{"id":10151,"date":"2021-11-01T23:27:59","date_gmt":"2021-11-01T22:27:59","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=10151"},"modified":"2021-11-01T23:34:22","modified_gmt":"2021-11-01T22:34:22","slug":"weltklimakonferenz-2021-welche-vier-ziele-cop26-erreichen-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/boklima.de\/?p=10151","title":{"rendered":"Weltklimakonferenz 2021: Welche vier Ziele COP26 erreichen muss"},"content":{"rendered":"\n<p>(29.10.21, spektrum.de ) , Original : <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/weltklimakonferenz-2021-welche-vier-ziele-cop26-erreichen-muss\/1942417\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Konferenz in Glasgow gilt als \u00bbletzte Chance\u00ab, die Klimaziele von Paris zu erreichen. Daf\u00fcr m\u00fcssen dort vier gro\u00dfe Probleme gel\u00f6st werden. Eines davon: Gerechtigkeit.von <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/weltklimakonferenz-2021-welche-vier-ziele-cop26-erreichen-muss\/1942417#content__author\">Christopher Schrader<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Klimakonferenz 2021 <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/thema\/un-klimakonferenz-2021-in-glasgow\/1461729\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Klimazug verl\u00e4sst Amsterdam am Samstag, dem 30. Oktober um 8.47&nbsp;Uhr. Er nimmt in Rotterdam und Br\u00fcssel noch Fahrg\u00e4ste auf, <a href=\"https:\/\/railtothecop.com\/apply\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ist mittags in London und rollt abends um sechs in Glasgow ein<\/a>&nbsp;\u2013 falls im britischen Bahnnetz alles gut geht. Wer den ausgebuchten Sonderzug nimmt, der vor allem f\u00fcr (junge) Aktivistinnen und Wissenschaftler gedacht war, d\u00fcrfte daher rechtzeitig zur Klimakonferenz&nbsp;COP26 in der schottischen Gro\u00dfstadt sein, die am Sonntag er\u00f6ffnet&nbsp;wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Was dort in den ersten beiden Novemberwochen passiert, darauf blickt&nbsp;\u2013 das ist keine \u00dcbertreibung&nbsp;\u2013 die ganze Welt. \u00bbSie gilt als die wichtigste Konferenz seit Paris 2015\u00ab, sagt Rixa Schwarz, die bei der Organisation Germanwatch die internationale Klimapolitik verfolgt. Ob die Staaten ausreichende Zusagen machen, um die Erderhitzung zu begrenzen, und weitere Schritte vereinbaren, h\u00e4ngt von den Verhandlungen in Schottland ab. <a href=\"https:\/\/www.ipcc.ch\/2021\/08\/09\/ar6-wg1-20210809-pr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Auch der Weltklimarat&nbsp;IPCC hatte im Sommer geurteilt<\/a>: \u00bbWenn es keine sofortigen, schnellen und umfassenden Reduktionen der Treibhausgas-Emissionen gibt, ist das Begrenzen der Erw\u00e4rmung auf wenig mehr als 1,5 oder sogar 2,0&nbsp;Grad nicht mehr m\u00f6glich.\u00ab Diese Zahlen beziehen sich auf die Temperaturzunahme im Jahr&nbsp;2100 gegen\u00fcber der vorindustriellen Zeit; 1,1&nbsp;Grad sind laut dem j\u00fcngsten IPCC-Bericht bereits erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem das so genannte 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten, ist das vermutlich wichtigste Vorhaben der britischen Gastgeber und der meisten Teilnehmenden. Es hat eine bemerkenswerte Karriere gemacht: Ging es beim gescheiterten Gipfel von Kopenhagen&nbsp;2009 noch um eine Grenze bei 2,0&nbsp;Grad und verlangte das Pariser Abkommen \u00bbdeutlicher unter 2,0&nbsp;Grad\u00ab mit einer Option zu 1,5&nbsp;Grad, so ist diese Temperaturgrenze mittlerweile praktisch unwidersprochen das zentrale und einzige Ziel. Das auch, weil sich inzwischen die Erkenntnisse mehren, dass es schon danach zahlreiche gef\u00e4hrliche, unbeherrschbare Klimafolgen geben d\u00fcrfte. Doch ob es \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich ist, die Grenze einzuhalten, <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/1-5-grad-ziel-erreichen-moeglich-aber-nicht-plausibel\/1889140\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">erscheint vielen vor allem angesichts der schleppenden Reaktion der Gesellschaft zweifelhaft<\/a>. Vom 31.&nbsp;Oktober bis zum 12.