GLS Bank: Klimawandel ist größere Gefahr als das Coronavirus

Bochum. Nach Einschätzung des Chefs der GLS Bank, Thomas Jorberg, geht vom Klimawandel eine größere Gefahr aus als von der Coronavirus-Pandemie.


Der Vorstandssprecher der Bochumer GLS Bank, Thomas Jorberg, warnt angesichts der Corona-Krise vor zu wenigen Anstrengungen für den Klimaschutz. „Die Gefährdungslage durch die Klimakrise ist im Vergleich zum Coronavirus ungleich höher“, sagt Jorberg im Interview mit unserer Redaktion. „Schon heute sterben durch die Wetterereignisse, Brände, Stürme und Überflutungen unzählige Menschen, ganz zu schweigen von der sich weiterentwickelnden Gefährdung durch den Anstieg des Meeresspiegels.“ Die zukünftige Generation werde ihre Lebensgrundlage auf der Erde nicht mehr finden, wenn sich nichts ändere, mahnt der Chef der GLS Bank. „Wenn die Enkelgeneration die Älteren gefährdet, wie es jetzt der Fall ist, dann wird in der Politik gehandelt – und zwar mit unglaublichen Summen. Aber wenn die Älteren die Zukunft der nachfolgenden Generationen aufs Spiel setzen, wie bei der Klimakatastrophe, dann zögern wir.“ Das Interview im Wortlaut lesen Sie hier:


Siehe WAZ : https://waz.de/wirtschaft/gls-bank-klimawandel-ist-groessere-gefahr-als-das-coronavirus-id229135158.html



Aktivitäten und Veranstaltungen

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Veranstaltungen

vollehalle – Die Bühnen- Klima-Show

  • Die Bühnen- Klima-Show von “vollehalle” :
    vollehalle – die Klimashow, die Mut macht
    Was kann man gegen den Klimawandel allein schon tun? Aufhören, allein zu sein! Unter diesem Motto macht vollehalle Mut und inspiriert das Publikum zum Handeln im eigenen Leben. Präsentiert werden die in Szenen, Bildern und Interviews verpackten Stories von Maren Kling, Michael Bukowski, Martin Oetting und Kai Schächtele – sie stellen großartige Geschichten von Leute vor, die beim Klimaschutz längst neue Wege gehen. Statt Frust an der Klimakrise macht die Show Lust auf den konstruktiven Aufbruch. vollehalle ist für alle, die sich nicht mehr klimawandeln lassen wollen.
    Ab März 2020: vollehalle Vol. 4 – vom Schnitzel zur Systemfrage
    Mit dem neuen Programm wollen wir ab dem Frühjahr 2020 einen etwas größeren Bogen spannen, den wir mal salopp mit “vom Schnitzel zur Systemfrage” fassen. In Kurzform: Die Klimakrise ist ein Symptom und nicht die Ursache. Wir werden uns und das Publikum mehr mit den Ursachen beschäftigen und nicht zuletzt fragen: Verändern wir etwas oder werden wir verändert? In welcher Welt wollen wir leben und wie kommen wir dahin? Und ist das Ergebnis wirklich ein schlechteres Leben, wenn wir uns daran machen, unserer Demokratie und unserem Wirtschaftssystem ein Update zu verpassen? Das neue Programm von vollehalle sucht nach Antworten auf diese Fragen – was aber unbedingt erhalten bleibt ist: “die Show, die Mut macht”!

Weitere Initiativen

Initiativen in Bochum

Initiativen in der Nähe

Initiativen rund um Klimaschutz außerhalb Bochums

Dokumente

Dokumente


  • Flächenkonflikt
    Heinrich Strößenreuther, Agentur für clevere Städte:
    Der Flächenkonflikt steht im Zentrum der Verkehrswende. Wir bräuchten in Städten dreimal mehr Radverkehr und dafür weniger Platz für Autos und Parkplätze. In Berlin hat der Radverkehr gegenwärtig lediglich 3% der Flächen im Straßenraum, der KfZ-Verkehr hat zwanzigmal mehr Fläche zur Verfügung. Um diesen Konflikt auszutragen, brauchen Politiker/innen die Hilfe der engagierten Zivilgesellschaft, denn die Verkehrswende erfordert Mut. Heinrich Strößenreuher gab auf der Verkehrswendekonferenz am 16. November 2018 in Stuttgart ein paar Tipps, die das geht – am Beispiel der erfolgreichen Kampagne für ein Mobilitätgesetz in Berlin.

