Taz-Artikel zur Studie : „Societal Transformation Scenario“, Maßnahmen gegen die Klimakrise

( 19.04.21 Original bei taz.de : hier , von von Bernhard Pötter)

( Studien Link bei BoKlima.de : hier )

Maßnahmen gegen die Klimakrise: Ein Flug alle drei Jahre

Ab Montag berät der Weltklimarat IPCC über seinen nächsten Bericht. Zum ersten Mal wird jetzt auch über Verzicht für die Reichen debattiert.

Während Menschen in Industriestaaten seltener abheben sollen, dürfen Flüge im Süden zunehmen Foto: Damon Coulter/Mauritius

Die Maßnahmen für die Rettung des Weltklimas klingen drastisch: Bis 2050 sinkt der Autoverkehr in den Städten der Industrieländer um 81 Prozent; der Wohnraum schrumpft pro Einwohner um 25 Prozent; die Zahl von elektrischen Geräten wie Waschmaschinen wird halbiert; der Fleischkonsum geht schon bis 2030 um 60 Prozent zurück. Und in ein Flugzeug steigen die BürgerInnen eines Industrielandes nur noch alle drei Jahre.

Dieses Verzichtsszenario ist der Kern einer umfassenden Studie, wie das Ziel erreicht werden kann, die Erderwärmung bis 2100 unter 1,5 Grad zu halten – und zwar nicht mit Wirtschaftswachstum und neuer Technik, sondern durch Verhaltensänderungen und staatliche Ver- und Gebote. Errechnet wurde das „Societal Transformation Scenario“ (STS) vom Thinktank „Konzeptwerk Neue Ökonomie“ im Auftrag der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung.

Mit gutem Grund. Denn das 90-seitige Konzept stellt sich quer zu fast allen anderen bislang debattierten Auswegen aus der Klimafalle. Über diese Modelle berät die zuständige Arbeitsgruppe III des Weltklimarats IPCC ab Montag wieder, um den 6. Sachstandsbericht des Expertengremiums vorzubereiten . Es könnte im anstehenden Wahlkampf in Deutschland und in der Klimadebatte für heftige Debatten sorgen.

Denn das „Szenario für einen Umbau der Gesellschaft“ fordert etwas ganz anderes als bislang die meisten IPCC-Modelle, die auf mehr Windkraftanlagen, E-Mobile, besser gedämmte Gebäude und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft setzen:

Das neue Szenario lehnt ewiges Wirtschaftswachstum ab.
Es will weniger produzieren und konsumieren, kürzere Arbeitszeiten, Entschleunigung, einen Umbau des Steuersystems.
„Die ökonomische Aktivität zu reduzieren, um die Nachfrage nach energieintensiven Dienstleistungen und Produkten zu verringern, ist eine effektive und viel sicherere Art, die Emissionen zu reduzieren, als viele technologische Optionen“, heißt es in dem Papier.

Damit bürsten die AutorInnen die aktuellen ökonomischen Modelle für eine klimaneutrale Wirtschaft gegen den Strich. Denn bisher kalkulieren die allermeisten „Integrated Assessement Models“ (IAM), mit denen das IPCC arbeitet, ein regelmäßiges Wirtschaftswachstum ein. Umweltschäden in der Zukunft werden demnach „diskontiert“, das bedeutet, mit künftigem Reichtum aus dem Wachstum bezahlt.

Technologischer Fortschritt führt in dieser Sichtweise dazu, dass Wachstum und CO2-Emissionen zu „entkoppeln“ sind – grünes Wachstum ohne Klimaschäden also möglich ist. Hauptmotiv der IAMs ist demnach: der bestmögliche Klimaschutz zum volkswirtschaftlich geringsten Preis – die ökonomisch billigste Variante zur Rettung des Klimas.

