RWE hat doch alles im Griff ! ??

Hallo,
wozu kümmern wir uns noch um den Klimaschutz?
RWE hat doch Alles im Griff:
RWE.com Auf der Startseite:

RWE verfolgt wissenschaftlich fundierte Klimaziele  Ziele sind im Einklang mit Pariser Klimaabkommen

https://www.rwe.com/verantwortung-und-nachhaltigkeit

RWE hat sich Science-based Targets gesetzt. Diese umfassen ehrgeizige Emissionsreduktionsziele für den eigenen Betrieb und für die gesamte Wertschöpfungskette. Die Ziele basieren auf einem für die neue RWE für das Jahr 2019 ermittelten

Emissionsinventar. (Studie mit eigenen Berechnungen)

Das Unternehmen verpflichtet sich, die spezifischen Emissionen aus Scope 1 und 2 bis 2030 um 50 % auf 296 g CO2e / kWh erzeugten Stroms zu senken.

Referenz dafür sind unsere Emissionen in 2019
(eigentlich ist international 1990 als Referenzjahr festgelegt — so sind die RWE-Daten nicht vergleichbar mit den Angaben der Wuppertal-Studie (a.d.Red.) )
in Höhe von 591 g CO2e / kWh. Die Scope 3-Emissionen will RWE bis 2030 um 30 % senken, von 22,3 Mio. t CO2e in 2019 auf dann 15,6 Mio. t CO2e. Diese Ziele umfassen sämtliche Treibhausgase.

Die Emissionsziele und der dahinter liegende Fahrplan wurden im Dezember 2020 von der Science Based Targets Initiative, einer globalen Initiative von WWF, UN Global Compact, World Resources Institute und CDP, geprüft. Damit ist wissenschaftlich bestätigt, dass die Strategie von RWE im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens steht.

Und der WWF spielt mit.



Und aus der Wuppertal – Studie dazu : hier

Seite10 :
… Das Einhalten dieser Zielmarke ist nur dann zu erreichen, wenn Deutschlandbis etwa zum Jahr 2035 CO2-neutral wird und dies auch nur dann, wenn die Emissionen schon in den unmittelbar vor uns liegenden Jahren besonders stark sinken (vgl.Abbildung 1-1). Binnen der nächsten fünf bis sechs Jahre müssen sich die deutschen Treibhausgasemissionen demnach etwa halbieren, was einer mittleren Reduktion von 60 bis 70Mt CO2pro Jahr entspricht. Im Licht der Entwicklungen in den letzten zehn Jahren, in denen die jährliche Reduktion im Schnitt lediglich 8Mt CO2betrug,stellt dies eine enorme Herausforderung dar. …

Hier die PM des Wuppertal Instituts :

Studie: Wie Deutschland bis 2035 CO2-neutral werden kann

Wuppertal Institut stellt mögliche Eckpunkte für 1,5-Grad-Ziel vor

  • Pressemitteilungen 13.10.2020

Die Gletscher schmelzen, die Meeresspiegel steigen, Hitzewellen und Starkregen nehmen zu: Die Folgen des Klimawandels sind weltweit sicht- und spürbar und das Zeitfenster zum Handeln verkleinert sich. Um die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu begrenzen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen auf der Erde drastisch reduziert werden. Die von der internationalen Staatengemeinschaft im Jahr 2015 in Paris beschlossene Vereinbarung gibt das Ziel vor, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Nun legte das Wuppertal Institut eine Studie mit möglichen Eckpunkten vor, die helfen können, das 1,5-Grad-Ziel bis 2035 zu erreichen. Die Studie zeigt, dass ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 zwar sehr ambitioniert, aber grundsätzlich machbar ist –­ sofern alle aus heutiger Sicht möglichen Strategien gebündelt werden.Notwendig dafür ist vor allem ein Vorziehen und Intensivieren von Maßnahmen, die in vielen Studien als notwendig beschrieben werden, um Treibhausgasneutralität bis 2050 zu erreichen.

Um einen angemessenen Beitrag für das Erreichen der 1,5-Grad-Grenze leisten zu können, wird Deutschland bis etwa 2035 auf ein klimaneutrales Energiesystem umstellen müssen. Die Forschenden des Wuppertal Instituts haben in der Studie "CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze" untersucht, welche Transformationsschritte und -geschwindigkeiten notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Die Studie, die das Forscherteam mit finanzieller Unterstützung der GLS Bank für Fridays for Future Deutschland erarbeitet hat, stellten sie heute in Berlin während einer Pressekonferenz vor. Ergebnis der Studie: Ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 ist zwar sehr ambitioniert, aber grundsätzlich machbar, sofern alle aus heutiger Sicht möglichen Strategien gebündelt werden.

Das im vergangenen Jahr beschlossene Klimaschutzgesetz der Bundesregierung sieht vor, dass Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral wird. Dies ist allerdings nicht vereinbar mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) geht davon aus, dass in Deutschland CO2-Neutralität schon bis etwa 2035 erreicht werden muss, wenn ein angemessener Beitrag zum globalen 1,5-Grad-Ziel geleistet werden soll. Die über CO2 hinausgehenden Treibhausgasemissionen müssen danach ebenfalls sehr schnell sinken. Der SRU legt dabei zugrunde, dass die Pro-Kopf-Emissionen weltweit gleich verteilt werden und Deutschland keinen überproportionalen Anteil beanspruchen darf. Doch wie lässt sich dieses Ziel noch rechtzeitig erreichen? Hierzu versucht die Studie Diskussionsimpulse zu geben.

"Um eine Chance zu haben, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, müssten die deutschen Emissionen insbesondere in den kommenden fünf Jahren – und damit vor allem in der nächsten Legislaturperiode – dramatisch abnehmen" mahnt Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts.

"Ein fairer Beitrag zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze kann nur noch geleistet werden, wenn die kommende Bundesregierung die Transformation des Energiesystems als Kernthema angeht und ihre Politik konsequent auf das Ziel eines klimaneutralen Energiesystems bis 2035 ausrichtet. Ohne schnelle CO2-Emissionseinsparungen und eine Priorisierung von Klimaschutz in allen Politikbereichen dürfte das nicht zu schaffen sein", betont Dr. Sascha Samadi, Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut.

Um das 1,5-Grad-Budget einzuhalten, sind unter der Voraussetzung weltweit gleicher Pro-Kopf-Emissionen CO2-Minderungen von mindestens minus 60 Prozent bis 2025 und mindestens minus 85 Prozent bis 2030 (jeweils gegenüber 1990) erforderlich. Denn entscheidend dafür, die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels erheblich verringern zu können, sind die kumlierten Emissionen. Eine gleichmäßige, lineare Minderung bis 2035 ist dafür allerdings nicht ausreichend (siehe Grafik).

