Wir müssen nicht ‘das Klima’ retten, sondern uns — neuer IPCC-Bericht

(28.02.22, tagesschau.de) , Original : hier


Weitere Links zum IPCC … (kleine Presseschau)

  • (28.02.22 , Spiegel.de ) , Vier minus für die Bundesregierung ; »Es ist alles gesagt – jetzt zählen Handlungen«: Umwelt- und Klimaschützer reagieren auf den neuen Weltklimabericht. Auch die Bundesregierung bleibe weit hinter ihrer eigenen Ambition zurück.
  • (28.02.22, spiegel.de ) , »Wir haben nur ein kleines Zeitfenster« »Wir sind in Deutschland schlecht auf Extremwetter vorbereitet«: Der Weltklimarat warnt vor den Folgen des Klimawandels. Noch könnte die Anpassung von Städten und Küsten an Extremwetter viele Menschen retten.
    • »Es gibt keinen Kontinent, der verschont bleibt« Betroffen sind sogenannte Erwärmungshotspots wie West- und Zentralafrika, Lateinamerika, asiatische Länder, darunter Indien, ….
    • Seinen ersten Report veröffentlichte der von der Uno eingesetzte Weltklimarat (IPCC) im Jahr 1990. Damals ging es vor allem um die Fragen, wie sich das Klima verändert und inwiefern der Mensch dafür verantwortlich ist. Mittlerweile erscheint der sechste Sachstandsbericht. IPCC ist die Abkürzung für »Intergovernmental Panel on Climate Change«, übersetzt: Zwischen­staatlicher Ausschuss für Klimaänderungen. Der fünfte Sachstandsbericht erschien 2013/2014.
    • Für die ersten beiden Teilberichte des aktuellen IPCC-Reports werteten die Forscher Tausende Klimastudien aus. Die Datenmenge ist so hoch, dass der Uno-Weltklimarat den Stand der Klimaforschung in drei Arbeitsgruppen abhandelt – in dem im August veröffentlichten Abschlussbericht geht es nur um die »naturwissenschaftlichen Grundlagen«, im nun veröffentlichen zweiten Teil geht es um die Folgen des Klimawandels und der Anpassung. Ein Dritter folgt in diesem Jahr noch zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Synthesebericht soll Ende September 2022 vorliegen.

Bericht des Weltklimarates Klimawandel “eindeutig” Gefahr für die Menschheit

“Wir müssen nicht ‘das Klima’ retten, sondern uns” – so bringt ein Wissenschaftler auf den Punkt, was im neuen IPCC-Bericht steht. Wenn nicht bis Ende des Jahrzehnts Entscheidendes passiere, sei es zu spät. Von Werner Eckert, ARD-Studio Mainz

“Der Bericht ist ein Atlas des menschlichen Leidens und eine vernichtende Anklage fehlenden politischen Willens”, sagt UN-Generalsekretär Antonio Guterres – und beim Thema Klimawandel wird seine Verzweiflung immer deutlicher. Ihre Arbeit ist ein Beitrag zum sogenannten sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC.

Werner Eckert

Werner Eckert

Alle sechs bis sieben Jahre fasst der Weltklimarat das aktuelle Wissen zur Klimakrise zusammen. Dafür ist er von den Staaten der Weltgemeinschaft gegründet worden. Die Politiker wollten eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen.

Anja Martini im Gespräch mit Hans-Otto Pörtner, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, zum Bericht des Weltklimarates

13 Min Anja Martini im Gespräch mit Hans-Otto Pörtner, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, zum Bericht des Weltklimarates tagesschau24, 28.2.2022

Zehntausend Studien

Derzeit wird der sechste Sachstandsbericht herausgegeben. In mehreren Teilen. Heute erscheint der zweite Teil zu den Folgen des Klimawandels und den Möglichkeiten der Anpassung. Rund 300 Hauptautoren haben dafür mehr als zehntausend Studien zusammengefasst. Die Entwürfe zum eigentlichen, wissenschaftlichen Report werden in mehreren Runden überarbeitet. Dabei kann praktisch jeder weltweit seine Einwände oder Ergänzungen einbringen. Am Ende steht ein großes akademisches Werk. Daraus wurde in den vergangenen beiden Wochen eine kurze Zusammenfassung für Politiker erarbeitet. 28.02.2022 IPCC veröffentlicht Bericht “Gibt nur begrenzten Zeitraum” Der Weltklimarat stellt heute einen weiteren Bericht über die Folgen der Erderwärmung vor.

Risiken größer als gedacht

Dabei arbeitet die Wissenschaft mit den Staaten zusammen – ein politischer Vorgang. Teilnehmer berichten, dass erneut um die historische Verantwortung der Industriestaaten für den Klimawandel gestritten wurde. Für viel Aufsehen hat aber auch die Nachricht gesorgt, dass sich ein russischer Vertreter im IPCC für den Krieg in der Ukraine entschuldigt hat.

