{"id":10008,"date":"2021-09-30T01:12:45","date_gmt":"2021-09-29T23:12:45","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=10008"},"modified":"2021-09-30T01:14:01","modified_gmt":"2021-09-29T23:14:01","slug":"milliardengeschaeft-kohle-warum-rwe-sogar-an-steigenden-co2-preisen-verdient","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/boklima.de\/?p=10008","title":{"rendered":"Milliardengesch\u00e4ft Kohle: Warum RWE sogar an steigenden CO2-Preisen verdient"},"content":{"rendered":"\n<p>(19.09.21, Handelsblatt) , Original : <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/technik\/thespark\/energiekonzern-milliardengeschaeft-kohle-warum-rwe-sogar-an-steigenden-co2-preisen-verdient\/27617624.html?ticket=ST-5045809-Zkw7s1RD7JyJk0LGSCds-ap3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/images\/header_bg_mobil\/19555096\/8-formatOriginal.png\" alt=\"Zukunft der Energie\" width=\"240\" height=\"92\" title=\"Zukunft der Energie\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Von: <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/juergen-flauger\/1986192.html\">J\u00fcrgen Flauger, <\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/witsch-kathrin\/12016560.html\">Kathrin Witsch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kohle ist zwar ein Auslaufmodell, trotzdem wird&nbsp;RWE noch blendend an ihr verdienen \u2013 weil Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Stromkonzern gut gezockt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Stromkonzern verdient weiterhin gut am klimasch\u00e4dlichen Energietr\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<p>D\u00fcsseldorf Auf den ersten Blick ist die Kohlesparte f\u00fcr <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/boerse\/isin\/DE0007037129\">RWE<\/a> nur noch l\u00e4stiger Ballast. Der Ausstieg ist besiegelt, und Deutschlands Kohlekonzern Nummer eins muss seine Kraftwerke bis sp\u00e4testens 2038 schrittweise abwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich kann der Stromproduzent mit dem klimasch\u00e4dlichen Energietr\u00e4ger nach Informationen des Handelsblatts aber noch viele Jahre lang satte Gewinne erwirtschaften. <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/rwe\">RWE<\/a> hat sich \u00e4u\u00dferst geschickt gegen das gr\u00f6\u00dfte Risiko abgesichert: die stetig steigenden CO2-Preise.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas darf man nicht laut sagen, aber mit Kohle verdient RWE richtig gutes Geld\u201c, sagt ein RWE-Insider. \u201eWas wir im Moment sehen, ist, dass die Nachfrage nach Braunkohle auch bei einem h\u00f6heren CO2-Preis da ist, weil die Kapazit\u00e4ten im Strommarkt knapp geworden sind\u201c, sagt eine Sprecherin des Konzerns auf Anfrage.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Halbjahr liefen die Kohlekraftwerke des Konzerns trotz Kohleausstieg und Klimadebatte auf Hochtouren. Mit den Braunkohlekraftwerken erzeugte RWE 21.500 Gigawattstunden (GWh) Strom, fast 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Steinkohlekraftwerke steigerten die Produktion um gut ein Drittel auf 3400 GWh.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Themen_des_Artikels\"><\/span>Themen des Artikels<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/ihr-persoenliches-handelsblatt-nichts-mehr-verpassen-mit-meine-news\/24394066.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/ihr-persoenliches-handelsblatt-nichts-mehr-verpassen-mit-meine-news\/24394066.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> <\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/ihr-persoenliches-handelsblatt-nichts-mehr-verpassen-mit-meine-news\/24394066.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/ihr-persoenliches-handelsblatt-nichts-mehr-verpassen-mit-meine-news\/24394066.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/rwe\">RWE<\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/klimawandel\">Klimawandel<\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/umweltschutz\">Umweltschutz<\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/energiepolitik\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Energie- und Umweltpolitik<\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/jp-morgan-chase\">JP Morgan Chase<\/a><a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/enbw\">EnBW<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei hatte RWE im Zuge des Kohleausstiegs sogar schon zwei Steinkohlebl\u00f6cke und einen Braunkohleblock stillgelegt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in der Sparte Kohle\/Kernenergie kletterte um 75 Prozent