Die Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude im Fokus

In ihrer Studie untersuchten die Forschenden des Wuppertal Instituts auf der Basis bestehender Energieszenarien und weitergehender Überlegungen, wie sich CO2-Neutralität besonders in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude bereits bis 2035 umsetzen ließe. Dafür sind aus ihrer Sicht unter anderem folgende Maßnahmen erforderlich:

In der Energiewirtschaft müssten die Ausbauziele der Bundesregierung von Wind- und Solarenergie ingesamt mindestens 25 Gigawatt pro Jahr betragen – mehr als eine Verdopplung gegenüber den aktuellen Zielen der Regierung.

  • Insbesondere der Ausbau der Windenergie an Land (Onshore) müsse in Schwung gebracht werden ­– hier sind nach Ansicht der Forschenden mindestens 7 oder besser 10 Gigawatt pro Jahr erforderlich.

  • Für ein CO2-neutrales Energiesystem ist Wasserstoff – unter anderem für die Stahlerzeugung – unerlässlich. Bisher sieht die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung frühestens 2035 eine Elektrolyse-Leistung von lediglich 10 Gigawatt vor. Für ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 müssten bis dahin allerdings voraussichtlich 70 bis 90 Gigawatt an installierter Kapazität erreicht werden, sofern nicht bereits 2035 klimaneutrale Energieträger in sehr großem Umfang importiert werden können.

In einigen energieintensiven Industriebranchen erreicht rund die Hälfte der Industrieanlagen in den kommenden zehn Jahren das Ende ihrer vorgesehenen Lebensdauer.

  • Diese Anlagen müssen durch klimaverträgliche neue Prozesse ersetzt werden, zudem müssen bestehende Anlagen bis 2035 auf nicht-fossile Technologien umgestellt werden, sofern sie weiter in Betrieb bleiben sollen.

  • Zusätzlich muss ein Wasserstoff-Pipelinenetz innerhalb weniger Jahre errichtet werden, da Wasserstoff für viele Industriebereiche den zentralen Schlüssel für die Umstellung darstellt.

  • Damit die klimaneutralen Schlüsseltechnologien einen Preisvorteil gegenüber den konventionellen CO2-intensiven Technologien erreichen, muss der CO2-Preis schon kurzfristig deutlich ansteigen.

  • Zum Schutz gegen die Verlagerung von CO2-Emissionen und zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ist ein effektiver„Carbon-Leakage-Schutz“ notwendig, also Maßnahmen, die vermeiden, dass CO2-intensive Produktionsverfahren in Länder mit weniger strengen Klimaschutzvorgaben verlagert werden. Zentrale Elemente dafür können Instrumente wie Carbon Contracts for Difference, die zielorientiert Preisdifferenzen überwinden helfen, im Verbund mit oder Produkt- beziehungsweise Klimaabgaben sein.

"Auch, wenn möglicherweise noch Unsicherheiten über die langfristig beste Lösung bestehen, muss der Aufbau der Infrastruktur für eine klimaneutrale Industrie schon heute beginnen. Andernfalls reicht die Zeit für den Umbau gegebenenfalls nicht aus. Daher müssen jetzt Entscheidungen getroffen werden und die Umsetzung sehr schnell beginnen", betont Dr. Georg Kobiela, ebenfalls Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut.

Der Verkehr in Deutschland muss für die Zielerreichung CO2-Neutralität bis 2035 erheblich verringert werden. Verantwortlich für den hohen Energiebedarf ist maßgeblich der Auto- und Lkw-Verkehr. Im Vergleich zur Bahn benötigt ein Auto mit Verbrennungsmotor das 4,8-fache an Energie pro Kilometer und Person, ein Lkw sogar das 5,6-fache pro Tonne und Kilometer gegenüber der Güterbahn. Den Verkehr betreffende Schritte sind insbesondere:

  • Konsequente Maßnahmen für Verkehrsvermeidung und -verlagerung

  • Beschleunigte Einführung alternativer Antriebe, vor allem Elektro-Pkw

  • Signifikant höhere CO2-Preise auf fossile Kraftstoffe als zentrales Anreizinstrument

  • Parallel dazu: Abschaffung klimaschädlicher Subventionen wie Steuerbefreiung von Flugbenzin, Dieselprivileg, Dienstwagenprivileg, Subventionen für Regionalflughäfen, bevorzugter Investitionen in Straßenbau und stattdessen beschleunigter Ausbau von öffentlichem Verkehr, Rad- und Fußinfrastruktur.

Im Gebäudebereich ist eine massive und nie dagewesene Steigerung der energetischen Sanierungsrate auf eine Höhe von etwa 4 Prozent pro Jahr notwendig ­– aktuell liegt die Rate bei lediglich rund 1 Prozent.

  • Für die Steigerung der energetischen Sanierungsrate ist ein umfassender Maßnahmenmix notwendig, der etwa von einer verpflichtenden Sanierung beim Immobilienverkauf oder -erbe über eine wirkungsvolle CO2-Bepreisung bis hin zu einer Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive im Handwerk und beschleunigter Einführung innovativer Verfahren wie industrieller Vorfertigung von Sanierungselementen reicht.

  • Heute liegt der Anteil an installierten fossilen Heizungen noch bei fast 80 Prozent, mit der Zielsetzung CO2-Neutralität müsste schon kurzfristig eine Trendumkehr erfolgen. Spätestens in der nächsten Legislaturperiode müsste die Entscheidung getroffen werden, dass keine neuen fossile Heizungen mehr installiert werden dürfen. Stattdessen sollte der Fokus bei neu eingebauten Heizungen zukünftig auf Wärmepumpen liegen.

Die skizzierten Szenarien zur Zielerreichung bis 2035 erfordern in allen Sektoren die parallele Umsetzung vielfältiger Maßnahmen. Sie stellen jeweils für sich stehend schon große Herausforderungen dar und erfordern beispiellose politische Anstrengungen. Auch Unternehmen müssen bereit sein und die Möglichkeit haben, den Transformationsprozess mitzugestalten – ohne die globale Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. "Um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, ist vor allem aber die breite Zustimmung der Gesellschaft notwendig. Dafür muss der Transformationpfad gerecht ausgestaltet und soziale Aspekte berücksichtigt werden", betont Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick.

 


Hier die Schlüssel-Ergebnisse bei fff


Referenz zu CDP

Die Science Based Targets Initiative (SBTI) wurde von einer Allianz aus führenden Umwelt- und Klimaschutzorganisationen entwickelt, um einen Rahmen bereitzustellen, der es Firmen erlaubt, ihren Treibhausgasausstoß auf einer wissenschaftlichen Grundlage zu reduzieren.

