{"id":5732,"date":"2020-07-28T09:42:30","date_gmt":"2020-07-28T07:42:30","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=5732"},"modified":"2020-07-28T09:44:53","modified_gmt":"2020-07-28T07:44:53","slug":"nachhaltige-hard-und-software-fuer-eine-bessere-it-welt-heise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/boklima.de\/?p=5732","title":{"rendered":"Nachhaltige Hard- und Software &#8211; f\u00fcr eine bessere (IT-)Welt (heise)"},"content":{"rendered":"\n<p>Langlebig, ressourcensparsam, offen: Das sind Forderungen an eine nachhaltige IT-Landschaft. Hinweise zu Gestaltungsoptionen und notwendigen Handlungsvorgaben. <\/p>\n\n\n\n<p>26.07.2020 , Von <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Missing-Link-Nachhaltige-Hard-und-Software-fuer-eine-bessere-IT-Welt-4851588.html?seite=all\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">heise.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Herstellung und Nutzung digitaler Technologien und Dienste ist mit \u00f6kologisch und sozial problematischen Entwicklungen verbunden. Diese h\u00e4ngen sowohl mit der Art und Weise der Herstellung, Nutzung und Entsorgung von IKT-Ger\u00e4ten als auch mit der Gestaltung und Nutzung der Software und dem damit verbundenen Ausma\u00df des Datenverkehrs zusammen. Diese Einflussfaktoren sind vielf\u00e4ltig miteinander verflochten; grundlegende Ansatzpunkte f\u00fcr eine nachhaltige Gestaltung von Hardware und Software m\u00fcssen bei den politischen Weichenstellungen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einsatz IKT-basierter Technologien und Dienste macht derzeit etwa 4 bis 7 Prozent des weltweiten Strombedarfs aus und bis 2030 wird mit einem Anstieg auf bis zu 15 Prozent gerechnet. Entsprechend sieht es mit den CO<sub>2<\/sub>-Emissionen dieses Sektors aus, die sich im Jahr 2018 auf 2,5 bis 3 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen beliefen und bis 2030 sogar auf einen Anteil von bis zu 8 Prozent anwachsen k\u00f6nnen. Der Energie- und Ressourcenverbrauch sowohl f\u00fcr die Produktion von Endger\u00e4ten, als auch den Betrieb von Ger\u00e4ten, Netzen und Rechenzentren ist also erheblich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_anzahl_der__0\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Anzahl_der_Geraete_steigt_jaehrlich_um_10_Prozent\"><\/span>Anzahl der Ger\u00e4te steigt j\u00e4hrlich um 10 Prozent<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>J\u00e4hrlich steigt die Anzahl an Ger\u00e4ten weltweit um durchschnittlich 10 Prozent, wobei insbesondere das Wachstum an vernetzten Ger\u00e4ten des <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/internet-der-dinge\">Internet der Dinge<\/a> besonders stark zunimmt. Doch nicht nur Produktion und Betrieb von Hardware, sondern auch die Gestaltung und der Betrieb von Software haben bedeutende Auswirkungen auf den Gesamtenergieverbrauch von IKT.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Energie- und Ressourcenverbrauch von digitalen Ger\u00e4ten und Anwendungen ergibt sich in einem vielschichtigen Zusammenwirken zwischen der Ausgestaltung, dem Einsatz und den Nutzungsmustern von Hard- und Software. Deshalb m\u00fcssen die materielle (Energie und Ressourcen zur Produktion, Betrieb und Entsorgung von Hardware) und die immaterielle Basis (Software, Informationen, Wissen) der <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Digitalisierung\">Digitalisierung<\/a> st\u00e4rker zusammengedacht werden, wenn wir eine nachhaltige Digitalisierung erreichen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der nachhaltigen Erzeugung und Nutzung von Hardware spielen Aspekte wie Langlebigkeit, Reparierbarkeit und der schonende Einsatz von Ressourcen eine entscheidende Rolle. Bei der nachhaltigen Gestaltung und Anwendung von Software geht es neben der Energiesparsamkeit auch um die Langlebigkeit und Verf\u00fcgbarkeit der Ressource. Offene Standards und Lizenzen k\u00f6nnen hier wichtige Grundlagen f\u00fcr eine nachhaltige Nutzung von Software und Hardware schaffen. \u00dcber Bits &amp; B\u00e4ume, \u00fcber die Autoren:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/bits-und-baeume.org\/de\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Bits &amp; B\u00e4ume<\/a> ist eine Bewegung, die Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Erstmals fand Bits &amp; B\u00e4ume im November 2018 in Form einer Konferenz mit knapp 2.000 Teilnehmenden an der TU Berlin statt. Ziel war es, Umweltaktivist*innen und digitale Menschenrechtler*innen zusammenzubringen, damit diese voneinander lernen, Gemeinsamkeiten erkennen und sie zusammen umsetzen. Bei der Konferenz wurde auf f\u00fcnf B\u00fchnen, elf R\u00e4umen und mehr als 120 international besetzten Panels, Workshops oder Talks zu Themen in Schwerpunkten wie &#8220;Digitaler Kapitalismus&#8221;, &#8220;Stadt-Land-Smart&#8221; oder &#8220;Alternatives Wirtschaften&#8221; in die