Rechenzentren müssen genügsamer werden

WDR , Von Jörg Schieb am 12.11.2020


insbes. der 3. Abschnitt : “Selbst Energie sparen – das geht


Für die meisten von uns ist Internet ein bisschen wie Magie. Wir zücken das Smartphone oder klappen das Notebook auf – und im Display erscheint die ganze Welt. Nachrichten, Meldungen, Webseiten, Fotos, Videos – nur einen Mausklick entfernt. Und kaum einer macht sich Gedanken darüber, wie das eigentlich funktioniert.

Möglich machen das Rechenzentren. Jede Menge davon. Bei den großen IT-Giganten wie Google, Facebook, Microsoft. Bei den Streamingdiensten. Bei den Providern. All diese Rechenzentren und Cloud-Dienste sind extrem energiehungrig. Rund 2,7% der europäischen Strombedarfs geht auf das Konto solcher Rechenzentren. Tendenz: Steigend. Schon 2030 sollen es 3,2 Prozent sein. Und das sind nur die Rechenzentren. Der Energiebedarf der Geräte der Nutzerinnen und Nutzer kommt noch dazu.

Jedes Rechenzentrum hat einen enormem CO2-Ausstoß

EU will Stromverbrauch beschränken

Doch die EU hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Deshalb müssen auch die Rechenzentren sparen. Energie vor allem, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Die EU hat deshalb einen Katalog an Vorschlägen und Anforderungen vorgelegt, die Rechenzentren ab einer bestimmten Größe künftig erfüllen müssen. Besonders wichtig bei Rechenzentren: die Kühlung. Denn überall, wo viele Computer am Stück rechnen, wird viel Wärme produziert, und damit die Chips nicht durchschmoren braucht es starke Kühlsysteme. Die erfordern aber einen hohen Energieeinsatz, insbesondere bei warmen Außentemperaturen. Es müssen also effizientere Kühlungssysteme her.

Rechenzentren optimieren – das lohnt sich

Gleichzeitig kann und soll die Abwärme der Rechenzentren genutzt werden, etwa zur Heizung oder um Energie zurückzugewinnen. Besonders wichtig ist natürlich auch der Einsatz erneuerbarer Energien.

Last not least können und müssen Rechenzentren aber auch optimiert werden, damit sie weniger Energie verbrauchen. Außerdem spielt es auch eine Rolle, wo Rechenzentren stehen. In Südeuropa ist nicht der ideale Ort: Dort ist es ohnehin warm – da produziert die Kühlung einen höheren CO2-Ausstoß. In Norwegen muss man dagegen nur die Fenster öffnen … Im Ernst: Es gibt Rechenzentren am Meer, die kühlen mit Meerwasser. Es gibt also Ideen, die müssen nun umgesetzt werden.

KlickScham: Der Energieverbrauch von Google und Co. ist enorm

Selbst Energie sparen – das geht!

Irgendwann wird es sicher in Europa Zertifikate geben, auf die man achten könnte. Aber so weit sind wir noch nicht. Ganz generell wichtig zu wissen: Streaming – vor allem Filme und Serien – verbraucht eine Menge Energie. Wer da auf seinen CO2-Fußabdruck achten möchte, wählt keine 4K-Auflösung, wenn HD völlig reicht.

Auch ist es besser, zu Hause per DSL zu streamen – oder Filme downzuloaden – als diese unterwegs im Mobilfunknetz zu streamen. Mobilfunknetze verbrauchen viel mehr Energie. Und bei Videoschalten mit den Kollegen, kann man auch einfach mal das eigene Videobild abschalten und nur zuhören, wenn man nichts zu sagen hat.

( vollst. Artikel beim wdr , hier )

Pariser Klimavertrag: Nahrungsmittelproduktion allein könnte Klimaziele zunichtemachen

( von : spektrum.de )

Tierhaltung, Rodung für Ackerflächen, Transport von Lebensmitteln: Allein durch die Nahrungsmittelproduktion entstehen so viele Treibhausgase, dass das 1,5-Grad-Ziel verfehlt würde, wenn sich nichts ändert. Wie sehen mögliche Lösungen aus?von Daniela Mocker

Um nicht mehr als 1,5 Grad Celsius – beziehungsweise um deutlich weniger als 2 Grad – soll sich der Erde im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten maximal erwärmen, um die Folgen des Klimawandels für die Menschheit in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Das legt das Pariser Klimaabkommen fest, auf das sich die Weltgemeinschaft 2015 einigte und aus dem die USA zuletzt am 4. November 2020 wieder ausgetreten waren. Doch ob mit oder ohne Amerika: Das 1,5-Grad-Ziel ist ambitioniert. Im Vorbeigehen ist es nicht zu erreichen. Das verdeutlicht nun auch eine Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Michael Clark von der University of Oxford: Selbst wenn es gelänge, alle anderen menschengemachten Emissionen komplett zu vermeiden, würden allein die Treibhausgase, die bei der Produktion von Nahrungsmitteln entstehen, ausreichen, um das 1,5-Grad-Ziel in naher Zukunft zu verfehlen. Das rechnet das Team nun im Fachmagazin »Science« vor.

