Ergänzung PV- Vorstellung , Solarmodule mit Stein-Optik verschmelzen mit der Fassade

(29.09.21, heise) , Origonal : hier

*** zu unserer Balkon-Kraftwerks-Seite : Infos zum Photovoltaik-Balkon-Modul ***

Das Institut für Solarenergieforschung hat ein Verfahren entwickelt, handelsübliche Photovoltaik-Module optisch besser in Steinfassaden zu integrieren. Von Gregor Honsel

Die PV-Module mit der Stein-Optik. (Bild: ISFH)

Bläulich schimmernde Solarzellen wirken bei Häusern meist als Fremdkörper. Auch bedruckte Module für Fassaden haben immer noch die Anmutung farbiger Glasscheiben. Forscherinnen und Forscher des Instituts für Solarenergieforschung (ISFH) in Hameln haben nun ein neues Verfahren entwickelt, PV-Module unauffällig in Gebäude einzufügen (Paper). Deren Oberfläche sieht nicht nur aus wie Stein – sie besteht aus Stein.

Dazu ersetzten die Wissenschaftler entweder die Frontscheibe eines handelsüblichen PV-Moduls komplett durch ein Steinfurnier, oder sie laminierten ein Steinfurnier auf die bestehende Frontscheibe auf. Auf diese Weise lassen sich Module auch nachrüsten.

Laut PV-Magazine bestehen die insgesamt 1,5 Millimeter dünnen Furniere aus Glasfaserkunststoff und einer 0,5 Millimeter dicken Steinschicht. Die raue Steinoberfläche wirke auch für Betrachter, die aus nächster Nähe vor der Fassade stehen oder sie berühren, authentisch, sagte Hauptautor Arnaud Morlier gegenüber dem PV-Magazine.

Allerdings halbiert sich durch die Verschattung auch der Wirkungsgrad. Ein weiteres Problem: Je nach Maserung und Störungen lassen die Steinfurniere nur ungleichmäßig Licht durch – etwas, was Solarzellen gar nicht gerne haben. Als Abhilfe schlagen die Hamelner vor, die Lichtdurchlässigkeit des Laminats vor der Montage zu scannen und nur die eher homogenen Bereiche zu verwenden.

Werden Module an einer Fassade montiert, sinkt die Stromausbeute gegenüber konventionellen Dachmodulen weiter, weil sie schlechter zur Sonne ausgerichtet sind. Trotzdem können sie eine sinnvolle Ergänzung zu Dachmodulen sein – etwa, weil sie an Ost- und Westfassaden morgens respektive abends verstärkt Strom liefern.

Für die Tests lieferte ein Partner dünne Schichten aus Schiefer, das sich leicht ablösen lässt. Doch was ist mit Kunden, die keine Schiefer-, sondern beispielsweise eine Sandsteinfassade haben? “Jeder Stein ist anders”, sagt Mitautor Robert Wittek gegenüber TR. “Wir arbeiten aber bereits an Verfahren für andere Steinsorten.” Bei weichen Steinen wie Sandstein sei es beispielsweise denkbar, ihn zu mahlen und die Körner in ein Harzbett einzubringen. Auch mit Holz haben die Hamelner bereits experimentiert. Folgeprojekte sollen nun die Kommerzialisierung vorantreiben.

Literaturhinweis : Technology Review 7/21 : Sonderausgabe zum Klimawandel

(28.09.21, heise) , Original : hier

Sie ist die dringendste Herausforderung unserer Zeit: die Erderwärmung. Das neue Technology-Review-Heft widmet dem Klimawandel daher eine komplette Ausgabe.
von : Luca Caracciolo

29.09.2021 08:12 Uhr MIT Technology Review Von

Die neue Ausgabe der MIT Technology Review beschäftigt sich mit dem Klimawandel in vielen Facetten. Dabei zeigt sich: Technologische Innovationen allein werden nicht genügen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Der Klimawandel ist vor allem eine kulturelle und soziale Frage – und eine politische Herausforderung. Die nötigen Einschnitte sind hart, die Veränderungen grundlegend.

