Stadt fördert Dach- und Fassadenbegrünungen in Riemke und Hofstede

(PresseMittteilung der Stadt Bochum , 19. Januar 2021 )

Stadt fördert Dach- und Fassadenbegrünungen in Riemke und Hofstede

Um für private Haus- und Wohnungseigentümer in Hofstede und Riemke Anreize zur Flächenentsiegelung und zu grünen Dächern und Wänden zu schaffen, haben SPD und Grüne die Verwaltung beauftragt, ein kommunales Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünung sowie die ökologische Aufwertung von Vorgärten und Hofflächen aufzulegen.

Alle Wohn- und Hauseigentümer der Stadtteile Hofstede und Riemke können für Dach- und Fassadenbegrünungen sowie die Anlage von ökologischen Vorgärten und Hofflächen Förderanträge stellen. Das Programm läuft bis Ende 2021. Gefördert werden 50 Prozent der Gesamtherstellungskosten, der Höchstbeitrag beträgt 25.000 Euro je Antragstellerin oder Antragsteller und Jahr. Interessierte können sich kostenlos durch den von der Stadt beauftragten Modernisierungsberater Markus Ulmann beraten lassen. Eine Kontaktaufnahme ist möglich per Mail an info@ulmann-architekten.de oder unter der Rufnummer 02 34 / 60 14 83 52.

Die Stadtteile Riemke und Hofstede können aufgrund ihrer Lage in einem Gebiet mit hohem Grundwasserstand und einem hohen Anteil an versiegelter Fläche zukünftig besonders betroffen von Schäden in Folge von Starkregenereignissen sein. Flächenentsiegelung und Begrünungsmaßnahmen, wie beispielsweise Dachbegrünungen, tragen dazu bei, diese Schäden zu mildern.  Sie fördern aber auch die Biodiversität und tragen zur Artenvielfalt, insbesondere der Insekten und Vögel bei. Darüber hinaus erhöht zum Beispiel die Fassadenbegrünung auch die Lebensqualität im Innenraum eines Gebäudes, indem es dieses gegen Hitze und Wärme abschirmt. Entsiegelungen und Begrünungen von Dach- und Wänden im urbanen Raum tragen auch wesentlich zu einer Verbesserung des Lokalklimas bei. So profitieren nicht nur Flora und Fauna, sondern vor allem auch der Mensch selbst.

2021 und 2022 werden dann auch im Zuge der von der Stadt aufgelegten Förderrichtlinie „Kommunales Modernisierungsprogramm Bochum“ Dach- und Fassadenbegrünungen sowie ökologische Vorgärten und Hofflächen im Bereich der „Cityradialen“ der Bochumer Innenstadt gefördert.

Hinweis für die Redaktion:

Der Presseinformation sind drei Fotos beigefügt.

Stadt BochumReferat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation- Pressestelle -Willy-Brandt-Platz 2-644777 BochumTel +49234/910-5073 – 78Fax +4923416111newsdesk@bochum.dewww.bochum.de



19_Dachbegrünung – 21-08-2020.jpg

19_Dachbegrünung Handelshof.JPG

19_Dachbegrünung.jpg

Klimadiskurs nrw — ‘neuer’ Verein

Neuer Verein : Klimadiskurs.nrw
Wirklich mehr als ein Industrieverband ??


KlimaDiskurs.NRW

Wer sind wir?

Mit dem gemeinnützigen und unabhängigen Verein KlimaDiskurs.NRW wollen wir den Klimaschutz voranbringen und gleichzeitig den Industrie- und Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen sichern. Die Vernetzung der wesentlichen Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ist dabei Kern unseres Wirkens. In enger Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern fördern wir den diskursiven Austausch zu klimarelevanten Themen – ganz im Sinne einer Lobby für gemeinsames Handeln!

Was sind unsere Ziele und wie arbeiten wir? Das erfahren Sie in dem folgenden Video!
https://www.youtube.com/embed/Bj1FN5k-e5o?feature=oembed&wmode=opaque

Finden Sie die Themen, für die wir uns engagieren, genauso wichtig wie wir? Dann werden Sie doch mit Ihrem Unternehmen, Ihrem Verband oder Ihrem Verein Mitglied des KlimaDiskurs.NRW! Nur gemeinsam mit Ihnen können wir unsere Ziele rund um den Klimaschutz erreichen. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!