Die Initiative wurde von CDPUN Global CompactWRI und WWF ins Leben gerufen. Mehrere Hundert Unternehmen weltweit haben sich aufgrund der Initiative bereits dazu verpflichtet, Reduktionsziele zu definieren und relevante Aktionen zu implementieren, die ihren CO2-Ausstoß verringern.

Die Initiative setzt sich für die wissenschaftliche Bestimmung von Emissions-Reduktions-Zielen von Firmen und Organisationen ein. Hintergrund ist die Notwendigkeit, die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C, möglichst 1,5°C zu begrenzen. Die wissenschaftliche Bestimmung baut auf mehreren globalen Prognosen zu den verbleibenden Emissionsbudgets auf.

Da die Initiative gleichermaßen wissenschaftlich begründet und einfach umsetzbar ist, erlaubt sie Unternehmen, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und diesen im Zuge ihrer übergeordneten CSR Stategie zu kommunizieren. Somit spielen Unternehmen eine übergeordnete Rolle in globalen Bemühungen, CO2-Emissionen zu reduzieren, und sie füllen die Lücken, die die Länder im Bezug auf diese Bemühungen offen lassen.

Hierzu müssen Unternehmen ihre Reduktionsziele nach einer anerkannten Methodik bestimmen und von der SBTI validieren lassen. Die Ziele werden dann auf der Website der SBTI veröffentlicht.

Die DFGE begleitet Sie gerne auf dem Weg und hilft Ihnen, Science Based Targets in ihre alltäglichen Unternehmensaktivitäten einzubinden. Bitte wenden sie sich an uns für weitere Informationen!

Die gescheiterte Klimaklage gegen Norwegen Das schwierige Grundrecht auf saubere Umwelt

( tagesspiegel, 26.12.20 , s. hier )

Verletzen Ölbohrungen Menschenrechte? Nein, hat das Oberste Gericht in Oslo gesagt. Das enttäuscht Klimaaktivisten, ist aber dennoch richtig.
Eine Kolumne. Barbara John

Und wieder ist Norwegen das Land mit der höchsten Lebensqualität weltweit. Das sagt der Jahresbericht 2020 des Human Development Reports der Vereinten Nationen (UNDP). Mit diesem Barometer werden die Werte eines Landes in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Lebensstandard gemessen. Neuerdings zählen auch der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid und der Rohstoffverbrauch.

Noch haben diese zwei zusätzlichen Indizes nicht die Spitzenposition des ölreichen Wohlfahrtsstaats beeinträchtigt. Die Position Deutschlands belasten sie dagegen schon. Es ist in der Rangfolge vom vierten auf den sechsten Platz zurückgefallen und rangiert jetzt hinter Norwegen, Irland, der Schweiz, Hongkong und Island.

Tagesspiegel Background Energie & Klima

Kohleausstieg, Klimawandel, Sektorkopplung: Das Briefing für den Energie- und Klimasektor. Für Entscheider & Experten aus Wirtschaft, Politik, Verbänden, Wissenschaft und NGO.

Doch auch im Musterland Norwegen könnte sich etwas ändern. Was da national gerade passiert ist, berührt viele  Menschen, die sich wundreiben an der Frage, wie ein  besserer Umwelt- und Klimaschutzes zu erreichen ist.  

Anders als die meisten Länder garantiert der norwegische Staat in seiner Verfassung (Artikel 112) „jedermann“ das Recht auf eine Umwelt, „die der Gesundheit und einer natürlichen Umgebung förderlich“ ist. Wegen dieses Versprechens hatten schon 2016 vier Nichtregierungsorganisationen, unter ihnen Greenpeace, beim Obersten Gerichtshof in Oslo eine Klimaklage gegen die Lizenzvergabe für weitere Ölbohrungen in der arktischen Barentssee eingereicht. Sie argumentierten, dass durch diese zusätzliche Öl- und Gassuche in der Arktis weder die Pariser Klimaziele einzuhalten seien, noch würden künftige Generationen geschützt

Vor wenigen Tagen wurde die Klage mit elf zu vier Stimmen abgelehnt. Das Gericht erkannte keine Verfassungsverletzung, denn jedes Land sei nur für den eigenen schädlichen CO2-Ausstoß verantwortlich, und der werde durch die bloße Lizenzerteilung zur Förderung nicht wesentlich erhöht. Die weltweiten Klimazielehätten damit nichts zu tun.


( Tipp von Ester )

Studie: Klimaziele mit momentaner Ernährungsweise nicht zu erreichen

( heise.de Original : hier )

Bei der Produktion von Nahrungsmitteln werden global so viele Treibhausgase ausgestoßen, dass schon allein damit das 1,5-Grad-Klimaziel verfehlt wird. Kommentare lesen 766 Beiträge

08.11.2020 11:55 Uhr Von Stefan Krempl

Landwirtschaft und Ernährung gehören zu den massiven Treibern des Klimawandels. Wie groß der Beitrag dieses Sektors ist, hat ein Forscherteam um den Ökologen David Tilman und des Biologen Michael Clark jetzt ermittelt. Allein Treibhausgas-Ausstöße aus dem Agrarbereich mit der Produktion von Nahrungsmitteln können demnach ein Scheitern der Pariser Klimaschutzziele bewirken, selbst wenn man alle anderen Sektoren umgehend als praktisch klimaneutral ansetzen würde, also alle anderen menschengemachten Emissionen klimawirksamer Gase schnell und vollständig sänken.

Im 1,5-Grad-Sonderbericht des Weltklimarats IPCC wird das noch verbleibende Treibhaus-Budget mit insgesamt 420 beziehungsweise 1170 Gigatonnen CO2 beziffert, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent das 1,5- beziehungsweise das 2-Grad-Ziel des Pariser Abkommen zu erreichen. Bei der Produktion von Nahrungsmitteln fallen neben CO2 vor allem auch Emissionen von Methan und Lachgas (CH4, N2O) durch die Viehhaltung und den Einsatz von Düngemitteln an.

Die Autoren der am Donnerstag im Magazin “Science” veröffentlichten Studie haben nun untersucht, wie sich die Emissionen aus der Produktion von Nahrungsmitteln in den nächsten Jahren entwickeln, wenn die Trends der vergangenen Jahre fortgeschrieben werden. Sie berücksichtigen dabei etwa das Wachstum der Weltbevölkerung, absehbare Steigerungen der Ernteerträge, die veränderte Landnutzung durch mehr Ackerflächen und die Verluste durch Lebensmittelverschwendung. Auch neue Ernährungsgewohnheiten der Menschen rechnet das Team mit ein.