Vor allem stellt das Böll-Szenario heraus, wie groß der Einfluss von Politik und Konsumenten auf die Emissionen ist: Bisher werde „das Potenzial von fundamentalen gesellschaftlichen Veränderungen vernachlässigt“. Das „gute Leben für alle“ sei mit weniger Produktion und Konsum möglich. Dafür müssten aber vor allem die Industrieländer zurückstecken: Weil größtenteils sie historisch mit ihren Emissionen das Klima verändert haben,
….

Konkret: Während im Globalen Norden nach diesem Szenario das Verkehrsaufkommen auf den Stand von 1990 sinken muss, steigt es im Süden bis zu diesem Wert; der Wohnraum nähert sich dem Wert in den reichen Ländern an, der Fleischkonsum, die Ausstattung mit Haushaltsgeräten und der Kalorienverbrach bleiben gleich. Menschen aus dem Globalen Süden dürfen alle zwei Jahre fliegen – auch weil die Gefahren des Klimawandels zu erhöhter Mobilität führen könnten, heißt es. „Wir nehmen einen kulturellen Wandel an, nach dem Fliegen wieder etwas Ungewöhnliches wird.“

Die Studie setzt ebenfalls auf technischen Fortschritt und gibt einzelne Beispiele für ihre Annahmen, dass Menschen anders wohnen, reisen, produzieren und essen können und wollen. Es gehe um einen grundsätzlichen Umbau weg vom derzeitigen Kapitalismus: Statt auf „materielles Wohlergehen mit Wachstum, Wettbewerb und Profiten“ müsse der Fokus darauf liegen, „konkrete menschliche Bedürfnisse zu erfüllen und dem allgemeinen Wohlergehen zu dienen, Kooperation, Sorge, Solidarität und Nachhaltigkeit voranzubringen“. Das gehe aber nicht als Öko-Diktatur: „Dieser Umbau sollte nicht erscheinen als das Resultat irgendeines Masterplans, der von oben aufgesetzt wird, er wird von unten entwickelt.“


Schwierige Arbeit am neuen IPCC-Klimabericht

Der Hintergrund der Studie: Die Böll-Studie trifft eine offene Flanke beim UN-Klimarat IPCC. Dort sitzen derzeit Hunderte von WissenschaftlerInnen über dem 6. Sachstandsbericht, der 2022 erscheinen soll. Obwohl die Coronapandemie auch hier die Arbeiten verzögert, sollen noch in diesem Jahr die ersten Kapitel der Arbeitsgruppe I (Physikalische Grundlagen) fertig sein. Die Berichte der Arbeitsgruppen II (Anpassung und Verwundbarkeit) und III (Emissionsminderung und Gegenmaßnahmen) sollen 2022 vorliegen. Die AutorInnen fassen dabei den aktuellen Stand des Wissens zusammen, indem sie wissenschaftliche Aufsätze und Forschungsberichte auswerten.

Der Zeitplan: Von Montag bis Freitag beraten in der AG III die 280 AutorInnen aus 70 Ländern mit Italien als virtuellem Gastgeber den letzten Entwurf und die „Zusammenfassung für Entscheidungsträger“, die am Ende des Prozesses mit den 195 teilnehmenden Regierungen abgestimmt werden muss. Sie arbeiten sich durch mehr als 30.000 Kommentare von 850 Regierungen und Beobachtern.

Die Ziele: Die Arbeitsgruppe III macht im IPCC die spannendste und umstrittenste Arbeit. Sie bewertet Klimaschutzoptionen in Feldern wie Energie, Landwirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäuden. Bisher rechnet sie fast ausschließlich mit „neoklassichen“ ökonomischen Modellen, die auf Wachstum und Technik setzen. Über Jahre hinweg haben diese Modelle gezeigt, dass frühzeitiger Klimaschutz wirtschaftlich rentabler ist, als später die Schäden zu reparieren. „Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten“, war einer der Slogans nach dem 5. IPCC-Bericht von 2014.