Die Risiken sind größer als bisher angenommen, sagt Professor Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe, die den Bericht verantwortet. Bis zum Ende des Jahrzehnts müsse Entscheidendes passieren, sonst sei das Zeitfenster geschlossen. Erstmals bezeichnet der IPCC es als “eindeutig”, dass der Klimawandel eine Gefahr für das Wohl der Menschheit und des Planeten ist. 14.02.2022 Weltklimarat tagt “Nie stand mehr auf dem Spiel” Zum Auftakt der Beratungen des Weltklimarats hat der Chef des Gremiums eine deutliche Warnung ausgesprochen.

Bis zu 50 Prozent der Systeme brauchen Schutz

Neu ist auch, dass der Bericht auch den Zusammenhang zwischen Klimawandel, Biodiversität und Gesellschaft ausleuchtet. Er betont, dass 30 bis 50 Prozent der Ökosysteme, also der Land- und Meeresflächen sowie der Frischwasserressourcen, vor starken menschlichen Eingriffen geschützt werden müssten. Die Natur brauche diesen Freiraum, um sich an die Erderwärmung anzupassen und langfristig weiter CO2 auffangen zu können. Derzeit sind 15 Prozent der Land- und acht Prozent der Wasserflächen geschützt. 09.08.2021 Neuer Weltklimabericht Schnellere Erwärmung, extremere Wetter Der neue Weltklimabericht stellt fest: Der Klimawandel kommt noch schneller, als befürchtet, und das hat Folgen.

Afrika, Asien und Lateinamerika

Hitze, Dürren und Überschwemmungen – die Hauptrisiken in Folge des Klimawandels. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung (3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen) sind potentielle Opfer dieser Krise. Ihre Existenz ist ohnehin gefährdet, und sie haben kaum Möglichkeiten, den zusätzlichen Stress durch die Folgen abzufangen.

Betroffen sind vor allem Afrika, Asien, Lateinamerika, die kleinen Inselstaaten und die Arktis. Betroffen sind aber auch die Bewohner von Großstädten weltweit. Eine Rolle spielt dabei der Wohlstand: In den ärmeren Staaten haben die Menschen ein 15 Mal höheres Risiko, durch eine Flut, eine Dürre oder einen Sturm zu sterben als in Gebieten mit hohem Wohlstand.

Professor Jörg Birkmann von der Uni Stuttgart, einer der Hauptautoren, merkt dazu an, dass die Industriestaaten ab 2020 den Ärmeren mit jährlich 100 Milliarden Dollar (ca. 90 Milliarden Euro) helfen wollten. Eine Summe, die bis heute nicht zusammengekommen ist. Allein die Schäden an der Ahr in Deutschland summierten sich auf 30 Milliarden Euro. Kommentar 14.11.2021 COP26-Abschlusserklärung Nicht die schlechteste Klimakonferenz Die Abschlusserklärung von Glasgow macht deutlich: Das Zeitalter der fossilen Energie geht zu Ende.

Ab 1,5 Grad steigen die Risiken extrem an

An vielen Stellen betont der Bericht, dass jenseits von 1,5 Grad Erwärmung die Risiken extrem ansteigen. Die maximale tägliche Regenmenge in Deutschland etwa verändert sich dann nur moderat. Bei drei Grad Erwärmung dagegen wären weite Teile betroffen. Auch die Zahl der heißen Tage steigt dann vor allem entlang des Oberrheins drastisch an. Die Zahl der Hitzetoten wird bei drei Grad doppelt bis dreimal so hoch sein wie bei 1,5 Grad. Dürreschäden in der Landwirtschaft können zwar zunächst durch Bewässerung gemildert werden, aber bei drei Grad höheren Temperaturen begrenzt Wassermangel diese Möglichkeit.

Folge wären Wanderungen

Weltweit sinkt schon bei 1,5 Grad Erwärmung der Mais-Ertrag. Bei zwei Grad wird es in vielen Gegenden – vor allem der Tropen – nicht mehr möglich sein, genügend Grundnahrungsmittel zu erzeugen. Derzeit gibt es keine Möglichkeit, sich an diese Veränderungen anzupassen.

Das wird zu Wanderungen führen, rechnet der Bericht vor. Bei 1,7 Grad Erwärmung könnten 17 bis 40 Millionen Menschen südlich der Sahara ihre Heimat verlassen müssen, bei 2,5 Grad könnten es schon 56 bis 86 Millionen sein. Die Migranten bleiben allerdings meist in der Region. 14.11.2021 Nach dem Weltklimagipfel “Der Weg ist jetzt vorgezeichnet” Die Reaktionen auf die Abschlusserklärung des Klimagipfels fallen sehr unterschiedlich aus.

Risiko von Fluten steigt

Der steigende Meeresspiegel gefährdet zunehmend Küstenregionen. Die Wahrscheinlichkeit für ein Flutereignis, das bisher nur alle 100 Jahre einmal vorkommt, steigt um 20 Prozent schon bei nur 15 Zentimeter höherem Wasserstand. Und sie verdoppelt sich, wenn 75 Zentimeter erreicht werden, was bis zum Ende des Jahrhunderts durchaus möglich ist.