Angesichts ihres klaren Ergebnisses nehmen die Wissenschaftler fünf Gegenstrategien in den Blick und berechnen, wie sich die Emissionen am effektivsten reduzieren ließen. Die größten Potenziale identifizieren sie dabei in einem Umstieg auf vor allem pflanzenbasierte und gesündere Ernährung mit moderatem Konsum tierischer Produkte wie Milch, Fleisch und Eiern. Auch eine gesteigerte Produktionseffizienz sehen sie als Chance. Entscheidend sei dafür vor allem eine veränderte Bewirtschaftung etwa durch bedarfsgerechteren Einsatz von Düngern oder auch durch Zusätze im Futter von Wiederkäuern.

In der deutschsprachigen Forschergemeinde halten viele den Ansatz und die Empfehlungen für nachvollziehbar. Die Autoren verwendeten solide Daten und lieferten plausible Ergebnisse, lobt etwa der Göttinger Professor für Welternährungswirtschaft und rurale Entwicklung Matin Qaim: “Dynamische Aspekte – wie steigender Lebensmittelbedarf der wachsenden Weltbevölkerung – werden in den Simulationen korrekt berücksichtigt.”

Für Qaim verdeutlicht die Analyse “nochmals sehr eindringlich, dass umfassende Veränderungen nötig sind, und zwar rasch”. Sonst gebe es überhaupt keine Chance mehr, die Pariser Klimaziele noch zu erreichen. Gut findet der Agrarökonom die Klarstellung, dass für eine klimafreundlichere Produktion auch neue Technologien wie Gentechnik und Genomeditierung wichtig seien. Sonst müsste die wachsende Nachfrage durch eine weitere Ausdehnung der Landwirtschaft in Wälder und Naturräume gedeckt werden, was zu hohen zusätzlichen Emissionen führen würde. Der Ökolandbau “mit seinen niedrigeren Erträgen” könne “nicht als Patentrezept für den Klimaschutz gelten”.

“Größtenteils steht die Studie auf solidem Fundament und alle wichtigen Emissionen sind berücksichtigt, aber es gibt einige methodische Schwächen”, merkt Florian Schierhorn vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa an: So seien etwa der errechnete Emissionswert mit 333 Tonnen CO2 pro Hektar sowie der bei 211 Tonnen CO2 pro Hektar angesetzte Kohlenstoff-Ausscheidewert für Brachland “mit großen Unsicherheiten behaftet”.

Schierhorn hält es zwar auch für möglich, dass neue Technologien wie die Genschere Crispr die Ertragspotenziale anheben und negative Klimaauswirkungen kompensieren. Er sehe für dieses optimistische Szenario aber keine plausible Grundlage. Es gelte daher stärker auf pflanzenbasierte Ernährung umzustellen. Ein für das Klimasystem wirksamer Effekt wäre bereits erzielt, wenn die Menschen in der Breite vom Verzehr von Wiederkäuern zu Schweinefleisch oder Geflügel wechselten. Zugleich bedauert der Experte, dass die EU Maßnahmen für einen effizienten Klimaschutz in der Landwirtschaft bislang nicht auf der Agenda habe.

Da das Team Emissionen aus Transport, Verarbeitung, Verpackung und Vertrieb von Lebensmittel nicht berücksichtige, unterschätzte es die tatsächlichen Emissionen tendenziell sogar eher, befürchtet der Ökobilanz-Experte Nils Rettenmaier vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Eine Ernährungsumstellung auf pflanzliche Produkte sei unerlässlich. Seine Institutskollegin Susanne Köppen untermauert, dass der nötige Wandel “eine riesige globale Kraftanstrengung erfordert”.

“Uns bleiben nur wenige Jahre, die globale durchschnittliche Ernährungsweise zu ändern”, mahnt der Karlsruher Klimaforscher Klaus Butterbach-Bahl. Helmut Haberl, Vorstand des Wiener Instituts für Soziale Ökologie rät, darauf zu fokussieren, dass eine klimafreundliche, pflanzenbasierte Ernährung “überwiegend auch gesünder ist”.

Noch mehr Autos in NRW – Treibhausgas-Ausstoß gestiegen

( WDR, vollst Beitrag : hier )

In NRW ist die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge im zurückliegenden Jahr weiter gestiegen – auf landesweit gut 10,3 Millionen Pkw. Für die Umwelt ist das gar nicht gut.

Aus Umweltschutzgründen weniger Autofahren – solche Rufe gibt es immer wieder. Doch ungeachtet dessen ist die Zahl der Fahrzeuge in NRW weiter gestiegen. Die gesamte Flotte wuchs nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes bis zum 1. Oktober 2020 auf landesweit gut 10,3 Millionen Pkw. Das waren knapp 100.000 Fahrzeuge mehr als zu Beginn des Jahres 2020.

Auch im Oktober und November war die Zahl der Neuzulassungen hoch und erreichte in etwa die Werte der Vorjahresmonate. Die Pkw-Dichte im bevölkerungsreichsten Bundesland bleibt damit hoch. Zu Beginn des Jahres kamen nach Zahlen des Statistischen Landesamtes auf 1.000 Einwohner 570 Personenkraftwagen.

Hoher Autobestand wirkt sich auf die Umwelt aus

Der hohe Autobestand macht sich auch in der Umweltbilanz bemerkbar. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (Lanuv) haben sich die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrssektors in NRW nach einigen Jahren mit rückläufiger Tendenz von 2018 auf 2019 wieder leicht erhöht. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Ein Grund sei der Anstieg der Kfz-Neuzulassungen, heißt es im neuen Klimaschutzbericht der Landesregierung. An den Emissionen des Verkehrssektors habe der Straßenverkehr einen Anteil von 90 Prozent. Die Personenkraftwagen seien wiederum für fast 71 Prozent des Schadstoffausstoßes des Straßenverkehrs verantwortlich. Die Landesregierung setzt deshalb auf den Ausbau der Elektromobilität.

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Abgasalarm – warum ein Dieselfahrverbot keine Lösung ist!

Quarks . 27.02.2018. 44:51 Min.. UT. DGS. Verfügbar bis 27.02.2023. WDR.

Deutschland diskutiert über ein Verbot von Dieselfahrzeugen in den Innenstädten. Wahr ist: Die Grenzwerte für Stickoxide werden in vielen Städten regelmäßig überschritten. Aber sowohl bei den gesundheitlichen Auswirkungen von Stickoxiden, als auch bei der Sinnhaftigkeit von Fahrverboten ist die Diskussion alles andere als sachlich. Quarks liefert die Fakten. Autor/-in: Axel Bach, Reinhart Brüning, Sebastian Funk, Hildegard Kriwet, Britta Reinke, Mike Schaefer, Lars Tepel

Abgasalarm – warum ein Dieselfahrverbot keine Lösung ist!. Quarks . 27.02.2018. 44:51 Min.. UT. DGS. Verfügbar bis 27.02.2023. WDR

Download Video: Abgasalarm – warum ein Dieselfahrverbot keine Lösung ist!. Download mit LINUX: Rechte Maustaste und “Ziel speichern unter” oder “Link speichern unter”.

