Petition : Solaranlagen für jeden Haushalt! #freiheitsenergie

(von change.org ) , Original : hier


Cemil Degirmenci hat diese Petition an Ursula von der Leyen (Präsidentin der Europäischen Kommission) und an weitere 3 gestartet

Legalisieren und entbürokratisieren Sie die Installation von kleinen Solaranlagen in der EU – jetzt!

Zum Mitzeichnen der Petition bitte hier :
https://www.change.org/p/solaranlagen-f%C3%BCr-jeden-haushalt-freiheitsenergie


Zur BoKlima Balkon-Pv-Seite : https://boklima.de/pv


Wer sich einfach ein Solarpanel aufstellen will und damit Strom erzeugen möchte stößt auf Einschränkungen, die wir mit dieser Petition aus dem Weg räumen wollen.

Zusätzlich zur drohenden Gefahr des Klimawandels, zeigt sich durch den Krieg in der Ukraine, wie wichtig eine saubere und unabhängige Energiegewinnung für BürgerInnen und Länder in Europa sind. Es liegt jetzt an uns Allen gemeinsam, private Initiativen zu fördern, sie nicht zu bremsen sondern ihnen politisch und rechtlich den Weg zu ebnen.

Balkonkraftwerke sind risikofrei realisierbar, werden durch private Initiativen getragen und helfen uns unsere eigene Energie sauber und unabhängig zu erzeugen. Aktuell wird die Realisierung dieser Anlagen durch die Gesetzgebung und Beschränkungen verhindert und gehemmt.

Die BürgerInnen wollen aus Ihrer Ohnmacht entkommen, sie wollen etwas zum Klimaschutz beitragen, sie wollen ihre Energie nicht aus Ländern beziehen, die Angriffskriege führen – und sie brauchen Ihre Hilfe dabei!

Durch eine einfache Maßnahme können Millionen Haushalte und Unternehmen schnell und noch in diesem Jahr dazu animiert werden, dezentrale Erzeugungsanlagen zu installieren. Wir sollten dieses Momentum nutzen und bürokratische Hürden ohne jedes Risiko sofort abbauen.

Pro Kalenderjahr können durchschnittliche Haushalte bei einem Verbrauch von 2.000 bis 2.500 Kilowattstunden bis zu 30 % der benötigten elektrischen Haushaltsenergie durch kleine Balkonkraftwerke abdecken. Bei Verwendung entsprechender Verbrauchsoptimierung (z.b Waschmaschine und Geschirrspüler primär tagsüber verwenden) und smarten Speichern im Sommer ist 100% des Tagesbedarfs möglich.

Wir fordern: 

  • sofortiger Wegfall  der Anmeldepflicht bei den zuständigen Netzbetreibern
  • sofortiger Wegfall  der Pflicht eines Zweirichtungszähler (“Rücklaufsperre”) (Alternativ: Moratorium. Die Wartezeiten für den Zählereinbau sind derzeit zu hoch. Jeder Tag zählt)
  • sofortiger Wegfall der 600W-Grenze pro Zähler. Wir empfehlen 600W pro Phase als neue Grenze.
  • sofortiger Wegfall  der Pflicht von speziellen Einspeisesteckern (bei vorhandenen Inselschutz des Wechselrichters und  IP54-Steckern im Außenbereich). Schuko reicht!
  • Bei Balkonen, Terrassen, Gärten, Carports und Garagen die lediglich angemietet sind, fordern wir ein Recht auf eigene Erzeugung. Vermieter, Eigentümerversammlungen und Kommunen dürfen nicht aus optischen Gründen die Energiewende gefährden!
  • Genehmigungsfreier Anschluss von (smarten) Speichern ohne Brandgefahr (z.b LifePo4) mit bis zu 2.4kWh Kapazität pro Phase 

Wir wissen

  • Jede auf diese Weise erzeugte kWh reduziert fossilen Energieverbrauch, macht unabhängig, und unterstützt direkt die Klimaschutzziele.
  • pro Balkonkraftwerk mit 600W werden in jedem Jahr ca 0,6 Megawattstunden erzeugt. Technisch möglich wären bis zu 1,8 MWh pro Erzeuger
    • Pro 1.600.000 Anlagen entspräche das ca. 1-3 Terawattstunden pro Jahr. 
  • Die Möglichkeit selbst seine Energie zu erzeugen und einen eigenen Teil beizutragen steckt an und bringt Dynamik.
  • Alleine in Deutschland gibt es 58 Mio Personen mit Zugriff auf einen Balkon sowie 16 Mio Einfamilienhäuser, die zumeist über Flächen im Garten, auf Carports oder Terrassen verfügen. 
  • Solarparks benötigen viele Monate, bis sie betriebsbereit sind. Balkonkraftwerke dagegen können in wenigen Tagen installiert werden!
  • Balkonkraftwerk sind Netzentlastend
  • Für Balkonkraftwerke gibt es keine EEG-Vergütung – diese Energie ist subventionsfrei! Pro Terawatt installierter Leistung entspricht das 63 Millionen Euro Subventionsersparnis pro Jahr!


Sicher und gefahrlos ist der Anschluss solcher Anlage mit Schukostecker auch heute schon ohne Elektriker möglich. Die BürgerInnen benötigen dafür Rechtssicherheit.

Cemil Degirmenci

Degirmenci Stiftung für erneuerbare Energien, Open-Source und Elektromobilität

Bis 2030 noch 850 Kilometer neue Autobahn — Aufruf keine neuen Autobahnen


BUND : Zukunft sinnvoll planen: Keine neuen Autobahnen!