Klimanotstand erklärt

Klimanotstand erklärt

Klimaschutz , Klimanotstand – Aus dem Rats-Informations-System

Aus dem RIS (RatsInformationsSystem) Bochum

Klimaschutz

26.09.19Für die Umsetzung der Ratsbeschlüsse zur Klimaoffensive werden für die Jahre
2020 und 2021 jeweils 500.000 Euro bereitgestellt
Link zur Übersicht
Link zum
Ratsbeschluss
26.09.19Energie-und Klimaschutzkonzept Bochum 2030: Stand der UmsetzungLink zur Übersicht
– Link zum KlimaschuztKonzept 2030

Klimanotstand

20.09.19Ausrufung des Klimanotstandes in Bochum
-Antwort der Verwaltung
Vorlage Nr.: 20191910
https://session.bochum.de/bi/to0050.asp?__ktonr=194760

https://session.bochum.de/bi/getfile.asp?id=429831&type=do&
Bilanz Bochum
(Tabellen u Grafiken)
Mit kritischem Blick und Vorsicht zu lesen !!
https://session.bochum.de/bi/getfile.asp?id=429833&type=do&
Massnahmenübersichthttps://session.bochum.de/bi/getfile.asp?id=429988&type=do&
06.06.19Resolution des Rates der Stadt Bochum in der Sitzung am 6. Juni 2019 zur Ausrufung des Climate Emergency (Klimanotstand) https://session.bochum.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=7073913
https://session.bochum.de/bi/getfile.asp?id=428643&type=do&
13.06.19DATUM RICHTIG? Bürgeranregung nach §24 Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen: Resolution zur Ausrufung des Klimanotstands in Bochumhttps://session.bochum.de/bi/to0050.asp?__ktonr=193234
?Beschlussvorlage der Verwaltung
Nr.: 20191522
https://session.bochum.de/bi/getfile.asp?id=427628&type=do&
?Anregung Klimanotstand Ihttps://session.bochum.de/bi/getfile.asp?id=427640&type=do&

TestBeitrag fuer Farbseite

und hier ganz viel text …..

CSS Transparent Background

Today’s blog post will show you how to make a background layer half transparent, but keep the text on top as a solid color. A common problem occurs in browsers if you set a background opacity to transparent, all of the children will also become transparent. One solution in the older days was to use a png image, but we can also implement a pure CSS solution thanks to RBGa colors.

Using RGBa colors, we can set the alpha background along with an opacity value, and it will only affect the element it is applied to, not it’s children ! Sounds perfect, let’s take a look at how to implement it:

/* default fallback */
background: rgb(255, 255, 255) transparent;
/* nice browsers */
background: rgba(255, 255, 255, 0.8);

The example above will show a semi-transparent white background, and all child elements as having a solid opacity. You can see we use rgb(255, 255, 255) as the default for any browsers that might have problems using RGBa. We then use rgba(255, 255, 255, 0.8) for most modern browsers, which sets the background color to white, and a transparency level of 80%. This works fine in Chrome, Safari and FireFox 3+ etc, however our dear friend IE fails in all versions.

For IE6+, we must used Microsofts implementation of their gradient and filter properties. By using gradients combined with an 8 color HEX value, we can achieve the same semi-transparent white background as other browsers.

/* IE 6/7 */
filter:progid:DXImageTransform.Microsoft.gradient(startColorstr=#CCFFFFFF, endColorstr=#CCFFFFFF);
/* IE8 */
-ms-filter: "progid:DXImageTransform.Microsoft.gradient(startColorstr=#CCFFFFFF, endColorstr=#CCFFFFFF)"; 

You can see the values of the start and end colors are “#CCFFFFFF”. The last 6 characters refer to the white background color, and the first 2 characters are the alpha hex value which control the opacity level. So if we want to set an opacity of 80%, we would normal use 0.8 as our value, however for alpha hex value we need to do some calculations. You can use this tool I wrote below to quickly calculate it for you. Simply enter your normal opacity value like 0.8 amd hit convert, which will give us the “cc” alpha hex value we need (“cc” in our case).