Die Veränderung: Zum ersten Mal betrachtet der Bericht nun auch die Rolle, die Innovation und Technologie beim globalen Klimaschutz spielen kann. Aber auch die umstrittenen Bereiche Konsum und Verhalten der Menschen werden beleuchtet – eine Premiere, auf die das „Transformationsszenario“ gut passt. Allerdings ist fraglich, welchen Einfluss diese Arbeit auf die Arbeit der AG III haben wird – der Zeitpunkt zur Einreichung von wissenschaftlichen Arbeiten ist verstrichen. Und das „Szenario“ entspricht bisher auch nicht den IPCC-Ansprüchen an wissenschaftliches Publizieren.

Die Wirkung: Das provokative Gutachten der Grünen-nahen Böll-Stiftung könnte auch im deutschen Wahlkampf noch Aufregung verursachen. Denn die Grünen, die sich nach stabilen Umfragen darauf vorbereiten, ab nächstem Jahr in der Bundesregierung zu sitzen, sehen sich immer wieder mit Angriffen konfrontiert, Verbots- und Verzichtspartei zu sein.



( Info von Holger )

Studie: Radfahren spart gegenüber Autofahren täglich 3,2 kg Kohlendioxid

( 09.04.21 Original und vollständiger Artikel bei heise.de : hier )

Auch wenn alle Emissionen durch Herstellung, Wartung und Entsorgung berücksichtigt werden, verursacht Radfahren weit weniger CO2 als Autofahren.
Von Andreas Wilkens

Ein durchschnittlicher Mensch, der für seine Fahrten vom Auto aufs Fahrrad umsteigt, spart damit am Tag 3,2 kg CO2. Das hat ein internationales Team von Forschenden unter anderem aus einer Befragung von gut 3800 Personen aus sieben europäischen Städten ermittelt.

Die CO2-Emissionen verringerten sich um 14 Prozent pro zusätzlicher Radfahrt und für jede vermiedene Autofahrt um 62 Prozent. Auf solche Erkenntnisse müsse die Verkehrspolitik eingehen, meint das Forschungsteam.


Allerdings war nach Meinung der Forschenden bisher zu wenig bekannt darüber, in welchem Umfang Treibhausgase unter Berücksichtigung diverser Faktoren eingespart werden. Christian Brand, Evi Dons und andere nahmen daher Daten aus dem langjährigen Projekt Physical Activity through Sustainable Transportation Approaches (PASTA) und ergänzten sie um eine Stichprobenanalyse.

Um Mängel bisheriger Studien zur Auswirkung von Fortbewegungsarten zu beheben, sei es unter anderem wichtig, die Verteilung und Zusammensetzung der Emissionen nach Verkehrsträgern vergleichend zu analysieren, schreibt das Forschungsteam in Transportation Research Part D: Transport and Environment. Dabei sei es wichtig zu verstehen, warum, wo, wann und wie weit sich Menschen fortbewegen.

Viele Studien stützten sich auf Analysen des Potenzials zur Emissionsminderung durch die Entwicklung hypothetischer Risikominderungsszenarien. Ihnen fehle es aber mitunter an empirischen Beweisen. Zudem konzentrierten sich die meisten Studien auf eine einzelne Stadt, Region oder ein Land. Hier wurden Menschen aus Barcelona, Antwerpen, London, Örebro, Rom, Wien und Zürich berücksichtigt.

Ein weiterer Makel von Studien sei, dass sie sich nur mit CO2-Emissionen aus der Endnutzung befassen. Hier würden auch die Emissionen aus der Herstellung, Wartung und Entsorgung von Fahrrädern sowie zusätzlich von Batterien und Motoren bei E-Bikes berücksichtigt.

können die Emissionen aus dem Radfahren pro zurückgelegtem Kilometer weniger als ein Zehntel als die von Pkw betragen, schreiben das Forschungsteam.