Die gute Nachricht: Deutschland kann bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral werden. In unserer Titelgeschichte der Ausgabe 7/2021 (ab Donnerstag am gut sortierten Kiosk oder online bestellbar) fassen wir die wichtigsten Szenarien bezüglich der nötigen Veränderungen zusammen, die dafür nötig wären. Es sind Szenarien und keine Prognosen, aber dennoch machen sie deutlich, dass es hart wird: Weniger individuelle Mobilität, also deutlich weniger fliegen und Autofahren. Viel weniger Fleischkonsum. Noch mehr Windräder – ja, auch direkt vor der eigenen Haustür. Die Liste ist lang.

Wie ernst es schon ist, zeigt zum Beispiel die Tatsache, dass es immer mehr Zonen auf der Erde gibt, die an bestimmten Tagen im Jahr eine Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufweisen, die lebensbedrohlich für Menschen ist. Laut einer Studie ist das für 30 Prozent der Weltbevölkerung an mindestens 20 Tagen im Jahr bereits der Fall. Dieser Prozentsatz wird nach den Berechnungen der Forschenden bis zum Jahr 2100 auf fast die Hälfte ansteigen.

Gleichzeitig räumen wir in der Ausgabe mit Illusionen auf, die immer wieder in der Debatte aufkommen – zum Beispiel bezüglich negativer Emissionen. Die Idee, CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen, klingt ganz fantastisch. Das funktioniert technisch sogar. Die Wahrheit ist aber auch, dass die nötige Menge, um bei einer globalen Klimaneutralität bis 2050 das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, gigantisch ist. Das ist mit technischen Lösungen kaum zu schaffen.

Wir stellen sechs Gründerinnen und Gründer vor, die mit ihrem Start-up dazu beitragen wollen, den Klimawandel abzumildern. Es sind ganz unterschiedliche Geschäftsideen: dabei Etwa Ecosia, die grüne Suchmaschine, die einen Großteil der Erlöse in Wiederaufforstungsprojekte steckt. Oder Formo: Das Start-up arbeitet daran, bei Milchprodukten ohne auszukommen. Darüber hinaus haben wir mit Interpanel, Microlino, Neustark und Volterion gesprochen. Was sie zu sagen haben und welche Geschäftsideen sie entwickelt haben, können Sie in sechs Interviews nachlesen.

Zudem haben wir einige der dringendsten Probleme in den Bereichen Industrie, Verkehr und Energie recherchiert. Woran hapert es beim Ausbau von Offshore-Windkraft-Anlagen? Welche Möglichkeiten gibt es, die Stahlproduktion klimaschonender auszurichten? Wie lassen sich großflächige Photovoltaik-Anlagen mit Naturschutz vereinbaren? Was muss passieren, damit die Verkehrswende gelingt und mehr Menschen aufs Fahrrad steigen? Wie steht es mit Carbon Offsetting – echter Beitrag zum Klimaschutz oder eher doch nur Greenwashing? Diese und weitere Fragen diskutieren wir in der Sonderausgabe. Sie liegt ab Donnerstag am gut sortierten Kiosk und kann online bestellt werden.

Impressionen vom Klimastreik vor dem DBM (24.09.21)

Einige Eindrücke — ohne Demonstrationszug

Weitere Infos und Imressionen :

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Neues vom Nachhaltigkeitsforum

Hallo zusammen!
Die Aufzeichnung des vergangenen Vortrags “Neben uns die SIntflut?” vom 14.9 ist nun online. Ihr findet sie, mit weitergehenden Informationen zu Wahl-o-mat & Co., auf unserem Blog: https://nachhaltigkeitsforum.wordpress.com/2021/09/23/aufzeichnung-neben-uns-die-sintflut-kipppunkte-klimawahl-vom-14-9-2021/

Darüber hinaus haben wir einen kleinen Gastbeitrag auf unserem Blog zum Thema alternativen Suchmaschinen veröffentlicht. Diesen findet ihr hier https://nachhaltigkeitsforum.wordpress.com/2021/09/20/mehr-als-nur-suchen/

Bei Rückfragen und Anmerkungen meldet euch gern direkt bei uns

Liebe Grüße
Dario & das NHF-Orga Team

Propagandaschlacht ums Klima (Buchtip)


Propagandaschlacht ums Klima
Wie wir die Anstifter klimapolitischer Untätigkeit besiegen

Im Original: The New Climate War (von Michael E. Mann)
In der deutschen Übersetzung von Matthias Hüttmann, Tatiana Abarzúa und Herbert Eppel

ISBN 978-3-933634-48-1, 2. Auflage 2021, 440 Seiten,
D: 29,00 € (AT: 29,80 EUR, CH: 33,80 SFr)
Verlag Solare Zukunft

Mit einem Vorwort des Science4Future-Wissenschaftlers Prof. Volker Quaschning und einem Nachwort des Meteorologen Özden Terli.