Der KlimaDiskurs.NRW informiert

Neuer Beirat: Hochrangige klimapolitische Persönlichkeiten unterstützen KlimaDiskurs.NRW

Der KlimaDiskurs.NRW kann in seinem Engagement für nachhaltigen Klimaschutz und die Erhaltung des Industrie- und Wirtschaftsstandortes ab sofort auf zusätzliche hochrangige Unterstützung durch einen neu gegründeten Beirat zählen. Dr. Susanne Dröge, Dr. Peter Jahns, Dr. Juliane Kronen, Prof. Dr. Barbara Praetorius, Wolfgang Saam, Andreas Skrypietz und Prof. Dr. Klaus Töpfer werden dem Verein in der neuen Projektförderphase mit ihren vielfältigen Erfahrungswerten im klimapolitischen Geschehen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene beratend und kritisch-analytisch begleitend zur Seite stehen.

Pressemitteilung

Im Dialog

Aus unserem #Newsletter: Wer ist die Akteursinitiative ‘Zukunft #Wasserstoff#NRW‘? Heute traf sich der unabhängige Zusammenschluss zu seiner konstituierenden Sitzung und geht nun gemeinsam voran für mehr #Klimaschutz
klimadiskurs-nrw.de/akteursinitiat…

Führt Klimaaktivismus zum Burn-out?(Podcast , zeit.de)

( Original bei Zeit.de , hier )

Podcast: Woher weißt Du das? / Psychische Belastung: Führt Klimaaktivismus zum Burn-out?

( direkt zum Audio : hier )

Wer sich für Klimapolitik engagiert, kann schnell verzweifeln. Psychologen reden vom Activism-Burn-out. Was hinter der Diagnose steckt, erklärt der ZEIT-WISSEN-Podcast.
Von Hella Kemper, Max Rauner und Joelle Altmann 17. Januar 2021, 12:54 Uhr

Ein Burn-out wird oft mit Überarbeitung im Beruf verbunden. Von der Diagnose können aber auch Aktivistinnen und Aktivisten betroffen sein, die sich zum Beispiel für Klimaschutz, Menschenrechte, Feminismus oder gegen Rassismus einsetzen. Wenn man sehr für ein Thema brennt, kann das politische Engagement in Erschöpfung umschlagen. Wie man einem “Activism-Burn-out” vorbeugt, erklärt ein Psychologe im ZEIT-WISSEN-Podcast. Die Methoden kommen aus den USA und wurden im Wahlkampf von Barack Obama erprobt.

Das zweite Thema: Die kasachische Hackerin Alexandra Elbakyan macht Raubkopien von Millionen wissenschaftlichen Fachartikeln und …


( Tip von Stefan )

Für Klimaschutz engagieren — letzte Chance

An alle Gruppen von bo-alternativ!

Wir vom Bochumer Klimaschutzbündnis freuen uns wenn sich mehr Personen im Klimaschutz engagieren. In der Wahlperioden ab September besteht die letzte Chance die Ziele des bereits 5 Jahre alten Pariser Klimaschutzabkommens noch einzuhalten.

Wir freuen uns über viele Teilnehmer*innen an der nächsten Video-/Telefonkonferenz am 20.01.21 ab 18:00 Uhr (https://boklima.de/?p=7155.

Bitte meldet Euch unter boklima@boklima.de an. Wir schicken dann kurz vor Beginn die Anmeldedaten.

Zur Erläuterung der Dringlichkeit für den Klimaschutz:

Die von der internationalen Staatengemeinschaft im Jahr 2015 in Paris beschlossene Vereinbarung gibt das Ziel vor, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Um das 1,5-Grad-Budget einzuhalten, sind unter der Voraussetzung weltweit gleicher Pro-Kopf-Emissionen CO2-Minderungen von mindestens minus 60 Prozent bis 2025 und mindestens minus 85 Prozent bis 2030 (jeweils gegenüber 1990) erforderlich. Denn entscheidend dafür, die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels erheblich verringern zu können, sind die kumulierten Emissionen. Eine gleichmäßige, lineare Minderung bis 2035 ist dafür allerdings nicht ausreichend:

Wuppertal Institut stellt mögliche Eckpunkte für 1,5-Grad-Ziel vor (https://www.wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/5169)

Ich hoffe Sie/Du bist am Mittwoch dabei.
Viele Grüße
Ingo

Bochumer Bürger wollen Neubaugebiet an der Ruhr verhindern (WAZ ,13.01.21)


zusätzliche Infos beim Netzwerk – Stadtentwicklung :

  1. Faktencheck: Ökologische Aspekte zum Vorhaben „Am Ruhrort“
  2. Im RIS

( Original WAZ, siehe hier )

Bauen, Gernot Noelle 13.01.2021, 14:50

Bochum-Dahlhausen.  Gegen das geplante Neubaugebiet am Ruhrort in Bochum-Dahlhausen formiert sich Widerstand. Die Gegner wollen mit Argumenten punkten.

Ein letzter politischer Beschluss fehlt noch, dann ist das geplante Neubaugebiet am Ruhrort in Bochum-Dahlhausen “durch”. Einige Bürger wollen allerdings verhindern, dass unten an der Ruhr bald die Bagger anrollen und das bisherige Grabeland zu einem Neubaugebiet wird. Sie hoffen, in der Politik mit ihren Argumenten punkten zu können.

Die Wilma Immobilien AG will am Ruhrort auf einer Fläche von 2,6 Hektar 64 Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser bauen. Für dieses Bauvorhaben wurde der Bebauungsplan 997 aufgestellt. Darin ist auch festgelegt, dass der Großteil der für die Baugrundstücke und die Erschließung vorgesehenen Flächen wegen Hochwassergefahr um ca. zwei Meter angehoben werden.

Nun steht der finale Satzungsbeschluss für eben jenen Bebauungsplan 997 an. Am Mittwoch, 20. Januar, wird sich die Bezirksvertretung Südwest in Form einer Anhörung mit dem Bauvorhaben beschäftigen. Anschließend beraten noch einmal der Ausschuss für Planung und Grundstücke am 26. Januar und einen Tag später der Haupt- und Finanzausschuss, ehe der
Rat am 4. Februar die Entscheidung fällt.

Kritik an Stadt Bochum: Bauen trotz Klimanotstand

Die Gremien haben im Vorfeld eine sehr umfangreiche Vorlage mit vielen Stellungnahmen und Gutachten zu lesen. Aus Sicht der Neubaugebiets-Gegner ist diese zu umfangreich. “Sie liegt den Politikern erst ein paar Tage vor, das ist bis zu den Sitzungen doch kaum zu schaffen”, findet Anwohnerin Heike Schick. Sie hofft daher, dass die Vorlage noch einmal geschoben wird und mehr Zeit bleibt, sich bei den Politikern Gehör zu verschaffen.

Sofia Zeisig etwa, Biologie-Studentin aus Wattenscheid, setzt sich trotzdem für den Erhalt des Grabelandes in Dahlhausen ein. Für sie sind Klimaschutz und nachhaltiges Handeln allgemeine Themen, die man nicht auf Stadtteile eingrenzen könne. So sieht es auch Petra Wittenfeld aus Weitmar-Mark, die wie all ihre Mitstreiter findet: Klimaschutz fängt vor der Haustür an – und es muss nicht die eigene sein.

“Von daher ist doch zunächst einmal die Frage zu klären, ob das angesichts der klimatischen Veränderungen so noch vertretbar ist und ob überhaupt noch der Bedarf besteht”, sagt Heike Schick mit Verweis auf aktuelle Studien, aus denen hervorgehe, “dass Bochum sogar eher einen
Überschuss an Wohnungen hat”.

Ein Aussetzen des Bauvorhabens bis zur Klärung der Frage des
Wohnraumbedarfs und das Vorliegen klimarelevanter Gutachten ist aus Sicht der Bürger das Mindeste, was man von der nun anstehenden politischen Diskussion erwarten könne
, heißt es in einem Schreiben, dass auch an die Lokalpolitiker geschickt wurde.

