Das Technologiequartier in Bochum bekommt neue Baugrundstücke — Es sollen wieder Bäume gefällt werden
Infoveranstaltung : DO 29.01.26, 18h , Zentrum für IT-Sicherheit statt. (Lise-Meitner-Alee 4)
Das Bochumer Technologiequartier soll wachsen. Geplant ist die Schaffung neuer Baugrundstücke, die Unternehmen die Möglichkeit bieten, sich in direkter Nähe zur Ruhr-Universität und der Hochschule Bochum anzusiedeln. Diese Nähe zu den wissenschaftlichen Einrichtungen soll den zukünftig ansässigen Unternehmen zahlreiche Vorteile und Synergien bieten. Die Stadt Bochum wird den Bebauungsplan für den Ausbau des Technologiequartiers Ende Januar vorstellen. Eine Infoveranstaltung dazu findet am 29. Januar 2026 im Zentrum für IT-Sicherheit statt. (Lise-Meitner-Alee 4) Bereits ab dem 19. Januar 2026 wird der Bebauungsplan online, auf der Website der Stadt Bochum, verfügbar sein.
Weitere Infos :
Die Vorstellung des Konzepts zum Bebauungsplan findet auf einer Informationsveranstaltung am 29. Januar um 18 Uhr im Zentrum für IT-Sicherheit, Lise-Meitner-Allee 4, statt. Außerdem kann das Konzept vom 19. Januar bis zum 20. Februar eingesehen werden auf den Internetseiten der Stadt Bochum unter bochum.de/bebauungsplaene oder im Technischen Rathaus der Stadt Bochum, Hans-Böckler-Straße 19, Zimmer Nr. 1.0.210 (Planauslage). Die Öffnungszeiten sind: Montag, Dienstag und Freitag von 8 bis 13 Uhr, Mittwoch von 8 bis 16 Uhr und Donnerstag von 8 bis 18 Uhr. Stellungnahmen zur Planung können zum Beispiel im Internet unter bochum.de/bebauungsplaene abgegeben werden.
Bebauungsplan Nr. 1039 – Technologiequartier am Campus – In der Nähe zur Ruhr-Universität und zur Hochschule Bochum sollen neue Gewerbeflächen entstehen. https://bochum-mitgestalten.de/bebauungsplan-nr-1039 (( leider keine direkte Beteiligung via Consul !! ))
BoKlima — das Bochumer Klimaschutz-Bündnis — wendet sich mit seinem 21. Klimanotstandsbrief (KNB) an die SPD Fraktion. Thema ist das Bebauungsplanverfahren 0294 „Overdycker Straße“ in Hamme. Dort sollen 65 Wohneinheiten und eine KiTa entstehen. Opfer dieser Pläne ist wie so oft eine Waldfläche. Die SPD hat die Pläne bereits gutgeheißen. BoKlima zeigt jedoch Ideen, wie das Wäldchen gerettet werden könnte:
21. Klimanotstandsbrief des Bochumer Klimaschutzbündnisses
An Frau Simone Gottschlich, Herrn Jörg Laftsidis sowie die gesamte SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bochum
Der Wald an der Overdyker Straße muss nicht sterben, Sie haben es in der Hand!
Sehr geehrte Frau Gottschlich, sehr geehrter Herr Laftsidis, sehr geehrte Damen und Herren der SPD-Fraktion,
der im Frühjahr d.J. bekannt gemachte Bebauungsplanentwurf der VBW wurde von Ihnen, Frau Gottschlich und Herr Laftsidis, für die Bochumer SPD positiv bewertet 1.
Diese Einschätzung können wir nach Durchsicht der Unterlagen nicht teilen und möchten Ihnen daher unsere Bedenken gg. die Abholzung des Wäldchens wie auch unsere alternativen Überlegungen mitteilen. Dabei sei zunächst unterstellt, dass die 65 neuen Wohneinheiten und die KiTa des städtebaulichen Entwurfs an diesem Ort tatsächlich auch benötigt werden.
Unser Ansatzpunkt ist der Umstand, dass der Kernbereich des Wäldchens etwa die Hälfte des B-Plangebietes ausmacht (Overdyker Wäldchen = rot umrandeter Bereich = südlicher Bereich des B-Plans), und wir überlegt haben, wie die aktuell genau dort angesiedelten Funktionen anderweitig erfüllt werden könnten um diesen Wald zu retten.
