{"id":6593,"date":"2020-10-06T09:59:38","date_gmt":"2020-10-06T07:59:38","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=6593"},"modified":"2020-10-06T09:59:43","modified_gmt":"2020-10-06T07:59:43","slug":"klimawandel-agrarsubventionen-der-eu-betonbruecken-statt-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/boklima.de\/?p=6593","title":{"rendered":"Klimawandel : Agrarsubventionen der EU: Betonbr\u00fccken statt Klimaschutz"},"content":{"rendered":"\n<p>(von correctiv.org)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/correctiv.org\/thema\/aktuelles\/klimawandel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Klimawandel<\/a><a href=\"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/klimawandel\/2020\/10\/05\/agrarsubventionen-der-eu-betonbruecken-statt-klimaschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Agrarsubventionen der EU: Betonbr\u00fccken statt Klimaschutz<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober entscheidet die EU \u00fcber die Agrarsubventionen der n\u00e4chsten sieben Jahre. Ihre bisherige Klima-Bilanz ist verheerend. CORRECTIV hat recherchiert, dass EU-Geld f\u00fcr gr\u00fcne Projekte etwa in Betonbr\u00fccken verschwindet und Empf\u00e4nger h\u00e4ufig \u00fcber ihre eigenen Zusch\u00fcsse entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>von <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/team\/annika-joeres\/\">Annika Joeres<\/a> , <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/team\/katarina-huth\/\">Katarina Huth<\/a> 05. Oktober 2020<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas soll nun Klimaschutz sein, diese Biodiversit\u00e4t, von der alle sprechen?\u201c Landwirt Thomas Eckardt deutet auf sein Feld. Hier w\u00e4chst gro\u00dffl\u00e4chig Wermutkraut, nur vereinzelt strecken sich gelbe und wei\u00dfe Bl\u00fcten aus der sonst eint\u00f6nigen Pflanzendecke. \u201eDas ist reine Verunkrautung!\u201c, sagt Eckardt und dr\u00fcckt seine Zigarette im Acker aus. Das Feld, auf dem er steht, ist dauerhaft stillgelegt und erf\u00fcllt alle Vorgaben der Europ\u00e4ischen Union (EU) einer Greening-Fl\u00e4che. Jene Fl\u00e4chen, f\u00fcr die Landwirte eine extra Pr\u00e4mie von der EU erhalten \u2013 f\u00fcr Klima- und Umweltschutz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am 12. Oktober gehen die Beratungen des Europ\u00e4ischen Parlamentes f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte Budget der EU in die entscheidende Runde. Jeder dritte Euro des EU-Budgets geht an Bauern, j\u00e4hrlich sind es rund sechs Milliarden Euro allein in Deutschland, <a href=\"https:\/\/www.cell.com\/action\/showPdf?pii=S2590-3322%2820%2930355-9\">60 Milliarden Euro<\/a> in der EU. Doch die bisherige EU-Subventionspolitik orientiert sich kaum am Klimaschutz. Die Recherche von CORRECTIV zeigt, wie F\u00f6rdergelder ohne Klimavorgaben in Beton und touristische Projekte flie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eckardt ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"https:\/\/www.saatzucht.de\/unsere-saatgutproduktion\/\">Saatzucht Steinach<\/a>, mit 4.500 Hektar zu bewirtschafteter Fl\u00e4che in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geh\u00f6rt er zu den Top-Empf\u00e4ngern von EU-Subventionen. \u201eOhne Fl\u00e4chenf\u00f6rderungen w\u00e4re bei einem Gro\u00dfbetrieb wie dem unseren sofort das Licht aus!\u201c, erz\u00e4hlt er. Wenn davon mehr in Agrarumwelt- und Klimaschutzma\u00dfnahmen flie\u00dfen m\u00fcsse, w\u00e4re es so \u201eals w\u00fcrde man den Lehrern das Gehalt k\u00fcrzen, um die Schule zu streichen!\u201c, sagt Eckardt. \u201eDenn das Gesamtbudget der EU f\u00fcr die Landwirtschaft w\u00e4chst ja nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Konsumenten wollen Nachhaltigkeit und entscheiden sich an der Theke doch f\u00fcr die billigen Produkte\u201c, sagt Eckardt. Tats\u00e4chlich wurden die EU-Agrarsubventionen in den 1960er Jahren eingef\u00fchrt, um mit den niedrigen Weltmarktpreisen mitzuhalten. Billige Produkte bedeuten Massentierhaltung und \u00fcberd\u00fcngte Monokulturen. Damit widersprechen sie dem Klimaschutz. Deswegen ist dieser bis heute das Stiefkind der Agrarkommission.