Klimaschutz – Warum deutsche Städte zu wenig tun

(ARD AudioThek, 24.03.21) Original : hier ; Wissen

direkt zum Audio-File : hier

Viele Städte haben inzwischen den “Klimanotstand” ausgerufen. Gleichzeitig hält sich ihr eigenes Engagement für die Energiewende oft in Grenzen. Ist der Druck immer noch nicht groß genug? Von Ralf Hutter. Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/klimaschutz


Weitere Audios

Wann wir endlich … unseren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen (WDR, Quarks)

Energie

(24.03.21, WDR Quarks ) Original : hier

Für den Klimaschutz ist eine Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zentral. Doch allein mit dem Ausbau von Windkraft und Fotovoltaik ist es nicht getan. Wie Deutschlands grüne Stromzukunft aussehen könnte.

Inhalt

Artikel Abschnitt: Darum geht’s:

Darum geht’s:

100 Prozent erneuerbare Energien sollen Deutschland den Absprung von Kohlekraft und Atomenergie ermöglichen

Die Weihnachtsfeiertage 2020 sind gerade ein paar Stunden vorüber, als das Sturmtief Hermine mit voller Wucht über Teile Deutschlands zieht. Auf dem Brocken werden zeitweise Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde gemessen. Der Sturm entwurzelt Bäume, rast durch Städte und Dörfer – und zerrt mit aller Macht an den Rotoren der Windräder, die in seinem Weg stehen.

In der Strommarkt-Datenbank der Bundesnetzagentur sind diese Stunden als Schnittpunkt zweier Linien dargestellt: Die rote Linie für den Stromverbrauch trifft am frühen Morgen des 27. Dezembers mehrmals auf eine blaue Linie, die die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen anzeigt. Übersetzt bedeutet das: Dank Sturmtief Hermine steht dem Netz genügend Strom aus Windkraft zur Verfügung, um in Kombination mit Biomasse und Wasserkraft für einige Minuten die Versorgung des gesamten Landes zu decken.

Zumindest für einige Minuten ist am 27. Dezember 2020 – auch begünstigt durch den tageszeitbedingt relativ niedrigen Verbrauch – möglich, was in Zukunft rund um die Uhr die Regel sein soll: Eine Industrienation erzeugt genug grünen Strom, um ihren massiven Bedarf an Elektrizität komplett regenerativ zu decken, ohne die Hilfe von klimaschädlichen fossilen Energieträgern und der umstrittenen Atomkraft.

-erzeugung in Deutschland am 27.Dezember 2020

Der Weg ist noch lang

Aus der Ausnahme vom Jahresende soll in den kommenden Jahrzehnten die Regel werden: Die Bundesrepublik will dauerhaft gleich beide wichtigen konventionellen Formen der Stromerzeugung hinter sich lassen und stattdessen auf eine vollständig erneuerbare Stromversorgung setzen. Noch sind wir davon aber weit entfernt:

  • Im Jahr 2020 kamen 45 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen.
  • Bis 2030 soll der Anteil auf 65 Prozent steigen.
  • Spätestens 2050 soll dann die komplette Stromversorgung auf regenerativen Energieträgern basieren, also zu 100 Prozent erneuerbar sein.

Während vergleichbare Staaten wie Frankreich oder Großbritannien die Atomenergie in der Hinterhand behalten, um ihre Klimaziele zu erreichen, geht Deutschland – der Staat mit dem höchsten Strombedarf in ganz Europa – also aufs Ganze. Deshalb gilt die deutsche Energiewende als ambitioniertes, unter Skeptikern sogar als tollkühnes Projekt.

Artikel Abschnitt: Darum müssen wir drüber sprechen:

Darum müssen wir drüber sprechen:

Der Umbau der Stromversorgung ist für die gesamte Energiewende zentral

…. vollst. Artikel siehe : hier

Fünf vor zwölf / Klimaschutz, Stefan Rahmstorf

( 24.03.21 , von Zeit.de , Org : hier )

Das sehr interessante Video von und mit Stefan Rahmstorf hier direkt

Die nächste Bundesregierung wird ein Geldproblem haben. Neue Studien aber zeigen: Der Kampf gegen den Klimawandel kann zum Gewinngeschäft werden. Worauf warten wir noch?