So our cross browser solution now looks like this:

/* default fallback */
background: rgb(255, 255, 255) transparent;
/* nice browsers */
background: rgba(255, 255, 255, 0.8);
/* IE 6/7 */
filter:progid:DXImageTransform.Microsoft.gradient(startColorstr=#CCFFFFFF, endColorstr=#CCFFFFFF);
/* IE8 */    
-ms-filter: "progid:DXImageTransform.Microsoft.gradient(startColorstr=#CCFFFFFF, endColorstr=#CCFFFFFF)";

This should work in all browsers from IE6+, Ch

“Es bräuchte einen Aufstand gegen die Smartphone-Epidemie” (Niko Paech)

Heise.de , von Axel Kannenberg , 03.05

Einleitung

Auf einem endlichen Planeten kann man nicht leben, als gebe es unendliches Wachstum, sagt Ökonom Niko Paech und plädiert für eine “Postwachstumsökonomie”.

Der Klimawandel stellt Wirtschaft und Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Nur eine Lebensweise, die ökologische und psychologische Wachstumsgrenzen respektiert und den Verzicht übt, sei da zukunftsfähig, sagt der Volkwirtschaftsprofessor Niko Paech. Er nennt sein Konzept “Postwachstumsökonomie”. Im Interview mit heise online legt er dar, was das für Politik, Wirtschaft und die Technikwelt bedeuten würde. Coronabedingt fand das Interview per E-Mail statt.

heise online: Deutschlands derzeitige Klimapolitik setzt mehr- oder minder auf einen New Green Deal – also im Wesentlichen die Fortführung unserer Lebens- und Produktionsweise auf Basis erneuerbarer Energien, besserer Energie-Effizienz und verstärktem Recycling. Reicht das ihrer Meinung nach aus?

Niko Paech: Dieses Konzept ist nicht nur wirkungslos, sondern selbst Teil des Problems, weil es gefährliche Lernresistenzen befördert. Ökologisch ruinöse Lebensstile werden gegen Wandel immunisiert, indem die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung auf die technischen und politischen Zuständigkeiten abgewälzt wird. Aber beides scheitert an der Hartnäckigkeit einer mehrheitlich praktizierten Daseinsform, deren zerstörerischer Charakter nicht durch Technik oder Politik repariert werden kann.

Nachdem bereits die Flugscham für Debatten gesorgt hatte, wurde inzwischen auch über “Streamingscham” gestritten. Sollte man sich schämen, wenn man Videos streamt?

Auf einem endlichen Planeten ist alles eine Frage des Maßes. Wer nie fliegt, kein Fleisch isst, eine kleine Wohnung hat, kein Auto fährt etc., kann durch maßvolles Streamen durchaus im Rahmen eines CO2-Fußabdrucks bleiben, der global übertragbar ist.

Was kann man als Durchschnittsnutzer aktuell tun, wenn man umweltschonender sein will – aber nicht auf Technik verzichten mag? Geht das überhaupt?

Reparieren, was das Zeug hält! Alte Geräte aufrüsten und wieder ertüchtigen. Damit wird zugleich ein Akzent pro Reparaturwirtschaft gesetzt, auf die es zukünftig ankommt. Außerdem können auch aus Konsumenten Reparateure werden, indem sie wieder selbst Hand anlegen, in der Schule, zuhause, im Reparatur-Cafe, in nachbarschaftlichen Netzwerken der Selbsthilfe, in gemeinschaftlich betriebenen Werkstätten, sodass wir eine lernende Gesellschaft in Sachen Bestandserhalt werden.

Weiterhin sind Gemeinschaftsnutzungen relevant. Wenn sechs Personen sich ein Auto, einen Drucker, eine Werkzeugausstattung, eine Waschmaschine, einen Rasenmäher etc. teilen, können diese Geräte einerseits modern sein, andererseits müssen weniger davon hergestellt werden.

Fast jede neue Generation von Geräten bringt nicht nur mehr Leistung, sondern auch höhere Effizienz. Sehen Sie da keine positiven Effekte?