&nbsp;November&nbsp;2021 findet in Glasgow das 26.&nbsp;Treffen der Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention von Rio (Conference of the Parties, COP) statt. Verfolgen Sie unsere <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/cop26-liveblog-das-passiert-auf-der-weltklimakonferenz-2021\/1938766\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">aktuelle Berichterstattung im Liveblog<\/a> und lesen Sie mehr <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/thema\/un-klimakonferenz-2021-in-glasgow\/1461729\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rund um Klimawandel und Klimaschutz auf unserer Themenseite<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie so oft bei diesen <em>Conferences of the Parties<\/em>, also den Treffen der Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention von Rio, kursieren schon in den Wochen vor Beginn viele wichtige Berichte, stellen Organisationen ihre Forderungen und verk\u00fcnden Staaten ihre Positionen. W\u00e4hrend der Konferenz werden dann Beschl\u00fcsse oder Fortschritte in vier wichtigen Bereichen erwartet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Ausgangslage\"><\/span>Die Ausgangslage<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>In den Tagen vor der Konferenz haben gleich zwei UN-Organisationen erkl\u00e4rt, anhand der vorliegenden Zusagen der Nationalstaaten werde die Welt die im Pariser Abkommen vereinbarten Ziele verfehlen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, UNEP, <a href=\"https:\/\/www.unep.org\/resources\/emissions-gap-report-2021\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">stellt in seinem j\u00e4hrlichen \u00bbEmissions Gap Report\u00ab fest<\/a>: Zurzeit steuert die Welt auf eine Erw\u00e4rmung von 2,7&nbsp;Grad zu. Falls die Staaten die gegebenen Zusagen f\u00fcr 2050 einhalten, n\u00e4mlich gem\u00e4\u00df einer Bilanzrechnung von Quellen und Senken keine Klimagase mehr auszusto\u00dfen&nbsp;\u2013 \u00bbNetto-Null\u00ab\u2013, k\u00f6nnte es bei einer Erhitzung um 2,2&nbsp;Grad bleiben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/1619169206.png?f=2000\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/1619169206.png?f=2000\" alt=\"Keeling Curve des CO2 am Gipfel des Mauna Loa.\" width=\"300\" height=\"225\" title=\"Keeling Curve des CO2 am Gipfel des Mauna Loa.\"\/><\/a><figcaption>\u00a9 National Oceanic &amp; Atmospheric Administration (Ausschnitt) Treibhausgasmessungen am Gipfel des Mauna Loa | Die prominenteste Datenreihe atmosph\u00e4rischer Kohlendioxidkonzentrationen zeigt: Beim Treibhausgas kommt das Auf und Ab der internationalen Klimapolitik bisher nicht&nbsp;an.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich urteilte das internationale Klimasekretariat in Bonn, bei dem die Staaten ihre&nbsp;\u2013 laut Pariser Abkommen freiwilligen&nbsp;\u2013 Klimaschutzpl\u00e4ne einreichen. <a href=\"https:\/\/unfccc.int\/news\/updated-ndc-synthesis-report-worrying-trends-confirmed\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gem\u00e4\u00df der j\u00fcngsten Auswertung k\u00f6nnte die Politik der 143&nbsp;Nationen<\/a>, die ihre Ziele k\u00fcrzlich aktualisiert und meist versch\u00e4rft haben, dazu f\u00fchren, dass ihre Emissionen bis 2030 ungef\u00e4hr elf&nbsp;Prozent unter den reduzierten Aussto\u00df im Pandemiejahr&nbsp;2020 sinken. Nimmt man jedoch alle 192&nbsp;Staaten, dann kommen etwa 14&nbsp;Prozent mehr Treibhausgase in die Atmosph\u00e4re als zuletzt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDiese COP ist die letzte Chance, das 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten\u00ab, sagt Niklas H\u00f6hne vom NewClimate Institute in K\u00f6ln. \u00bbMit allen Beitr\u00e4gen, die die L\u00e4nder bisher vorgeschlagen haben, <em>stabilisieren<\/em> sich die globalen Treibhausgas-Emissionen ungef\u00e4hr bis zum Jahr&nbsp;2030. F\u00fcr 1,5&nbsp;Grad m\u00fcssten sie aber <em>halbiert<\/em> werden. Das ist eine enorme L\u00fccke.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere aktuelle Befunde:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Asien hat 2020 das w\u00e4rmste Jahr der Messgeschichte erlebt, vermeldet die Meteorologische Weltorganisation.