Je höher die Durchschnittstemperatur steigt, desto mehr Anpassungsmaßnahmen werden erforderlich. Die meisten davon sind regional und auch bekannt: Hitzeschutz- und Starkregen-Pläne in den Städten etwa. Aber die Wissenschaft macht auch darauf aufmerksam, dass jede Anpassung Grenzen hat. Bei Temperaturen über 50 Grad, wie sie in Australien, dem Nahen und Mittleren Osten und auch in Teilen Nordamerikas immer häufiger werden, ist kein dauerhaftes Leben möglich. Auch die Kombination aus Hitze und Überflutung wie zum Beispiel in Bangladesch gefährdet Lebensräume. 10.11.2021 Vorlage auf Klimagipfel “Zu schwach für einen Durchbruch” Der erste Entwurf einer Abschlusserklärung der Weltklimakonferenz enthält wenig Konkretes.

Ende der fossilen Energien und der Waldzerstörung

In der Tat ist die Sprache der Wissenschaft sehr deutlich in diesem neuen Bericht. Es gibt praktisch keine Erkenntnislücken. Auf den Punkt bringt es der Kommentar von Professor Eckart von Hirschhausen: “Wir müssen nicht ‘das Klima’ retten, sondern uns.”

Dabei ist entscheidend, den Klimawandel zunächst selbst zu bekämpfen und zu limitieren. Das heißt vor allem: raus aus den fossilen Energien und ein Ende der Waldzerstörung. Erst dann werden die Folgen überhaupt beherrschbar bleiben und Anpassung überhaupt möglich sein. Anpassung ist aber immer auch an finanzielle Ressourcen gekoppelt.

Wegweisend ist auch die Verbindung vieler verschiedener Themen im aktuellen Bericht. Allerdings ist das sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche. Denn wenn alles mit allem zusammenhängt, ist es mit einfachen Eingriffen nicht getan. Zum Beispiel: Die Deiche gegen steigende Fluten zerstören Küsten-Ökosysteme. Diese hohe Komplexität kann leicht zu Mutlosigkeit und Inaktivität führen. Das Gegenteil davon aber ist erforderlich: Mut und Handeln.


Wichtige Grafiken aus dem IPCC-Bericht :

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Klima HelpDesk von “Frag den Staat”

“Frag den Staat” hat ein Klima-HelpDesk eingerichtet : Link
(https://fragdenstaat.de/aktionen/klima-helpdesk/)

Kein Thema ist drängender als die Klimakrise.

Daher haben wir den Klima-Helpdesk gestartet. Er beinhaltet alles, was Sie von FragDenStaat kennen, nur mit extra Service, Hilfe und Beratung!

Ob Feinstaubgutachten, Klimaschutzplan oder umweltpolitisches Lobby-Treffen: Unser Klima-Helpdesk ist für Sie da, wenn Sie Informationen von Behörden aus den Bereichen Umwelt und Klima benötigen. Dafür teilen wir unsere Technik und Erfahrung, unser Netzwerk sowie unser juristisches Know-How.

Eine Frau hält Kartonschild, bemalt mit einer Erde und dem Text "We don't have time!"

Mit dem Umweltinformationsgesetz Klimadokumente befreien

Die Grundlage für umweltbezogene Anfragen ist das Umweltinformationsgesetz (UIG). Es gibt allen das Recht, Umweltinfos von staatlichen Stellen zu erhalten. Unser Klima-Helpdesk hilft dabei, dieses Recht auf Informationen wahrzunehmen.

Drehen Sie jetzt an der UIG-Slot-Maschine. Sie zeigt, welche Dokumente angefragt werden können:

Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen

Für wen ist der Klima-Helpdesk?

Für Klima-NGOs und Initiativen

Kampagnen, Studien oder politische Forderungen werden durch umweltrelevante Dokumente untermauert.

Für Journalist:innen

Artikel und investigative Recherchen können auf befreite Dokumente gestützt werden.

Für alle

Jede:r kann Umweltinformationen nach dem UIG anfragen, z. B. aus der eigenen Region.


“Netto-Null bis 2050” — satirisches Video

(14.02.22, schools for future) , Original : hier ; direkter Link zum Video : hier ; Audio : hier

Die Regierung hat einen Werbespot zum Thema “Netto-Null bis 2050” geschaltet, der überraschend ehrlich und informativ ist.

Ein satirisches Video von THEJUICEMEDIA unter der CC BY-NC-SA Lizenz .

Wer unbequeme Wahrheiten in satirischer Aufbereitung am besten verdaut und in der Form auch am liebsten anderen serviert, der ist bei ‘The Juice Media’ goldrichtig. Dieses Meisterwerk ist eine vermeintlich ehrliche Regierungserklärung zum globalen Klimaziel Nettonull-Emissionen bis 2050 (oder 2045), in der eine Frau mit schneidiger Stimme und flinkem Zeigestock ironisch die Lücke zwischen wissenschaftlicher Notwendigkeit und politischem Handeln in der Klimakrise darstellt.