Klappentext

Propagandaschlacht ums Klima” von Michael E. Mann

Der renommierte Klimawissenschaftler Michael E. Mann zeigt, wie die fossile Brennstoffindustrie seit 30 Jahren eine Kampagne führt, um von Schuld und Verantwortung abzulenken und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verzögern. In dem Buch präsentiert er seinen Aktionsplan zur Rettung des Planeten.

Recyceln. Weniger Fliegen. Weniger Fleisch essen. Das sind einige der Maßnahmen, von denen uns gesagt wurde, dass sie den Klimawandel verlangsamen können. Aber die übermäßige Betonung des individuellen Verhaltens ist das Ergebnis einer Marketingkampagne, die es geschafft hat, die Verantwortung für die Bewältigung des drohenden Klimawandels vollständig auf die Schultern des Einzelnen zu legen.

Die Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie sind dem Beispiel anderer Branchen gefolgt, die ebenso die Schuld von sich weisen –man denke nur an »Waffen töten keine Menschen, Menschen töten Menschen« –oder an das Greenwashing der Getränkeindustrie mit der »Crying Indian« Kampagne in den 1970er Jahren. Gleichzeitig blockieren sie Bemühungen, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zu regulieren oder zu bepreisen, führen PR-Kampagnen durch, die darauf abzielen, praktikable Alternativen zu diskreditieren, und entziehen sich ihrer Verantwortung, das von ihnen geschaffene Problem zulösen. Das Ergebnis ist für unseren Planeten verheerend.

In »Propagandaschlacht ums Klima« vertritt Mann die Ansicht, dass noch nicht alles verloren ist. Er beschreibt die Fronten zwischen den Verbrauchern und den Verursachern –den Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie, den rechtsgerichteten Plutokraten und den Petrostaaten. Und er skizziert einen Plan, um unsere Regierungen und Konzerne zu zwingen, aufzuwachen und echte Veränderungen vorzunehmen, einschließlich:

  • Einer vernünftigen, realistischen Herangehensweise bei der Bepreisung von CO2 und einer Korrektur der gut gemeinten, aber fehlerhaften, derzeit vorgeschlagenen Version des Green New Deals
  • Einer fairen Konkurrenz zwischen Erneuerbaren Energien und fossilen Energieträgern
  • Der Entlarvung falscher Narrative und Argumente, die sich in die Klimadebatte eingeschlichen haben und einen Keil zwischen diejenigen treiben, die Lösungen für den Klimawandel unterstützen
  • Einer Bekämpfung von Klimauntergangsstimmung und Hoffnungslosigkeit.

Angesichts der immens mächtigen Interessen, die den Status quo der fossilen Brennstoffe verteidigen, wird der gesellschaftliche Wandel nur mit der aktiven Beteiligung der Bürger gelingen, die den gemeinsamen Vorstoß unterstützen. Dieses Buch will überalldie Menschen erreichen, informieren und befähigen, sich dem Kampf um unseren Planeten anzuschließen

24.09 – Vorstellung PV – Balkonmodul

Die aktuelle Seite mit weiteren Infos zu unserer Balkon-Solar-Initiative :
hier ( https://boklima.de/pv )


Das mobile Balkon – PV-Modul zum
ausprobieren (aus Dortmund-Dorstfeld)

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist balkon-pv-img-20210913-124536214-hdr-768x1024.jpg
(24.09.21) Impressionen vom KlimaStreik (DBM)

Flyer zum Photovoltaik Balkon Modul
hier : pdf

Was bringt es?

  • 2,5 kWh pro Tag (Sonnentag)
  • 300 kWh pro Jahr
    (Kühlschrank+Router+Waschmaschine )
  • 100€ weniger Stromkosten 
  • Rentiert sich in 6-8 Jahren
  • 150kg / Jahr weniger CO²
    (2,5 Tonnen CO2 in 20 Jahren gespart)

Was kostet es?

  • 1 Solarmodul 380W (2m x 1m)
  • 1 Wechselrichter
  • Stromzähler zum zeigen
  • Montagesystem
  • 2 Stunden Arbeit
  • 400€-500€

Verwirrt aber interessiert?