<\/li><li>Die CO<sub>2<\/sub>-Konzentration in der Atmosph\u00e4re hat <a href=\"https:\/\/public.wmo.int\/en\/media\/press-release\/greenhouse-gas-bulletin-another-year-another-record\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">trotz des pandemiebedingten R\u00fcckgangs der Emissionen einen neuen Rekordwert erreicht<\/a>.<\/li><li>Deutliche Mehrheiten der EU-B\u00fcrger und Briten f\u00fcrchten, dass ihre L\u00e4nder den Aussto\u00df nicht ausreichend werden reduzieren k\u00f6nnen, <a href=\"https:\/\/www.eib.org\/en\/press\/all\/2021-354-eu-citizens-and-britons-sceptical-about-successfully-reducing-carbon-emissions-by-2050-american-and-chinese-respondents-more-confident\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zeigt eine Umfrage<\/a>.<\/li><li>In den USA <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/national-security\/intelligence-pentagon-climate-change-warnings\/2021\/10\/21\/ea3a2c84-31d3-11ec-a1e5-07223c50280a_story.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">haben Geheimdienste und Regierung vor Kurzem erstmals gemeinsam vor den Sicherheitsrisiken des Klimawandels<\/a> gewarnt.<\/li><li>Laut einer Analyse des internationalen Komitees des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds sind 2020 fast 31&nbsp;Millionen Menschen <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wegen klimabedingter Naturkatastrophen im eigenen Land zu Fl\u00fcchtlingen<\/a> geworden.<\/li><li>Von <a href=\"https:\/\/www.wri.org\/insights\/climate-action-progress-indicators-2030-2050-targets\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">40&nbsp;Indikatoren f\u00fcr den aktuellen Fortschritt im Klimaschutz<\/a> liegt keiner auf dem richtigen Pfad, bilanzierte am Donnerstag ein Bericht von Organisationen um das Word Resources Institute. Immerhin 25&nbsp;Messgr\u00f6\u00dfen bewegen sich aber in die richtige Richtung, wenn auch zu langsam. Dazu geh\u00f6ren der Ausbau erneuerbarer Energiequellen oder die Wiederherstellung k\u00fcstennaher Feuchtgebiete.<\/li><li>Eine internationale Kommission, die sich mit dem S\u00fcdpolarmeer befasst, hat die Einrichtung gro\u00dfer Schutzgebiete erneut vertagt. Besonders China und Russland blockierten die Entscheidung, <a href=\"https:\/\/www.ccamlr.org\/en\/news\/2021\/meeting-antarctic-experts-comes-close\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vor der Ostantarktis, der antarktischen Halbinsel und im Weddellmeer die Fischerei auf etwa vier&nbsp;Millionen Quadratkilometer weiter einzuschr\u00e4nken<\/a>. Die \u00d6kosysteme dort stehen wegen der schnelleren Erw\u00e4rmung der Polarregionen unter besonderem Druck.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Unmittelbar vor der COP tagen in Rom noch die Regierungschefinnen und -chefs der gr\u00f6\u00dften Industriestaaten. Auf dem Treffen der so genannten G20 werden weitere Zusagen und Festlegungen erwartet, die dann&nbsp;\u2013 so ist das von Gro\u00dfbritannien und Italien gemeinsam geplant worden&nbsp;\u2013 auf einem <em>World Leaders Summit<\/em>, also einem Gipfeltreffen am Anfang der Konferenz, den Verhandlungen in Glasgow den richtigen Schwung geben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Erstes_Ziel_Mehr_Klimaschutz\"><\/span>Erstes Ziel: Mehr Klimaschutz<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Vor der COP26 hat es eine Welle von Zusagen von Staaten gegeben, die sich dem Netto-Null-Ziel in der Mitte des 21.\u00a0Jahrhunderts verpflichten wollen. Die EU <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/de\/press-room\/20210419IPR02302\/eu-klimaneutralitat-bis-2050-europaisches-parlament-erzielt-einigung-mit-rat\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">m\u00f6chte das 2050 erreichen<\/a>, Deutschland hat sein Zieljahr <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/klimaschutz\/klimaschutzgesetz-2021-1913672\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts auf 2045 vorgezogen<\/a>. Nach den USA hat <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-australia-59046032\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">auch Australien nun verk\u00fcndet<\/a>, 2050 in Summe keine Treibhausgase mehr aussto\u00dfen zu wollen. <a href=\"https:\/\/datawrapper.dwcdn.net\/AGLW9\/3\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/datawrapper.dwcdn.net\/AGLW9\/3\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/boklima.