Wir sind begeistert von dem Clip, der Greta Thunberg als unnachgiebiger Verfechterin von Ehrlichkeit in der Klimakrise gewidmet ist und sie im Abspann kurz auftreten lässt.

Wenn du also als Lehrer*in schon immer auf das spritzig-freche Material gewartet hast, um deinen Schüler*innen (Gründe für) die klaffende Lücke zwischen Wissenschaft und Politik in der Klimakrise zu vermitteln, dann bitte zugreifen und nutzen! Gleiches gilt natürlich für alle potenziell Interessierten.

Hilf uns, dieses Video in eine andere Sprache zu übersetzen. Lade einfach das Video, das Hintergrund-Audio und die Transkription auf English (oder auf Deutsch) runter und sende uns das neue Audio oder Video an info@schoolsforfuture.net.

Soziale Kosten des Straßenverkehrs: Was Autofahren wirklich kostet

(26.01.22, zeit.de ) , Original : hier

Eine neue Studie zeigt: Viele können sich ihr Auto nur leisten, weil die Gesellschaft die Kosten für Gesundheits- und Umweltschäden trägt – mit rund 5.000 Euro pro Jahr.
Von Andrea Reidl

Was Autofahren wirklich kostet

Autofahren ist teurer, als viele Menschen denken. Neben Kosten für Sprit, Versicherung und Kfz-Steuer fallen jedes Jahr soziale Kosten an, die die Gesellschaft trägt. Etwa weil Menschen aufgrund von Lärm oder Luftverschmutzung durch den Autoverkehr erkranken, früher sterben oder an den Folgen des Klimawandels leiden. In der neuen Studie The Lifetime costs of driving a car (auf Deutsch: “Die Kosten des Autofahrens über die Lebenszeit”) wurden diese privaten und die sozialen Gesamtkosten umfassend berechnet. Demnach subventioniert die Gesellschaft jedes Auto jährlich mit im Schnitt rund 5.000 Euro. Aber auch für die Halterinnen und Halter selbst ist ein eigener Wagen deutlich teurer als bislang angenommen.

Die Mobilitätsforscher und -forscherinnen Stefan Gössling, Jessica Kees und Todd Litmann haben die tatsächlichen Kosten eines 50-jährigen Autofahrerlebens anhand von 33 Faktoren berechnet. Grundlage waren die drei gängigsten deutschen Autotypen Opel Corsa (Kleinwagen), VW Golf (Mittelklassewagen) und Mercedes GLC (SUV). Die Ergebnisse zeigen: Müssten Autofahrer und -fahrerinnen alle Kosten selbst zahlen, die ihr Wagen verursacht, könnten sich nur Gutverdienende überhaupt noch ein eigenes Auto leisten. 

Bei der typischen deutschen Fahrleistung von 15.000 Kilometer pro Jahr würde ein Opel Corsa der Studie zufolge in einem Autofahrerleben 599.082 Euro kosten, bezöge man alle gesellschaftlichen und privaten Kosten ein. Ein VW Golf landet bei 653.561 Euro und ein Mercedes GLC bei 956.798 Euro. Die Gesellschaft trage davon jährlich im Fall des Opel Corsa 41 Prozent (4.674 Euro), beim Golf 38 Prozent (4.755 Euro) und beim Mercedes GLC 29 Prozent (5.273 Euro).

Die drei teuersten Kostenpunkte für die Gesellschaft sind dabei laut der Studie die Luftverschmutzung (beim Corsa 1.495 Euro im Jahr), der Landverbrauch und die Instandhaltung der Infrastruktur (1.167 Euro) sowie das Bordsteinparken (1.005 Euro). Hinzu kommen unter anderem noch Kosten, die durch Lärm (120 Euro), den Klimawandel (435 Euro) und durch Einschränkungen für Radfahrende oder zu Fuß Gehende (225 Euro) entstehen. “Nur ein Teil der dabei entstehenden Infrastrukturkosten wird durch Benutzungsgebühren oder Steuern beglichen”, sagt Forscher Gössling.

Im Stau stehen kostet viel Zeit

Viele der Kosten haben keinen offiziellen Preis. ….

Die privaten Kosten, zu denen Anschaffung, Wartung und Betrieb sowie Wertverlust gehören, haben die Wissenschaftler umfassend einbezogen. Berücksichtigt werden Parkgebühren, Maut, Führerschein, Bewohnerparken oder auch der Zeitverlust, der durch Stau entsteht. 40 Stunden stand der typische Autopendler 2021 im Stau. “Das entspricht einer Arbeits- oder Urlaubswoche”, sagt Gössling. In München sind es mit 79 Stunden sogar fast zwei Wochen, die Autofahrende beim Warten auf der Straße verbringen. Den dabei entstandenen Zeitverlust berechnen die Forschenden über verlorene Arbeitsstunden mit 555 Euro pro Jahr pro Fahrzeug.

