{"id":5236,"date":"2020-06-08T13:20:50","date_gmt":"2020-06-08T11:20:50","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=5236"},"modified":"2020-06-08T13:34:23","modified_gmt":"2020-06-08T11:34:23","slug":"pop-up-radweg-auf-dem-suedring-in-acht-minuten-pressemitteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/boklima.de\/?p=5236","title":{"rendered":"Pop-Up-Radweg auf dem S\u00fcdring in acht Minuten (Pressemitteilung)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Samstag, 6. Juni 2020: Die Radwende begeht den ersten Jahrestag der Ausrufung des <a href=\"https:\/\/www.bochum.de\/Pressemeldungen\/6-Juni-2019\/Stadt-Bochum-erklaert-den-Klimanotstand\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Klimanotstands in Bochum<\/a> mit der Demonstration des schnellen Auf- und Abbaus eines verkehrssicheren, kosteng\u00fcnstigen und ressourcenleichten Radwegs, einem so genannten Pop-Up-Radweg. Rund 250 Radfahrer*innen, darunter Familien mit Kindern, nutzen ihn begeistert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um 14 Uhr startete am Samstag bei sch\u00f6nstem Wetter auf dem Kurt-Schumacher-Platz am Eingang zur Einkaufszone die Demonstration des Radwende B\u00fcndnis. Die Radwende hatte in Coronazeiten nur 50 Personen angemeldet. Zur Auftaktkundgebung sollten sie auf abstandskorrekten Markierungen stehen. Etwa 250 Radfahrer*innen waren jedoch schlie\u00dflich gekommen und konnten erfolgreich den zuvor schnell eingerichteten Pop-Up-Radweg geschickt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur acht Minuten hatte die Einrichtung der etwa 500 Meter langen Radspur zwischen dem Kurt-Schumacher-Platz vor dem Hauptbahnhof bis zur Viktoriastra\u00dfe gedauert. Radwende-Mitglieder hatten mit im Abstand von wenigen Metern aufgestellten professionellen rot-wei\u00dfen Leitkegel zur Verkehrssicherung die zweispurige Stra\u00dfe in eine Auto- und eine Radspur geteilt \u2013 ein so genannter Pop-Up-Radweg entstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Polizei hatte dabei nicht viel zu tun, sie kontrollierte lediglich, ob die Spr\u00fchkreide, mit der die Aktivist*innen das Radweg-Symbol auf die Stra\u00dfe gespr\u00fcht hatten, nicht eventuell doch permanent sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Abstand und in mehreren Bl\u00f6cken starteten die Radler*innen auf die leider nur sehr kurze Strecke. Anders als bei normalen Demos mussten sie sich auch an die Regeln der Stra\u00dfenverkehrsordnung halten und stoppten an den Ampeln \u2013 schlie\u00dflich waren sie auch ohne Polizeibegleitung im dichten Samstagsverkehr unterwegs.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Radwende wollte so zeigen, wie komfortabel und gew\u00f6hnlich ein Pop-Radweg sein kann. Auf diesem gelten nat\u00fcrlich auch die normalen Regeln des Stra\u00dfenverkehrs, auch wenn er vom Autoverkehr deutlich getrennt ist. Bis auf den Entfall einer Fahrspur ergab der Aufbau auch f\u00fcr den Autoverkehr keine Probleme. Die Autofahrer*innen konnten in die und aus den einm\u00fcndenden Stra\u00dfen ein- und abbiegen, selbst die Bussfahrer*innen kamen ohne weiteres durch eine allerdings immer wieder zu \u00f6ffnende L\u00fccke in der Leitkegelreihe zum Halt an der gro\u00dfen Bushaltestelle vor der Kortumstra\u00dfe. Mit einer entsprechenden Beschilderung, wie sie die Radwende an den Einm\u00fcndungen und eingesetzt hatte, w\u00e4re auch dies ohne Aufwand m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Kreuzung setzten die Teilnehmer auf die andere Seite des S\u00fcdrings und fuhren zum Hauptbahnhof zur\u00fcck \u2013 allerdings dort nicht gesch\u00fctzt durch eine Pop-Up-Spur. Den Unterschied konnten sie hautnah sp\u00fcren, selbst wenn ihnen die Gruppen der vielen Radler*innen Sicherheit gab. Denn die durch die neue Stra\u00dfenverkehrsordnung eigentlich bekannter gewordenen Abstandsregel von 1,50 Meter f\u00fcr das \u00dcberholen durch Autos erh\u00f6ht das Sicherheitsgef\u00fchl nur, wenn ohne markierte Trennung auch die Geschwindigkeit der \u00dcberholenden reduziert ist und Autofahrer*innen aufmerksam sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war zumindest das Fazit vieler Teilnehmer*innen gegen\u00fcber den Radwende-Veranstalter*innen. Gerade Eltern mit Kindern sp\u00fcrten den Unterschied deutlich. \u201eDer Pop-Up-Radweg erzeugt viel mehr Sicherheit bei mir und sichtbar auch bei meiner Tochter\u201c, \u00e4u\u00dferte sich ein Vater. \u201eNiemals w\u00fcrde ich mit meinem Kind auf dem Rad \u00fcber den Ring fahren, ohne eine solche Sicherung oder wenn nicht mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind\u201c, sagte eine Mutter.