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/boklima.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10154\" width=\"311\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/boklima.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image.png 622w, https:\/\/boklima.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image-277x300.png 277w\" sizes=\"auto, (max-width: 311px) 85vw, 311px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>China spricht hingegen <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2021-08-10\/how-china-plans-to-become-carbon-neutral-by-2060-quicktake\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bisher vom Jahr&nbsp;2060<\/a> wie <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/saudi-arabien-wuestenstaat-will-bis-2060-klimaneutralitaet-a-791c4236-c872-4acf-83ef-ec3172dfb0a7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">seit Kurzem auch Saudi-Arabien<\/a>. Die T\u00fcrkei verk\u00fcndet, nun als letzter G-20-Staat das Pariser Abkommen zu ratifizieren und <a href=\"https:\/\/www.climatechangenews.com\/2021\/10\/06\/turkey-ratifies-paris-agreement-approving-2053-net-zero-goal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ab 2053 seine Emissionen zu stoppen<\/a>. Ein Plan von Indien fehlt und k\u00f6nnte in Rom oder Glasgow verk\u00fcndet werden. Erwartungen, dass China dort oder schon vorher noch einmal nachlegt und ehrgeizigere Ziele vorlegt, <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2021\/oct\/28\/disappointing-but-not-unexpected-china-climate-goal-leaves-experts-unsatisfied\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wurden am Donnerstag aber entt\u00e4uscht<\/a>: Die Supermacht hat die Angaben nur formalisiert und etwas pr\u00e4zisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNetto-Null ist das neue Normal\u00ab, freut sich darum Karsten Sach vom Bundesumweltministerium, der deutsche Chefverhandler bei den COP-Treffen. \u00bb80&nbsp;Prozent der L\u00e4nder bekennen sich dazu, und der Druck auf die \u00fcbrigen w\u00e4chst.\u00ab In Glasgow 100&nbsp;Prozent zu erreichen, werde aber trotzdem nicht m\u00f6glich&nbsp;sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohnehin sehen Klimaexpertinnen die eigentliche Herausforderung woanders. \u00bbEin Ziel ohne einen Plan ist blo\u00df ein Wunsch\u00ab, sagt Astrid Kiendler-Scharr vom Forschungszentrum J\u00fclich, die Vorsitzende des Deutschen Klimakonsortiums. Um 2050 die Emissionen zu stoppen, m\u00fcssten die Staaten umgehend konkrete Schritte einleiten. Niklas H\u00f6hne, dessen Institut an den Auswertungen des \u00bbClimate Action Trackers\u00ab auf L\u00e4nderebene beteiligt ist, best\u00e4tigt: \u00bbKein einziges dieser L\u00e4nder hat Ma\u00dfnahmen umgesetzt, um sich tats\u00e4chlich auf den Pfad Richtung Netto-Null zu begeben, kein einziges.\u00ab Die L\u00fccke sei darum so gro\u00df, \u00bbdass sich die Frage gar nicht stellt, wer gut genug ist: Niemand ist gut genug.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbDiese COP ist die letzte Chance, das 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten\u00ab(Niklas H\u00f6hne)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Immerhin gibt es Abstufungen: So will Saudi-Arabien nur innerhalb des Landes auf Netto-Null, aber weiter \u00d6l produzieren&nbsp;\u2013 die Emissionen gehen dann nach den Vorstellungen der Regierung auf das Konto der Abnehmer. Australien m\u00f6chte <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2021\/10\/21\/world\/australia\/australia-coal-fossil-fuel-carbon.