Will Deutschland die Klimakrise eindämmen, muss der CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 halbiert werden. Verkehrsminister Wissing hält jedoch an dem Plan fest, hunderte Kilometer neue Autobahnen zu bauen und damit Deutschlands Klimaziel dauerhaft zu verfehlen.

Der Bau neuer Autobahnen und Bundesstraßen zerstört Wälder, Moore und Wiesen, schadet dem Klima, belastet das Grundwasser und bringt Lärm und Abgase in bislang unberührte Natur. Die Kosten für die neuen Betonschneisen gehen in die Milliarden, während marode Straßen zerbröseln, weil das Geld für die Sanierung fehlt. Neue Fernstraßen lösen keine Verkehrsprobleme, sondern steigern das Verkehrsaufkommen und verschärfen die globale Klimakrise.  

So sieht keine sinnvolle Planung für die Zukunft aus: Fordern Sie Verkehrsminister Wissing jetzt mit Ihrer Nachricht auf, den Bau neuer Autobahnen zu stoppen!

Jetzt Protest-Mail senden


(07.07.22, bund.net ) , Original : hier

BUND erfolgreich im Kampf gegen Klimakiller A 20 – Bundesverwaltungsgericht stoppt Planung zum ersten Abschnitt in Niedersachsen

Heute hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das Urteil zur BUND-Klage gegen den ersten Abschnitt der Autobahn A 20 in Niedersachsen verkündet. Das Gericht hat der Klage des BUND teilweise stattgegeben und damit den ersten von 12 Bauabschnitten in Niedersachsen für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt. Der BUND Niedersachsen hatte gegen den rund 13 km langen Abschnitt geklagt, da der Neubau der A 20 zu massiven Schäden an Klima, Natur und Umwelt führen würde und der Bedarf nicht gegeben sei. 

Susanne Gerstner, BUND-Landesvorsitzende: “Das Urteil zur A 20 ist ein wichtiger Teilerfolg des BUND im Kampf gegen die A 20. Wir konnten im Verfahren nachweisen, dass die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine in gleich mehreren entscheidenden Punkten fehlerhafte Berechnung zur Stickstoffbelastung vorgelegt hat. Bei Realisierung der A20 muss mit erheblichen Beeinträchtigungen eines wertvollen Schutzgebietes gerechnet werden. Mit dem Gerichtsurteil ist der erste Abschnitt der A 20 in Niedersachsen bis auf weiteres gestoppt. Die Politik ist nun dringend aufgefordert, die Rote Karte des Gerichtes als Anlass zur Überprüfung des gesamten Vorhabens zu nutzen.”

Infolge der zu erwartenden Schadstoff- und Lärmbelastung ist die A 20 das umweltschädlichste Neubauprojekt des Bundesverkehrswegeplans (bezifferte Schäden lt. BVWP 760 Mio. Euro). Schäden durch Versiegelung, Zerstörung von Lebensräumen, Zerschneidung von Landschaften und die Beeinträchtigung von Schutzgebieten kämen hinzu. Durch die A 20 werden rund 19.000 Hektar unzerschnittener Naturräume zerstört, allein durch den Bau der Trasse rund 2.000 Hektar wertvoller Böden. Die geplante Küstenautobahn wird vor allem aber die Klimakrise massiv verstärken. Weit über die Hälfte der geplanten A 20 führt durch Moor- und Marschgebiete. Gerade diese Lebensräume sollen laut der Moorschutzstrategie des Bundes und des Landes Niedersachsen prioritär geschützt werden. Allein für die ersten beiden Abschnitte in Niedersachsen würden 1,8 Mio. m³ Torf ausgehoben und fast 450.000 Tonnen CO2 freigesetzt. Bau, Verkehr und Unterhaltung der A 20 würden pro Jahr mehr als 90.000 Tonnen CO2 verursachen. 

….


(05.07.22, piqd.de ) : Original : hier

Ausbau der A20: 200 Kilometer Klimawahnsinn

Mehr Straßen bedeutet mehr Verkehr bedeutet mehr Treibhausgasausstoß. In Zeiten der Klimakrise müssten also eigentlich Straßen reduziert werden, anstatt neu gebaut. Eigentlich.

In Deutschland sollen bis 2030 noch etwa 850 Kilometer neue Autobahn gebaut werden, so steht es im Bundesverkehrswegeplan. Der bei Weitem längste Abschnitt wäre mit 200 Kilometern die Vollendung der von Ost nach West verlaufenden Küstenautobahn A20. Sie beginnt im polnischen Stettin und soll bis in die Niederlande führen, bislang endet sie östlich von Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Zum Vergleich: Die umstrittenen geplanten Abschnitte der Stadtautobahn A100 in Berlin wären nur sieben Kilometer lang.

Die A20 steht auf Platz eins einer aktuellen Analyse des BUND mit dem Namen “Desaster im Dutzend – Zwölf Autobahnen, die kein Mensch braucht”. Wird sie fertig gebaut, verursache sie jährlich 90.000 Tonnen CO₂, durch ihren Bau, den Unterhalt und zusätzlichen Verkehr.

Nicht nur das: Die geplante Trasse soll zu etwa 80 Prozent durch Moor- und Marschland führen. Moore sind natürliche CO2-Senken, ihre Wiedervernässung gilt als eine der vielversprechendsten Klimaschutzmaßnahmen (einfach mal hier bei piqd das Stichwort Moor eingeben). Sie zu zerstören, ist entsprechend falsch und tragisch.

Zusammen mit einem Landwirt hat der BUND gegen den Beschluss für den ersten 13 Kilometer langen Abschnitt im Ammerland geklagt. Ein Sieg vor Gericht wäre wegweisend – auch für viele weitere Fernstraßenprojekte in Deutschland.