Auch hier kommt es auf den Kontext an. Wer ein altes Gerät nach Ausschöpfung aller sinnvollen Nutzungsdauer verlängernden Maßnahmen schließlich doch irgendwann ersetzen muss und dann eine sparsamere Variante wählt, kann für Entlastung sorgen. Aber Effizienz und Sparsamkeit sind nicht dasselbe. Ein effizienterer Kühlschrank oder Flachbildschirm kann aufgrund vergrößerter Kapazität durchaus mehr verbrauchen als ein weniger effizientes, aber kleineres oder seltener in Anspruch genommenes Gerät.

Weiterhin drohen finanzielle Rebound-Effekte, nämlich dann, wenn die Kosteneinsparung mittels Effizienzsteigerungen wiederum die Nachfrage nach anderen Gütern erhöht. Überdies ist es fast immer so, dass die technische Effizienz mit verringerter ökologischer Konsistenz erkauft wird, wie beispielsweise bei LED-Lampen, die zwar effizienter als alte Leuchtmittel sind, deren Produktion und Entsorgung dafür aber umso problematischer ist. Schließlich können Effizienzverbesserungen einen Vorwand zur vorzeitigen Entsorgung von Geräten sein, auch wenn Weiterverwendung unter Berücksichtigung der in ihnen gebundenen Energie die sinnvollere Lösung wäre.

Wie hat sich denn die Nutzungsdauer von Geräten in Privathaushalten im Laufe der Jahre entwickelt?

Sie ist im Durchschnitt ausschließlich gesunken. Es mangelt noch immer an rebellischen Verbrauchern, die gegebenenfalls all das boykottieren, was zu schnell verschleißt und nicht reparabel ist. Erzähle mir niemand, dass es im Zeitalter von Web 2.0 zu schwierig sei, sich darüber hinreichend zu informieren.

Die Initiative Fairphone hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein nachhaltiges Smartphone zu schaffen. Kann es ein nachhaltiges, umweltfreundliches Smartphone überhaupt geben?

Nein, kann es nicht. Es bräuchte längst einen Aufstand gegen die Smartphone-Epidemie. Insbesondere das Recht auf eine analoge Kindheit, wie kürzlich von der ÖDP gefordert, halte ich für elementar. Wer als Erwachsener dennoch nicht von der Nutzung einer solchen Identitätskrücke abzubringen ist, sollte dann trivialerweise besser ein Fairphone anstelle einer anderen Varianten kaufen.

Brauchen wir stärkere politische Vorgaben für nachhaltigere Technik?

Nichts wäre wünschenswerter als langlebigere und reparaturfreundlichere Produktdesigns. Aber erstens kosten die entsprechenden Objekte mehr, zweitens haben die oft weniger innovative Funktionen, drittens sinkt die Auswahl an Varianten. Und viertens entfallen die emotionalen Steigerungen, die mittels ständiger Neuanschaffungen, also durch Shopping-Erlebnisse zelebriert werden und die für viele längst den Sinn des Lebens verkörpern.

Dies alles wirft die Frage auf, wer dann eine Politik wählt, die genau dies herbeiführen will – außer jenen, die bereits ein entsprechendes Leben führen. Mit anderen Worten: Unter parlamentarisch-demokratischen Bedingungen kann eine gewählte Regierung sicher manches anstellen, aber eines niemals, nämlich gegen die Lebensgewohnheiten der Wählermehrheit agieren, denn das wäre politischer Selbstmord. Daraus folgt: Erst wenn die Gesellschaft eine medial sichtbare Bewegung gegen den frühen Verschleiß von Dingen hervorbringt, indem maximale Nutzungsdauerverlängerung zum kulturellen Code wird, kann die Politik ihre chronische Angst vor Wählerstimmenverlusten überwinden und entsprechende Rahmenbedingungen zu implementieren.

Wie hoch wäre denn ein individuelles CO2-Verbrauchsbudget, das auf ein Jahr gesehen umweltfreundlich bleibt? Und wie würde so ein Leben im Budget aussehen?

Auf der Homepage des Umweltbundesamts ist von rund einer Tonne an CO2-Äquivalenten pro Kopf und Jahr die Rede. Der momentane Durchschnitt liegt in Deutschland bei ungefähr 12 Tonnen. Die hierzu nötige Reduktionsleistung kann nur im Rahmen einer Postwachstumsökonomie bewerkstelligt werden. Das bedeutet erstens eine Suffizienz-Bewegung, zweitens eine begleitende Selbstversorgerwirtschaft, begleitet von einer 20-Stunden-Arbeitswoche, drittens eine Stärkung der Regionalökonomie, viertens ein Umbau der nur noch halb so großen Industriekapazitäten. Und fünftens institutionelle sowie – falls sich jemals Mehrheiten dafür gewinnen lassen – politische Maßnahmen, die auf Selbstbegrenzung hinauslaufen.