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bis zum bitteren Ende Kohle verkaufen<\/a> und 2030 auch nur um 26 bis 28&nbsp;Prozent mit seinen Emissionen runter. Mexiko und Brasilien haben internationale Partner mit Rechentricks ver\u00e4rgert, die ihnen h\u00f6here Emissionen erm\u00f6glichen, ohne auf dem Papier ihre Ziele aufzuweichen. <a href=\"https:\/\/climateactiontracker.org\/publications\/global-update-september-2021\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Einer Auswertung des Climate Action Trackers zufolge<\/a> ist bisher nur der Plan von Gambia komplett mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel, vier weitere afrikanische Staaten sowie Nepal, Costa Rica und als einziges Industrieland Gro\u00dfbritannien sind immerhin nahe dran. Dort ist der Kohleausstieg praktisch auch schon vollzogen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Zweites_Ziel_Fortschritte_bei_Einzelthemen\"><\/span>Zweites Ziel: Fortschritte bei Einzelthemen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>USA und EU schlagen f\u00fcr die COP ein Abkommen zum Thema Methan vor. Es ist ein Treibhausgas, das wesentlich schneller wieder aus der Atmosph\u00e4re verschwindet als CO<sub>2<\/sub>, aber Molek\u00fcl f\u00fcr Molek\u00fcl viel st\u00e4rker wirkt. Insgesamt ist es darum der zweitgr\u00f6\u00dfte Faktor der Erderhitzung. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas und wird au\u00dferdem in Kohlegruben, M\u00fcllkippen und der Landwirtschaft frei, vor allem bei Tierhaltung und Reisanbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Abkommen, <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/climate-environment\/2021\/10\/11\/global-methane-pledge\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">das inzwischen 34&nbsp;Staaten unterst\u00fctzen<\/a>, sieht vor, den Aussto\u00df des Gases bis 2030 um 30&nbsp;Prozent zu senken. Der US-amerikanische Sonderbeauftragte f\u00fcr Klimapolitik, Ex-Au\u00dfenminister John Kerry, hofft laut Zeitungsberichten, mehr als 100&nbsp;Zusagen zu bekommen. Allerdings lehnen vier der gr\u00f6\u00dften Emittenten die Vereinbarung bisher ab: China, Brasilien, Indien und Russland.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiteren Fortschritt versprechen sich die britischen Gastgeber in vier Sektoren, die Premier Boris Johnson als \u00bbcoal, cars, cash, and trees\u00ab zusammenfasst: Kohle, Autos, Geld und B\u00e4ume. So geh\u00f6ren inzwischen 41\u00a0Nationen sowie viele Regionen, Provinzen und Firmen einer Allianz namens \u00bbPowering Past Coal\u00ab an; in Glasgow sollen neue Zusagen verk\u00fcndet werden. Staaten sollen die Kohle im eigenen Land nicht mehr einsetzen und Projekte in anderen nicht mehr f\u00f6rdern. Ein Konferenztag ist dort auch dem Transportsektor gewidmet, hier erhoffen sich die Briten <a href=\"https:\/\/ukcop26.org\/transport\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fortschritte bei emissionsfreien Autos<\/a>. <a href=\"https:\/\/datawrapper.dwcdn.net\/FXlQ9\/2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/datawrapper.dwcdn.net\/FXlQ9\/2\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/boklima.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/boklima.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10156\" width=\"313\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/boklima.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image-1.png 625w, https:\/\/boklima.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/image-1-240x300.png 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 313px) 85vw, 313px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem haben die Gastgeber eine Initiative gestartet, um die Abholzung von W\u00e4ldern zu stoppen und Fl\u00e4chen wieder aufzuforsten. Im ersten Schritt <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2021\/oct\/15\/uk-to-push-plan-to-halt-and-reverse-global-deforestation-by-2030-at-cop26-aoe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">soll es f\u00fcr den Anbau von Kaffee, Kakao, Soja und Palm\u00f6l keine Genehmigungen f\u00fcr Rodungen mehr geben<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDas war bisher eine vergessene Frage: Wie stellen wir \u00d6kosysteme wieder her, die Kohlendioxid binden?