Letztlich geht es um die Frage: Darf der Staat vor Jahrzehnten geplante Großbauprojekte wie gehabt weiterverfolgen, ohne den Klimaschutz zu berücksichtigen?

Die Autorinnen nennen den Prozess einen Praxistest für das Verfassungsgerichtsurteil von 2019, wodurch die Bundesregierung gezwungen war, bei ihrem Klimaschutzgesetz von 2019 nachzubessern.

Luisa Neubauer und Carola Rackete sind vor zwei Jahren für einen Essay (hier gepiqd) mit einer ähnlichen Fragestellung von vielen Kommentatoren vollumfänglich abgewatscht worden. Aber genau um das wird es immer öfter gehen: Schafft Deutschland es sich von zerstörerischen Projekten zu trennen? Und wie kann das rechtssicher gelingen?

FFF – Bochum, Staus Quo : Mobilitätswende

Link zum vollst. Flyer von fff : hier

Status Quo in Bochum?

Laut einer Studie der Ruhr-Universität Bochum(1) besitzen aktuell etwa 50% der Bochumer*innen ein Auto. Die zurückgelegten Wege verteilen sich wie folgt:


Die primäre Ursache für diese Verteilung ist die Infrastruktur. Eine von Katja Diehl formulierte Frage lautet “Willst du oder musst du Auto fahren?” Wir laden dazu ein, einmal darüber nachzudenken.

Mobilitätswende in Bochum?

Um die Klimaziele noch zu erreichen, muss Bochum die kommunale Mobilitätswende einleiten und dem Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV in Zukunft bei sämtlicher Stadtplanung die höchste Priorität einräumt. Wir fordern, dass der Umweltverbund-Anteil bis 2030 auf mindestens 67% gesteigert wird.

Dafür ist es notwendig, Verkehrsflächen umzuverteilen und Flächengerechtigkeit herzustellen. Bislang bieten jedoch viele Straßen deutlich weniger Platz für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen als für fahrende und parkende Autos.

Darüber hinaus bietet die Mobilitätswende der Stadt die Möglichkeit, die Lebensqualität, Wohn- und Aufenthaltsqualität, Luftqualität sowie Verkehrssicherheit in Bochum zu erhöhen.

Zusätzlich unterstützt eine Fuß-, Rad- und ÖPNV-freundliche Planung die lokale
Wirtschaft: Aktuell stammen 80% der Umsätze des lokalen Ein-zelhandels von Nutzer*innen des Umweltverbundes(2). Die Stadt muss ein nachhaltiges und integriertes Mobilitätskonzept entwickeln und jährlich aktualisieren, in welchem Radverkehr, Fußverkehr und ÖPNV in Wegenetzen geplant werden. Sämtliche städtebauliche Maßnahmen sind an diesem Konzept zu orientieren. Dafür müssen zusätzliche Stellen geschaffen werden.

Autofreie Innenstadt in Bochum?

Innerhalb des Rings und Bermudadreiecks muss eine grüne, blühende, fahrradfreundliche und autofreie Innenstadt entstehen. Parkhäuser und Zufahrten für Feuerwehr, Rettungswagen undPflegedienste bleiben natürlich erhalten.

1 https://dx.doi.org/10.13154/rub.149.126
2 https://www.vdv.de/vdv-positionen-lang-januar-2017-rz-klein.p

…. mehr

Dr. Watson : Warum zur Hölle subventionieren wir Autos? ; Wahrheit über E-Autos

(07.06.22, Spektrum ) , Filem via youtube : hier


07.06.2022 Doktor Whatson

Seit Jahrzehnten gestaltet eine autozentrische Planung die Welt um uns herum: Parkplätze statt Grünflächen, Autospuren statt Fußgängerzonen. Dabei müssen wir einsehen, dass dieser Auto-Zentrismus uns schon seit einiger Zeit wortwörtlich Leben kostet. Und daran wird auch das neu eingeführte 9-Euro-Ticket alleine nicht viel ändern.

Danke ans “Urban Land Institute” für die Unterstützung bei diesem Video!
Mehr zum ULI: https://germany.uli.org/_wandel-gesta…

Kapitel:

0:00 – Das Entlastungspaket
0:30 – Unser Verhältnis zum Auto
1:20 – Unsere Städte sind Autostädte
2:19 – Problem 1: Platz
3:16 – Problem 2: Gesundheit
4:31 – Problem 3: Lärm
5:06 – Autos sind aber nützlich
5:29 – Zusammenfassung der Probleme
5:58 – Mythos 1: Weniger Umsatz in Städten
6:22 – Mythos 2: Umstrukturierung dauert lange
7:11 – Sponsor des Videos: ULI
8:42 – Mythos 3: Hohe Kosten
9:37 – Mythos 4: Gleiche Belastung auf weniger Straßen
10:10 – Wahre Mythen
11:37 – Die Freiheit, nicht Auto fahren zu müssen
12:06 – Warum gibt es keine Veränderung?
13:09 – Positivbeispiel Bielefeld
13:50 – Zusammenfassung und Fazit
14:15 – Outro & Teaser für das nächste Video Patreon: http://patreon.com/DoktorWhatson

Instagram: http://instagram.com/DoktorWhatson
Twitter: http://www.twitter.com/DoktorWhatson
Discord: http://discord.me/DoktorWhatson
Musik von NOVAH: https://www.youtube.com/user/NovahMedia
Outro-Song: https://spoti.fi/2Wbh1Nw
Weitere Musik von https://artlist.io/

Quellen:

1 – https://www.faz.net/aktuell/wirtschaf… 2 – https://www.handelsblatt.com/unterneh… 3 – https://www.adac.de/der-adac/regional… 4 – https://link.springer.com/book/10.100… 5 – https://twitter.com/TimFWelch/status/… 6 – https://twitter.com/TimFWelch/status/… 7 – https://www.duesseldorf.de/verkehrsma… 8 – https://www.trouw.nl/binnenland/amste… 9 – https://twitter.com/brenttoderian/sta… 10 – https://t.co/SvXxTviwl0 11 – https://www.epa.gov/greenvehicles/fas… 12 – https://www.bmj.com/content/357/bmj.j… 13 – http://www.gallup.com/poll/142142/wel… 14 – https://www.bloomberg.com/news/featur… 15 – https://www.umweltbundesamt.de/themen… 16 – https://www.umweltbundesamt.de/themen… 17 – https://www.ksta.de/politik/laermbela… 18 – https://www.destatis.de/DE/Presse/Pre… 19 – https://www.forbes.com/sites/carltonr… 20 – https://www.iass-potsdam.de/en/news/s… 21 – https://twitter.com/brenttoderian/sta… 22 – https://amp.theguardian.com/world/202… 23 – https://www.theguardian.com/cities/20… 24 – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/arti… 25 – https://tinyurl.com/ycsf447u 26 – https://www.vox.com/videos/22280067/h… 27 – https://tinyurl.com/2aw2ffnz 28 – https://tinyurl.com/2aw2ffnz 29 – https://archive.curbed.com/2020/1/15/… 30 – https://www1.wdr.de/nachrichten/autof… 31 – https://www.businessinsider.de/politi… 32 – https://www.politische-bildung.nrw.de… 33 – https://www.rnd.de/panorama/strassens… 34 – https://www.rnd.de/panorama/strassens…



(29.11.20, doktor whatson) , Film via youtube : hier


Wie umweltfreundlich sind Elektroautos wirklich? Wie viel CO2 verursacht die Produktion der Batterie? Sind E-Autos alltagstauglich? Und wie ist das eigentlich mit Lithium, Kobalt und seltenen Erden? Es gibt eine Menge Mythen und falsche Annahmen über E-Autos – ich wollte ein für alle mal herausfinden, was wirklich stimmt. Die Wahrheit über Elektroautos.

MrWissen2go über Wasserstoffautos: https://youtu.be/V6lo6yQ9_34

“Wie teuer sind E-Autos wirklich? | Elektroauto Kosten” https://youtu.be/oELTswDHd5M und
“Woher kommt der Strom für E-Autos?” https://youtu.be/5_55KtOy_cI

Das komplette Interview mit Volker Quaschning könnt ihr euch auf Patreon ansehen: https://www.patreon.com/posts/44420552

Volker Quaschning auf YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCEPZ…

Alle Quellen findet ihr in diesem Dokument: https://docs.google.com/document/d/17…

Kapitel

0:00 Einleitung
2:56 CO2-Ausstoß
10:56 Akku
19:37 Aufladen
27:14 Kosten
33:15 Fahrspaß
37:19 Geräusche
40:36 Mythen
45:27 Fazit

In diesem Video stecken mehrere Hundert Stunden Arbeit von 5 Leuten aus dem Doktor Whatson-Team, wochenlange Recherchen und das Feedback vieler Patreon-Supporter. Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, damit wir mehr aufwendige Videos produzieren können, dann könnt ihr das gerne hier tun: http://patreon.com/DoktorWhatson

Anmerkung

Es ist natürlich noch umweltfreundlicher und mit noch weniger CO2-Ausstoss verbunden gar kein Auto zu nutzen:

Video ab 10:05

Doktor Whatson: Das große Energie-Speicherproblem und wie wir es lösen könnten

(01.07.22), Spektrum.de , Original : hier

Video zu Speichertechnik , inbes. Pumpspeicher-Kraftwerke

https://youtu.be/lxMhdgG02FM

Der Anteil der der Energieversorgung durch Sonne und Wind wächst stetig. Umso mehr Relevanz sollte das Thema der saisonalen Speichertechnologien bekommen. Wir werfen einen Blick auf das Ensemble der Speicherinnovationen, die uns in Zukunft unterstützen könnten.

Video : hier (8:00Min)

Weitere Interessante Grafiken:





Nachhaltigkeit — satirisch

(21.10.2015 , extra3) , Original : hier

Leben im Verpackungswahnsinn (2015)

21.10.2015 ∙ extra 3 ∙ NDR

Wissen Sie, was wir Deutsche neben Autos bauen, Bier brauen und auf Griechenland herabschauen besonders gut können? Wir können gut Müll. Nicht nur sortieren, sondern auch produzieren.

http://media.boklima.de/nextc/index.php/s/GFQxEXsoT7WJbok


(Tip von Ingo)

3 Grad mehr — Ein Blick in die drohende Heißzeit

(28.06.22, wdr5 ) Quarks

Gespräch mit Klaus Wiegandt zu 3 Grad mehr in der Quarks Sendung vom 28.05.22 (ab 0:00) ; zum Audio : hier ; “Wie eine 3-Grad-Welt aussehen wird”



Ein Blick in die drohende Heißzeit und wie die Natur uns helfen kann, sie zu verhindern

Eine durchschnittliche Erderwärmung von 3 Grad wird über den Landflächen zu einer Temperaturerhöhung von 6 Grad und mehr führen. Dies wird eine heute kaum vorstellbare Radikalisierung des Wettergeschehens hervorrufen – mit verheerenden Folgen für die gesamte Menschheit und materiellen Schäden, die jährlich 10 Prozent des Weltsozialprodukts übersteigen werden. Dieses Buch zeigt auf, warum wir ein solches Szenario niemals zulassen dürfen und welche Lösungen es gibt.