Zukunft geblickt. Die ausrichtenden Organisationen von Bits &amp; B\u00e4ume haben auf der Konferenz politische <a href=\"https:\/\/bits-und-baeume.org\/forderungen\/info\/de\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Forderungen f\u00fcr eine nachhaltige Gestaltung von Digitalisierung<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Die Ergebnisse der Konferenz sind <a href=\"https:\/\/www.oekom.de\/buch\/was-bits-und-baeume-verbindet-9783962381493\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">in einem Creative-Commons lizenzierten Buch<\/a> dokumentiert, an dem mehr als 50 Autor*innen mitwirkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Konferenz wurde der Name &#8220;Bits &amp; B\u00e4ume&#8221; von den Veranstalter*innen freigegeben, damit auch andere Akteure diesen f\u00fcr Veranstaltungen an der Schnittstelle zwischen kritischer Digitalisierung und Nachhaltigkeit verwenden k\u00f6nnen. Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass diese sich vor allem an Aktivist*innen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft richten, die Forderungen von Bits &amp; B\u00e4ume mittragen und eine nachhaltige Veranstaltungsorganisation umsetzen. So sind bereits mehrere <a href=\"https:\/\/bits-und-baeume.org\/regionalzweige\/de\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">regelm\u00e4\u00dfig stattfindende Stammtische<\/a> in verschiedenen St\u00e4dten entstanden und auch eine kleine Konferenz an der Universit\u00e4t Dresden in 2019. Es gibt eine <a href=\"https:\/\/lists.posteo.de\/listinfo\/bitsundbaeume\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Mailingliste<\/a> und ein <a href=\"https:\/\/discourse.bits-und-baeume.org\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Online-Diskussionsforum<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.nachhaltige-digitalisierung.de\/bits-baeume\/forum-bits-baeume.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Forum Bits &amp; B\u00e4ume&#8221;<\/a> findet seit 2019 statt und bietet einen Ort f\u00fcr die Vernetzung von Politik, angewandter Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus der Tech- und Nachhaltigkeits-Community und m\u00f6chte Handlungsvorschl\u00e4ge erarbeiten, wie Digitalisierung zukunftsf\u00e4hig gestaltet werden kann. Es wird von der Forschungsgruppe <a href=\"https:\/\/www.nachhaltige-digitalisierung.de\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Digitalisierung und sozial-\u00f6kologische Transformation&#8221;<\/a> am Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung (I\u00d6W) und der Technischen Universit\u00e4t Berlin ausgerichtet und in Kooperation mit dem Einstein Center Digital Future und weiteren wechseln-den Partnern veranstaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Artikel entstand im Rahmen der 3. Veranstaltung des Forum Bits &amp; B\u00e4ume zum Thema &#8220;Langlebig, offen, reparabel und datensparsam. Gestaltungsoptionen f\u00fcr nachhaltige Hard- und Software&#8221;. Die Autor*innen m\u00f6chten damit einen Vorschlag f\u00fcr die inhaltliche Zuspitzung und Strukturierung des Themas unterbreiten. Die politischen Gestaltungsans\u00e4tze sind ein wesentliches Ergebnis der Diskussion auf dem Forum Bits &amp; B\u00e4ume und k\u00f6nnen eine Grundlage f\u00fcr die Formulierung eines politischen Gestaltungsrahmens f\u00fcr nachhaltige Hard- und Software schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Autor*innen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johanna Pohl<\/strong> forscht am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin zu \u00f6kologischen Bewertungsmethoden der Digitalisierung. Sie arbeitet in der Forschungsgruppe &#8220;Digitalisierung und sozial-\u00f6kologische Transformation&#8221; zum Thema nachhaltige Digitalisierung. Mehr Informationen unter www.nachhaltige-digitalisierung.de und auf Twitter unter @SustDigi.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friederike Rohde<\/strong> ist Techniksoziologin und besch\u00e4ftigt sich mit dem Zusammenspiel von gesellschaftlichem und technologischen Wandel. Sie arbeitet zu Themen wie der Digitalisierung des Energiesystems, Smart Cities und algorithmischer Entscheidungsfindung. Seit 2018 promoviert sie am I\u00d6W im Rahmen der Forschungsgruppe &#8220;Digitalisierung und sozial-\u00f6kologische Transformation&#8221; zu technologiebezogenen Zukunftsvorstellungen vom vernetzten Wohnen und koordiniert die Gespr\u00e4chsreihe Forum Bits &amp; B\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erik Albers<\/strong> ist <a href=\"https:\/\/fsfe.org\/about\/people\/albers\/albers.