So summieren sich die jährlich anfallenden privaten Kosten fürs Autofahren auf rund 6.700 Euro für einen Opel Corsa, 7.657 Euro für einen VW Golf und knapp 12.900 Euro für einen Mercedes GLC. “Das ist deutlich mehr, als der ADAC anführt”, sagt Gössling.

Appell für eine schnelle Verkehrswende

Mit ihrer Studie stellen die drei Forscher und Forscherinnen die autozentrierte Verkehrspolitik infrage. Seit den Fünfzigerjahren subventioniert die Bundesregierung den privaten Autobesitz unter anderem durch umfangreichen Straßenbau, günstige Parkgebühren, Pendlerpauschalen oder Dienstwagenprivilegien. Das hat dazu geführt, dass das Auto das Verkehrsmittel der Wahl ist. “Der Autobesitz beeinflusst unser Verkehrsverhalten”, sagt Gössling. Hat ein Haushalt einen Pkw, würde er für fast alle Wege genutzt. Das sei gewollt. 

“Die vorherrschende politische Haltung ist, dass unser Verkehrssystem nur sozial gerecht ist, wenn jeder Erwachsene ein Auto besitzt“, sagt der Mobilitätsforscher. Aber ein Verkehrssystem, das den privaten Autobesitz so massiv subventioniert wie hierzulande, sei eben nicht sozial gerecht. Denn: “Ein ungelernter Arbeiter investiert bis zu einem Drittel seines Lebenseinkommens, ein Facharbeiter immer noch rund ein Fünftel seines Lebenseinkommens, um einen Kleinwagen zu bezahlen”, sagt Gössling. Und das entspreche noch nicht einmal den realen Kosten. Würde der ungelernte Arbeiter auch die gesellschaftlichen Kosten tragen, müsste er 60 Prozent seines Lebenseinkommens aufbringen, um einen Opel Corsa zu fahren.

Mehr soziale Gerechtigkeit im Verkehr hieße für Gössling, dass alle Menschen bequem und kostengünstig mobil sein können. Und zwar ohne ein Auto besitzen zu müssen. “Alternativen wie ein Jahresticket für den ÖPNV in Kombination mit Carsharing und anderen Mobilitätsangeboten sind deutlich günstiger”, sagt Gössling. Für ihn ist das Ergebnis der Studie ein Appell an die Politik, die Verkehrswende zu beschleunigen.


Zum Thema (Zeit.de-Links):

Verkehrswende: Wie aus Autofahrern Radfahrer werden

Klimakrise: Wir können uns Milliardäre nicht mehr leisten


(Tip von Ingo)

Satellitendaten: Antarktis-Gletscher schmelzen deutlich schneller als erwartet

(30.01.22, heise.de ) , Original : hier

Bei einer Gruppe kleinerer Gletscher löst sich vor allem die freischwimmende Unterseite des Eises ab. Der Meeresspiegel könnte um bis zu 1,3 Meter ansteigen.

Neue Hiobsbotschaft vom Südpol: Eine Gruppe kleinerer Gletscher in der westlichen Antarktis – Smith, Pope und Kohler – schmilzt seit rund 30 Jahren schneller als durch bisherige Modelle nahegelegt. Sie sind dünner geworden, haben Schelfeis an den Ozean verloren und sich weiter ins Land zurückgezogen. Dies geht aus einer Studie hervor, die jetzt im Fachjournal “Nature Geoscience” erschienen ist.

Den rapiden Abschmelzungen kamen die Forscher demnach mithilfe spezieller Radardaten der Satellitenmissionen Tandem-X und Cosmo-Skymed auf die Spur. Aufgefallen war ihnen vor allem der Rückgang der sogenannten Aufsetzlinie.

…

Klimawandel-Buch — Machste dreckig – Machste sauber: Die Klimalösung

(Dez, 2021 ) Original : hier

Zwei Studenten erklären mit kurzen Texten, anschaulichen Grafiken und der Unterstützung von über 250 Wissenschaftlern die Maßnahmen zur Lösung des Klimaproblems

Sven PLöger :
Statt lähmender Katastrophenangst sind Ideen gefragt, die jeder und jedem Mut machen. David & Christian bringen das in beeindruckender Weise und mit tollen Grafiken auf den Punkt. Ein so wichtiges Buch!

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  • Leseprobe : hier
  • Einzelne Grafiken : hier
  • Alle Grafiken (Achtung 60MB) : hier

Verkleinerte Grafiken

Titel der Folien

Lassen Sie uns gemeinsam den Klimaschutz in die Tat umsetzen!