Auf der Kernfläche des Overdyker Wäldchens befinden sich gemäß Entwurf im Wesentlichen:
8 Reihen-EFH
1 MFH mit 15 WE (Gebäude 1)
1 MFH mit 9 WE, jed. nur zur Hälfte (Gebäude 2) (in Summe somit rd.28 WE)
1 KiTa
1 Parkplatz mit 34 Stellplätzen nebst aufwändiger und unglücklicher Zuwegung
Es gilt also diese Funktionen außerhalb der Waldfläche unterzubringen und gleichzeitig die Freifläche, im Norden des Gebietes, zu optimieren.
Hier unsere Lösungsansätze:
Es ist vorgesehen das nördlichste der neuen Wohnhäuser (Gebäude 4), das direkt an die dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser der Untere Heidestraße anschließt, viergeschossig auszuführen. Diesen Gedanken finden wir richtig. Deshalb, aber auch generell, bietet es sich daher an den vorbeschriebenen Geschosswohnungsbau im Bestand ebenfalls um mindestens ein Geschoss zu ergänzen.
Die Einfamilienhäuser des B-Planentwurfs sind generell fraglich, entsprechende Diskussionen, auch in unserer Stadt, sind bekannt. Deshalb würden wir vorschlagen, als Alternativangebot zu den EFH’s, einige der möglichen Aufstockungen als attraktive Penthousewohnungen in gehobener Ausstattung und Größe auszuführen. Darüber hinaus könnten die in dem vorgenannten Gebäudebestand befindlichen viergeschossigen Wohnhäuser ebenfalls um ein Penthouse, etwa in Form eines Staffelgeschosses, erweitert werden.
Aufstockungen im Gebäudebestand sind aus Sicht von BoKlima jedwedem weiteren Flächenverbrauch vorzuziehen. Das Potenzial zusätzlichen Wohnraums allein in der unmittelbaren Nachbarschaft des B-Plangebietes ergibt sich aus folgender ersten Abschätzung: Die bislang auf der bewaldeten Fläche geplanten 28 Wohneinheiten dürften sich allein hierdurch kompensieren lassen.
Die unbewaldete Fläche des Baugebietes (nördlicher Bereich) soll gem. Entwurf neben den neuen Wohnhäusern mit rd. 37 WE bislang auch einen weiteren Parkplatz, eine Spielfläche sowie eine Retentionsfläche erhalten. Lediglich unter den Gebäuden 3 und 4 soll eine Tiefgarage entstehen. Hier schlagen wir eine andere Aufteilung und Schwerpunktsetzung vor: Die großflächige Auskofferung aufgrund der notwendigen Bodensanierung sollte für die Anlage einer ebenso großflächigen Tiefgarage genutzt werden, sodass die beiden geplanten ebenerdigen Parkplätze (einer im bisherigen Wald) entfallen können.
Die Spielfläche sowie den Außenbereich der KiTa würden wir direkt am Waldrand anordnen und somit den Wald, wenigstens teilweise, mitnutzen können.
Was die Bebauung dieser Fläche mit bisher 37 Wohnungen betrifft (65 WE – 28 WE) könnte diese nunmehr deutlich intensiviert werden. Durch die vorgeschlagene Verlagerung der Spielfläche und des KiTa-Außenbereichs an den Waldrand und in den Wald hinein, sowie durch Wegfall des Parkplatzes, ergeben sich zusätzliche Bauflächen, die nicht nur Raum für 37 Wohnungen bieten, wie bisher, sondern die auch Platz für die KiTa schaffen.
Eine Kita muss heute kein freistehendes Gebäude sein. Das zeigen zahlreiche Beispiele, etwa die KiTa Luthers Garten in einem gelungenen Neubauprojekt in Bonn:
Deswegen schlagen wir vor die KiTa im Erdgeschoss, ggf. auch bis ins 1. Obergeschoss, eines der neuen Mehrfamilienhäuser zu projektieren, und diesen Baukörper, vor allen anderen, nahe an den Wald heranzurücken.
Die von der VBW vorgelegte Planung entspricht nach unserer Auffassung nicht den heutigen Erfordernissen an eine zukunftsfähige Stadt. Wir sehen auch keine Notwendigkeit, dass Bochum-Hamme dieses Wäldchen verlieren muss. Deshalb bitten wir die Bochumer SPD Ihre Haltung in der Frage zu überdenken. Ihrer Rückäußerung sehen wir mit großem Interesse entgegen.
Bochum, den 12. September 2025
Gez.: Ihre Bürger*innen des Bochumer Klimaschutzbündnisses Mailkontakt: boklima@boklima.de Homepage: www.boklima.de Kopien: Presseverteiler, Bündnisverteiler