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Programmmanager der Free Software Foundation Europe<\/a> und engagiert sich dort seit vielen Jahren f\u00fcr Nutzer*innen- und Softwarefreiheit. In den letzten Jahren hat er einen Schwerpunkt auf nachhaltiger Software und arbeitet dabei mit Bundes\u00e4mtern und Forschungsinstituten zusammen an der Gestaltung und Erforschung nachhaltiger Software und deren Obsoleszenz. Erik ist zu finden <a href=\"https:\/\/mastodon.social\/@3rik\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">auf Mastodon<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/3albers\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Twitter<\/a> und betreut <a href=\"https:\/\/foss.events\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">die Plattform \/\/foss.events<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anja H\u00f6fner<\/strong> ist Mitarbeiterin beim <a href=\"https:\/\/konzeptwerk-neue-oekonomie.org\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Konzeptwerk neue \u00d6konomie<\/a> in Leipzig, das sich mit alternativen Wirtschaftskonzepten und der Suche nach einem guten Leben f\u00fcr alle befasst. Sie besch\u00e4ftigt sich aus sozial-\u00f6kologischer Perspektive mit Fragen rund um den Sammelbegriff &#8220;Digitalisierung&#8221; und erarbeitet unter anderem Bildungsmaterialien zum Thema. Sie hat die Konferenz Bits &amp; B\u00e4ume mitgestaltet und ist Mitherausgeberin des daraus entstandenen Buchs &#8220;Was Bits und B\u00e4ume verbindet&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_langlebigkeit__1\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Langlebigkeit_von_Hard-_und_Software\"><\/span>Langlebigkeit von Hard- und Software<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Umweltwirkungen von Hardware (Globale Erw\u00e4rmung, Versauerung, S\u00fc\u00dfwasser-Eutrophierung oder Humantoxizit\u00e4t) entstehen w\u00e4hrend ihrer Produktion. Insbesondere die Herstellung der Elektronikkomponenten ist sehr umweltintensiv und findet h\u00e4ufig an Standorten mit hohen Kohlestromanteilen im Strommix statt. Gleichzeitig steigt die absolute Anzahl der digital vernetzten Ger\u00e4te weltweit bei stets k\u00fcrzeren Verwertungszyklen dieser Ger\u00e4te. Aus \u00f6kologischer Perspektive ist die Weiterverwendung bestehender Hardware der Neuanschaffung eines Notebooks oder Smartphones stets vorzuziehen. Insbesondere die Bereitstellung eines neuen Ger\u00e4tes zieht einen hohen Ressourcenverbrauch nach sich, teilweise ben\u00f6tigen neuere Modelle aufgrund gesteigerter Rechenleistung mehr Energie in der Nutzungsphase.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zentrale Stellschraube f\u00fcr die \u00f6kologisch <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Digitale-Nachhaltigkeit-EU-Kommissionsberater-plaediert-fuer-kostenlose-iPhones-4782758.html\">nachhaltige Gestaltung von Hardware<\/a> ist die Verl\u00e4ngerung der Lebensdauer der Ger\u00e4te. Dies kann Hardware-seitig beispielsweise durch modulare Gestaltung und m\u00f6glichst vollst\u00e4ndige Reparierbarkeit unterst\u00fctzt werden. Ein &#8220;Recht auf Reparatur&#8221; wird seit langem gefordert und umfasst Aspekte wie reparaturfreundliches Produktdesign, den Zugang zu Ersatzteilen und den Erhalt der Garantie auch bei Reparatur. Auch die Recyclingf\u00e4higkeit muss bereits beim Design der Ger\u00e4te mitgedacht werden, um zum Beispiel Metalle beim Recycling extrahieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_fr\u00fchzeitiges__2\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Fruehzeitiges_Supportende\"><\/span>Fr\u00fchzeitiges Supportende<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Verwendung von Open Hardware unterst\u00fctzt ebenfalls die Reparierf\u00e4higkeit von Ger\u00e4ten, da jederzeit Baupl\u00e4ne einsehbar sind und einzelne Ersatzteile nachgebaut werden k\u00f6nnen. Die Verwendung von Hardware geschieht zudem immer im Zusammenspiel mit Software, beide bedingen sich gegenseitig. Ohne passende Software kann eine Hardware oft nicht l\u00e4nger genutzt werden und umgekehrt. Aktuelle Betriebssysteme beispielsweise werden auf aktuelle Hardware-Konfigurationen ausgerichtet. In dem Moment, in dem der Hersteller jedoch den Support f\u00fcr dieses Betriebssystem einstellt, kann dieses nicht l\u00e4nger sicher benutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit steht auch die zugrunde liegende Hardware zun\u00e4chst ohne sicheres Betriebssystem da. Ein danach neu ver\u00f6ffentlichtes Betriebssystem hingegen kann eventuell auf der alten Hardware nicht zum Laufen gebracht werden. So wird durch mangelnde Interoperabilit\u00e4t von Software und (\u00e4lterer) Hardware im Zusammenspiel mit <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/meldung\/Produktlebensdauer-EU-Parlament-gegen-Software-Obsoleszenz-3763365.html\">dem fr\u00fchzeitigen Supportende von Software<\/a> eigentlich noch funktionsf\u00e4hige Hardware vermehrt vor Ablauf der Produktlebensdauer ersetzt. Die Langlebigkeit von Software und ihre Verf\u00fcgbarkeit in der Zukunft hat damit auch direkten Einfluss auf die Verwendbarkeit heutiger Hardware in der Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav__quot_public__3\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"%E2%80%9CPublic_Money_Public_Code%E2%80%9D\"><\/span>&#8220;Public Money Public Code&#8221;<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Dies betrifft auch die nachhaltige Verf\u00fcgbarkeit der &#8216;Ressource Software&#8217; selbst. Heutzutage k\u00f6nnen bereits viele Dokumente aus vergangenen Jahrzehnten nicht mehr ge\u00f6ffnet oder die zugeh\u00f6rige Software nicht mehr zum Laufen gebracht werden, obwohl die Hardware gleichzeitig immer leistungsf\u00e4higer wird. Dies ist meist die Folge einer k\u00fcnstlich erzwungenen Verk\u00fcrzung der Lebensdauer unserer IKT-Systeme durch propriet\u00e4re Lizenzen und Herstellerbindung. Eine nachhaltige L\u00f6sung ist die Verwendung von Software unter freier Lizenz (Freie und Open-Source-Software, FOSS).<\/p>\n\n\n\n<p>Freie Lizenzen gew\u00e4hren jedem Menschen die uneingeschr\u00e4nkte und zeitlich unbegrenzte Verwendung der Software sowie den Zugang zu ihrem Quellcode. So kann keine Entit\u00e4t ein &#8220;Ende des Supports&#8221; f\u00fcr eine FOSS-lizenzierte Software erzwingen oder deren Verf\u00fcgbarkeit oder Archivierung f\u00fcr die Zukunft unterbinden. Mit offenen Schnittstellen wird zudem Interoperabilit\u00e4t gew\u00e4hrleistet. Inner- und au\u00dferhalb des FOSS-\u00d6kosystems erm\u00f6glicht die freie Lizenzierung eine vollst\u00e4ndige oder modulare Einbindung spezifischer Software-L\u00f6sungen im Zusammenspiel mit anderen Systemen. Weiterhin wird die technisch und juristisch einwandfreie Archivierung und Wiederverwendung digitaler Ressourcen im Sinne der digitalen Generationengerechtigkeit gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Langlebigkeit der digitalen Infrastruktur zu unterst\u00fctzen, gilt es vonseiten der Politik sicherzustellen, dass mit \u00f6ffentlichen Geldern entwickelte Software und Hardware unter einer freien und Open-Source-Lizenz ver\u00f6ffentlicht wird (&#8220;Public Money Public Code&#8221; beziehungsweise &#8220;Public Money Public Hardware&#8221;). Die Ver\u00f6ffentlichung von Source-Code unter freier Lizenz nach dem Supportende einer Software oder eines Elektroger\u00e4tes (&#8220;Upcycling von Software&#8221;) w\u00fcrde einen Meilenstein gegen erzwungene Software-Obsoleszenz darstellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_energie_und__4\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Energie-_und_ressourcensparsame_Hard-_und_Software\"><\/span>Energie- und ressourcensparsame Hard- und Software<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Ger\u00e4te und Anwendungen werden relativ immer effizienter, zum Beispiel durch LED-Bildschirmbeleuchtung, sinkende Energieintensit\u00e4t pro Rechenleistung und verbesserte Strommanagementsoftware. In der EU-\u00d6kodesign-Richtlinie sind dazu gesetzliche Mindestanforderungen formuliert. Labels wie Energy Star oder Blauer Engel bewerten elektronische Ger\u00e4te nach ihrer Energieeffizienzklasse und bieten somit auch Verbraucher*innen transparente Entscheidungshilfen. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Ger\u00e4te der Unterhaltungselektronik immer gr\u00f6\u00dfer werden, Leistung und Bildschirmaufl\u00f6sungen steigen, was absolut betrachtet zu steigenden Energie- und Ressourcenverbr\u00e4uchen f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel kann auch die absolute Zunahme an Ger\u00e4ten und steigende Energieverbr\u00e4uche zum Beispiel im Internet der Dinge aufgrund der immer effizienter und damit g\u00fcnstiger werdender Elektronikkomponenten konstatiert werden \u2013 ein klassischer Rebound-Effekt. Energie- und ressourcensparsame Hardware zeichnet sich also nicht nur durch relative Ressourcensparsamkeit aus, sondern auch durch ein absolutes Sinken von Energie- und Ressourcenverbr\u00e4uchen. Es ist also geboten, Effizienzma\u00dfnahmen durch Konsistenz- und Suffizienzstrategien zu flankieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_sparsame__5\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Sparsame_Software\"><\/span>Sparsame Software<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Rechenzentren steht die Bewertung in Effizienzklassen noch ganz am Anfang. Bei der Beurteilung der Energieeffizienz von Rechenzentren sind Faktoren wie Abw\u00e4rmenutzung, Art der K\u00fchltechnik oder die Serverauslastung entscheidend. Es liegen hier erste Methoden zur Energieeffizienzberechnung von Rechenzentren vor. Die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/developer\/artikel\/Sustainable-Programming-Softwarecode-ohne-Stromfresser-4197828.html\">Umweltrelevanz von Software<\/a> entsteht durch die Beanspruchung von Hardware- und \u00dcbertragungskapazit\u00e4ten (Rechenleistung, Arbeitsspeicher, Netze) bei deren Entwicklung, Nutzung und Deinstallation.