  • Grundlage des Klimas
    • — Der Unterschied zwischen Wetter und Klima
    • — Die Erwärmung seit der Industrialisierung
    • — Die Ursache des Klimawandels: Der Treibhauseffekt
  • Folgen des Klimawandels :
    • — Der Grönländische Eisschild schmilzt…
    • — Der Unterschied zwischen einer 1,5 und 2 Grad Erwärmung
  • Loesung
    • — Wie können wir das 1,5 Grad-Limit einhalten?
    • — Wo entstehen die Treibhausgasemissionen?
    • — Das Klimaproblem ist ein Energieproblem… … aber noch immer stammt der Großteil der weltweit benötigten Primärenergie aus fossilen Energien!
    • — Erneuerbare Energien werden immer wettbewerbsfähiger!
    • — Smart-Grid – das Energiesystem der Zukunft
    • — Zukünftig wird Solarenergie weltweit am meisten Energie liefern!
    • — Wind in Deutschland
    • — Energiespeicher unterstützen eine stabile Energieversorgung.
    • — Übersicht der notwendigen Maßnahmen zur Errichtung eines klimafreundlichen Gebäudes.
  • Folgen des Klimawandels
    • — Welche Verkehrsmittel verursachen die meisten Emissionen?
    • — Beim Elektroauto gilt: Je mehr Ökostrom getankt wird, desto besser!
    • — Die richtige Lagerung von Lebensmitteln hilft Lebensmittelverschwendung und damit Emissionen zu vermeiden!
  • Loesung
    • — Emissionen verschiedener Nahrungsmittel
    • — Industrieländer konsumieren zu viele tierische Produkte!
    • — Wie funktioniert eigentlich ein CO2-Preis?
    • — Zusammenfassung der wichtigsten Klimaschutzmaßnahmen
    • — Klimaschutz gelingt nur, wenn alle mit anpacken!

  • Deshalb sind hier die 7 wichtigsten Dinge, die jeder tun kann!

Die Klimaretter – haben wir noch eine Chance? (ARD)

(10.01.22, ard.de ) , Original : hier (43:00min)

Weltweit werden in Politik, Unternehmen, Laboren und Universitäten Lösungen für das drängendste Problem unserer Zivilisation gesucht. Die Macher der Doku besuchten Klimaretter:innen im Sudan, in Indonesien und Europa.

Vorschau-Video : hier (00:29min)

Jedes Mal, wenn die Frauen in Shagra einen Akazien-Setzling in den Sand Darfurs einpflanzen, ist das in dem sudanesischen Dorf ein Anlass großer Freude. Der Baum wird seine Wurzeln hundert Meter ins Erdreich treiben und besser gegen die Dürren in der Sahelzone gewappnet sein als die meisten anderen Pflanzen. Er wird Gummisaft absondern, wenn die Frauen nach ein paar Jahren die Rinde anritzen. Der Verkauf von Gummi arabicum wird die Armut im Dorf lindern. 65.000 Akazien wachsen bereits in Darfur: ein Segen für die bitterarme Region und zugleich ein Kohlendioxid-Speicher, der dazu beitragen kann, die Erderwärmung zu begrenzen.

Besuch bei Klimaretter:innen

Weltweit werden in Politik, Unternehmen, Laboren und Universitäten Lösungen für das drängendste Problem unserer Zivilisation gesucht. Die Macher der Doku besuchten Klimaretter:innen im Sudan, in Indonesien und Europa. Deren Erfindergeist lässt Winddrachen steigen, Gebäude abkühlen, Länder durch Ökostrom-Trassen verbinden oder Kohlendioxid aus der Atmosphäre saugen. Ihre Arbeit entscheidet mit über die Lebensbedingungen der nächsten Generationen.

Ein Film von Thomas Aders

Diese Sendung online first ab 3. Januar und nach der Ausstrahlung 12 Monate lang in der ARD Mediathek verfügbar.


Es ist das drängendste Problem unserer Zivilisation: Der Klimawandel. Weltweit suchen Menschen in der Politik, Unternehmen, Laboren und Universitäten nach Lösungen, um das Klima zu stabilisieren. In dieser Doku besuchen die Macher zahlreiche Klimaretter:innen auf der Welt und präsentieren ihre Vorschläge. Zum Beispiel reisen sie nach Dafur im Sudan, wo Frauen Akaziensetzlinge pflanzen, die ihre Wurzeln weit in den Boden treiben. So trotzen sie der Dürre und speichern Kohlendioxid. Außerdem geht es noch nach Indonesien und Europa.



Ähnliche Sendungen

Schlagworte: Wissenschaft/Forschung Umweltfragen/Klima Dokumentation/Reportage Lassen Sie sich durch die An- und Abwahl der Schlagworte entsprechende Sendungen anzeigen.

Vorsitz der Umweltminister fordert Photovoltaik-Pflicht bei Neubauten – (heise.de)

(08.01.22 , heise.de) , Original : hier

Beim wichtigen Ausbau der erneuerbaren Energien ist Photovoltaik ein Schwerpunkt – dafür bedarf es laut Niedersachsens Ressortchef einer Pflicht.