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSteigt die Zahl der Radfahrer*innen auf den Stra\u00dfen, steigt auch die Sicherheit f\u00fcr sie, das zeigt sich hier ganz deutlich\u201c, sagte ein Mitradler. \u201eIn St\u00e4dten, in denen mehr Radfahrer*innen unterwegs sind, oder wie jetzt auf dem S\u00fcdring, w\u00e4chst auch die R\u00fccksicht der Autofahrer*innen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch andere Teilnehmer*innen berichteten, dass sie eigentlich keine b\u00f6sen Worte von den \u00fcberholenden Autofahrer*innen h\u00f6ren mussten. \u201eAlle waren sehr freundlich und r\u00fccksichtsvoll\u201c, meinte eine Radlerin, \u201eobwohl der Ring offenbar auch wegen des kostenlosen Parkangebots sehr stark befahren war.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit zeigte das zweite Experiment eines Pop-Up-Radwegs auf dem Ring wieder deutlich, wie schnell und kosteng\u00fcnstig mehr Radmobilit\u00e4t in der Stadt m\u00f6glich w\u00e4re. Glaubt man den Berliner Erfahrungen, kostet die Einrichtung von Pop-Up-Radwegen etwa 50-mal weniger als permanente Stra\u00dfenumbauten, von der \u00d6kobilanz und den jahrelangen Planungszeitr\u00e4umen ganz zu schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass sich mit einer Verbesserung der Radmobilit\u00e4t auch die stagnierende Klimabilanz der Stadt verbessern w\u00fcrde, war Thema des Redebeitrags der Auftaktkundgebung (siehe Anhang). Schlie\u00dflich ist der der Verkehr mit einem CO2-Emissionsanteil von 37 Prozent der st\u00e4rkste Klimatreiber. Mit der Erh\u00f6hung des Radverkehrsanteils von sieben auf 25 Prozent, wie ihn sich die Stadt seit 2016 als Mitglied der Arbeitsgemeinchaft fu\u00dfg\u00e4nger- und fahrradfreundlicher St\u00e4dte (AGFS) vorgenommen hat, w\u00e4re sicherlich eine entsprechende Reduktion sichtbar. Die Radwende bem\u00e4ngelt in der Rede deutlich, dass es \u00fcberhaupt keine aktuellen Zahlen zu Klimanotstand und -bilanz in Bochum gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin Radverkehrskonzept, was bis heute erst sechs Jahre lang unbearbeitet blieb, jetzt nach dem Ratsbeschluss aber in zwei Jahren kommen soll, wird erst in einigen Jahren nach der Umsetzung Erfolge zeigen\u201c, meinte Christoph Bast von der Radwende. \u201eMit Pop-Up-Radwegen und Tempo 30 lie\u00dfe sich dagegen innerhalb k\u00fcrzester Zeit und ohne ressourcenintensiven Stra\u00dfenbau selbst in der Autostadt Bochum mehr Radmobilit\u00e4t erzeugen \u2013 und damit auch der Klimanotstand verbessern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Stra\u00dfenumbau zum Auto-S\u00fcdring erfolgte nach Ende der Demonstration sogar noch schneller. In sechs Minuten bauten nur wenige Aktive die Strecke zur\u00fcck. \u201eWenn wir irgendwann die beiden innenliegenden Spuren des Rings zur Fahrradstra\u00dfe machen wollen, brauchen wir mit den ressourcenleichten Pop-Up-Radwegen auch keine gr\u00f6\u00dferen Stra\u00dfenumbauten. Das spart enorm viel an Energie und Baumaterial\u201c, sind sich die Radwende-Aktivist*innen sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz des nur kleinen Radkreisels auf dem S\u00fcdring zeigten sich die meisten Teilnehmer*innen begeistert: \u201eDas machen wir jetzt jede Woche\u201c, war h\u00e4ufiger zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Fotos zur freien Verwendung unter: <a href=\"https:\/\/www.radwende-bochum.de\/2020\/06\/06\/erste-fotos-radaktion-popup-radwege-fuer-bochum\/\">https:\/\/www.radwende-bochum.de\/2020\/06\/06\/erste-fotos-radaktion-popup-radwege-fuer-bochum\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Redebeitrag: Pop-Up-Radwege f\u00fcr Bochum <\/h2>\n\n\n\n<p>Liebe Freundinnen und Freunde!