Erscheinungstermin: 7. Juli 2022 ; Inhaltsverzeichnis

Video zur Pressekonferenz am 23. Juni 2022 in Berlin (Youtube)

Höchstens 1,5 Grad Erderwärmung: Dieses Ziel wurde 2015 auf dem Klimagipfel von Paris formuliert. Seitdem ist jedoch wenig passiert, im Gegenteil: Der Ausstoß von CO2 ist weiter gewachsen. Die Forschung geht längst davon aus, dass wir auf eine 3 Grad wärmere Welt zusteuern.

Im Buch »3 Grad mehr« hat sich das Who’s who der Wissenschaft von Hans J. Schellnhuber bis Jutta Allmendinger zusammengetan, um darzustellen, was Natur und Gesellschaft droht, wenn es so weit kommt. Doch die Autor*innen verharren nicht bei alarmierenden Zukunftsvisionen, sondern zeigen detailliert auf, wie wir das Schlimmste verhindern können, indem wir die Abholzung der Regenwälder stoppen, die Aufforstung v.a. in den Tropen massiv vorantreiben, die trockengelegten Moore wiedervernässen und die Humuspools der Böden wieder auffüllen.

In diesem Mitschnitt der Pressekonferenz, die am 23.06.2022 im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin stattfand, stellen Herausgeber Klaus Wiegandt und Mitautor*innen Stefan Rahmstorf, Susanne Winter und Bernhard Kegel das Buch vor und beantworten Fragen der Journalist*innen.

Mehr zum Buch erfahren Sie hier: https://www.oekom.de/buch/3-grad-mehr…


Von NTV : Gutes Gewissen im ICE Wie klimafreundlich ist die Bahn?

(27.06.22, n-tv.de) , Original : hier


Bahnfahren bedeutet, das Klima zu schützen. Immerhin fahren die ICEs mit 100 Prozent Grünstrom, wie die Deutsche Bahn ihren Fernverkehr bewirbt. Doch was bedeuten solche Zahlen? Und kann die Bahn noch mehr für den Klimaschutz tun, wie manche fordern?

Wer Zug fährt, spart laut Umweltbundesamt (UBA) ein Vielfaches an CO2 im Vergleich zum Auto oder Flugzeug. Nur Fern-, und Reisebusse können demnach bei den niedrigen Emissionen pro Personenkilometer mithalten. Im Nahverkehr wiederum sind lediglich Fahrradfahrer und Fußgänger umweltfreundlicher unterwegs. Es ist also angesichts der Klimakrise ein richtiges und wichtiges Ziel, dass möglichst viele Menschen und Güter auf der Schiene unterwegs sind.

Unerlässlich für Klimaziele Wissing macht Generalsanierung der Bahn zur Chefsache

Trotzdem verursacht auch der Bahnverkehr jedes Jahr große Mengen an Treibhausgasen. 18,5 Millionen Tonnen betrug der CO2-Ausstoß laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr allein beim Gesamtkonzern Deutsche Bahn. Das sind immerhin rund 2,4 Prozent des gesamten Treibhausgasausstoßes in Deutschland, den das UBA für das Jahr 2021 ermittelt hat. Noch immer sind viele Dieselloks im Einsatz, Tausende Schienenkilometer haben keine elektrische Oberleitung. Und auch wenn der Konzern mit 100 Prozent Grünstrom im Fernverkehr wirbt, findet sich im Gesamtstrommix nach wie vor Gas und Kohle. Es gibt also Nachholbedarf.

Das zeigen auch Zahlen der Londoner Nichtregierungsorganisation Carbon Disclosure Project (CDP). Die Organisation erstellt jedes Jahr auf Basis umfassender Umfragen ein Ranking großer Industriekonzerne mit Blick auf deren Emissionen und Umweltdaten. Demnach habe sich die Bahn zwar dazu bekannt, ihre Klimaziele auf den im Pariser Klimaabkommen festgelegten 1,5-Grad-Pfad auszurichten, teilte CDP mit. Doch mit den aktuellen Zielen sei sie derzeit noch auf einem 2-Grad-Pfad unterwegs. Das hat verschiedene Gründe.

https://audionow.de/podcast/8dfade80-929b-4b5c-a135-dd70e4471fd7/embed/d7f32dfa-df96-4d93-ad27-a2b45615517f/0/333333*Datenschutz

100 Prozent Grünstrom vor allem Marketing?

Die Bahn gehört in Deutschland zu den größten Stromverbrauchern. Rund zehn Terawattstunden sind es eigenen Angaben zufolge jedes Jahr. Das ist demnach in etwa so viel wie die Stadt Hamburg jährlich verbraucht. Laut Bahn stammen inzwischen zwar rund 62 Prozent des Gesamtstroms aus Erneuerbaren Energien (EE). Doch mehr als 20 Prozent wurden laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr nach wie vor aus Braun- und Steinkohle gewonnen. Der Erdgas-Anteil lag bei 6,3 Prozent. Und mit fast elf Prozent spielte auch Kernenergie eine Rolle – auch wenn dieser Anteil mit dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke in Deutschland ab dem kommenden Jahr auf null sinken soll.