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn eine absolute Bezifferung der Relevanz von Software auf den Gesamtenergieverbrauch von IKT noch am Anfang steht, so ergaben Untersuchungen, dass unterschiedliche Softwareprodukte, die die gleichen funktionellen Anforderungen erf\u00fcllen, sich signifikant in ihrem Stromverbrauch unterscheiden k\u00f6nnen. Im Sinne energie- und ressourcensparsamer Software gilt es also, diese so zu gestalten, dass der Strom- und Ressourcenbedarf in der Nutzungsphase minimiert wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_die_politik_ist__6\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Politik_ist_gefragt\"><\/span>Die Politik ist gefragt<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Software-Designprinzipien sollten dies gleich zu Beginn des Software-Lebenszyklus ber\u00fccksichtigen. Das Umweltbundesamt hat hierzu bereits erste Kriterien f\u00fcr die nachhaltige Gestaltung von Software vorgelegt. Kriterien wie die Nutzungsautonomie \u2013 darunter die FOSS-Lizenzierung, Offlinef\u00e4higkeit und Werbefreiheit \u2013 sind wichtige Ansatzpunkte, bei deren Nutzung Verbraucher*innen und Industrie heute bereits mit wenig Aufwand viel erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Politik sollte dabei unterst\u00fctzend t\u00e4tig werden, indem sie Verbraucher*innen mit verpflichtenden Infolabels beim bewussten Konsum hilft und die Industrie bei der gemeinsamen Gestaltung offener Standards unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_transparente__7\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Transparente_und_faire_Produktkreislaeufe\"><\/span>Transparente und faire Produktkreisl\u00e4ufe<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Endger\u00e4te, Server und Netzwerke bestehen aus einer Vielzahl von endlichen Ressourcen. Bei steigender Gesamtanzahl der Ger\u00e4te erh\u00f6ht sich der Bedarf an Ressourcen f\u00fcr deren Herstellung. Digitale Ger\u00e4te bestehen neben Plastik, Glas und Keramik aus diversen Metallen, die als Konfliktrohstoffe beziehungsweise besorgniserregend eingestuft sind. Gesch\u00fcrft werden Tantal, Wolfram, Gold, Zinn oder Kobalt vor allem in L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens, unter anderem im Kongo, in S\u00fcd-Afrika, Ruanda, Peru oder Chile oft unter gesundheitsgef\u00e4hrdenden Arbeitsbedingungen, mangelnder Schutzkleidung, massiven Arbeitsrechtsverletzungen, sowie teilweise unter dem Einsatz von Kinderarbeit. Zudem kommt es zu erheblichen Umweltbelastungen durch die Verseuchung von Fl\u00fcssen, Abholzung und Luftverschmutzungen. Auch bei der Produktion von digitalen Ger\u00e4ten sind massive Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechten, zum Beispiel in chinesischen Fabriken bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie begonnen, so endet auch der Produktlebenszyklus vieler Ger\u00e4te im Globalen S\u00fcden, zum Beispiel in Agbogbloshie in Ghana auf der gr\u00f6\u00dften M\u00fcllhalde auf dem afrikanischen Kontinent. Auch dort leben und arbeiten Menschen unter menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen und gesundheitlicher Gef\u00e4hrdung, um wiederverwertbare Rohstoffe aus dem Elektroschrott zu gewinnen. Der Produktionsprozess ist zudem von gro\u00dfer Intransparenz gepr\u00e4gt und es ist vielfach nicht nachvollziehbar, welche Bestandteile wo und unter welchen Bedingungen hergestellt wurden oder entsorgt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_gew\u00e4hrleistung__8\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Gewaehrleistung_von_Nachhaltigkeit\"><\/span>Gew\u00e4hrleistung von Nachhaltigkeit<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Auch die Herstellung und Programmierung von Software ist h\u00e4ufig von gro\u00dfer Intransparenz gepr\u00e4gt. Propriet\u00e4re Software-Entwicklung liefert fertig kompilierten und verschlossenen Code an Nutzer*innen. Nutzer*innen haben keine M\u00f6glichkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Software das tut, was sie vorgibt zu tun. Das Wissen \u00fcber die Software wird von Unternehmen geheim gehalten, damit k\u00f6nnen neue Versionen ver\u00f6ffentlicht und alte Versionen f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt werden. Daraus entstehen Abh\u00e4ngigkeiten, die nicht nur die Autonomie der Nutzer*innen beeintr\u00e4chtigt, sondern auch Einfluss auf die Lebensdauer von Hardware haben kann, wie oben beschrieben. Durch diese Wissensmonopole k\u00f6nnte der Bankrott eines privatwirtschaftlichen Akteurs nicht nur einen enormen Wissensverlust bedeuten, sondern sogar zum Ausfall ganzer Infrastrukturen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung von <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Nachhaltigkeit\">Nachhaltigkeit<\/a> in allen Dimensionen braucht es deswegen bei Hardware und Software Transparenz im gesamten Herstellungsprozess. F\u00fcr Hardware bedeutet das transparente Lieferketten sowie menschenw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen und faire L\u00f6hne \u00fcber die gesamte Lieferkette. Die Verantwortung hierf\u00fcr kann nicht auf die Nutzer*innen abgew\u00e4lzt werden, sondern Unternehmen sollten verpflichtet werden, Transparenz in den Lieferketten zu gew\u00e4hrleisten, wie es derzeit verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen in der Initiative Lieferkettengesetz fordern.