\u00ab, sagt Isabel Cavalier von der kolumbianischen Organisation Transforma. \u00bbOhne solche Ver\u00e4nderung in der Landnutzung ist das 1,5-Grad-Ziel unabh\u00e4ngig von der Entwicklung der Emissionen nicht zu erreichen. Das muss jetzt eine Rolle spielen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Drittes_Ziel_Genug_Geld_fuer_aermere_Staaten\"><\/span>Drittes Ziel: Genug Geld f\u00fcr \u00e4rmere Staaten<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Der fehlende der vier Begriffe in Johnsons Mantra ist <em>cash<\/em>: Geld. Schon bei der Konferenz in Kopenhagen 2009 hatten die Industriel\u00e4nder versprochen, ab 2020 und dann jedes Jahr 100&nbsp;Milliarden US-Dollar bereitzustellen, damit Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung finanziert werden k\u00f6nnen. Zurzeit gilt die Zusage bis 2025, danach soll die Summe erh\u00f6ht werden. Das Versprechen haben die reichen Nationen f\u00fcr das Startjahr aber vermutlich gebrochen, wie der designierte Pr\u00e4sident der COP26, Alok Sharma, einr\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat viel Kritik ausgel\u00f6st. So sagte der Leiter des Zentrums f\u00fcr Klimawandel und Entwicklung in Dhaka in Bangladesch, Saleemul Huq, bei einem Interview im September: \u00bbWenn sie in Glasgow nicht die 100&nbsp;Milliarden f\u00fcr 2021 bereitstellen, k\u00f6nnen sie ihre Zusagen offenbar nicht halten.\u00ab Das h\u00e4tte, so sahen es auch andere Experten und Expertinnen, einen R\u00fcckfall in starre Lager bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum hat Sharma den deutschen Umweltstaatssekret\u00e4r Jochen Flasbarth mit dem kanadischen Umweltminister zusammengespannt, um die Finanzierung zu retten. Die Ergebnisse wurden <a href=\"https:\/\/ukcop26.org\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Climate-Finance-Delivery-Plan-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">am vergangenen Montag verk\u00fcndet<\/a>: Demnach schaffen die Industriel\u00e4nder die symbolische Summe von 100&nbsp;Milliarden Dollar wohl erst 2023, stellen jedoch f\u00fcr die Jahre&nbsp;2021 bis 2025 im Durchschnitt gen\u00fcgend Geld pro Jahr zur Verf\u00fcgung. Der Fehlbetrag 2020 von wom\u00f6glich 15&nbsp;Milliarden w\u00fcrde aber dann vermutlich nicht ausgeglichen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEs war nicht das, was wir versprochen haben\u00ab, r\u00e4umt auch Flasbarth ein. \u00bbZusagen zu erf\u00fcllen, ist die wichtigste W\u00e4hrung in den Verhandlungen, aber dieses Ergebnis sollte uns zumindest in eine gute Stimmung bringen.\u00ab Das Geld bereitzustellen, habe nichts mit Gro\u00dfz\u00fcgigkeit zu tun: \u00bbEs ist ein essentieller Teil der Klimapolitik, ein Zeichen der Fairness und der historischen Verantwortung.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings stimmt die Verteilung offenbar auch nicht. Alok Sharma selbst sagt, es m\u00fcsste mehr nicht zur\u00fcckzahlbare Zusch\u00fcsse geben: 2019 machten sie nur 30&nbsp;Prozent aus, der Rest waren Kreditangebote. Und Saleemul Huq r\u00fcgte, dass nicht wie erwartet die H\u00e4lfte des Geldes f\u00fcr Anpassungsma\u00dfnahmen an die verletzlichsten, schw\u00e4chsten Staaten gegangen sei: Es waren zuletzt nur 20&nbsp;Prozent, w\u00e4hrend 80&nbsp;Prozent in st\u00e4rkere Staaten und in Projekte zur Emissionsreduktion floss.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem m\u00fcsse sich der Gipfel in Glasgow, forderte der Experte aus Bangladesch, endlich mit der dritten S\u00e4ule neben Klimaschutz und Adapation befassen: Sie wird allgemein \u00bbLoss and Damage\u00ab genannt, es geht also um Geld f\u00fcr das Wiederherstellen von besch\u00e4digter oder verlorener Infrastruktur und Wirtschaftsg\u00fctern. Daf\u00fcr gebe es einen hohen zus\u00e4tzlichen Finanzbedarf, sagt auch Sven Harmeling von der Organisation Care International. \u00bbWir d\u00fcrfen das nicht weiter als Unterthema von Anpassung darstellen und damit klein halten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ohnehin ist l\u00e4ngst klar geworden, dass der Kampf gegen die Klimakrise die kosteng\u00fcnstigere Option ist, wenn man es mit Abwarten vergleicht. Das hatte schon 2006 der Report von Lord Nicholas Stern vom Grantham Institute in London festgestellt. <a href=\"https:\/\/www.lse.ac.uk\/granthaminstitute\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/working-paper-370-Stern.