Wenn es um Klimaschutz geht, gelten die üblichen Regeln nicht

Die Beratungsgesellschaft McKinsey hat in einer neuen Studie skizziert, worum es geht:
Um die EU bis 2050 klimaneutral zu machen, sind demnach in den nächsten 30 Jahren zusätzliche Investitionen in Höhe von 28 Billionen Euro – Sie haben richtig gelesen: 28 Billionen – nötig, in alternative Energieträger, in die Gebäudesanierung, den Verkehr, den Umbau der Landwirtschaft. Davon entfallen 4,9 Billionen auf den öffentlichen Sektor, also den Staat. Wenn man das auf Deutschland umrechnet, kommt man auf einen Betrag von ungefähr 35 Milliarden im Jahr. Zum Vergleich: Die gesamten öffentlichen Investitionen in Deutschland beliefen sich 2019 auf knapp 100 Milliarden Euro.

Fridays For Future – “Noch können wir die Klimakrise eindämmen!” Nach sechs Monaten Pause hat Fridays for Future zum globalen Klimastreik aufgerufen. …

Damit ist klar: Die anstehende ökologische Transformation lässt sich nicht aus der Portokasse finanzieren. Die nächste Regierung …

Was also tun? Es spricht viel dafür, die historische Dimension des Klimawandels auch finanzpolitisch abzubilden. Das bedeutet:
Wenn es um die Rettung des Planeten geht, dann gelten die üblichen Haushaltsregeln nicht.

Klimaneutralität rechnet sich

Klimawandel – Was, wenn wir nichts tun? Waldbrände, Eisschmelze, Unwetter: Der Mensch spürt die Erderwärmung. Wie sieht die Zukunft aus? Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf erklärt unsere Welt mit 4 Grad mehr.


Die Abwendung der Klimaapokalypse wäre ein ziemlich stattlicher Ertrag, der jede Anstrengung rechtfertigt.

Die Experten von McKinsey kommen interessanterweise sogar zu dem Ergebnis, dass sich die Klimaneutralität für ein Land wie Deutschland wirtschaftlich rechnen könnte: Unter dem Strich entstünden durch neue Technologien europaweit fünf Millionen zusätzliche Arbeitsplätze (elf Millionen Stellen würden geschaffen, sechs Millionen fallen weg) und die zusätzlichen Ausgaben würden durch höhere Steuereinnahmen in der Zukunft wettgemacht, so die Prognose. Man könne “net-zero emissions” zu “net-zero costs” erreichen, heißt es in der Studie. Ein wenig simpler formuliert:

Der Kampf gegen den Klimawandel kostet uns nichts, zumindest wenn man einen der Sache angemessenen Kostenbegriff unterstellt.

(von Ingo )

Klimastreik – Die Reden

Die Reden des Klimastreiks vom 19.03.21 sind auf Bo-Alternativ online :

Beim Klimastreiktag am vergangenen Freitag gab es zahlreiche sehr beachtenswerte Redebeiträge. Fridays for Future hat etliche Beiträge als Audio-Dateien und/oder Textdateien gesammelt und bo-alternativ.de freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die meisten Beiträge enthielten keine Überschriften. Die Redaktion hat Titel für diese Beiträge formuliert, die Hinweise auf die inhaltlichen Schwerpunkte liefern sollen.

Die größten Klimakiller

Der Utopia-Podcast – Einfach nachhaltig leben

#48 Die größten Klimakiller

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Feb 19 2021 31 mins   239

Fliegen, Kohlestrom, Fleisch – was sind denn nun die größten Klimakiller? Das wollen Andreas und Kathi aus der Utopia-Redaktion klären. Download episode

Baumfällungen Kesterkamp

Auch am Kesterkamp geht die Stadt ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt vor …

(03.03.21 ) Einige Leserbriefe zu dem WAZ-Artikel

Hier erst mal einige Presseberichte; Unterlagen zu den Fällungen folgen.