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr anfallenden Elektroschrott, zum Beispiel durch defekte Teile, braucht es ein funktionierendes Recyclingsystem, um die wertvollen Inhaltsstoffe in den digitalen Ger\u00e4ten weiterzuverwenden. Elektroschrott darf nicht, wie derzeit, auf unklare Weise entsorgt werden und im Zweifelsfall wieder in die L\u00e4nder des globalen S\u00fcdens exportiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_archivierung__9\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Archivierung_und_Wiederverwendung_von_Wissen\"><\/span>Archivierung und Wiederverwendung von Wissen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine transparente Entwicklung von Software bedeutet, dass der urspr\u00fcngliche Quellcode mit allen sp\u00e4teren \u00c4nderungen \u00f6ffentlich nachvollzogen werden kann. Eine freie Lizenzierung des Quellcodes erm\u00f6glicht die Verwendung f\u00fcr alle, auch f\u00fcr gesch\u00e4ftliche Zwecke. Damit wird der Monopolisierung von Wissen, sowie gleichzeitig der Monopolstellung einzelner (privatwirtschaftlicher) Akteure vorgebeugt. Freie Lizenzen erm\u00f6glichen eine Archivierung und Wiederverwendung von Wissen. Wie im Modell einer Kreislaufwirtschaft k\u00f6nnen bereits entwickelte Programme oder Versionen wiederbelebt oder weiterentwickelt werden. Transparente Produktionskreisl\u00e4ufe, in denen jeder einzelne Code-Beitrag nachvollziehbar ist, sorgen zudem f\u00fcr m\u00fcndige und unabh\u00e4ngige Nutzer*innen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_politische__10\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Politische_Gestaltungsoptionen_fuer_nachhaltige_Hard-_und_Software\"><\/span>Politische Gestaltungsoptionen f\u00fcr nachhaltige Hard- und Software<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/2\/9\/4\/1\/2\/9\/1\/200710_Infografik_Software-Hardware-b706c8ef5d6df5eb.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/heise.cloudimg.io\/width\/610\/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1\/_www-heise-de_\/imgs\/18\/2\/9\/4\/1\/2\/9\/1\/200710_Infografik_Software-Hardware-b706c8ef5d6df5eb.jpg\" alt=\"Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung\"\/><\/a><figcaption>Gestaltungsoptionen f\u00fcr nachhaltige Hard- und Software (Bild:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nachhaltige-digitalisierung.de\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Umweltwirkungen und sozialen Implikationen, die mit Produktion, Betrieb und Entsorgung von Hardware und Software verbunden sind, ergeben sich somit in einem vielschichtigen Zusammenspiel verschiedener Einflussgr\u00f6\u00dfen. Die politische Gestaltung sollten diese zielgerichtet in den Blick nehmen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Right to Repair&#8221;<\/strong>: Das Recht auf Reparatur muss gesetzlich verankert werden und umfasst die verpflichtende Ver\u00f6ffentlichung aller f\u00fcr die Reparatur relevanten Informationen sowie ein diskriminierungsfreier und dauerhafter Zugang f\u00fcr alle (gewerblichen) Werkst\u00e4tten und Endnutzer*innen zu allen f\u00fcr die Reparatur relevanten Mitteln und Werkzeugen. Vollst\u00e4ndige Nutzungsrechte sowie Gew\u00e4hrleistung m\u00fcssen erhalten bleiben \u2013 auch wenn die Reparatur durch freie zertifizierte Reparaturbetriebe erfolgt und dabei alternative Software oder Betriebssysteme zum Einsatz kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Lizenzierung von Hard- und Software&#8221;<\/strong>: Die Nutzungs- bzw. Eigentumsrechte f\u00fcr Bauanleitungen und Ersatzteile sollen nach Produktionsende f\u00fcr die Allgemeinheit zug\u00e4nglich unter Freier Lizenz ver\u00f6ffentlicht werden, damit Nutzer*innen und Werkst\u00e4tten Ersatzteile selber nachbauen k\u00f6nnen. Um zugeh\u00f6rige Software-Obsoleszenz zu vermeiden gilt es zudem, eine verpflichtende Ver\u00f6ffentlichung von Source Code unter Freier Lizenz nach Supportende einer Software oder eines Elektroger\u00e4tes einzuf\u00fchren sowie das ungehinderte Aufspielen alternativer Software und Betriebssysteme zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Transparente und geschlossene Produktkreisl\u00e4ufe&#8221;<\/strong>: F\u00fcr Herstellung von Hardware braucht es transparente Lieferketten sowie menschenw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen und faire L\u00f6hne \u00fcber den gesamten Herstellungsprozess. Unternehmen sollten gesetzlich verpflichtet werden, Transparenz in den Lieferketten zu gew\u00e4hrleisten und menschenrechtliche sowie umweltbezogene Sorgfalt walten zu lassen. Es braucht ein funktionierendes Recyclingsystem, um die wertvollen Inhaltsstoffe der digitalen Ger\u00e4te weiterzuverwenden. F\u00fcr eine transparente Entwicklung von Software soll die Versionsgeschichte des urspr\u00fcnglichen Quellcodes mit allen \u00c4nderungen \u00f6ffentlich nachvollzogen werden k\u00f6nnen. Eine freie Lizenzierung von Quellcode erm\u00f6glicht eine Verwendung f\u00fcr alle (auch f\u00fcr gesch\u00e4ftliche) Zwecke.