auf 545 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>RWE verweist auf \u201eg\u00fcnstige Marktbedingungen\u201c. Eigentlich verwundert das, schlie\u00dflich ist zwar der Strompreis im Gro\u00dfhandel sprunghaft geklettert, aber genauso der Preis f\u00fcr CO2-Zertifikate, die insbesondere die Kohleverstromung verteuern sollen. Aktuell kostet ein Zertifikat, das zum Aussto\u00df einer Tonne des Treibhausgases berechtigt, rund 60 Euro. Im vergangenen Jahr waren es im Schnitt nur 25 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgerechnet bei Deutschlands gr\u00f6\u00dftem Kohlekonzern verpufft der Effekt aber. \u201eWir k\u00f6nnen den steigenden CO2-Preisen gelassen entgegenblicken\u201c, hei\u00dft es von RWE selbst. Das Unternehmen&nbsp;hat sich schlie\u00dflich schon vor L\u00e4ngerem zu \u00e4u\u00dferst g\u00fcnstigen Konditionen gegen das CO2-Preis-Risiko gewappnet \u2013 und zwar f\u00fcr das ganze Jahrzehnt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"%E2%80%9EWir_haben_schon_vor_Jahren_angefangen_uns_im_grossen_Stil_mit_Zertifikaten_einzudecken%E2%80%9C\"><\/span>\u201eWir haben schon vor Jahren angefangen, uns im gro\u00dfen Stil mit Zertifikaten einzudecken\u201c<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDie finanziellen Auswirkungen steigender CO2-Preise sind bis 2030 vollst\u00e4ndig abgesichert\u201c, h\u00e4lt RWE in einem Bericht gegen\u00fcber der Klimaschutzorganisation Carbon Disclosure Project n\u00fcchtern fest: \u201eUm diese Risiken zu mindern, setzen wir Absicherungsinstrumente ein. Daher sehen wir bis 2030 keine potenziellen Auswirkungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dahinter steckt eine Glanzleistung der eigenen Tradingabteilung. \u201eWir haben schon vor Jahren angefangen, uns im gro\u00dfen Stil mit Zertifikaten einzudecken, als die Preise im Keller waren\u201c, berichtet ein Ex-RWE-Manager.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Konzern will zwar nicht beziffern, wie viele CO2-Zertifikate er sich bis 2030 gesichert hat und zu welchen Preisen. F\u00fcr 2019 und 2020 hatte er den durchschnittlichen CO2-Preis je Megawattstunde aber mit f\u00fcnf Euro angesetzt, f\u00fcr 2021 mit acht und f\u00fcr 2022 mit 16 Euro, wie aus einer Pr\u00e4sentation hervorgeht. Dabei fallen pro Megawattstunde Strom in einem Braunkohlekraftwerk etwa eine Tonne CO2 an. RWE hat sich die Zertifikate also zu einem Bruchteil des jeweiligen Marktpreises gesichert. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie detaillierten Informationen dazu werden gut geh\u00fctet\u201c, sagt Analyst Peter Crampton von Barclays: \u201eDas ist ja auch politisch eher sensibel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Analysten von <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/boerse\/isin\/US46625H1005\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">JP Morgan<\/a> bezeichneten j\u00fcngst in einem gro\u00dfen Bericht zur RWE-Aktie das CO2-Hedging des Konzerns als \u201eBlackbox\u201c und \u201egro\u00dfe Unbekannte\u201c \u2013 und eben als entscheidend f\u00fcr die Bewertung des Kraftwerksparks.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Analysten sch\u00e4tzen, dass RWE sich aktuell Zertifikate f\u00fcr 200 Millionen Tonnen CO2 gesichert hat. Dabei k\u00f6nne RWE beim Hedging einkalkulieren, dass steigende CO2-Preise auch den Gro\u00dfhandelspreis nach oben treiben. Andere Analysten und Branchenvertreter halten die Sch\u00e4tzung von <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/jp-morgan-chase\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">JP Morgan<\/a> aber sogar f\u00fcr viel zu tief gegriffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"RWE_muss_Debatte_um_frueheren_Kohleausstieg_fuerchten\"><\/span>RWE muss Debatte um fr\u00fcheren Kohleausstieg f\u00fcrchten<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist das Thema brisant. Der RWE-Konzern, der wegen seines Kohleengagements f\u00fcr Klimasch\u00fctzer noch immer das Feindbild Nummer eins ist und als \u201eDinosaurier\u201c gilt, <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/unternehmen\/energie\/energiekonzern-rwe-im-bilanzcheck-der-schwierige-umbau-vom-kohle-zum-oekostromkonzern\/27039736.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">richtet sich endlich auf die Energiewende aus<\/a>. Seit dem milliardenschweren Tauschgesch\u00e4ft mit <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/boerse\/isin\/DE000ENAG999\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eon<\/a> 2019 ist RWE wieder ein gro\u00dfer Spieler bei erneuerbaren Energien.