( 25.02.21 ) WAZ Bericht

( In vollständiger Größe hier und bei WAZ-online : hier )

( 24.02.21 ) WDR Bericht

( Original : hier )

Aufregung um Fällung von 50 Bäumen in Bochum

Von Daniel Chur

Die Stadt Bochum fällt in diesen Tagen knapp 50 Bäume in einer Wohnstraße. Die Anwohner und mehrere Initiativen protestieren. Die Stadt rechtfertigt die Maßnahme.

Für viele war die Nachricht ein Schock: Ein kompletter Straßenzug im Bochumer Stadtteil Linden verliert in diesen Tagen seine Bäume. Die Stadt fällt am Donnerstag und Freitag knapp 50 Straßenbäume, in Vorbereitung auf größere Bauarbeiten. Aber auch, weil die Bäume laut einem Gutachten krank sind.

Stadt: Baumfällung unvermeidbar

In der Straße soll ein neuer Radweg entstehen und es sollen neue Versorgungsleitungen gelegt werden. Bei diesen Arbeiten sei es laut Stadt unvermeidbar, dass wichtige Teile der Wurzeln entfernt werden. Mittelfristig würde dies zu einem Absterben der Bäume führen.

Zudem seien viele Bäume krank. Die Trockenheit und die Krankheit Eschentriebsterben hätten bereits viele in einen schlechten Zustand versetzt. Das zeige ein Gutachten, so Marcus Kamplade, Baum-Manager der Stadt Bochum. Auch die Biologische Station und der Naturschutzbeirat hätten zugestimmt.

Initiativen tragen Bedenken vor

Für Anwohner, Umweltaktivisten und die Initiative Radwende Bochum bleiben die Vorgänge unverständlich, zumal die Bürger nicht in die Pläne eingebunden worden sein sollen. Die Radwende kritisiert in einem Brief an die Bochumer Verwaltung und Politik nicht nur Aspekte der Radwegplanung, sondern auch das Fällen der Bäume.

“Bäume und vor allem auch Straßenbäume haben eine wichtige Funktion für das Stadtklima. So wird es ja auch von der Stadt und der Politik kommuniziert. Leider wird dies in der Praxis immer wieder ausgehebelt”, so die Initiative, die der Meinung ist, dass auch die Arbeiten anders verlaufen könnten: “Ein vorsichtiges Verlegen der Leitungen ist sicherlich teurer aber nicht unmöglich.”

Allgemein : Klimawandel in der Stadt und auf dem Land

WDR 5 Neugier genügt – Freifläche. 24.02.2021. 10:06 Min.. Verfügbar bis 23.02.2022. WDR 5.

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Stadt pflanzt 68 neue Bäume

Baum-Manager Marcus Kamplade hält dagegen, dass neue Bäume für die Straße auch ökologisch wichtig seien: “Wir müssen auch für die Zukunft pflanzen.”

Die kranken Straßenbäume würden aufgrund ihres Zustandes kaum noch etwas fürs Klima tun, die neuen für die nächsten Generationen dagegen eine Menge. Die Stadt will zum Ende der Bauarbeiten 68 neue Bäume in der Straße pflanzen.

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WDR-Klimatag: Fakten zum Klimawandel. Lokalzeit Ruhr. 24.02.2021. Verfügbar bis 03.03.2021. WDR. Von Christian Beisenherz, Till Krause.


( 04.01.21 ) Kesterkamp Anwohner kämpfen für ihre Straßenbäume in Bochum

Mit Mahnwachen protestieren Kesterkamp-Anwohner in Bochum-Linden gegen bevorstehende Baumfällungen. Sie hoffen auf stadtweite Strahlkraft.