24.09 – Klimastreiktag vor dem DBM

Komm zum Stand von BoKlima,
Sieh es dir an

  • Am Stand von Boklima / Bochumer Initiativen

selebr ausprobieren :
Ausleihen (kostenlos) und testen

  • Für einen Monat kostenlos ausleihen.
  • Stecker in eine normale Steckdose stecken.
  • fertig und sich freuen.

Fragen an: testen@1megawatt.de , boklima@boklima.de


Infos für Mieter : (Verbraucherzentrale.nrw)
(mehr …)

Mit Stecker-Solargeräten können Sie auch als Mieter:in und Wohnungseigentümer:in eigenen Sonnenstrom erzeugen:

  • Auch auf dem Balkon etc können Sie selbst Solarstrom erzeugen und verbrauchen.
  • Stecker-Solargeräte produzieren Strom für den Eigenbedarf
  • Die Balkon-Modulsysteme sind sicher und lohnen sich langfristig betrachtet auch finanziell.
  • Einige Regeln und Anforderungen sind noch unnötig kompliziert, davon sollten Sie sich aber nicht abschrecken lassen.

Für Miet- und Eigentumswohnungen gilt:
Wenn Sie das Solarmodul an der Balkonbrüstung oder der Hauswand anbringen wollen, müssen Vermieter:in oder Eigentumsgemeinschaft in der Regel zustimmen.
Seit 2020 das Wohneigentumsgesetz (WEG) geändert wurde, ist hierfür keine Einstimmigkeit mehr nötig, sondern nur noch eine mehrheitliche Erlaubnis

Link : Verbraucherzentrale.nrw/… hier

Ausrichtung / Aufstellorte

Grundsätzlich eignen sich :

Süden , Westen , Osten

Eignung selber abfragen und prüfen via Solarkataster : hier ,
via Stadtwerke : hier

Bürokratisches

Jedes PV-Modul muß registriert werden —
ist aber einfach
(mehr …)

Anmelden :

  • die deutschen Netzbetreiber wollen, dass alle Erzeugungsanlagen, unabhängig von ihrer Leistung, bei ihnen gemeldet werden. Diese Forderung haben sie in die entsprechende Vorschrift (Anwendungsregel VDE-AR-N 4105) hineingeschrieben. Vorgesehen ist dabei für Erzeuger bis 600 Watt
  • Hier gibt es ein Anmelde-Formular : hier
  • UND ein Anmeldung bei : Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister.
    • Registrierung ist Pflicht : Alle neuen Anlagen, die Strom erzeugen, müssen (innerhalb eines Monats) in das neue Marktstammdatenregister eingetragen werden
    • Wenn Sie Ihre Anlage nicht registrieren, drohen ein Bußgeld und der Verlust Ihrer EEG-Vergütung.

Steckdosenmodule in Aktion

https://www.s-i-z.de/produkte/anlagen/steckdosenmodul/

Bezugsquellen fertig Module (Auswahl)
(mehr …)

Links zu fertig konfektionierten Balkon-Modulen
Stecker rein — fertig !

  • Solar Info Zentrum , Neustadt/W : Das SIZ-Plugin-System
    • auch via Balkonmodul.de
    • Das Alleinstellungsmerkmal: alle Bauteile werden komplett in Deutschland produziert.
    • Das 300 Wp-Modul aus monokristallinem Silizium wird von der Sonnenstromfabrik in Wismar für SIZ produziert.
    • Abmessungen: 1.550 x 1.010 x 60 mm (H x B x T) , Gewicht: 20 kg
    • Der integrierte Modulwechselrichter von AEConversion aus Bielefeld (315 W) erfüllt alle notwendigen rechtlichen Bestimmungen über eine Verteilerdose können einfach 2 Module (2 Wechselrichter) miteinander verbunden werden (600 Wp)
    • Ein eigens entwickelter Modulrahmen (C-Profil), gleichzeitig der Montagerahmen, ermöglicht eine schnelle, einfache und sichere Montage
  • Techwerke Bürgerenergie , Kirchheim
  • maxx solar & energie GmbH & Co. KG , 99880 Waltershausen, BalkonModul
  • indielux, Berlin

Bezugsquellen selbstbau (Auswahl)
(mehr …)

Beispiel-Modul von :

Das Beisiel Modul wurde freundlicher Weise von : http://1megawatt.de/ zur Verfügung gestellt. – Danke !