Weitere (30) Baumfällungen in Bochum, Paulstr ? ! — Warum handeln die Grünen nicht einfach?

(von bo-alternativ.de : hier )

» Warum handeln die Grünen nicht einfach? Samstag 19.12.20, 21:36 Uhr Die Grünen stellen gute Fragen an die Verwaltung

Warum handeln die Grünen nicht einfach?


Ausschnitt aus dem Abholzplan für 30 Bäume an der Paulstraße

„Es kann nicht sein, dass die Verwaltung es bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht für notwendig hält, die politischen Gremien einzubinden. In einem Bebauungsplan hätten wir festlegen können, wo welche Bäume erhalten bleiben sollen, ob Schottergärten erlaubt oder Gründächer verpflichtend sind.“ „Normalerweise schreiben wir vor, dass ein Investor auf einer Fläche die Quote von mindestens 20% öffentlich gefördertem Wohnungsbau einhält. Da auch in Bochum der bezahlbare Wohnraum zunehmend knapp wird, ist es besonders ärgerlich, dass auch dieser Beschluss hier nun nicht greift“. Dies sind nicht Zitate aus einer Presseerklärung einer der Oppositionsfraktionen im Bochumer Rat. Dies steht in einer Pressemitteilung der Grünen Ratsfraktion, die seit mehr als 20 Jahren in einer Koalition mit der SPD die Stadt regiert und eigentlich das Handeln der Verwaltung bestimmen oder zumindest kontrollieren sollte. Im Verwaltungsvorstand der Stadt besetzen die Grünen zwei Positionen und haben Zugang zu allen Verwaltungsvorgängen.


Spätestens seit November konnten alle Ratsmitglieder wissen, um was es geht. An der Paulstraße (400 m von der Vonovia-Zentrale entfernt) soll ein großes Projekt mit fast 100 Wohnungen gebaut werden. Dafür sollen 30 Bäume gefällt werden. Über die geplante Abholzung hat die Verwaltung in einer Mitteilung an die Bezirksvertretung und den Umweltausschuss ausführlich informiert. Die beigefügten Karten machten deutlich, dass hier ein großes Wohnprojekt geplant ist.

Statt zu intervenieren, stellten die Grünen dann zur Ratssitzung eine Anfrage an die Verwaltung. Frage Nummer drei lautet: „Muss auch künftig davon ausgegangen werden, dass bei Wohnbauprojekten mit fast einhundert Wohneinheiten Genehmigungen nach §34 BauGB erteilt und so die Quote für geförderten Wohnungsbau und die Umsetzung unserer ökologischen Standards umgangen werden?“
Eine sehr gute Frage für eine Oppositionspartei. Von einer Regierungspartei sollten Bürger*innen erwarten können, dass sie zur Ratssitzung nicht Fragen stellt, sondern versucht, mit Ratsbeschlüssen die Verwaltung zu verpflichten, die genannten Standards durchzusetzen. Der Verdacht kommt auf, dass die Grüne Fraktion Proteste ihrer potentiellen Wähler*innen befürchtet. Und da können die Grünen jetzt erzählen: Wir haben das Projekt ganz entschieden hinterfragt.

Als PDF (bei bo-alternativ) :
Flurkarte
Luftkarte
Stadtgrundkarte


Erläuterung der “Grünen” zur Fällmaßnahme im Rahmen einer Anfrage an die Verwaltung : hier

Petition 116046 Klimaschutz

Einberufung von einem bundesweiten Bürgerrat zur Klimapolitik

Text der Petition

Der Bundestag möge beschließen, einen bundesweiten Bürger*innenrat zur Klimapolitik einzuberufen. Dieser soll repräsentativ und unabhängig sein und über folgende Frage beraten: Welche Maßnahmen soll Deutschland bis 2035 unter Berücksichtigung der sozialen Gerechtigkeit ergreifen, um seinen Beitrag zur Einhaltung der Pariser Klimaziele zu leisten? Der Bundestag möge sich verpflichten, die Vorschläge des Bürger*innenrats in seiner Gesetzgebung zu berücksichtigen.

Begründung

Ein Bürger*innenrat bringt Menschen mit ganz verschiedenen Lebenserfahrungen und Sichtweisen zusammen, gibt ihnen die Möglichkeit sich umfassend zu informieren und gemeinsam Lösungsvorschläge für die Politik zu erarbeiten. Bürger*innenräte können unsere Demokratie stärken und zugleich eine faktenbasierte und faire Klimapolitik auf den Weg bringen, die von der Breite der Bevölkerung mitgetragen wird.

Zum unterzeichnen :

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_09/_16/Petition_116046.nc.html


Aufruf wird auch unterstützt von Sven Gigold , Grüner Abgeordneter im EU-Parlament :

Petition für einen Klima-Bürger*innenrat jetzt unterzeichnen!

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,

Bürger*innenräte sind eine spannende Möglichkeit, unsere Demokratie zu stärken und gleichzeitig das Jahrhundertthema Klimakrise anzugehen. Bürger*innenräte verbinden direkte Demokratie mit gründlicher und überlegter Debatte. Im neuen Grundsatzprogramm haben wir Grünen uns grundsätzlich für Bürger*innenräte auf Bundesebene ausgesprochen. Nun setzt sich die Initiative Klima-Mitbestimmung JETZT für einen solchen Klima-Bürger*innenrat mit einer Petition an den Deutschen Bundestag ein. Ihre Petition hat bereits mehr als 47.000 Unterschriften, aber um im Bundestag Beachtung zu finden brauchen sie bis zum 17. Dezember mindestens 50.000 Mitzeichner*innen! Für diesen Schlussspurt ist jede Unterstützung willkommen: jetzt unterschreiben und diese E-Mail gerne weiterleiten!

In Frankreich, Irland und Großbritannien konnten Klima-Bürger*innenräte bereits wichtige Impulse setzen, die wir auch in Deutschland dringend brauchen. Ich wünsche Klima-Mitbestimmung JETZT möglichst viele Unterstützer*innen, damit ihr Anliegen in der Politik Gehör findet. Zudem freue ich mich, dass mit Mira Pütz eine der Gründer*innen in meinem Brüsseler Team arbeitet (so viel Transparenz muss sein!).

Was ist das Besondere an einem Bürger*innenrat?