Bis 2038 will die Bahn 100 Prozent des Gesamtstrommixes aus Erneuerbaren Energien beziehen. Im Fernverkehr sei das jetzt schon der Fall, heißt es. Doch aus Sicht von Fachleuten ist das vor allem Marketing. Die Kritik: Die Bahn kauft bereits vorhandenen Grünstrom über sogenannte Herkunftsnachweise am Markt, anstatt etwa mit dem Bau eigener EE-Anlagen zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Großer Zuwachs bei Cargo Bahn will wieder Geld verdienen

“Dass sich die Bahn Anteile an Erneuerbaren Energien bilanziell zuordnet, ist rechtlich natürlich legitim”, sagte Dominik Seebach, Energie- und Klimaforscher am Öko-Institut, einem privaten Umweltforschungsinstitut. “Unsere Empfehlung ist aber immer, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch den Anteil der Erneuerbaren insgesamt weiter zu erhöhen und zu fragen: Wie und wo kann ich dazu beitragen, dass neue EE-Anlagen gebaut werden?” Hier lasse die Bahn bisher noch viel Potenzial ungenutzt.

Das sieht der Konzern anders. “Die Deutsche Bahn betreibt keine eigenen Kraftwerke, sondern verfügt über Lieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA) und engagiert sich so für den Ausbau dieses neuen Marktes”, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. “Die Hochsee-Windparks Nordsee-Ost und Amrumbank-West, Festland-Windparks und Photovoltaik-Parks in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liefern Ökostrom an die DB.” Teilweise schon seit über 100 Jahren lieferten zudem Wasserkraftwerke an Rhein, Mosel, Ruhr, Main, Donau, Lech, Isar, Inn und vom Eder- und Schluchsee nachhaltige Energie an die Bahn.

Mehr Tempo bei der Elektrifizierung

DB Cargo spielt den Klimaretter “Wollen wir Autobahnen für mehr LKW ausbauen?”

Andere Branchenkenner sehen zudem nicht nur das Unternehmen in der Pflicht. “Zu sagen, echter Ökobahnstrom ist es nur dann, wenn die Bahn eigene Wind- oder Solar-Anlagen baut – das ist das Optimum”, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene. “Das alles bei einem Unternehmen abladen zu wollen, halte ich für sehr ambitioniert und zu anspruchsvoll.”

Immerhin haben Wettbewerber vor allem im Regional- und Güterverkehr in den vergangenen Jahren deutliche Marktanteile hinzugewonnen. Der Ausbau Erneuerbarer Energien sei daher eine Aufgabe für den gesamten Sektor und nicht nur für ein einzelnes Unternehmen, sagte Flege. Für ihn sind es andere Stellschrauben, an denen auch der Bund drehen muss, um die gesamte Branche noch klimafreundlicher zu machen: “Wir brauchen vor allem mehr Oberleitungen.”

Schon lange fordert die Allianz pro Schiene mehr Tempo bei der Elektrifizierung von Strecken. 2020 waren laut Bundesregierung 61 Prozent des deutschen Schienennetzes elektrifiziert. Darüber laufen nach Bahnangaben rund 90 Prozent des Personen- und Güterverkehrs.

Zwei-Kraft-Loks mögliche Brückentechnologie

“So schnell wie möglich” Bahnchef kündigt Generalsanierung an

Doch vor allem an den Grenzen Richtung Osteuropa gibt es kaum Oberleitungen. “Wenn Sie stets eine Diesellok vor einen Güterzug spannen müssen, wenn Sie über die Grenze in ein Nachbarland fahren, dann sind Sie preislich aus dem Rennen raus. Das ist einer der Gründe, warum so viele osteuropäische Lkw in Deutschland unterwegs sind”, sagte Flege. Das müsse sich ändern. Auch alternative Antriebe wie Hybrid-, oder Zwei-Kraft-Loks könnten nur als Brückentechnologie dienen.

Mit Blick auf die übrige Infrastruktur bleibt aus Sicht von Fachleuten ebenfalls noch viel zu tun. Immer wieder entzündet sich Kritik an verschiedenen Bauvorhaben des Konzerns. Auf den Bahnhöfen könnten wiederum deutlich mehr Solarzellen installiert werden als bislang, heißt es. Doch trotz all dieser Baustellen ist für alle angefragten Fachleute klar: Im Vergleich zum Auto und zum Flugzeug ist der Zug die klimafreundlichere Empfehlung. Für eine nachhaltige Verkehrswende brauche es die Bahn.


(Tip von Stefan)

Aus der WirtschaftsWoche : Klimawandel Bäume kühlen heiße Städte – doch sie brauchen dringend Hilfe

(25.06.22 , Wirschafts Woche) , Original : hier

Weil es wie in diesem Frühjahr seltener geregnet hat, fehlt es den Bäumen an Wasser.

Bäume können überhitzte Städte herunterkühlen, müssen aber aufwendig bewässert werden. Einige Start-ups versprechen Abhilfe. Ist das die Lösung für die grüne Stadtoase von morgen?

Heiß, heißer, am heißesten: Deutschland erlebt das zweite Hitzewochenende in Folge. Vor einer Woche registrierte der Deutsche Wetterdienst Höchsttemperaturen von örtlich über 37 Grad. Und nun erreicht die Hitze auch den Norden der Republik. In solchen Hitzewellen klettern die Temperaturen in den Innenstädten bis zu zehn Grad höher als im Umland. Bäume könnten eigentlich helfen, diese Temperaturen in trockenen Metropolen zu mildern: Denn während Beton und Asphalt Sonnenwärme speichern, kühlen sie durch Verdunstung und Schatten. 

Aber den Hölzern der Innenstädte geht es nicht gut. „Unsere Stadtbäume sind gestresst“, sagt Sonja Knapp vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Weil es wie in diesem Frühjahr seltener geregnet hat, fehlt es den Bäumen an Wasser. In den schütteren Baumkronen bildet sich Totholz, durch die Trockenheit breiten sich Pilze schneller aus.