Glauben Sie, dass viele Leute zu einem solchen Verzicht von sich aus bereit sind? Oder würden eher die Veränderungen durch den Klimawandel einen solchen Lebensstil erzwingen?

Mit jeder weiteren Krise – und Corona ist nur der Anfang einer Kette unterschiedlicher Eskalationsstufen, die alle auf dieselbe Ursache, nämlich ein globalisiertes Wachstumsmodell zurückzuführen sind – steigt die Anzahl der Menschen, die sich dem Steigerungs- und Fortschrittswahn verweigern werden. Übrigens, es geht dabei nicht um Verzicht, sondern um die Rückgabe einer Beute, die niemandem zustehen kann, der nur zwei Hände zum Arbeiten hat. Denn der ruinöse Wohlstand lässt sich nicht als Ergebnis menschlicher Anstrengung darstellen.

Vielmehr handelt es sich um den Einsatz eines globalen Maschinenparks, der menschliche Arbeit durch Ressourcenverzehr ersetzt hat. Außerdem leiden moderne Konsumgesellschaften zusehends unter psychischen Wachstumsgrenzen. Immer mehr Menschen stumpfen inmitten einer Lawine konsumtiver Möglichkeiten ab, weil ihnen die Aufmerksamkeit fehlt, dies alles stressfrei auszuschöpfen. Genügsamkeit kann also auch als Befreiung vom Überfluss aufgefasst werden.

Was würde die Postwachstums-Gesellschaft, wie Sie sie skizzieren, für die IT-Welt bedeuten?

Die Digitalisierung potenziert jede ökologische Plünderung bis ins Unermessliche. Einen effektiveren Sargnagel für die Lebensgrundlagen hätte sich niemand ausdenken können. Nun zu meinen, durch eine zusätzliche oder bessere Digitalisierung ließe sich die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft steigern, ist so klug wie Feuer mit Benzin löschen zu wollen.

Wir reden doch über eine neutrale Technik. Warum sollte Digitalisierung nicht für die optimale Planung einer schonenderen Ressourcennutzung verwendet werden können?

Nein, die Digitalisierung ist nicht neutral. Allein ihr direkter ökologischer Aufwand ist verheerend. Außerdem findet die optimale Planung, von der Sie sprechen, seit Jahrzehnten statt und bildet die Basis für die kosteneffiziente Spezialisierung und Globalisierung der Produktion. Darauf gründet eine zunehmend unkontrollierbare und auf Wachstum beruhende Maschinerie, die unsere Lebensgrundlagen aufzehrt und Krisengefahren heraufbeschwört. Ressourcenschonung ist eine Frage der suffizienten Kultur, nicht der Technik.

Sollte etwa das Internet abgeschaltet werden?

Das wird nur graduell und temporär möglich sein, wäre aber die Nagelprobe. Das Internet beispielsweise jeden zweiten Tag abzuschalten oder den Zugang zumindest für Kinder und Jugendliche hart zu limitieren, wäre unumgänglich. Schulen, die vom technischen Fortschrittswahn befreit sind, damit Kinder endlich wieder lernen könnten, worauf es in einer überlebensfähigen Gesellschaft ankommt, statt digital zu verblöden, sind ebenfalls sinnvoll.


Vollständiger Artikel bei heise.de

Auch die Diskussion ist sehr lesenswert.

Impuls aus Bogotá

Externer Link:

https://taz.de/!5681083/ taz vom 30.04.2020:

Impuls aus Bogotá

Die Pandemie zeigt in vielen Städten: Wo ein Wille ist, ist auch schnell ein Radweg

„Es wird spannend, ob das Erreichte bestehen bleibt“Stefan Gelbhaar, Radverkehrsexperte der Bundestagsfraktion der Grünen

Von Anja Krüger

Am Halleschen Ufer in Berlin-Kreuzberg ist ein Teil der Straße mit gelben Streifen abgetrennt, darauf stehen rot-weiße Barken. Der grüne Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar radelt entspannt die breite Spur entlang, die es erst seit Kurzem gibt. Überholende RadlerInnen können den Corona-Sicherheitsabstand von 1,5 Metern gut einhalten. Die Straße ist stark befahren. Ohne die neue Spur wäre es für RadlerInnen hier unangenehm – oder sie müssten auf den Fußweg ausweichen. „Es wird spannend, ob das Erreichte bestehen bleibt“, sagt Radverkehrsexperte Gelbhaar.