Weitere Möglichkeit : PV- Anlage mieten (auf eigenem Dach)

Angebot / Infos der Stadtwerke Bochum
(mehr …)

Erfahrungsberichte Aufbau und Anschluss von PV-Anlagen

  • Beschreibung: Aufbau einer Anlage auf einem Gartenhaus :
    Die Vision: Klimawandel wuppen – Dorstfeld klimaneutral ok, das wird noch.
    http://horstwessel.eu/solaranlage/
  • Initiative aus Dortmund Dorstfeld : “1 Megawatt für Dorstfeld”
  • !! Vorbild für Bochum , schaffen wir 10 Megawatt ? 🙂 !!


Quellenagabe / Bildmaterial / Hintergrundinfos
(mehr …)

Videos auf youtube

Was macht man, wenn man kein eigenes Haus hat, aber gerne selbst Strom, am besten über Solar, produzieren möchte? Man baut sich ein Balkonkraftwerk! Wie das ganze funktioniert, worauf man achten muss und ob es ma Ende überhaupt etwas bringt zeigt uns Mr. Balkonkraftwerk höchstpersönlich Holger Laudeley in diesem Video!

Link : hier

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Diskussion um Normen und Rechtliches
Link : hier
(Achtung Bayrisch )

https://youtu.be/mo1B5pMW2gk



Weitere Fragen , Wünsche , etc bitte an : boklima@boklima.de

Flyer vom 24.09


Umstrittenes Kohlekraftwerk — Gericht hält Standort von Datteln IV für illegal

(27.08.21, Spiegel) , Original : hier

Das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln IV hätte an seinem Standort nicht gebaut werden dürfen, das Oberverwaltungsgericht hat den Bebauungsplan gekippt. Das Kraftwerk bleibt aber am Netz.

Datteln IV ist das einzige Kohlekraftwerk in Deutschland, das trotz der Vereinbarung zum Kohleausstieg neu ans Netz ging. Jetzt hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster festgestellt, dass der Bebauungsplan ungültig ist. »Der Bebauungsplan der Stadt Datteln ist unwirksam«, sagte der Vorsitzende Richter Detlev Klein Altstedde zum Abschluss der Verhandlung in Münster. Die Standortauswahl für das Kraftwerk sei fehlerhaft gewesen.

Außerdem hätte der Regionalverband bei seiner Planung auch Alternativen wie beispielsweise die Errichtung eines Gaskraftwerks in Betracht ziehen müssen, urteilte das Gericht weiter. Ein solches Gaskraftwerk stelle »wesentlich geringere Anforderungen an den Raum« und habe »erheblich weniger Auswirkungen auf die Umwelt«.

Die Umweltorganisation BUND, die gegen Datteln IV geklagt hatte, begrüßte die Entscheidung. »Das ist ein ganz wichtiger Sargnagel für das Projekt Datteln IV«, sagte ihr NRW-Geschäftsleiter Dirk Jansen.

Datteln IV ist seit Mitte 2020 in Betrieb. Ein großer Teil des Stroms geht an die Deutsche Bahn. Nach der Rettung des Hambacher Forstes vor den Baggern des Energiekonzerns RWE haben Umweltschützer Datteln IV verstärkt ins Visier genommen. Mehr zum Thema

Das Kraftwerk geht aber nach der Entscheidung des Gerichts nicht vom Netz, denn sie betrifft nicht die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Kraftwerks. Diese will der BUND aber ebenfalls noch vor Gericht kippen, ein Verfahren ist vor einem anderen Senat des OVG in Münster anhängig.

»Das Gericht hat heute nicht über die Stilllegung von Datteln IV entschieden, sondern über formale Aspekte des Planungsrechts«, sagte der Uniper-Sprecher. Uniper gehe weiter von einer Rechtmäßigkeit der für das Kraftwerk erteilten Genehmigung aus, dieses werde weiter betrieben.

Der BUND erwartet indes, dass das Urteil Rechtskraft erlangen werde. Dann müsse die zuständige Bezirksregierung in Münster Datteln IV die Betriebsgenehmigung entziehen. Die Entscheidung des Gerichts sei auch eine »politische Klatsche« für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet, der sich hinter Datteln IV gestellt habe


Tip von Ingo

Mehr Starkregen in Deutschland — Wenn es regnet, dann so richtig

(26.08.21, Spiegel) Original : hier

Die Klimakrise verändert das Wetter in Deutschland: Dem Deutschen Wetterdienst zufolge wird es in Zukunft weniger zu großflächigem Dauerregen kommen. Dafür stellt Starkregen ein immer größeres Risiko dar.