Ein bundesweiter Bürger*innenrat ist wie ein Miniatur-Deutschland: 150 Bürger*innen werden per Zufallslos so ausgewählt, dass sie die Vielfalt in der Bevölkerung repräsentieren. Fast wie bei einer repräsentativen Stichprobe für eine Umfrage, nur dass die Mitsprachemöglichkeiten bei einem Bürger*innenrat viel weitreichender sind als in einer einseitigen Befragung. Denn die Teilnehmenden treffen sich über mehrere Wochenenden hinweg, hören Vorträge von unabhängigen Wissenschaftler*innen und erarbeiten gemeinsam Handlungsempfehlungen für die Politik. Die gemeinsamen Gespräche finden in wechselnden Kleingruppen statt und werden moderiert, sodass ein respektvoller Austausch auf Augenhöhe ermöglicht wird. Diese Prozessgestaltung geht auf die diskurstheoretische Arbeit von Jürgen Habermas zu folgender Frage zurück: wie müsste ein Entscheidungsprozess gestaltet sein, sodass am Ende das beste Argument gewinnt?

Bei einem Bürger*innenrat kommen Menschen mit den unterschiedlichsten Lebenserfahrungen ins Gespräch, die sich sonst nie begegnet wären. Außerdem konnten Wissenschaftler*innen aus Irland nachweisen, dass das gemeinsame Abwägen von Argumenten den Blick für das Gemeinwohl stärkt. Die Teilnehmenden eines Bürger*innenrats haben kein Amt zu verlieren und repräsentieren keine spezifische Bevölkerungsgruppe – das ändert die Dynamik und ermöglicht es Bürger*innenräten, kontroverse Fragen mit Blick auf die Zukunft anzugehen.

2004 wurde ein solcher Bürger*innenrat erstmals in Kanada einberufen, um einen Vorschlag für eine Wahlrechtsreform zu entwickeln. Die Teilnehmenden standen nicht selbst zur Wahl, sie hatten kein Interesse daran, ihre eigene Wiederwahl oder eine bestimmte Anzahl an Mandaten zu sichern. Stellvertretend für alle Menschen in ihrem Bundesstaat hatten sie eingewilligt, eine möglichst faire Reform zu erarbeiten. Was fair in diesem Zusammenhang bedeuten sollte haben sie gemeinsam, in Rücksprache mit Expert*innen, erörtert. Internationales Aufsehen erregte auch ein Bürger*innenrat in Irland, der eine ausgewogene, respektvolle Debatte zur Reform des Abtreibungsrechts ermöglichte. Bürger*innenräte geben den Teilnehmenden die Möglichkeit, informiert und eigenständig zu entscheiden, Prioritäten hochzuhalten und Akzente zu setzen.

Auch zur Klimakrise hat es bereits mehrere Bürger*innenräte gegeben, die Handlungsempfehlungen für eine ambitionierte und sozial gerechte Klimapolitik erarbeiten sollten. Die Ergebnisse der Bürger*innenräte in Irland (2017), Frankreich (2019-20) und Großbritannien (2020) zeigen eindeutig, dass eine informierte Stichprobe der Bevölkerung die Notwendigkeit von tiefgreifenden Veränderungen anerkennt und diese einfordert. Dadurch kann ein Klima-Bürger*innenrat ein starkes Signal an die Politik senden und die öffentliche Debatte bereichern, indem verschiedene Handlungsoptionen sichtbar gemacht werden. Während sich in anderen Formen der Bürger*innenbeteiligung oftmals nur bestimmte Bevölkerungsgruppen einbringen – z.B. jene, die sich das Engagement zeitlich und finanziell leisten können oder zutrauen – spiegelt ein Bürger*innenrat durch die Zufallsauswahl die Vielfalt unserer Gesellschaft wider.

Damit ein Bürger*innenrat nicht nur ein Zeichen setzt sondern nachhaltig Veränderungen anstößt, ist die Einbettung in unseren politischen Prozess unerlässlich. Es braucht ein politisches Mandat von der Regierung, mit einer konkreten Fragestellung und Zusagen für „Danach“. So hatte Emmanuel Macron den Teilnehmenden des französischen Klima-Bürger*innenrats zugesagt, ihre Empfehlungen „ohne Filter“ umzusetzen. Das fordern die 150 Teilnehmenden nach der Bekanntgabe der Handlungsempfehlungen nun ein und sie werden auch während des Umsetzungsprozesses immer wieder konsultiert. Und deshalb ist eine erfolgreiche Petition an den Deutschen Bundestag hier so wichtig.

Wir Grünen fordern in unserem Grundsatzprogramm die Einberufung von Bürger*innenräten um die Gesellschaft stärker in große Entscheidungen einzubinden. Ein Bürger*innenrat zur Klimapolitik in Deutschland wäre doch ein toller Anfang!

Mit demokratischen europäischen Grüßen

Sven Giegold 

Rettung Bäume Neustr. ( 8.KNB) ; Aktionsverlauf ; WAZ Bericht 2015!

8.KNB – ( 16.12.20 ) Nibelungentreue der Wirtschaftsförderung statt nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutz?

(siehe hier weiter unten)

Aktionsverlauf ; (Presse-) Berichte

( 28.02.21 ) neue Plakate ; Flugblatt wird an die Anwohner verteilt

Die neuen Plakate gibt’s hier


( 20.02.21 ) Leserbriefe


( 19.02.21 ) Ausschuss für Planung und Grundstücke – 02.03.2021 – 15:00 Uhr

  • Link ins RIS : hier
  • Link zur TO (als pdf) : hier
    • hier sind wir als to-Punkt 1.2 dran :
    • 1.2 Beschwerde mit Anregung nach § 24 Gemeindeordnung NRW (GO) im Rahmen eines offenen Briefes des Bochumer Klimaschutzbündnisses (BoKlima) zur Entwicklung des städtischen Grundstücks an der Kreuz- und Neustraße
    • Vorlage: 20210135
  • Link zur Beschlussvorlage — unser Antrag soll abgelehnt werden , hier :
    • Kurzübersicht:
    • Das Bochumer Klimaschutzbündnis hat mit einem auf den 16.12.2020 datierten offenen Brief zur Entwicklung des ehem. Firmengeländes von Gustav Schwager Nachf. auf die Einhaltung des Klimanotstandsbeschlusses hingewiesen. Anlass ist die Berichterstattung der WAZ Bochum vom 12.12.2020 über das geplante Bauvorhaben eines Investors auf der städtischen Fläche an der Kreuzstraße und Neustraße.
    • Beschlussvorschlag:
    • Über die Beschwerde mit Anregung nach § 24 GO NRW wird wie folgt entschieden:
    • zu Punkt 1 – Sofortiger Stopp der Abbrucharbeiten
    • Die Abbrucharbeiten werden ohne Verzögerung weitergeführt.
    • zu Punkt 2 – Erhalt der zwölf alten Laubbäume
    • Zunächst gelten die bestehenden Beschlüsse. Eventuell notwendige Baumfällungen sind auszugleichen.
  • Link zum 8. KNB im RIS : hier

( 11.02.21 ) – WAZ – Leserbrief

03.02.21 – WAZ – Grüne fordern einen Neustart für große Fläche in Bochum

Grüne 02.02.2021, Bochum.  Für die Fläche zwischen Kreuz- und Neustraße in Bochum soll es einen Neustart geben. Die Grünen fordern, dass das stimmigste Konzept gewinnt.