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eine am Dienstag erschienene Aktualisierung bekr\u00e4ftigt die Schlussfolgerung<\/a>: \u00bbJede sinnvolle Sch\u00e4tzung der Kosten des Nichthandelns w\u00e4re heute h\u00f6her, und die Kosten des Handelns sind niedriger als 2006.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Viertes_Ziel_Regelwerk_zum_Pariser_Abkommen_komplettieren\"><\/span>Viertes Ziel: Regelwerk zum Pariser Abkommen komplettieren<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Seit Jahren arbeiten die L\u00e4nder bei den COPs daran, sich gemeinsame Regeln f\u00fcr die Buchhaltung der Treibhausgase und andere Klauseln des Pariser Abkommens zu geben. Vieles davon wurde 2018 verabschiedet. Offen bleiben zum Beispiel gemeinsame Basisjahre und Zeithorizonte, die Zahlen vergleichbar machen. Au\u00dferdem fordern zahlreiche Beteiligte voneinander vollkommene Transparenz \u00fcber den Aussto\u00df und die Effekte der jeweiligen Politik. \u00bbDagegen gibt es nat\u00fcrlich auch politische Widerst\u00e4nde\u00ab, sagt Rixa Schwarz von Germanwatch. \u00bbManche wollen sich nicht so sehr in die Karten schauen lassen.\u00ab Andere Staaten f\u00fcrchten, dass sie nicht die Kapazit\u00e4ten haben, die Angaben f\u00fcr das Ausf\u00fcllen wom\u00f6glich kleinteiliger Formulare zu erheben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine besondere Rolle spielt der Artikel&nbsp;6 des Pariser Abkommens. Er sieht vor, dass Staaten kooperieren d\u00fcrfen, um Emissionen zu reduzieren. Dann k\u00f6nnte zum Beispiel ein Land in den Tropen seinen Wald mit Finanzierung durch eine Industrienation aufforsten, die sich schlie\u00dflich das gebundene CO<sub>2<\/sub> auf ihre Ziele anrechnet. Der Artikel warnt aber bereits vor Missbrauch&nbsp;\u2013 etwa, dass beide L\u00e4nder den Effekt in ihre Bilanz aufnehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.spektrum.de\/fm\/912\/CO2-Emissionen-Deutschland-1024x551.jpg?f=2000\" alt=\"Kohlendioxidaussto\u00df in Deutschland\" width=\"512\" height=\"276\" title=\"Kohlendioxidaussto\u00df in Deutschland\"\/><figcaption>\u00a9 Stefan Rahmstorf \/ <a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/klimalounge\/wie-viel-co2-kann-deutschland-noch-ausstossen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CO2-Emissionen in Deutschland<\/a> \/ CC BY-SA 4.0 <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/legalcode\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CC BY-SA<\/a> (Ausschnitt) Kohlendioxidaussto\u00df in Deutschland | Gr\u00fcn: Emissionen bis 2018 nach Zahlen des Umweltbundesamtes (f\u00fcr 2018 habe ich denselben Wert wie 2017 veranschlagt, da die Zahl noch nicht ver\u00f6ffentlicht ist). Blau: exemplarische lineare Emissionsminderung, die einem fairen Beitrag Deutschlands zu den Paris-Zielen entsprechen k\u00f6nnte.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese Kompensation anderswo m\u00f6chten manche Staaten zu einem internationalen Marktplatz ausbauen; wom\u00f6glich sollen dort auch Zertifikate gehandelt werden, die durch einen \u00e4hnlichen Mechanismus des Kyoto-Protokolls von 1997 entstanden sind. Beides versuchen vor allem Klimaschutzorganisationen zu verhindern. Die alten Zertifikate sind oft unter zweifelhaften Regeln erteilt worden; und selbst wenn sie einen hohen Standard haben, liegt die Emissionseinsparung bereits weit in der Vergangenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbZertifikatehandel soll nur erm\u00f6glichen, was zu Hause nicht zu schaffen ist,\u00ab erkl\u00e4rt Rixa Schwarz die Position von Germanwatch. \u00bbEin Senken der Emissionen findet vorrangig im eigenen Land statt, das ergibt in Summe mehr Klimaschutz.