Neubauten in Deutschland sollen nach Ansicht von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies verpflichtend mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. “Wir brauchen diese Pflicht bundesweit. Jedes Dach, das neu errichtet wird, muss verpflichtend mit Photovoltaik belegt sein. Das gilt dann für das Einfamilienhaus genauso wie für den Gewerbebau oder logischerweise für öffentliche Gebäude”, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Niedersachsen ist 2022 Vorsitzland der Umweltministerkonferenz. Nach bisherigen Planungen tagen die Umweltminister der Länder im Mai in Wilhelmshaven sowie im November in Goslar. Zudem ist eine Sonder-Umweltministerkonferenz geplant.

Die Frage von Photovoltaik spiele aber nicht nur bei Neubauten eine Rolle, man müsse auch Lösungen finden, wie bei Sanierungen umgegangen werde, erläuterte Lies. “Die eigene Dachfläche mit Photovoltaik zu belegen, lohnt sich immer. Dann erzeuge ich die Kilowattstunde Strom vielleicht für sechs oder sieben Cent, sonst müsste ich den Strom für nahezu 30 Cent einkaufen. Das rentiert sich nach wenigen Jahren und die Preise bleiben konstant.”

Diese Pflicht soll in Niedersachsen in einem überarbeiteten Klimagesetz enthalten sein, was laut Lies vor der Sommerpause vom Landtag beschlossen werden soll.

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung heißt es: “Alle geeigneten Dachflächen sollen künftig für die Solarenergie genutzt werden. Bei gewerblichen Neubauten soll dies verpflichtend, bei privaten Neubauten soll es die Regel werden.”

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes kamen im dritten Quartal des Vorjahres 13,3 Prozent der in Deutschland erzeugten Strommenge aus Photovoltaik. Insgesamt lag der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromeinspeisung mit 43,1 Prozent etwas unter dem Vorjahreszeitraum (43,9 Prozent).

Mit Blick auf die Ampel-Koalition im Bund betonte Lies: “Wir haben bei der alten Regierung vor allem aufseiten des Bundeswirtschaftsministeriums starkes Bremsen erlebt beim Ausbau der erneuerbaren Energien, wie auch generell von der Union auf Bundesebene. Viele Themen waren in der bisherigen Konstellation so schlicht nicht umsetzbar.” Lesen Sie auch E-Auto auf dem Land: Das moderne Abenteuer beginnt – Teil 1

Weiter sagte der Minister: “Bei der Ampel merken wir es jetzt schon, dass wir nicht mehr darüber streiten, ob wir die erneuerbaren Energien stärker ausbauen müssen, sondern wie wir es gemeinsam hinkriegen. Das ist ein ganz anderer Geist der Zusammenarbeit.”

(tiw)

Nachhaltigkeit – Wohlleben , WDR-COSMO

(15.12.21, geo.de ) , Peter Wohlleben Was bedeutet eigentlich nachhaltig?

Ein Gespräch mit Louisa Dellert

Nachhaltigkeit – Der Begriff ist in aller Munde. Doch was genau meinen wir, wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen?
Nachhaltigkeit – Der Begriff ist in aller Munde. Doch was genau meinen wir, wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen?

von Peter Wohlleben 15.12.2021, 12:30 Uhr Woher kommt der Begriff Nachhaltigkeit? Wer hat ihn definiert? Was ist wirklich sozial gerecht? Wieviel schlechte Nachrichten verträgt der Mensch? Über diese Fragen unterhalten sich Peter Wohlleben und die Autorin, Moderatorin und Influencerin Louisa Dellert

zum Audio : hier

Der Begriff ist in aller Munde – mehr und mehr Menschen bekennen sich zu ihm. Doch was genau meinen wir, wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen?

Der Impuls zur Nachhaltigkeit kam nicht von der Forstwirtschaft

Starten wir mit einem berühmten Werbezitat um ein Schweizer Kräuterbonbon: “Wer hat’s erfunden?” Im Falle der Nachhaltigkeit kam der Impuls nicht von der Forstwirtschaft (obwohl die sich die Idee gerne auf die Fahnen schreibt) – es war der Bergbau. Hans Carl von Carlowitz, ein sächsischer Berghauptmann, stellte wie viele Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts fest, dass der Branche das so wichtige Holz auszugehen drohte.

Man brauchte es beispielsweise, um die weitverzweigten Stollen gegen Einsturz abzusichern. Von Carlowitz unternahm ausgedehnte Reisen in Europa und traf dort auf Menschen wie den Engländer John Evelyn, einen Gartenbauer, der schon vor von Carlowitz Abhandlungen über Baumanpflanzungen zur Verhinderung einer Rohstoffknappheit geschrieben hatte.

Mengennachhaltigkeit statt Erhalt von Ökosystemen

Unter den Eindrücken seiner Reisen verfasste der Berghauptmann dann sein Werk “Sylvicultura oeconomica”, den Grundstein der heutigen Forstwirtschaft in Deutschland, ja sogar weltweit.

Mit Ökologie hat das allerdings so wenig zu tun, als wollte man ein Maisfeld zu einer Insektenwiese adeln – nein, von Carlowitz führte vielmehr landwirtschaftliche Methoden im Wald ein.