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Energie- und Ressourcensparsamkeit&#8221;<\/strong>: Effizienzma\u00dfnahmen digitaler Technik m\u00fcssen durch Konsistenz- und Suffizienzstrategien flankiert werden, um Rebound-Effekten vorzubeugen. Es m\u00fcssen verpflichtende Vorgaben eingef\u00fchrt werden, energie- und ressourcensparsame Software so zu gestalten, dass der Strom- und Ressourcenbedarf in der Nutzungsphase minimiert wird. Ansatzpunkte daf\u00fcr sind bereits im Blauen Engel f\u00fcr Software vorgelegt worden. Modularisierung und Standardisierung von Hardware tr\u00e4gt zur Vermeidung von Elektroschrott und zur Ressourcensparsamkeit bei. Dies kann auf EU-Ebene durch verpflichtende Vorgaben zur Standardisierung von Elektronikzubeh\u00f6r (unter anderem Ladekabel) und Elektronikbestandteilen erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Public Money \u2013 Public Code&#8221;<\/strong>: Um \u00f6ffentliche und nachhaltige digitale Infrastrukturen zu f\u00f6rdern braucht es eine rechtliche Verpflichtung, dass mit \u00f6ffentlichen Geldern entwickelte Software unter einer Freie-Software- und Open-Source-Lizenz ver\u00f6ffentlicht werden. Von der Allgemeinheit bezahlte Anwendungen sollten allen zur Verf\u00fcgung stehen. Der offene Code erm\u00f6glicht sowohl die nachhaltige Gestaltung und lange Nutzung von Software als auch der verwendeten Hardware.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Security by transparency&#8221;<\/strong>: Ausschreibungs- und Beschaffungskriterien f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand sollen so gestaltet werden, dass sowohl Freie und Open-Source-Software als auch Ger\u00e4te bevorzugt werden, die offene Schnittstellen und modulare Designs bereitstellen. Die Verwendung offener Standards muss in allen \u00f6ffentlichen Dienstleistungen verpflichtend werden und noch ausstehende Regulierungen und Standardisierungsprozesse von \u00f6ffentlicher Hand unterst\u00fctzt werden. Gerade auch im Bereich der kritischen Infrastruktur gilt es einen Paradigmenwechsel hin zu Freier und Open-Source-Software anzustreben. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Literatur\"><\/span>Literatur<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Andrae, Anders S G (2019): Projecting the chiaroscuro of the electricity use of communication and computing from 2018 to 2030. Preprint.<\/li><li>Belkhir, Lotfi and Ahmed Elmeligi (2018): Assessing ICT global emissions footprint: Trends to 2040 &amp; recommendations. Journal of Cleaner Production 177 (March): 448\u2013463.<\/li><li>Cisco (2016): Cisco Visual Networking Index: Forecast and Methodology, 2015\u20132020.<\/li><li>Cisco (2019): Cisco Visual Networking Index: Forecast and Trends, 2017\u20132022.<\/li><li>Duboc, Leticia, Stefanie Betz, Birgit Penzenstadler, Sedef Akinli Kocak, Ruzanna Chitchyan, Ola Leifler, Jari Porras, Norbert Seyff and Colin C. Venters (2019): <a href=\"https:\/\/ieeexplore.ieee.org\/document\/8920518\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Do we Really Know What we are Building? Raising Awareness of Potential Sustainability Effects of Software Systems in Requirements Engineering.<\/a> In: 2019 IEEE 27th International Requirements Engineering Conference (RE), S. 6\u201316.<\/li><li>EEB (2019): <a href=\"https:\/\/eeb.org\/library\/coolproducts-report\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Coolproducts don\u2019t cost the earth<\/a> &#8211; full report.<\/li><li>Gr\u00f6ger, Jens, Andreas K\u00f6hler, Stefan Naumann, Andreas Filler, Achim Guldner, Eva Kern, Lorenz M Hilty and Yuliyan Maksimov (2018): Entwicklung und Anwendung von Bewertungsgrundlagen f\u00fcr ressourceneffiziente Software unter Ber\u00fccksichtigung bestehender Methodik. Dessau-Ro\u00dflau: UBA.<\/li><li>Hintemann, Ralph and Simon Hinterholzer (2018): Technology radars for energy-efficient data centers: A transdisciplinary approach to technology identification, analysis and evaluation. In: World Congress on Sustainable Technologies, Cambridge: Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE).<\/li><li>Hischier, Roland, Vlad C. Coroama, Daniel Schien and Mohammad Ahmadi Achachlouei (2015): Grey Energy and Environmental Impacts of ICT Hardware. In: ICT Innovations for Sustainability, ed. Lorenz M. Hilty and Bernard Aebischer, 310: S. 171\u2013189. Cham: Springer International Publishing.