Neubau-Gegner bekommen Unterstützung

Unterstützung erhalten die Gegner des Neubaugebietes am Ruhrort durch das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung. Dort habe man bei Durchsicht der Unterlagen (speziell Begründung und Umweltbericht des Planungsamts sowie Abwägung der Bürgerstellungnahmen) den Eindruck, “dass die Verwaltung dieses Verfahren offenbar um jeden Preis umsetzen will”.

Auch im Netzwerk kommt man zu dem Schluss, dass dieses Bauvorhaben aufgrund der neuen Voraussetzungen (Klimanotstand, Wohnraumbedarf) neu und “vertiefend zu bewerten” sei.

Um ihren Argumenten Nachdruck zu verleihen, wollen die Neubau-Gegner während der politischen Sitzungen körperliche Präsenz zeigen. Demonstrationen seien angemeldet worden. Zudem verweist man auf inzwischen 1700 Unterschriften, die über eine Online-Petition gesammelt wurden. “Wir stehen mit unserem Anliegen also wirklich nicht alleine da”, stellt Heike Schick klar.

Die Bezirksvertretung Südwest tagt am Mittwoch, 20. Januar, um 15.30 Uhr in der Aula der Theodor-Körner-Schule in Dahlhausen.

Klimawandel : 2020 eines der drei heißesten Jahre ; Sieben wärmste Jahre: NASA : dramatischen Erwärmungstrend

( von heise.de : 2020 war eines der drei heißesten Jahre seit anderthalb Jahrhunderten und Sieben wärmste Jahre: NASA sieht anhaltenden dramatischen Erwärmungstrend )

2020 war eines der drei heißesten Jahre seit anderthalb Jahrhunderten

Viel hat nicht gefehlt, dann hätte 2020 alle bisherigen Rekorde gebrochen. Das Christkind kam dazwischen.
14.01.2021 17:00 Uhr, Von Andreas Wilkens

Das Corona-Jahr 2020 war eines der drei heißesten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Weltwetterorganisation (WMO) bestätigte in Genf am Donnerstag Prognosen von Dezember. Um ein Haar hätte 2020 alle bisherigen Rekorde gebrochen, berichtete die WMO. Nur das natürlich vorkommende kühlende Wetterphänomen La Niña habe ganz am Ende des Jahres für leichte Abkühlung gesorgt.

Die globale Durchschnittstemperatur betrug 14,9°C, 1,2° über dem vorindustriellen Niveau (1850 bis 1900), bei einer Fehlermarge von 0,1°. Die drei heißesten Jahre waren damit 2016, 2019 und 2020. Nominell sei 2016 wärmer gewesen, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis.

“Wir sind auf dem Weg zu einer katastrophalen Erwärmung von 3 bis 5° in diesem Jahrhundert”, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. “Frieden mit der Natur zu schließen ist die Hauptaufgabe im 21. Jahrhundert.”

El Niño und La Niña treten alle paar Jahre auf. Bei El Niño flauen die tropischen Passatwinde ab und das schwächt den üblichen Auftrieb von kühlerem Wasser vor der Westküste Südamerikas. La Niña folgt meist auf El Niño und geht mit stärkeren Passatwinden einher, die für kühleres Oberflächenwasser vor der Küste Perus sorgen. Beide Phänomene haben praktisch weltweite Auswirkungen, darunter je nach Region Dürren und heftige Regenfälle.


Sieben wärmste Jahre: NASA sieht anhaltenden dramatischen Erwärmungstrend

2020 war zusammen mit 2016 das wärmste Jahr der Geschichte, hat die NASA ermittelt. Ohne den Einfluss von El Niño wäre es wohl anders gekommen.
15.01.2021 09:43 Uhr Von Andreas Wilkens

Jährliche Temperaturanomalien von 1880 bis 2019 bezogen auf den Mittelwert 1951 bis 1980, aufgezeichnet von der NASA, der NOAA, der Berkeley Earth Research Group und dem britischen Met Office Hadley Centre. Alle fünf Temperaturaufzeichnungen zeigen synchrone Spitzen und Täler. (Bild: NASA)

“Die vergangenen sieben Jahre waren die wärmsten sieben der Geschichte, die je aufgezeichnet wurden”, sagt Gavin Schmidt, Direktor des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA. Das kennzeichne den weltweiten anhaltenden und dramatischen Erwärmungstrend.