<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist der erste Jahrestag des Klimanotstands in Bochum. Krass, was in diesem einen Jahr passiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Klimaschutz ist jedenfalls DAS Thema in Bochum: Umweltfreundliches Bauen, W\u00e4rmewende, klimafreundliche Mobilit\u00e4t, Kinder, die sicher quer durch die Stadt radeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wahnsinn, was alles geht, hier wo das WIR noch z\u00e4hlt!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der Reihe nach: <\/p>\n\n\n\n<p>Vor einem Jahr hatte der Rat der Stadt tats\u00e4chlich beschlossen, dass mit der Ausrufung des Notstands alle st\u00e4dtischen Entscheidungen unter \u201eKlimavorbehalt\u201c gestellt werden. Zumindest haben wir das damals so verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich steht in der Resolution vom 6. Juni 2019:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Kommune erkl\u00e4rt den Climate Emergency und anerkennt damit die Eind\u00e4mmung des Klimawandels und seiner schwerwiegenden Folgen als Aufgabe h\u00f6chster Priorit\u00e4t.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Super. Eine tolle Anerkennung der Realit\u00e4t und der damals schon \u00fcber ein halbes Jahr andauernden Proteste von Fridays-for-Future \u2013 die \u00fcbrigens Teil des B\u00fcndnis Radwende sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeden Freitag hatten sie demonstriert, bei Wind und Wetter. Sie waren nicht zu \u00fcbersehen, sie nervten, waren jung \u2013 und fanden breite Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p>SPD und Gr\u00fcne erkl\u00e4rten in Bochum den Notstand. Den Klimanotstand. Auf der Basis von zwei B\u00fcrgerantr\u00e4gen nach Paragraph 24 der Gemeindeordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zu fassen: Demokratie! B\u00fcrgerbeteiligung! Endlich lokal die menschengemachte Erderw\u00e4rmung bek\u00e4mpfen, die lokale Verantwortung f\u00fcr das begrenzte noch zu emittierende CO2-Budget anerkennen, der Rat, die Verwaltung, alle machen mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Kommune wird die Auswirkungen auf das Klima sowie die \u00f6kologische, gesellschaftliche und \u00f6konomische Nachhaltigkeit bei jeglichen davon betroffenen Entscheidungen ber\u00fccksichtigen und wenn immer m\u00f6glich jene Entscheidungen priorit\u00e4r behandeln, welche den Klimawandel oder dessen Folgen abschw\u00e4chen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>vollst\u00e4ndiger Artikel <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.radwende-bochum.de\/2020\/06\/07\/redebeitrag-pop-up-radwege-fuer-bochum\/\" target=\"_blank\">hier bei der Radwende, Redebeitrag<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Bilder auch beim <a href=\"https:\/\/www.aku-bochum.de\/2020\/temporaerer-radweg\/nggallery\/thumbnails\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">AKU<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Auch auf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bo-alternativ.de\/2020\/06\/07\/pop-up-radweg-auf-dem-suedring-in-acht-minuten\/\" target=\"_blank\">Bo-Alternativ<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.bo-alternativ.de\/2020\/06\/06\/bilder-der-pop-up-radweg-aktion-auf-dem-suedring\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bilder der Pop-up-Radweg-Aktion auf dem S\u00fcdring<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bo-alternativ.de\/2020\/06\/06\/alles-muss-man-selber-machen-z-b-pop-up-radwege\/\" target=\"_blank\">Ein Jahr Verk\u00fcndung des Klimanotstands in Bochum:<br>Alles muss man selber machen: z. B. Pop-up-Radwege<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstag, 6. Juni 2020: Die Radwende begeht den ersten Jahrestag der Ausrufung des Klimanotstands in Bochum mit der Demonstration des schnellen Auf- und Abbaus eines verkehrssicheren, kosteng\u00fcnstigen und ressourcenleichten Radwegs, einem so genannten Pop-Up-Radweg. Rund 250 Radfahrer*innen, darunter Familien mit Kindern, nutzen ihn begeistert. 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