Seither werden Bäume in Feldern angebaut, werden gepflegt und nach wenigen Jahrzehnten mehr oder weniger zeitgleich “geerntet”. Diese Plantagenwirtschaft wird bis heute auf großer Fläche betrieben. Aus damaliger Sicht war die Methode ein Fortschritt. Der Wald glich durch akkurate Gliederung in Abteilungen einem gut kontrollierbaren Vorratslager, aus dem nie mehr entnommen werden sollte als nachwuchs. Es ging also nicht um den Erhalt von Ökosystemen, sondern um eine reine Mengennachhaltigkeit. So etwas betreibt prinzipiell jeder Bauer auf seinem Feld: Jährlich wird in etwa die gleiche Menge an Feldfrüchten geerntet.

Eine moderne Definition von Nachhaltigkeit

Dieses Prinzip wurde bis heute im Wald eingehalten. Gelitten hat unter der Konzentration auf den Rohstoff Holz das Ökosystem. Wirklich alte Buchenwälder, einst in ganz Mittel- und Westeuropa dominierend, sind in Deutschland auf kümmerliche Reste von 0,3 Prozent der Waldfläche zusammengeschmolzen. Nachhaltig kann man das nicht nennen. Doch was wäre eine moderne Definition dieses so inflationär gebrauchten Begriffs? Sinnge­mäß hat man sich international auf Folgendes geeinigt: Das Ökosystem muss in seiner Funktion und Ar­tenausstattung so an die folgende Generation übergeben werden, dass es mindestens dem Zustand entspricht, in dem wir es von un­seren Eltern übergeben bekommen haben.

Schnell wird klar: Wirklich nachhaltig zu handeln ist in der heutigen Zeit, auf diesem Niveau des Lebensstandards, nicht mög­lich. Egal was wir tun, was wir pro­duzieren oder verbrauchen: Es hin­terlässt Spuren in der Umwelt, die sich nicht so schnell tilgen lassen. Trotzdem lohnt es sich, es wenigs­tens zu versuchen, und dabei mag die Einführung eines neuen Wortes helfen, denn neuerdings wird dem Begriff Nachhaltigkeit ein Adjektiv an die Seite gestellt: enkelgerecht. Und genau das sollte unser Han­deln prägen: Es muss den künfti­gen Generationen eine lebenswerte Zukunft ermögli­chen, einschließ­lich einer ausreichend großen, in­takten Natur.



(25.12.21, WDR-COSMO) Wasteland Rebels – Der COSMO Nachhaltigkeits-Podcast

Wie anfangen mit mehr Nachhaltigkeit im Alltag?

Der innere Schweinehund – wir kennen ihn alle. In dieser Folge sprechen Jessica und Shia, warum es es so schwer ist den Alltag nachhaltiger zu gestalten. Auch wenn wir eigentlich wissen, dass das eine gute und wichtige Sache ist. Und welche ersten konkreten Schritten bringen viel für den Klimaschutz? Und wir erfahren, wie Shia angefangen hat ihr Leben auf Zero-Waste und komplett nachhaltig umzukrempeln.

In dieser Folge beleuchten Hosts Jessi und Shia, warum es eigentlich so schwer ist, den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten, obwohl wir doch wissen, dass es wichtig ist, wenn wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindern wollen. Audio starten, abbrechen mit Escape

Wie anfangen mit mehr Nachhaltigkeit im Alltag?

COSMO Wasteland Rebels – besser nachhaltig. 25.12.2021. 44:55 Min.. Verfügbar bis 25.12.2022. COSMO. Von Cengiz Tarhan.

Audio Download . Download mit LINUX: Rechte Maustaste und “Ziel speichern unter” oder “Link speichern unter”.

Wie und wo fängt man am besten an, das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten?

Ah, der innere Schweinehund – wir kennen ihn alle! Nicht umsonst heißt es: Aller Anfang ist schwer. Das bewahrheitet sich bei vielen Dingen, die wir uns vorknöpfen wollen – ein nachhaltigeres Leben ist da keine Ausnahme.

Selbstdisziplin ist nun wirklich nicht die Stärke von Shia. Im Gegenteil, sie ist Chaotin und oft eine ziemlich faule Socke. Trotzdem lebt sie seit über 7 Jahren Zero Waste und noch länger vegan. Wie das sein kann – das möchte Jessi in dieser Folge von Shia wissen.

Das Mindset scheint eine große Rolle zu spielen. Wenn wir defizitorientiert an die Sache gehen und immer nur sehen, was wir noch nicht können, verlieren wir schnell die Motivation. Shia vergleicht es wie das Erlernen einer Sprache – da erwarten wir doch auch nicht, direkt nach kurzer Zeit die Sprache fließend zu beherrschen. Jeder kleine Erfolg verdient es, gefeiert zu werden.

Dazu sprechen sie mit Psychologin Ellen Matthies von der Otto-von-Guericke-Universität und holen sich da auch noch mal viele Tipps, die helfen, das Ganze effizient anzugehen, sich bei Laune zu halten und den Spaßfaktor hochschrauben.