Die Zahl der Bäume, die laut Statistischen Bundesamt gefällt werden müssen, steigt. Und Nachpflanzungen sind aufwendig: Ein Jungbaum zwischen dem vierten und zehnten Jahr verschlingt in der Stadt Leipzig während der Sommermonate bis zu 800 Liter Wasser, erst dann reicht sein Wurzelwerk tief genug, um ans Grundwasser zu gelangen. Wenn dies der mit Leitungen durchzogene Stadtboden überhaupt ermöglicht. Insgesamt bewässert die Stadt bereits seit Ende April rund 8000 Bäume.

Sensoren im Boden 

Nun bieten gleich mehrere deutsche Start-ups Unterstützung an. „Die Grünflächenämter sind nicht dafür ausgelegt, so viele Bäume zu bewässern, wie es durch den bereits spürbaren Klimawandel erforderlich wird“, sagt Daniel Brand. Vergangenes Jahr gründete er in Celle das Start-up Awatree. Die Sensoren des Unternehmens ermitteln, wie trocken die Erde um einen Baum herum ist. Außerdem greift Awatree auf Niederschlagsdaten, Wettervorhersagen, die regionalen Baumkataster und Satellitenbilder zurück. So ermittelt das Start-up täglich den Wasserbedarf eines Baumes. Der wird dann automatisiert gegossen – von einem dezentralen Wassertank, den das Unternehmen beispielsweise als Stadtbank um den Baum herum verkleidet hat und bis zu 1000 Liter Wasser fassen kann.

20 dieser Behälter hat Awatree seit der Gründung im vergangenen Jahr schon verbaut, unter anderem für den Energieversorger Mainova. Auf einer Webseite können Mitarbeiter des Grünflächenamts oder auch engagierte Bürgerinnen und Bürger den Wasserbedarf und den Stand des Wassertanks einsehen – und den Sensor über eine Funktechnologie ansteuern. Dafür gab es vergangenes Jahr ein erstes Investment, eine zweite Finanzierungsrunde soll noch in diesem Jahr folgen.

Auf ein ähnliches smartes Bewässerungssystem für Stadtbäume setzt auch die Stadt Essen. Gemeinsam mit der Universität Trier läuft derzeit das Pilotprojekt Treecop. Mittels Satelliten- und Bodenfeuchtesensordaten will die Stadt sehen, wo, wann und wie stark gewässert werden muss. Kommendes Jahr soll es eine Onlinekarte geben, auf der auch Bürgerinnen und Bürger nachschauen können, welcher Baum in ihrer Nachbarschaft dringend Wasser braucht.

Doch es gibt eben auch Probleme, die sich nicht digital lösen lassen: Über Jahrzehnte ist eine Infrastruktur entstanden, die Bäumen nicht gut tut. Gehwege sind gepflastert, Straßen geteert. Das erschwert es, den hiesigen Linden, Ahornen, Eschen und Platanen Regenwasser aufzunehmen. Stattdessen fließt es in die Kanalisation ab. In den Hitzeperioden rufen Kommunen deshalb immer wieder ihre Bürgerinnen und Bürger auf, ihre Stadtbäume zu gießen, fahren selbst mit Tankwägen umher oder nutzen Wasserbeutel, die das Wasser nach und nach in den Wurzelbereich abgeben. „Das ist eine reaktive Maßnahme der Kommunen“, sagt Geoökologin Knapp.

Vorausschauende Warte für Bäume

Eine andere Möglichkeit, irreparable Schäden zu vermeiden, bietet das Münchner Start-up Treesense. Das Unternehmen hat ein Tool entwickelt, dass rechtzeitig Alarm schlägt. Dafür wird ein Sensor in der Baumkrone angebracht, der den Wasserhaushalt analysieren kann. Der Sensor erfasst alle 15 Minuten den elektrischen Impulswiderstand in den Xylem-Kanälen, die Wasser und Nährstoffe in Pflanzen transportieren. Eine steigende Kurve zeigt an, dass der Baum zunehmend in Trockenstress gerät. Wird der rote Bereich erreicht, berechnet ein Algorithmus die effizienteste Route für die Bewässerungsteams, um möglichst viele betroffene Bäume mit einer Fahrt zu gießen. Dafür wurde das Start-up zuletzt vom Bundeswirtschaftsministerium beim Gründungswettbewerb in der Kategorie „Digitale Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet.

In Mainz und Marburg, Madrid und Mailand laufen derzeit Pilotprojekte. Rund 100 Sensoren haben die Treesense-Gründer, der Forstwissenschaftler Giancarlo Foderà, Maschinenbauer Semir Babajic, Elektrotechniker Julius Kübler und Mathematiker Moritz Spielvogel, dort inzwischen an Bäumen montiert. Stehen 50 Platanen an einer Allee, sagt Babajic, dann reiche für die ganze Stadt ein einziger Sensor.

Wasser ist noch günstig

Denn wenn ein Baum austrocknet, ist das nicht nur schlecht fürs Klima: Äste, die abbrechen, sind eine Gefahr für Anwohner und den Straßenverkehr. Stark beschädigte Bäume werden deshalb gefällt. Im Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg werden es allein in diesem Jahr 2000 der 42.000 Bäume sein, wie das Baummanagement des Straßen- und Grünflächenamts schätzt. Dafür reichen die Ressourcen nicht aus, kritisiert Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann. Außerdem würden Bäume am Leben gehalten, die mittelfristig an den heutigen Standorten nicht überleben könnten.

