den letzten Jahren hatten”, fasst Ulf Büntgen von der Universität von Cambridge, Erstautor der aktuellen Studie, zusammen. “Aber wir brauchten präzise Rekonstruktionen der historischen Bedingungen, um zu sehen, wie diese jüngsten Extreme im Vergleich zu früheren Jahren ausfallen.” Für diese Einordnung nahmen Büntgen und seine Kollegen mehr als 27.000 Messungen an Baumringen von 147 Eichen vor, die einen Zeitraum von 2100 Jahren (75 v. Chr. bis 2018) abdeckten. …

Aus jedem der Baumringe extrahierten und analysierten die Forscher dann die stabilen Kohlenstoff- und Sauerstoffisotope. Während sich normale Baumring-Messungen auf Ringbreite und Holzdichte beschränken, spiegeln die hier untersuchten stabilen Isotope die physikalischen Bedingungen und die Reaktionen der Bäume darauf wider. “Die Kohlenstoffwerte hängen von der photosynthetischen Aktivität ab, die Sauerstoffwerte werden durch das Quellwasser beeinflusst. Zusammen korrelieren sie eng mit den Bedingungen der Wachstumsperiode”, führt Koautor Paolo Cherubini aus. Auf diese Weise ergäben die stabilen Isotope der Jahresringe “ein viel genaueres Archiv, um die Hydroklimabedingungen in gemäßigten Gebieten zu rekonstruieren, wo herkömmliche Studien mit Jahresringen oft versagen”, ergänzt Jan Esper von der Universität Mainz.

Die Forscher führen die beobachtete Häufung der ungewöhnlich trockenen Sommer auf die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung und der damit verbundenen Veränderungen der Position des Polarjetstreams zurück. Dieser gehört zu den beiden großen Windbändern,
….
. “Der Klimawandel bedeutet nicht, dass es überall trockener wird: Mancherorts wird es vielleicht feuchter oder kälter, aber extreme Bedingungen werden häufiger, was für die Landwirtschaft, die Ökosysteme und die Gesellschaft insgesamt verheerend sein könnte”, prognostiziert Ulf Büntgen. Lesen Sie auch Golfstrom-System so schwach wie nie in tausend Jahren zuvor

Dazu passt die jüngste Vorstellung der Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Denn während die Daten der aktuellen Studie nur bis 2018 reichen, vermeldete der DWD erst vor wenigen Tagen, dass das Jahr 2020 das zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland gewesen sei. Sommerliche Spitzenwerte von über 40 Grad Celsius wie 2019 seien zwar ausgeblieben, doch speziell in der für das Pflanzenwachstum besonders wichtigen Zeit von April bis September habe die Trockenheit das Witterungsgeschehen dominiert.

Die größten Klimakiller

Der Utopia-Podcast – Einfach nachhaltig leben

#48 Die größten Klimakiller

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Feb 19 2021 31 mins   239

Fliegen, Kohlestrom, Fleisch – was sind denn nun die größten Klimakiller? Das wollen Andreas und Kathi aus der Utopia-Redaktion klären. Download episode