<\/li><li>H\u00f6fner, Anja and Vivian Frick, eds. (2019): Was Bits und B\u00e4ume verbindet. Digitalisierung nachhaltig gestalten. Dokumentation der Konferenz \u201cBits &amp; B\u00e4ume\u201d. M\u00fcnchen: oekom.<\/li><li>Inkota (2016): Infobl\u00e4tter Ressourcengerechtigkeit, Nr. 2 &#8220;Konfliktrohstoffe&#8221;, Dezember 2016<\/li><li>Kern, Eva, Markus Dick, Stefan Naumann and Tim Hiller (2015): Impacts of software and its engineering on the carbon footprint of ICT. Environmental Impact Assessment Review 52 (April): 53\u201361.<\/li><li>Koomey, Jonathan, Stephen Berard, Marla Sanchez and Henry Wong (2011): Implications of historical trends in the electrical efficiency of computing. IEEE Annals of the History of Computing 33, Nr. 3: 46\u201354.<\/li><li>Malmodin, Jens, Dag Lunden and Nina L\u00f6vehagen (forthcoming): ICT energy and carbon footprint 2015-2018, an update to the study \u201cThe energy and carbon footprint of the global ICT and E&amp;M sectors 2010 &#8211; 2015\u201d. Manuscript in preparation. Ericsson Report.<\/li><li>Manhart, Andreas, Markus Blepp, Corinna Fischer, Kathrin Graulich, Siddharth Prakash, Rasmus Priess, Tobias Schleicher and Maria T\u00fcr (2016): Resource Efficiency in the ICT Sector. Final Report. Hamburg: Greenpeace.<\/li><li>Naumann, Stefan, Markus Dick, Eva Kern and Timo Johann (2011): The GREENSOFT Model: A reference model for green and sustainable software and its engineering. Sustainable Computing: Informatics and Systems 1, Nr. 4 (1. December): 294\u2013304.<\/li><li>Pilgrim, Hannah, Merle Groneweg and Michael Reckordt (2017): Ressourcenfluch 4.0: Die sozialen und \u00f6kologischen Auswirkungen von Industrie 4.0 auf den Rohstoffsektor. Berlin: PowerShift.<\/li><li>Prakash, Siddharth, Jens Gr\u00f6ger, Tamina Hipp, Ingo Rodem, Silke Borgstedt, Alexander Schl\u00f6sser, Lutz Stobbe, Marina Proske, Hannes Riedel, Perrine Chancerel, et al. (2017): Ermittlung und Erschlie\u00dfung des Energie- und Ressourceneffizienzpotenzials von Ger\u00e4ten der Unterhaltungselektronik. Dessau-Ro\u00dflau: Umweltbundesamt.<\/li><li>Sch\u00f6dwell, Bj\u00f6rn, Dr R\u00fcdiger Zarnekow, Ran Liu, Jens Gr\u00f6ger and Marc Wilkens (2018): Kennzahlen und Indikatoren f\u00fcr die Beurteilung der Ressourceneffizienz von Rechenzentren und Pr\u00fcfung der praktischen Anwendbarkeit. Dessau-Ro\u00dflau: Umweltbundesamt.<\/li><li>W\u00e4ger, Patrick A., Roland Hischier and Rolf Widmer (2015): The Material Basis of ICT. In: ICT Innovations for Sustainability, ed. Lorenz M. Hilty and Bernard Aebischer, 310: S. 209\u2013221. Cham: Springer International Publishing.<\/li><\/ul>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-transparent ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalte dieser Seite :<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 eztoc-toggle-hide-by-default' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Anzahl_der_Geraete_steigt_jaehrlich_um_10_Prozent\" >Anzahl der Ger\u00e4te steigt j\u00e4hrlich um 10 Prozent<\/a><ul class='ez-toc-list-level-3' ><li class='ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Langlebigkeit_von_Hard-_und_Software\" >Langlebigkeit von Hard- und Software<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Fruehzeitiges_Supportende\" >Fr\u00fchzeitiges Supportende<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#%E2%80%9CPublic_Money_Public_Code%E2%80%9D\" >&#8220;Public Money Public Code&#8221;<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Energie-_und_ressourcensparsame_Hard-_und_Software\" >Energie- und ressourcensparsame Hard- und Software<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Sparsame_Software\" >Sparsame Software<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-7\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Die_Politik_ist_gefragt\" >Die Politik ist gefragt<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-8\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Transparente_und_faire_Produktkreislaeufe\" >Transparente und faire Produktkreisl\u00e4ufe<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-9\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Gewaehrleistung_von_Nachhaltigkeit\" >Gew\u00e4hrleistung von Nachhaltigkeit<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-10\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Archivierung_und_Wiederverwendung_von_Wissen\" >Archivierung und Wiederverwendung von Wissen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-11\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Politische_Gestaltungsoptionen_fuer_nachhaltige_Hard-_und_Software\" >Politische Gestaltungsoptionen f\u00fcr nachhaltige Hard- und Software<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-12\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=5732\/#Literatur\" >Literatur<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langlebig, ressourcensparsam, offen: Das sind Forderungen an eine nachhaltige IT-Landschaft. 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