Für die ungenutzte – 5200 Quadratmetern große – Fläche zwischen Kreuzstraße und Neustraße im Herzen des Bermudadreiecks in Bochum soll es einen Neustart geben. Das fordern die Grünen im Rat der Stadt Bochum. Die Versuche der vergangenen Jahre betrachten sie als gescheitert. Stadtenwicklung Noch ein Konzept für begehrtes Innenstadt-Areal in Bochum

Die Fraktionsvorsitzende Barbara Jessel erklärt dazu: „Sollte eine Abstimmung mit den Interessenten aus dem Kreativbereich auf Grundlage des vorliegenden Entwurfes in Kürze nicht zustande kommen, muss ein Bestgebotsverfahren eingeleitet werden; mit einer zielführenden Ausschreibung …

Fläche zwischen Kreuzstraße und Neustraße: Zuschlag für stimmigstes Konzept

Vicki Marschall, Ratsmitglied im Aufsichtsrat der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG), sieht in einem Bestgebotsverfahren, bei dem nicht das höchste abgegebene Gebot sondern das stimmigste Konzept den Zuschlag erhält, einen erfolgversprechenden Weg: „Wir sollten Kreativen nicht nur flächenmäßig Raum geben, sondern auch gedanklich. Neue Ansätze zuzulassen, fördert Wirtschaft und Gesellschaft gleic hermaßen.“


(31.01.21) Aktuelle Ansichten Neustr bei Sonne ….


30.01.21 – WAZ


(29.01.21) PM: Grüne wollen Neustart für Areal an der Kreuzstraße / Neustraße

Die Grünen im Rat wollen einen Neustart zur Entwicklung des ungenutzten Areals im Bereich Kreuzstraße und Neustraße im Herzen des Bermudadreiecks. Die Versuche der vergangenen Jahre betrachten sie als gescheitert.

Die Fraktionsvorsitzende Barbara Jessel erklärt dazu: „Sollte eine Abstimmung mit den Interessenten aus dem Kreativbereich auf Grundlage des vorliegenden Entwurfes in Kürze nicht zustande kommen, muss ein Bestgebotsverfahren eingeleitet werden; mit einer zielführenden Ausschreibung für ein lebendiges Quartier in dem kreativen Firmen auch aus dem IT-Bereich, Start-Ups und Wohnen, aber auch jungen Menschen Platz für Entfaltung gegeben wird.“

Vicki Marschall, Ratsmitglied im Aufsichtsrat der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG), sieht in einem Bestgebotsverfahren, bei dem nicht das höchste abgegebene Gebot sondern das stimmigste Konzept den Zuschlag erhält, einen erfolgversprechenden Weg für ein transparentes Verfahren. Marschall: „Wir sollten Kreativen nicht nur flächenmäßig Raum geben, sondern auch gedanklich. Neue Ansätze zuzulassen, fördert Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen.“

Dr. Frank Taschner , Fraktionsgeschäftsführer , Die Grünen im Rat 
BVZ – Zimmer 2035 , Gustav-Heinemann-Platz 2-6 , 44777 Bochum

Stadt_Bochum_Logo.png

8.KNB (16.12.20) : Nibelungentreue der Wirtschaftsförderung statt nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutz?



Weiere Interne Diskussionen im internen Bereich : hier


WAZ – Artikel von 2015 s. unten


Impressionen der Plakat-Aktion

Plakat – Aktion :


12.12.20 , WAZ zu Neustr :


18.09.2015 (!!) , WAZ zu Neustr , 2015 , Kanzlei plant Bauinvestition

Artikel WAZ 18.09.2015 zu NeuStr :

https://www.waz.de/staedte/bochum/nord/kanzlei-plant-grosse-bauinvestition-id11103017.html

Stadtentwicklung Kanzlei plant große Bauinvestition , Andreas Rorowski

18.09.2015, 10:00

Der Spielplatz an der Neustraße soll einem Ärztehaus weichen. Ein Ausgleich soll an anderer Stelle in Mitte entstehen.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv

Bochum-Mitte.   Im Dreieck Kreuz-/Neu-/Brüderstraße sollen ein Bürogebäude und ein Ärztehaus entstehen. Der Spielplatz an der Neustraße soll weichen.

Es hat schon mehrere Versuche gegeben, die schier unübersichtliche Situation des abbruchreifen Gebäudeensembles auf einem städtischen Grundstück im Dreieck Kreuzstraße/Neustraße/Brüderstraße zu verändern und dort neu zu bauen. Nun liegt erneut ein vielversprechender Vorschlag auf dem Tisch. Unweit des Bermuda-Dreiecks will eine Bochumer Kanzlei insgesamt drei Gebäude mit weit mehr als 3000 Quadratmeter Gesamtfläche errichten.

Grünfläche im Blockinnenraum

Dazu soll an der Kreuzstraße in einer Baulücke ein mehrgeschossiges Bürogebäude mit 1000 Quadratmeter Gesamtfläche entstehen. Dahinter ist eine langgezogene, zweigeschossige Gebäudespanne mit überwiegend barrierefreiem Wohnraum geplant. 3680 Quadratmeter groß ist das gesamte, nahezu rundum von bebauten Grundstücken umsäumte Areal in bester Lage unweit von Bahnhof, Innenstadt und Bermuda-Dreieck. Die derzeit noch auf dem Grundstück stehenden ehemaligen Lager- und Büroräume sollen abgerissen werden und so auch Platz für eine Grünfläche in dem Blockinnenraum entstehen.

Aus Sicht von Verwaltung und Wirtschaftsförderung ist das Projekt indes erst dann rund, wenn auch ein hinter dem betreffenden Areal gelegener, 1470 Quadratmeter großer Spielplatz an der Neustraße in die Planungen mit einbezogen wird. Von einem „städtebaulichen Impuls“ war im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie die Rede. Vertretbar ist diese Veränderung aus Sicht der Verwaltung deshalb, weil der betreffende Spielplatz nahezu ungenutzt ist.

Spielplatz nur wenig besucht

Tatsächlich wird er nach WAZ-Erkenntnissen auch zu unterschiedlichen Tageszeiten nur selten von Kindern und eher gelegentlich von Jugendlichen besucht. In Absprache mit dem Investor könnte dort stattdessen ein Ärztehaus mit einer Gesamtfläche von 2000 Quadratmetern entstehen.