Ob Berlin, Bogotá oder Budapest – in vielen Städten werden derzeit vorübergehende Radspuren eingerichtet, sogenannte Pop-up-Bike-Lanes. Denn im Moment fahren viel mehr Leute mit dem Rad. Die Coronakrise zeigt: Wo ein Wille ist, ist auch schnell ein Radweg.

Der Begriff „Pop-up-Bike-Lanes“ kommt aus Nordamerika. Dort experimentieren Städte wie New York schon seit Jahren mit temporären Radstreifen, weiß Burkhard Stork, Geschäftsführer des Fahrradverbands ADFC. „Es hat sich gezeigt, dass es das Sicherheitsempfinden steigert, wenn etwas zwischen Radstreifen und Autostraße steht“, sagt er.

Im kanadischen Vancouver wurde die Innenstadt während der Olympischen Spiele für den Autoverkehr gesperrt. Dann entstand ein gutes Radnetz. Vancouver könnte ein Vorbild sein, wie die Coronakrise die Radinfrastruktur verändert, sagt Stork. „Man sieht daran: Ein Ereignis und temporäre Maßnahmen bringen auf Dauer etwas.“

Der Impuls für die jetzige weltweite Radwegewelle kam aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Dort waren die Straßen schon vorher sonntags gesperrt. In der Corona­krise hat Bogota das Sonntagsprogramm ausgedehnt und etliche temporäre Radstraßen ausgewiesen. „Das war die Initialzündung für viele Städte“, sagt Stork. In Budapest oder Mailand etwa entstehen neue Radwege. In Mexiko-Stadt, Minneapolis oder Calgary wurden Straßen für Autos gesperrt und für FußgängerInnen und RadfahrerInnen geöffnet.

In Deutschland gibt es neue Radspuren bislang vor allem in Berlin, wo die Verwaltung fahrradfreundlich ist. „Aus anderen deutschen Städten sind uns bisher keine Initiativen bekannt, die von der Verwaltung angestoßen wurden“, sagt Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe. „Vielmehr werden Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv, wie in Stuttgart, Frankfurt oder Freiburg.“

In Stuttgart etwa haben BürgerInnen auf eigene Faust Pop-up-Radwege für einige Stunden aufgebaut. Die DUH hat Anträge an 204 Stadtverwaltungen geschickt und sie aufgefordert, Verkehrsflächen für Fahrräder umzuwidmen. Zum Beispiel in Köln, Frankfurt am Main oder Dresden würden sich die Behörden jetzt damit beschäftigten, weitere Kommunen haben angekündigt, das zu tun.

Nicht alle freuen sich über diese Entwicklung. „Aus unserer Sicht wäre dem Radverkehr mehr geholfen, wenn die Radverkehrsinfrastruktur nachhaltig verbessert und entlang der üblichen Planungsprozesse gestaltet würde“, sagt ein Sprecher des ADAC. Übereilte Maßnahmen könnten zu neuen Gefahren führen, weil sich RadlerInnen etwa vor abbiegenden Bussen in Acht nehmen müssen.

Der ADAC findet, temporäre Radspuren sollten mit der Coronakrise verschwinden. Der Abgeordnete Gelbhaar hofft das Gegenteil. In der Coronakrise sei die Wertschätzung fürs Rad gestiegen. „Das Fahrrad gilt als systemrelevant. Das ist neu“, sagt Gelbhaar. Diese Wertschätzung fällt auf fruchtbaren Boden, glaubt er. Denn immer mehr Menschen engagieren sich für eine bessere Radinfrastruktur. Sie bekommen jetzt Rückenwind.


https://taz.de/Verkehrsforscherin-ueber-Nahverkehr/!566395 Kostenloser ÖPNV in Luxemburg wird nur ca. 6 % Steigerung des ÖPNV-Anteils bewirken.