Das GISS hat ermittelt, dass die weltweite durchschnittliche Oberflächentemperatur im vergangenen Jahr zusammen mit 2016 am höchsten war. Die Weltwetterorganisation (WMO) hatte kürzlich bekannt gegeben, 2020 sei knapp hinter 2016 das zweitwärmste Jahr seit gut anderthalb Jahrhunderten. Laut GISS war die durchschnittliche weltweite Temperatur 2020 um 1,02°C höher als der Basiswert von 1951 bis 1980. Seit dem späten 19. Jahrhundert sei die Durschnittstemperatur der Erde um 1,2°C gestiegen.

Durch die steigenden Temperaturen schmelze das Eis im Meer und die Eisdeckenmasse nehme ab, steige der Meeresspiegel an, gebe es längere und intensivere Hitzewellen und die Lebensräume der Tiere und Pflanzen verschöben sich, erläutert die NASA. Solche langfristigen Trends zu verstehen sei für die Menschen wichtig, damit sie sich anpassen können, indem sie geeignete Pflanzen anbauen, Wasserreserven bewirtschaften und sich auf extreme Wetterereignisse vorbereiten.

Die größte Ursache für globale Temperaturschwanungen ist die El-Niño-Southern Oscillation (ENSO), ein natürlich vorkommender Zyklus des Wärmeaustauschs zwischen Ozean und Atmosphäre. 2020 begann in einer kühlen ENSO-Phase und endete in einer warmen. Der Abkühleinfluss aus der negativen Phase werde auf 2021 voraussichtlich einen größeren Einfluss haben als auf 2020. 2016 habe es durch einen starken El Niño einen deutlichen Wärmeschub gegeben.

Nasa: 2020 war das heißeste Jahr (Quelle: Nasa)

Die Wissenschaftler des US-Wetterdiensts NOAA, die an den Auswertungen der WMO beteiligt sind, verwenden für ihre Analyse weitgehend dieselben Rohtemperaturdaten, haben aber mit den Jahren 1901 bis 2000 einen anderen Ausgangszeitraum und eine andere Methodik, erläutert die NASA. Anders als die NASA leite die NOAA keine Temperaturen in polaren Regionen ohne Beobachtungen ab; das mache einen Großteil des Unterschieds zwischen NASA- und NOAA-Datensätzen aus.

Analyse: Corona zeigt, wie es mit dem Klimawandel nicht laufen darf

( Original, und vollständiger Artikel bei heise.de )

Die Wirtschaft stillzulegen ist keine nachhaltige Lösung im Kampf gegen die Erderwärmung. Stattdessen müsste sie sehr viel schneller verändert werden. 12.01.2021 08:13 Uhr Technology Review Von James Temple

Eines muss man 2020 lassen: Trotz all der Entbehrungen, die das Jahr forderte und der vielen erlittenen Schicksalsschläge konnte es zumindest einen Wendepunkt in der Klimakrise markieren. Mittlerweile lässt sich annehmen, dass die weltweite Öl-Nachfrage samt der Treibhausgas-Emissionen schon 2019 ihren Höhepunkt erreicht haben, denn die Pandemie hat das Wirtschaftswachstum um Jahre gebremst. Der Kohleausstieg wird sich beschleunigen und die Energienachfrage ….

Hinzu kommt, dass eine wachsende Anzahl großer Unternehmen und Nationen, einschließlich China, sich dazu verpflichtet haben, bis zur Mitte des Jahrhunderts emissionsfrei zu sein. Mit der Wahl von Joe Biden kommt in den USA ein Präsident ins Weiße Haus, der angekündigt hat, härtere Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele zu ergreifen.

Selbst wenn die Emissionen ihren Höhepunkt nun schon erreicht hätten, bedeutet das nur, dass die Situation nicht mit einer steigenden Rate von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Trotzdem verschlechtert sich die Gesamtsituation. CO2 bleibt lange in der Atmosphäre. Jede zusätzliche Tonne,

Darüber hinaus hat all diese Verwüstung nur etwa 6 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart – zumindest in den USA nach einer Schätzung der Analysten von BloombergNEF. Weltweit sieht es ähnlich aus. Diese Verringerung der Verschmutzung kam zu einem hohen wirtschaftlichen Preis, irgendwo zwischen 2600 Euro und 4300 Euro pro Tonne CO2, nach früheren Schätzungen der Rhodium Group.