Im Juli kam es auch im Landkreis Miesbach in Bayern zu schweren Unwettern

Es wird in den kommenden Jahren weniger oft nieseln, aber immer häufiger schütten. Die steigenden Temperaturen verändern die Art der Niederschläge in Deutschland. Statt großflächigem Dauerregen werde es häufiger kleinräumigen Starkregen geben.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Deutsche Wetterdienst vorgestellt hat. Erarbeitet wurde die Studie in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, dem Technischen Hilfswerk und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.


Klimakrise : Lesen Sie mehr über die neuesten Entwicklungen, Hintergründe und spannenden Lösungsansätze in unserem Themenspezial. Alle Artikel


Klimaprojektionen deuteten darauf hin, dass sich die Zahl der Extremwettereignisse durch den Klimawandel erhöhen und intensivieren könnten. Eine Folge ist die Zunahme starker Regenfälle.

Grundlage der Erhebung sind Niederschlagsdaten der Wetterstationen seit 2001. Aus diesen Daten erstellten die Expertinnen und Experten einen Katalog extremer Niederschläge in Deutschland. Dabei zeigte sich: In wärmeren Regionen tritt Niederschlag häufiger als kleinräumiger Starkregen auf und weniger in Form von Dauerregen, der über mehrere Stunden oder Tage anhält.

Extreme Starkregen von kurzer Dauer, wie bei Gewittern, könnten deutlich größer und stärker werden. Deshalb komme insgesamt auch nicht weniger Wasser vom Himmel: Vermehrter Starkregen führe zu einem erhöhten Gesamtniederschlag und zu potenziell größeren Schäden.

Die Gefahr hängt auch vom Wohnort ab

»Starkregen kann jeden treffen«, sagte Tobias Fuchs, der Leiter der Klima- und Umweltberatung beim Deutschen Wetterdienst. Doch bestimmte Faktoren wie die Topografie und der Grad der Flächenversiegelung hätten einen Einfluss auf die konkrete Gefahr. Die Orte, an denen Feuerwehren wegen Starkregens im Einsatz sind, befinden sich der Studie nach häufiger in Senken und in dicht besiedelten Gebieten, in denen viele Flächen versiegelt sind.

Die Behörden forderten, die Erfassung der Einsatzdaten weiterzuentwickeln. Bislang fehle eine Datenbasis für ein flächendeckendes und organisationsübergreifendes Lagebild, dass die Einsatzbelastung bei Starkregen abbildet. Eine Mehrbelastung der Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzsystems müsse sichtbar gemacht werden. »Die klimagerechte Stadt braucht Stadtgrün«

Peter Jakubowski, Präsident des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Die beteiligten Behördenvertreter und -vertreterinnen sprachen sich zudem für mehr Engagement aus, um den Temperaturanstieg zu begrenzen. Es sei notwendig, eine Infrastruktur aufzubauen, »die die Schadenswirkung von Starkregenereignissen, insbesondere in urbanen Regionen, abfedern kann«, sagte Fuchs.

Der Präsident des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Peter Jakubowski, sagte, Städte müssten »kompakt, klimagerecht und wassersensibel umgebaut werden«. Man müsse sicherstellen, dass möglichst viel Niederschlag versickern kann und Starkregen besser aufgehalten wird. Ein solcher Umbau sei teuer und zeitaufwendig.


Mehr zum Thema :


Deswegen, forderte Jakubowski, müsse über zusätzliche Förderungen diskutiert werden. »Die klimagerechte Stadt braucht Stadtgrün und den Schutz von Freiräumen durch kompakte Bebauung«, sagte Jakubowski. Und: »Entsiegeln ist die Kernaufgabe, der sich die Stadtplanung und -entwicklung widmen muss.«

Die Hochwasserkatastrophe, die im Juli vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu schweren Verwüstungen und mehr als 180 Toten führte, sei ein extrem seltenes Ereignis gewesen, hieß es vom Deutschen Wetterdienst. Derartige Niederschlagsmengen träten statistisch betrachtet alle 100 Jahre oder seltener auf.


Tip von ^ingo