\u00ab Greenpeace w\u00fcrde es sogar ausdr\u00fccklich als Erfolg der Verhandlungen in Glasgow werten, wenn ein solcher internationaler Handelsmechanismus abgewendet wird, sagt die zust\u00e4ndige Campaignerin Lisa G\u00f6ldner. Die Verhandlungen zu Artikel&nbsp;6 k\u00f6nnten daher die vielleicht gr\u00f6\u00dfte Herausforderung werden, sch\u00e4tzt Staatssekret\u00e4r Flasbarth.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Regeln spielen zudem eine Rolle dabei, wie sich die Emissionen von Luftverkehr und Schifffahrt entwickeln. Sie unterliegen nicht den nationalen Pl\u00e4nen. Die Flugindustrie zum Beispiel hat einen Mechanismus namens Corsia eingef\u00fchrt, um das erwartete Wachstum der Emissionen mit Zertifikaten zu kompensieren &nbsp;\u2013 zun\u00e4chst auf freiwilliger Basis. Ob das \u00fcberhaupt einen Effekt hat, k\u00f6nnte sich daher auch in Glasgow entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich halten es aber viele Expertinnen und Experten f\u00fcr sehr wichtig, dass die Regeln endlich verabschiedet werden&nbsp;\u2013 schon um zu zeigen, dass die Weltgemeinschaft im Rahmen des Pariser Abkommens auch Beschl\u00fcsse fassen&nbsp;kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Was_wuerde_die_Konferenz_zum_Erfolg_machen\"><\/span>Was w\u00fcrde die Konferenz zum Erfolg machen?<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Neben den Einzelthemen wird vermutlich besonders z\u00e4hlen, ob die Konferenz als Ende der ersten Phase nach Paris gesehen wird oder als Anfang eines Jahrzehnts der rapiden Treibhausgas-Einsparung. \u00bbWenn die COP es nicht schafft, eine Perspektive aufzuzeigen, wie in der n\u00e4chsten Dekade Ambition erh\u00f6ht wird, sowohl bei der Emissionsvermeidung als auch bei der Bereitstellung von Finanzierungsmitteln, dann wird es eine vertane Chance sein\u00ab, sagt Carl-Friedrich Schleusner von der Humboldt-Universit\u00e4t und der Forschungsgruppe Climate Analytics in Berlin. Wichtig f\u00fcr einen Erfolg w\u00e4re auch, erg\u00e4nzt Lisa G\u00f6ldner von Greenpeace, die n\u00e4chste \u00dcberpr\u00fcfung der nationalen Klimaziele auf 2023 vorzuziehen, anstatt wieder f\u00fcnf Jahre zu warten. Und zu verankern, dass der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen jetzt schnell in Angriff genommen werden&nbsp;soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Vieles davon steht jedoch auf einer Wunschliste, auf der etliche Punkte unerf\u00fcllt bleiben k\u00f6nnten. \u00bbWir werden gro\u00dfe Fortschritte machen\u00ab, sagt der britische Sonderbeauftragte f\u00fcr Klimawandel Nick Bridge, \u00bbaber wir k\u00f6nnen nicht alles l\u00f6sen.\u00ab Vielleicht ist es ja auch schon ein Zeichen, dass der Klimazug seine internationalen Passagiere nicht von Glasgow zur\u00fcck nach Amsterdam bringt. Um die R\u00fcckreise muss sich jede und jeder selbst k\u00fcmmern. Ein Partywagen ist erst recht nicht vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Tip von Ingo<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-transparent ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalte dieser Seite :<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 eztoc-toggle-hide-by-default' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10151\/#Die_Ausgangslage\" >Die Ausgangslage<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10151\/#Erstes_Ziel_Mehr_Klimaschutz\" >Erstes Ziel: Mehr Klimaschutz<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10151\/#Zweites_Ziel_Fortschritte_bei_Einzelthemen\" >Zweites Ziel: Fortschritte bei Einzelthemen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10151\/#Drittes_Ziel_Genug_Geld_fuer_aermere_Staaten\" >Drittes Ziel: Genug Geld f\u00fcr \u00e4rmere Staaten<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10151\/#Viertes_Ziel_Regelwerk_zum_Pariser_Abkommen_komplettieren\" >Viertes Ziel: Regelwerk zum Pariser Abkommen komplettieren<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10151\/#Was_wuerde_die_Konferenz_zum_Erfolg_machen\" >Was w\u00fcrde die Konferenz zum Erfolg machen?<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(29.10.21, spektrum.de ) , Original : hier Die Konferenz in Glasgow gilt als \u00bbletzte Chance\u00ab, die Klimaziele von Paris zu erreichen. 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