„Im Prinzip geht das“, lautete der Tenor im Ausschuss. Allerdings legten SPD und Grüne in einem Änderungsantrag Wert darauf, dass festgelegt wird, dass die entfallene Spielfläche und der dortige Treffpunkt für Jugendliche ersetzt werden müssen. Und: „Die Ersatzfläche kann an anderer Stelle ausgewiesen werden und ist durch den Investor zu finanzieren.“ Das sollte sich als mehrheitsfähiger Vorschlag erweisen. Die Ersatzmaßnahmen sollen aus dem Kaufpreis finanziert werden. Möglich sei, am in der Nähe gelegenen Riff einen Treffpunkt für Jugendliche zu errichten. Nach der Vorstellung der Verwaltung könnte der Verlust des Spielplatzes durch eine Erweiterung des hinter dem Rathaus gelegenen Spielplatzes im Appolonia-Pfaus-Park kompensiert werden.

Kommentare (2) Leserkommentare (2)

  • Baumliebhaber23.09.2015 18:08 Kanzlei plant große Bauinvestition So wird das letzte städtische Grün zubetoniert., Jede noch so kleinste Lücke wollen sogenannte Investoren zubetonieren. Irgendwas reinstopfen. Und die Stadt macht munter mit und sagt zu allen Ja und Amen und wer weiss was für Briefumschläge mit Füllung doch den Besitzer wechselt und wenn nur das Haus eines Verantwortlichen neu verputzt oder das Bad neu gemacht wird. Irgendwas fällt denen schon ein.
    Und deswegen ist Bochum auch leider so schäbig geworden und Austauschbarer Architektur. Kennste einen Bau kennste alle.
    Weniger anzeigen Antworten Melden
  • FM85018.09.2015 14:20 Kanzlei plant große Bauinvestition Gibts eigentlich nicht ausreichend leerstehende Gewerbeimmobilien, das der letzte Grashalm in der Innenstadt ausgerissen werden muss ? Investor,…. tse !


Hallo an alle Bäume rettenden Klimaschützer,



wir vom Bochumer Klimaschutzbündnis wollen morgen (Di., 15.12.20) mit einer spontanen Aktion versuchen die Bäume auf dem ehemaligen Spielplatz an der Neustraße in der Innenstadt (s Anhänge via Link bzw. unten eingebunden :

http://media.boklima.de/nextc/index.php/s/ryeGQ3yrYXPTTWm

)
zu retten. Es sind 12 Bäume, welche für die Kühlung der Umgebung wichtig sind um die Hitzeinsel wenigstens etwas abzumildern.

Stefan und ich werden morgen 12 laminierte Plakate fertigstellen und suchen Leute die helfen diese pressewirksam ab mittags aufzuhängen.

?? Wer will mit welchem Zeitfenster bei der Aktion helfen?

!! Bitte dringend bei Ingo melden (bitte mit Handynummer)  !!
Ich melde mich dann per Handy kurzfristig zur koordinierung.

Wer könnte professionelle Fotos anfertigen?

Viele Grüße
Ingo & Boklima …


Weitere Infos zu Aktionen etc im Internen Bereich (nach Anmeldung) :
a) im Forum : hier
b) im internen Beitrag : hier


Anhänge:

WAZ Bochum : Klimaschutzbündnis wirft der Stadt “Versagen” vor

(WAZ , 13.12.20 , Original : hier )

Umwelt 13.12.2020, 15:21

Der Stadtpark in Bochum. Eine Klima-Oase von großer Beliebtheit.
Der Stadtpark in Bochum. Eine Klima-Oase von großer Beliebtheit. Foto: Hans Blossey

Bochum.  Das „Bochumer Klimaschutzbündnis“ wirft der Stadt „weitestgehend Versagen“ beim Klimaschutz vor. Es gehe nur „im Schneckentempo“ voran.

Mit scharfen Worten kritisiert das „Bochumer Klimaschutzbündnis“ die aktive Klimapolitik der Stadt Bochum. Zum 5. Jahrestag des Pariser Klimaschutzabkommens schrieb das Bündnis „BoKlima“ einen offenen Brief an Politik, Verwaltung, Wirtschaft „und an uns, Bochums Bürger“. In dem Abkommen haben fast 190 Staaten der Welt unter anderem beschlossen, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.

Klimabündnis: In Bochum gehe der Klimaschutz nur „im Schneckentempo“ voran

In Bochum gehe es „allenfalls im Schneckentempo voran“, heißt es in dem Brief. Der Stadtrat habe vor 18 Monaten zwar den „Klimanotstand“ ausgerufen, jedoch würden bis heute „die permanent zu treffenden Entscheidungen nur sehr unzureichend auf Ihre klimatischen Auswirkungen geprüft“. Die Überprüfung des Wohnbaulandkonzepts würde vor sich hergeschoben. Die Ostpark-Bebauung in Altenbochum und Havkenscheid werde als europaweites Klimaschutzvorzeigeprojekt beworben, bleibe aber weit hinter schon lange vorhandenen Möglichkeiten zu Energiegewinnsiedlungen zurück.

Weiter beklagt „BoKlima“: „An Gebäuden, die heute errichtet werden und deren CO2-Fußabdruck weit in die Zukunft fest geschrieben wird, müsste alles Menschenmögliche umgesetzt werden, anstatt nur wenige Schritte in die richtige Richtung zu gehen.“ An der Neustraße in der Innenstadt sollen für die Baumaßnahmen eines Investors ein weiteres Dutzend alter Bäume fallen. Ausgleichspflanzungen in der Peripherie könnten das keinesfalls entschuldigen.

Bochum handle oft gegen wissenschaftlich begründete Empfehlungen

Steuergeld werde für Gutachten über negative Folgen des Klimawandels verschwendet, ….

„Wir, das Bochumer Klimaschutzbündnis mit seinen Bündnispartnern und Arbeitsgruppen, werfen Politik, Stadtverwaltung und Wirtschaft weitestgehend Versagen beim Schutz zukünftiger Generationen und bereits jetzt lebender Menschen vor. Aber auch jeder einzelne Bürger, wir Mitglieder der verschiedenen Initiativen nehmen uns da nicht aus, ist extrem gefordert, seinen Lebensstil zu überdenken, zu ändern und an den planetaren Grenzen der Erde auszurichten.“

Bochumer Bündnis wurde 2019 gegründet

Das Bochumer Klimaschutzbündnis wurde im September 2019 vom Arbeitskreis Umweltschutz Bochum (AkU) ins Leben gerufen. Der AkU setzt sich seit 1986 für den Klimaschutz ein.

Terminankündigung: Am 16. Dezember findet um 18 Uhr die nächste Telefonkonferenz des Bochumer Klimaschutzbündnisses statt (https://boklima.de).