Annette Kopka zündet mit ihrem Mann rote Kerzen und Fackeln an und steckt sie in ihren Vorgarten. Unweit von ihrem Haus ist eine schwarze Schleife um eine Platane gebunden, weitere Anwohner haben Grabkerzen aufgestellt. „Wir sind gegen den Straßenausbau in der geplanten Form, denn ihm fallen viele alte Bäume zum Opfer“, sagt Kopka. Die Bäume –Eschen, Birken, Ahorn, Eiben und Platanen – müssten bleiben, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Wöchentliche Mahnwachen

Diese Forderung wollen die Anwohner am Kesterkamp mit einer wöchentlichen Mahnwache unterstreichen: Weil der Start am letzten Sonntag in 2020 (27.) ins Wasser fiel, ging es mit dem ersten Sonntag im neuen Jahr (3.) los. „Die Bäume speichern CO2 und sind Emissionsschutz“, nennt Frank Höfener zwei Gründe, die aus Sicht der Lindener für den Erhalt der Bäume sprechen. Die Stadt, die die Fahrbahn verbreitern und einseitig einen Fahrradweg errichten will, hält das nicht für möglich. Aus ihrer Sicht sind die Fällungen von 49 geschützen Bäumen unausweichlich.

Kritik am Straßenumbau

„Es werden nicht genug Anstrengungen unternommen, um die Bäume zu erhalten”, ist sich Rüdiger Hossiep sicher. Wie weitere Anwohner vermutet auch er, dass die Neuordnung der Straße vor allem Logiken von Zuschüssen und verfügbaren Geldern folgt – und weniger dem Klima- und Umweltschutz. „Ein Fahrradweg macht auf dem Verbindungsstück gar keinen Sinn, weil er an den Hauptverkehrsstraßen Hattingerstraße und Dr.-C.-Otto-Straße gar nicht angebunden ist”, sagt zum Beispiel Kopka. Und auch Höfener meint: „Hier ist eine 30er Zone, aber es wird gerast. Wir wünschen uns, dass die Straße verkehrsberuhigter wird und nicht verbreitert wird.”

Anwohner: Ersatzbepflanzung reicht nicht

Die Ersatzbepflanzung, die im Zuge des Umbaus geschaffen werden soll, reicht aus Sicht der Anwohner nicht aus. „Selbst, wenn man junge Bäume nachpflanzt, würde es zig Jahre dauern, bis sie die Funktion der jetzigen ersetzen können”, sagt Christa Jodeleit, Initiatorin der Mahnwache. Vor dem Hintergrund der heißen Sommer sei es ohnehin fraglich, ob sie überhaupt angehen. Für die 49 geschützten Bäume, die nach der Zustimmung des Naturschutzbeirates im vergangenen Oktober abgeholzt werden dürfen, will die Stadt 68 neue mit einem Umfang von 30 bis 40 Zentimetern pflanzen.

( WAZ – Original : hier )

Stadt schafft weitere ‘grüne Straßen’ in Wattenscheid


siehe hierzu auch Waz-Artikel : hier

Umwelt, Projekt Grüne Straßen Wattenscheid

Ralf Drews 07.02.2021,

Wattenscheid.  „Grüne Straßen“ in Wattenscheid: Dieses Projekt hat die Stadt Bochum gestartet. 56 neue Bäume wurden bisher gepflanzt. Und es geht weiter.

Viele Wattenscheider Straßenräume zeichnen sich durch stadtbildprägende Baumreihen und Alleen aus. Im Zuge des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) will die Stadt Bochum mit dem Projekt ‟Grüne Straßen” die Bepflanzung an den Wattenscheider Straßen “auch in Zukunft erhalten und sogar erweitern”, erklärt die Verwaltung. An vielen Stellen wurden allerdings zuvor Bäume gefällt, was Bürger kritisieren.

Austausch von Bäumen im ersten Projektteil in Wattenscheid

Diese erste Phase der Projektumsetzung beinhaltete laut Stadt, “überalterte oder kranke Bäume, die ein Sicherheitsrisiko für den Straßenverkehr sowie für Spazierende darstellen, auszutauschen”. Ein erster Erfolg dieses Projekts seien nun 56 neue Bäume, die vom 11. Januar bis zum 29. Januar gepflanzt wurden und jetzt mehrere Straßen in Wattenscheid