Erforderlich sind stattdessen entschlossene staatliche Bestimmungen und Handelsabkommen, die mittels Push-und-Pull-Strategie saubere Technologien auf den Markt bringen und die Entwicklung von Instrumenten fördern, die entweder noch nicht existieren oder viel zu teuer sind. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie von Forschern der Princeton-Universität müssten die USA beispielsweise sofort mit entsprechenden Maßnahmen beginnen, um auf den richtigen Weg zur wirtschaftlich gesamtheitlichen Emissionsfreiheit zu kommen.

Als die globalen Todeszahlen in Zusammenhang mit COVID-19 im August bei etwa 600.000 lagen, betonte Bill Gates, dass der Klimawandel für eine derartige Opferzahl bis 2060 verantwortlich sein könnte – und zwar jährlich. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte diese Zahl sich verfünffachen. Eines macht die Pandemie nun klar: Selbst solche Todeszahlen könnten größere Teile der Bevölkerung nicht davon überzeugen, dass der Klimawandel real und ein Eingreifen unerlässlich ist – insbesondere, da diese Fälle wohl graduell zunehmen werden. Politiker könnten immer noch Wege finden, diese Gefahren herunterzuspielen und die Thematik zu instrumentalisieren,

Mit gutem Grund darf man darauf vertrauen, dass es technische und ökonomische Möglichkeiten geben wird, die meisten Risiken des Klimawandels anzugehen. Regierungen und Unternehmen werden schneller handeln und es werden große Fortschritte in der Emissionssenkung erzielt werden. Entscheidende Teile der Infrastruktur werden neu erbaut, um den zunehmenden Gefahren gerecht zu werden, und andere Regionen, zum Beispiel der globale Norden, werden sich weiterhin gut entwickeln. Manche werden sogar reicher werden.

Doch bei all dem scheint kaum jemand erkennen zu wollen, wie sehr die Zukunft der Menschheit auf Messers Schneide steht und wie kurz davor sie ist, sehr tragisch zu scheitern. Vergleicht man die aktuellen, tatsächlichen Emissionen mit den eigentlich notwendigen Werten, um schnell genug noch eine Erderwärmung von zwei Grad Celsius zu verhindern, scheint dies beinahe unmöglich. Überschreitet die Erwärmung diesen Grenzwert, könnte sie ein ganz anderes Ausmaß an Sterben, Leiden und ökonomischer Zerstörung bringen – ein Szenario, das verhindert werden könnte. Diese Erkenntnis könnte ein Ruf zu den Waffen sein.

Statistiken Deutschland versagt beim Klima­schutz: Pariser Klimaschutzabkommen derzeit unerreichbar.

( von : https://www.volker-quaschning.de/datserv/CO2-D/index.php )


Starker Rückgang der Emissionen im Jahr 2020 wird nur wegen der Coronakrise erreicht.


Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise sind die Kohlendioxidemissionen im Jahr 2020 stark gesunken. Die Bundesregierung erreicht damit recht unerwartet doch noch ihre eigenen Klimaschutzziele für das Jahr 2020.
Diese sind aber für das Einhalten des Pariser Klimaschutzabkommens viel zu gering. Um den globalen Temperaturanstieg durch den Klimawandel auf 1,5°C zu begrenzen, sollten die Kohlen­dioxid­emissionen bis zum Jahr 2035 auf null sinken. Dafür sind die bislang eingeleiteten Klimaschutzmaßnahmen viel zu gering. Nach der Coronakrise ist beim Wiederhochfahren der Wirtschaft ein erneuter Anstieg der Emissionen zu erwarten.

Vor allem nach dem Fall der Mauer und der deutschen Wiedervereinigung konnten Anfang der 1990er-Jahre in Deutschland große Erfolge bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen erzielt werden. Zwischen 1990 und 1995 gingen die Gesamtemissionen fast um 11 Prozent zurück. Dieser Rückgang war jedoch hauptsächlich auf den wirtschaftlichen Umbruch in den neuen Bundesländern zurückzuführen. In den alten Ländern haben die Treibhausgasemissionen in diesen Jahren sogar noch zugelegt.