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend das letzte Atomkraftwerk im kommenden Jahr vom Netz geht und der Kohleausstieg beschlossen ist, <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/unternehmen\/energie\/energiewirtschaft-milliardengeschaeft-mit-offshorewindenergie-rwe-plant-windparks-in-asien-und-amerika\/26962636.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hat der Ruhrkonzern Wind- und Solarenergie zum neuen Kerngesch\u00e4ft erkoren, investiert Milliarden und will bis 2040 klimaneutral werden.<\/a> Im vergangenen Jahr akzeptierte er auch den Fahrplan zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung und der F\u00f6rderung von Braunkohle im Tagebau.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr wird RWE vom Bund mit 2,6 Milliarden Euro entsch\u00e4digt. Berichte \u00fcber gute Gesch\u00e4fte mit der Kohle d\u00fcrften die ohnehin starke Kritik an den Entsch\u00e4digungszahlungen befeuern und den Druck auf die n\u00e4chste Bundesregierung erh\u00f6hen, den Kohleausstieg noch vorzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>RWE-Chef Markus Krebber<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Energiekonzern will bis 2040 klimaneutral werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei muss RWE nach Einsch\u00e4tzung von Branchenexperten gar keine Angst vor einem noch schnelleren Abschalten seiner Kraftwerke haben. \u201eRWE hat schon in den Jahren 2017 und 2018 die Entwicklungen am CO2-Markt richtig eingesch\u00e4tzt\u201c, sagt Analyst Crampton: \u201eEs war letztlich klar, dass der Preis deutlich ansteigen w\u00fcrde. So ist es ja politisch auch gewollt.\u201c&nbsp;RWE habe sich f\u00fcr den damaligen Kraftwerkspark bis 2030 komplett gegen das CO2-Risiko abgesichert. Nicht aus spekulativen Gr\u00fcnden, sondern um das absehbare Risiko zu mildern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas war ein hervorragender Move\u201c, sagt Analyst Crampton: \u201eRWE sollte deshalb trotz der steigenden CO2-Preise die Braunkohlekraftwerke auch in den kommenden Jahren gewinnbringend betreiben k\u00f6nnen.\u201c Und da inzwischen das Aus f\u00fcr einige Kohlekraftwerke besiegelt wurde, d\u00fcrfte RWE sogar \u201e\u00fcberz\u00e4hlige Zertifikate\u201c&nbsp;haben \u2013 und k\u00f6nnte sie m\u00f6glicherweise mit Gewinn auf den Markt bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Branchenkreisen wird sogar vermutet, dass RWE bereits damit begonnen hat, CO2-Zertifikate zu Geld zu machen. <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/unternehmen\/energie\/quartalszahlen-rwe-profitiert-von-starkem-energiehandel-und-bestaetigt-erhoehte-prognose\/27505822.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Tradingabteilung hatte zuletzt sehr gut performt.<\/a> Das k\u00f6nnte an guten Gesch\u00e4ften mit den CO2-Rechten liegen, hei\u00dft es.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird sogar spekuliert, dass RWE in den kommenden Jahren vorrangig die CO2-Rechte am Markt verkaufen und die eigenen Kraftwerke wiederum mit teureren Rechten am Markt versorgen k\u00f6nnte. Die Tradingabteilung w\u00fcrde dann hohe Gewinne verbuchen, die Gewinne mit den Kohlekraftwerken w\u00fcrden dagegen nicht zu \u00fcppig ausfallen \u2013 was politisch opportun w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Riskante_Wette_auf_den_Strompreis\"><\/span>Riskante Wette auf den Strompreis<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist wahrscheinlich, dass die Tradingabteilung nach und nach manche der CO2-Zertifikate verkaufen wird\u201c, meint Analyst Crampton.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Einsch\u00e4tzungen von Enkraft Capital muss das Gesch\u00e4ft mit den CO2-Rechten sogar so lukrativ sein, dass&nbsp;der Investor \u201esignifikante stille Reserven\u201c sieht. In einem Brief an RWE forderte&nbsp;die aktivistische&nbsp;Investorengruppe in der vergangenen Woche die Abspaltung des Erneuerbaren-Gesch\u00e4fts von RWE.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie h\u00e4lt&nbsp;das Unternehmen aufgrund der Braunkohleaktivit\u00e4ten am Aktienmarkt f\u00fcr massiv unterbewertet. \u201eUnd da sind die CO2-Zertifikate noch gar nicht mit eingerechnet\u201c, sagt Enkraft-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Benedikt Kormaier im Gespr\u00e4ch mit dem Handelsblatt. \u201eNach unseren Sch\u00e4tzungen liegen die aus den CO2-Zertifikaten und Derivaten resultierenden stillen Reserven zwischen zehn und 13 Milliarden Euro.\u201c Und das sei noch konservativ kalkuliert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Tat k\u00f6nnte sich die Frage nach einem Verkauf der Zertifikate in den n\u00e4chsten Jahren noch \u00f6fter stellen.