Klimaresilientere Arten pflanzen, mehr Platz schaffen und mittels Daten bedarfsgerecht gießen – all dies könnte helfen, die Bäume länger am Leben zu halten. Und doch gerät diese Erkenntnis schnell in Vergessenheit, wenn es  wieder mehr regnet. Das weiß Awatree-Gründer Brand nur zu gut. Der Start des Start-ups im vergangenem Jahr fiel just in den regenreichsten Sommer seit zehn Jahren. „Das haben wir natürlich gemerkt. Der Fokus lag damals auf Starkregenschutz, beide Wetterextreme nehmen zu.“


Tip von Stefan

120 Jahre alte Bäume durch Neubau gefärdet — wiedermal

(20.06.22, waz) , Original : hier


Baumschutz, Querenburg/Wiemelhausen. 


In Querenburg und in Wiemelhausen ist wertvoller Baumbestand durch neue Wohnbebauung gefährdet. Naturschutzbeirat und Anwohner schlagen Alarm.

Ein Naturdenkmal in Querenburg, eine 120-jährige Esskastanie, Auf dem Aspei 47, droht abzusterben. Heidi Hopkins, Mitglied im Naturschutzbeirat: ‟Der Verdacht liegt nahe, dass zugunsten der Immobilienwirtschaft eine Naturkostbarkeit, ein Stadtbild prägendes Naturdenkmal, an dem sich viele Querenburger und Hustädter erfreuten, wider besseres Wissen geopfert wurde.”

Nachbarn konnten Abholzung aufhalten

Schon 2017 lag für den Baum Auf dem Aspei eine Fällgenehmigung vor. Durch einen Eilantrag konnten Nachbarn die Abholzung vorerst aufhalten. Die dortige Esskastanie nennt Hopkins ‟ein mahnendes Beispiel für Fehlverhalten”. Es habe zwar eine sogenannte ökologische Baubegleitung gegeben, ‟die aber nicht respektiert wurde”. Trotz zahlloser Hinweise des Naturschutzbeirates habe es rechtswidrige Überschreitungen zulasten der Lebensfähigkeit des Naturdenkmals gegeben: Wurzeln wurden gekappt, Häuser zum Teil zu nahe an dem Baum gebaut, im Wurzelbereich wurde eine Tiefgarage errichtet. Der Wurzelraum war während der Bauarbeiten als Lagerraum benutzt worden. Folge: Der Baum trägt in der Krone keine Blätter mehr.

Anwohnerin Elisabeth von Roden erinnert sich: ‟Auf dem Grundstück Auf dem Aspei 45-47 war seinerzeit für die Bebauung die Esskastanie als einziger erhaltenswürdiger Baum stehengeblieben, wohingegen eine alte Eiche, eine alte Zeder, eine Birne und eine Kiefer gefällt worden waren.”

Und weiter: ‟Am 16. März 2017 teilte mir Michael Grothe vom Umwelt- und Grünflächenamt in einem Brief die Begründungen zur Fällerlaubnis der gefällten Bäume mit, am Ende des Briefes äußerte er sich auch noch zur Edelkastanie: ,Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass sich auf dem Baugrundstück auch ein Naturdenkmal (Edelkastanie) befindet. Dieser Baum hat einen höheren Schutzstatus. Das Umwelt- und Grünflächenamt hat sich bereits zum Zeitpunkt der Bauvoranfrage für den Erhalt des Naturdenkmals eingesetzt. Das Bauvorhaben wurde umgeplant, damit die Edelkastanie erhalten werden kann. Es liegt ein Baumschutzkonzept vor. Der Schutz der Edelkastanie wird über eine ökologische Baubegleitung sichergestellt.‚”

Wie dieses Baumschutzkonzept aussehe, wisse sie nicht. Wie der Baum in diesem Jahr aussieht, sehe sie. ‟Es ist jedenfalls ein Trauerspiel, und viele Anwohnerinnen und Anwohner sind besorgt und enttäuscht.”

Alte Eichen an der Charlottenstraße

Laut Heidi Hopkins vom Naturschutzbeirat drohen nun auch drei alte, schutzwürdige Eichen an der Charlottenstraße abzusterben, die durch Wohngebäude und Straßen umzingelt werden sollen. ‟Unersetzlicher, wichtiger Lebensraum für Mensch und Tier steht auf dem Spiel. Großzügiger Schutzraum und ausreichendes Umfeld sind notwendig für den Erhalt der Eichen. Eine sogenannte Wurzelbrücke über die Eichen für Lkw- und Kfz-Verkehr zur Hinterlanderschließung rettet diese Eichen nicht, sondern ist ein zusätzlicher Eingriff. Sie ersetzt den notwendigen Abstand nicht.”

Sie appelliert an die Vernunft der verantwortlichen Politiker, Freiflächen und Biodiversität sowie Lebensqualität im Klimanotstand zu erhalten. Am heutigen Dienstag wird in der Ratssitzung unter anderem über die Planung an der Charlottenstraße entschieden.

Klimagutachteneingefordert

Das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung schließt sich dem an. Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt: ‟Die Ratsmitglieder wären angesichts der aktuellen Warnungen des Regionalverbandes Ruhr vor Hitzebelastungen im Sommer gut beraten, den von der Verwaltung vorgelegten Satzungsbeschluss nicht einfach durchzuwinken. Die Stabsstelle Klimaschutz hat in ihrer Stellungnahme auch bereits den Weg empfohlen, der auch im für Bochum ausgerufenen Klimanotstand angezeigt erscheint: Anhand eines Klimagutachtens sind vorab die zu erwartenden Auswirkungen auf das Plangebiet zu überprüfen.”