Seit dem Jahr 2000 war erneut ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Der Einsatz erneuerbarer Energien, die Nutzung emissionsärmerer Energieträger und rationelle Energieverwendung zeigen erste Resultate. Zum Erreichen der langfristigen Klimaschutzziele ist jedoch ein deutlich schnellerer Rückgang der Treibhausgasemissionen erforderlich.

Wegen der Wirtschaftskrise gingen im Jahr 2009 die Emissionen sprunghaft zurück. Der Energieverbrauch nahm rapide ab und damit auch die Treibhausgasemissionen. Ein Zeichen nachhaltiger Energiepolitik ist dieser Rückgang allerdings nicht. Dies zeigt der erneute Anstieg im Jahr 2010.

Kohlendioxid macht in Deutschland knapp 90 Prozent aller Treibhausgasemissionen aus. Andere Gase wie Methan oder Lachgas sind hier von untergeordneter Bedeutung. Weit über 90 Prozent der gesamten Kohlendioxid­emissionen sind wiederum energiebedingt, stammen also aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der gesamten Kohlendioxidemissionen, die folgende Tabelle weist energiebedingte Kohlendioxidemissionen, Gesamt-Kohlendoxidemissionen und Gesamt-Treibhausgasemissionen getrennt aus.

Kohlendioxidemissionen in Deutschland

Kohlendioxidemissionen in Deutschland

Kohlendioxid­emissionen in Deutsch­land in Mt (Mrd. kg)

Jahrenergie­bedingte
CO2-Emis­sionen
Gesamt-
CO2-Emis­sionen
2020
2019705,6
2018704,1755,4
2017735,1786,7
2016752,5800,5
2015749,3795,8
2014745,2792,9
2013788,1835,7
2012769,2817,0
2011763,1812,7
2010784,5833,1
2009745,9789,1
2008802,5854,1
2007796,9850,9
2006822,8878,0
2005811,7865,9
2004820,0885,9
2003835,0900,5
2002838,0899,3
2001852,0915,7
2000839,8899,4
1999857,0895,4
1998864,0922,8
1997895,0930,8
1996872,0958,4
1995881,1938,0
1994881,8938,9
1993900,6955,1
1992910,5964,6
1991955,91012,9
1990989,91050,9

*) vorläufige Schätzung
Energiebedingte Emissionen: Emissionen ohne Industrieprozesse
Quellen: UNFCCC, DIW, Umweltbundesamt, AGEB, eigene Abschätzungen

Treibhausgas­emissionen in Deutsch­land in Mt (Mrd. kg)

Jahrgesamte
Treib­haus­gas­emis­sionen
Änderung
gegenüber Vorjahr
2020722-10,3%
2019804,6-6,3%
2018858,4-4%
2017894,3-1,7%
2016909+0,6%
2015906+0,4%
2014902,4-4,6%
2013941,6+2,1%
2012924,1+0,6%
2011919,4-2,8%
2010942,3+5,4%
2009906,4-6,9%
2008973,8+0,2%
2007971,8-2,7%
2006998,8+0,7%
2005991,5-2,7%
20041018,9-1,7%
20031036,1-0,3%
20021039,4-2,0%
20011060,4+1,4%
20001045,8-0,1%
19991046,7-3,1%
19981079,8-2,3%
19971105,3-3,0%
19961139,7+1,6%
19951121,8-0,3%
19941124,9-1,6%
19931143,8-0,8%
19921152,8-4,2%
19911203,0-3,7%
19901249,5

Gesamt-Treibhausgasemissionen: CO2, CH4, N2O, FKW, SF6
Quellen: Agora Energiewende, UNFCCC, DIW, Umweltbundesamt, AGEB, eigene Abschätzungen

© 01/2020 Volker Quaschning

Sie sagten schon Corona voraus — Ein Institut in Bonn skizziert, wie sich die Klimakatastrophe zuspitzen könnte

Risiko Ein Institut in Bonn skizziert, wie sich die Klimakatastrophe zuspitzen könnte