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Grau_statt_gruen_trotz_Milliarden\"><\/span><strong>Grau statt gr\u00fcn trotz Milliarden&nbsp;<\/strong><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Die EU zeichnet ein klimafreundliches Bild \u00fcber ihren gr\u00f6\u00dften Geldtopf, den f\u00fcr Subventionen f\u00fcr Landwirte und B\u00e4uerinnen: Sie f\u00fcttere vor allem Bauern mit vielen Hektaren Land und belohne diese daf\u00fcr, wenn wieder mehr Bienen fliegen und die Emissionen von Treibhausgasen sinken. \u201eDie Subventionen unterst\u00fctzen unsere Bauern und helfen, den Klimawandel zu bew\u00e4ltigen\u201c, <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/food-farming-fisheries\/key-policies\/common-agricultural-policy\/cap-glance_en\">hei\u00dft es in der Selbstdarstellung der EU<\/a>.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das mit dem F\u00fcttern stimmt. Nur leider ist der gr\u00fcne Anstrich, den sich einige EU-F\u00f6rdert\u00f6pfe geben, h\u00e4ufig betongrau. Die EU hat es vers\u00e4umt, sich nicht nur Klimaschutz auf die Fahnen zu schreiben, sondern ihn auch durchzusetzen. Viele Landwirte und B\u00e4uerinnen w\u00fcrden gerne \u00f6kologischer produzieren, doch das System hindert sie.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" id=\"attachment_67435\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/correctiv.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Grafik_Agrar.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-67435\"\/><figcaption>Grafik zu CO2 Emissionen der Agrarwirtschaft zwischen 2006 und 2017. Quelle: Europ\u00e4ische Union<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis ist fatal. Die EU selbst r\u00e4umt in einer <a href=\"https:\/\/agridata.ec.europa.eu\/extensions\/DashboardIndicators\/Climate.html?select=EU27_FLAG,1\">Grafik<\/a> ein, dass heute genauso viele Millionen Tonnen Treibhausgase in der Landwirtschaft emittiert werden wie zu Beginn der F\u00f6rderperiode 2013. Warum das so ist, hat CORRECTIV recherchiert: Die Greening-Pr\u00e4mie spart kaum eine Tonne CO2. Und die zweite S\u00e4ule, das gr\u00fcne Gewissen der EU, vergibt manchmal Subventionen \u2013 auf legale Weise \u2013 f\u00fcr Br\u00fccken und Parkpl\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Gemeinden_bauen_mit_Agrargeld_Spielplaetze_und_Bruecken\"><\/span><strong>Gemeinden bauen mit Agrargeld Spielpl\u00e4tze und Br\u00fccken<\/strong><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Zwar soll die \u201ezweite S\u00e4ule\u201c und ihr Programm namens \u201eELER\u201c zun\u00e4chst den l\u00e4ndlichen Raum f\u00f6rdern \u2013 aber eben auch den Klimaschutz. Doch es flie\u00dft h\u00e4ufig in Spiel- und Marktpl\u00e4tze, Turnhallen und Ferienbauernh\u00f6fe. Ohne vorzugeben, wie viel Treibhausgase eingespart werden m\u00fcssen. So hat das Schaumburger Land mit dem Agrar-Geld an einer der meist befahrenen Bundesstra\u00dfen <a href=\"https:\/\/www.schaumburg.de\/media\/custom\/3020_485_1.PDF?1546774109\">Hinweisschilder f\u00fcr Touristen angebracht<\/a>. Manche Gemeinden bauen auch neue Br\u00fccken mit dem EU-Geld, wie etwa die <a href=\"https:\/\/leader.sachsen-anhalt.de\/fileadmin\/Bibliothek\/Politik_und_Verwaltung\/MF\/Leadernetzwerk\/Dokumente\/LES_aktuell\/LES_ASL.pdf\">Stadt Aschersleben<\/a> oder die brandenburgische Stadt L\u00fcbben, die mehr als <a href=\"https:\/\/eler.brandenburg.de\/eler\/de\/veroeffentlichungen\/projekte-des-monats\/2016\/september-2016\/\">400.000 Euro<\/a> f\u00fcr die l\u00e4ngste Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke Brandenburg<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8230;.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>( vollst\u00e4ndiger Artikel <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/klimawandel\/2020\/10\/05\/agrarsubventionen-der-eu-betonbruecken-statt-klimaschutz\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> )<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-transparent ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalte dieser Seite :<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 eztoc-toggle-hide-by-default' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=6593\/#Grau_statt_gruen_trotz_Milliarden\" >Grau statt gr\u00fcn trotz Milliarden&nbsp;<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=6593\/#Gemeinden_bauen_mit_Agrargeld_Spielplaetze_und_Bruecken\" >Gemeinden bauen mit Agrargeld Spielpl\u00e4tze und Br\u00fccken<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(von correctiv.org) Klimawandel Agrarsubventionen der EU: Betonbr\u00fccken statt Klimaschutz Im Oktober entscheidet die EU \u00fcber die Agrarsubventionen der n\u00e4chsten sieben Jahre. 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