&nbsp;\u201eWenn die Strompreise auf dem heutigen&nbsp;Niveau bleiben, dann kann RWE damit die Kosten decken.&nbsp;Aber die Tendenz geht eher dahin, dass die Strompreise nicht auf diesem hohen Niveau bleiben\u201c, glaubt Energieexperte Felix-Christian Matthes vom \u00d6ko-Institut. Wenn die Strompreise sinken, k\u00f6nne es durchaus attraktiv sein, die gesicherten Zertifikate zu verkaufen, so Matthes.<\/p>\n\n\n\n<p>So positiv die Aussichten f\u00fcr RWEs Kohlekraftwerke in diesem Jahrzehnt auch sind, so unsicher sind sie dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eine riskante Wette auf die Zukunft der Strompreise. Trotzdem ist RWE&nbsp;nicht der einzige Akteur, der clever mit CO2-Rechten handelt. Viele Hedgefonds haben sich langfristig mit den Verschmutzungsrechten eingedeckt und spekulieren auf steigende Preise. Und auch Konkurrenten von RWE haben sich nach Informationen des Handelsblatts eingedeckt \u2013 in Einzelf\u00e4llen ebenfalls bis 2030.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch die Konkurrenz h\u00e4lt sich bei dem Thema offiziell lieber bedeckt. Ein Sprecher der ostdeutschen Leag, des zweitgr\u00f6\u00dften F\u00f6rderers von Braunkohle in <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/themen\/deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschland<\/a>, teilte auf Anfrage mit, das Unternehmen wolle \u201ezu diesen Fragen, die betriebsinterne Details betreffen, keine Stellung nehmen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich der D\u00fcsseldorfer Energiekonzern <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/boerse\/isin\/DE000UNSE018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Uniper<\/a>. \u201eDa die M\u00e4rkte nur auf wenige Jahre im Voraus liquide sind, hedgen wir meist nicht weiter als drei bis vier Jahre in die Zukunft\u201c, teilte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage lediglich mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/boerse\/isin\/DE0005220008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EnBW<\/a> wollte sich \u201eaus Wettbewerbsgr\u00fcnden\u201c nicht genauer zu dem Kauf von CO2-Zertifikaten \u00e4u\u00dfern. Aus einer Pr\u00e4sentation f\u00fcr Investoren geht allerdings hervor, dass auch der Energiekonzern aus Baden-W\u00fcrttemberg vorgesorgt hat. So sind selbst 2024 immerhin schon bis zu 30 Prozent der Emissionen&nbsp;abgesichert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So positiv die Aussichten f\u00fcr RWEs Kohlekraftwerke in diesem Jahrzehnt auch sind, so unsicher sind sie dar\u00fcber hinaus. Zumindest bei einer Regierungsbeteiligung der Gr\u00fcnen wird mit einer Debatte um einen auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg gerechnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Und selbst wenn nicht, sind die wirtschaftlichen Aussichten d\u00fcster, da dann die Absicherung gegen die CO2-Preise ausl\u00e4uft. \u201eWir erwarten, dass RWEs Braunkohleflotte in die Verlustzone rutscht, sobald das strategische Hedging 2030 ausl\u00e4uft \u2013 und die Flotte komplett dem CO2-Preis ausgesetzt ist\u201c, schreiben die Analysten von JP Morgan.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Tip von Ingo<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-transparent ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalte dieser Seite :<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 eztoc-toggle-hide-by-default' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10008\/#Themen_des_Artikels\" >Themen des Artikels<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10008\/#%E2%80%9EWir_haben_schon_vor_Jahren_angefangen_uns_im_grossen_Stil_mit_Zertifikaten_einzudecken%E2%80%9C\" >\u201eWir haben schon vor Jahren angefangen, uns im gro\u00dfen Stil mit Zertifikaten einzudecken\u201c<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10008\/#RWE_muss_Debatte_um_frueheren_Kohleausstieg_fuerchten\" >RWE muss Debatte um fr\u00fcheren Kohleausstieg f\u00fcrchten<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/boklima.de\/?p=10008\/#Riskante_Wette_auf_den_Strompreis\" >Riskante Wette auf den Strompreis<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(19.09.21, Handelsblatt) , Original : hier Von: J\u00fcrgen Flauger, Kathrin Witsch Die Kohle ist zwar ein Auslaufmodell, trotzdem wird&nbsp;RWE noch blendend an ihr verdienen \u2013 weil Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Stromkonzern gut gezockt hat. 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