Nick Reimer | Ausgabe 39/2020 8 , 24.09.2020

( von ‘der Freitag’ , Original : hier )

Hier werkeln Spezialisten am Krisenfall: In einem Flachbau, tief im Bonner Westen, ist das „Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“, kurz BBK, zu finden. Fast 300 Leute arbeiten hier. Im vierten Stock befindet sich das „Gemeinsame Lagezentrum von Bund und Ländern“: Auf großen Bildschirmen an der Wand sind Deutschlandkarten zu sehen, derzeit zeigen sie „0 Unwetter“. Wird es notwendig, können von hier aus Hilfseinsätze koordiniert werden, etwa wenn örtliche Einsatzkräfte der Lage nicht Herr werden.

Schlagartig bekannt wurde das BBK nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie. 2012 hatte Deutschlands oberste Katastrophenbehörde in einer Risikoanalyse durchgespielt, was auf die Bundesrepublik zukommen würde, …

Insofern scheint es sinnvoll, sich einige weitere Risikoeinschätzungen des Bundesamtes anzusehen: für Extremwetterszenarien beispielsweise. 2018 untersuchte das BBK, welche Folgen eine schwere Dürre in Deutschland hätte. In der Einleitung heißt es: „Obgleich das hier untersuchte Szenario einen theoretischen und abstrahierten Ereignisverlauf beschreibt, haben die Erfahrungen des Jahres 2018 deutlich gemacht, wie relevant eine Analyse eines solchen Szenarios auch für Deutschland geworden ist.“ Der Klimawandel werde Dürre zu einer „häufiger vorkommenden Herausforderung für Deutschland“ machen.

In ihrem Szenario gehen die Katastrophenexperten davon aus, dass die Dürre sechs Jahre andauert. Grundlage ist die extremste Trockenheit in Deutschland, für die Beobachtungsdaten vorliegen: die Dürre zwischen den Jahren 1971 bis 1976. Auf diese Daten wurde ein „Klimaaufschlag“ eingerechnet: ein Grad mehr Temperatur und 25 Prozent weniger Regen.

Dürre oder Stromausfall

Was wären die Folgen? Erst einmal Probleme bei der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser, besonders dort, wo die Lage bereits heute angespannt ist. Das Gesundheitssystem stünde vor großen Herausforderungen, die Risikoanalyse prognostiziert bis zu 10.000 Hitzetote. Im sechsten Jahr der Dürre würde die Stromversorgung wackeln, weil viele thermische Kraftwerke ihre Leistung drosseln müssten, während die Stromnachfrage steigt: Klimaanlagen verbrauchen mehr Strom, den Kraftwerken geht aber das Kühlwasser aus. Benzin würde regional knapp, weil fast die Hälfte aller Treibstoffe per Schiff angeliefert wird, die Schifffahrt wegen der geringen Pegelstände aber stockt. Mehr Waldbrände und mehr Pleiten in der Landwirtschaft. Auch die Industrie wäre betroffen, denn sie verbraucht ein Sechstel des Wassers in Deutschland – das stünde jetzt nicht mehr zur Verfügung.

Drei Jahre nach der Erstellung der „Risikoanalyse Dürre“ ging 2020 der dritte Dürresommer in Folge zu Ende. Im niedersächsischen Lauenau musste die Feuerwehr die Einwohner mit Wasser versorgen, in Ostsachsen vermeldeten 47 kleinere Orte Trinkwasserprobleme. …

Der Dürre-Monitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig zeigt im September 2020 auf der Deutschlandkarte vielerorts tiefrote Flächen, die höchste von fünf Trockenstufen. „Eine außergewöhnliche Dürre“, sagt Andreas Marx, der für die Karte zuständig ist: „In einer Bodentiefe bis zu 1,80 Metern ist dort praktisch kein Wasser mehr vorhanden“. Fast ganz Sachsen ist betroffen, weite Teile Brandenburgs und Sachsen-Anhalts, die Hälfte Nordrhein-Westfalens, …

Jörg Rechenberg vom Umweltbundesamt in Dessau glaubt, dass sich durch den Klimawandel die Konflikte um Wasser auch in Deutschland verschärfen werden. Neu sei, dass nun auch die Landwirte mit am Tisch säßen. …


( von Ingo )