Fast ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen gehen auf die Nahrungsmittelproduktion zurück. Besonders viele Treibhausgase entstehen beispielsweise, wenn Wälder für Acker- und Weideflächen gerodet werden, sowie bei der Produktion und beim Einsatz von Düngemitteln. Aber auch der Transport von Lebensmitteln, für den jede Menge fossile Brennstoffe verbrannt werden müssen, leistet einen großen Beitrag. Zwischen 2012 und 2017 wurden im Zuge der Nahrungsmittelproduktion jährlich rund 16 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente ausgestoßen. Ebenso entstehen Methan und Lachgas in enormen Mengen durch die Viehhaltung und den Einsatz von Düngemitteln.

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Mehr / vollst. Artikel siehe hier


( Hinweis von Ingo )

Umweltinstitut Müchen

https://www.umweltinstitut.org/home.html

Über uns : Das Umweltinstitut München

Woher wir kommen und wofür wir stehen

Teamfoto Umweltinstitut

Unser Team, Foto: Jörg Farys

Aktuelle Info (via EM) :

Liebe

die Zeit, die uns noch bleibt, um eine verschärfte Klimakrise abzuwenden, wird immer knapper. Kann uns die Klimawende noch gelingen? Es gibt Anlass zur Hoffnung. So ist nicht nur bei uns in Europa in den vergangenen Jahren eine starke Klimabewegung entstanden. Weltweit entwerfen soziale Bewegungen positive Visionen für einen Wandel.

Im Zuge ihrer Recherche zu unserer Weltkarte zu Klimakrise und Klimagerechtigkeit führte Anna Schüler zahlreiche Gespräche mit Aktivist:innen weltweit. Im Interview berichtet sie vom Handlungsdruck, der Menschen zum Motor gesellschaftlicher Veränderungen macht.

Klimabewegte weltweit – so ihr Bericht – kämpfen unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Es ist wichtig, dass sich Menschen in den Industriestaaten ihrer Privilegien bewusst werden und diese nutzen. Global vernetzt und miteinander solidarisch erreichen wir zusammen mehr im Kampf gegen die Klimakrise. Lesen Sie hier das Interview mit Anna Schüler und fordern Sie kostenlos Ihr Exemplar unserer Klima-Weltkarte an.
Interview lesen

viele Ratgeber zum Download :

http://www.umweltinstitut.org/ueber-uns/infomaterial.html


Kurzsteckbrief

Das Umweltinstitut München

  • wurde 1986 nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl gegründet
  • ist eine über die deutschen Landesgrenzen hinaus tätige Umweltorganisation
  • ist als gemeinnütziger Verein anerkannt
  • setzt sich gegen Atomkraft, für gentechnikfreies Essen, für die Energiewende und den ökologischen Landbau ein
  • finanziert sich überwiegend durch Kleinspenden und regelmäßige Beiträge der über 9.000 Fördermitglieder

Unser Gründungsgedanke: Aufklärung statt Vertuschung und Verharmlosung

Als sich im April 1986 der Super-GAU im AKW Tschernobyl ereignete, zog die radioaktive Wolke bis nach Deutschland. Doch statt die Bevölkerung zuverlässig über die Strahlenbelastung zu informieren, vertuschten und verharmlosten die Behörden die Gefahr.

Eine kleine Gruppe von engagierten BürgerInnen und WissenschaftlerInnen aus dem Raum München wollte das nicht einfach hinnehmen. Da auf die offiziellen Stellen kein Verlass war, gründeten sie das Umweltinstitut, um selbst unabhängige Messungen der radioaktiven Belastung durchführen zu können. Von der lokalen Initiative zur über Deutschland hinaus aktiven OrganisationProteste gegen den FRM Garching in den 1990ern

Proteste gegen den FRM Garching in den 1990ern, Foto: Umweltinstitut München

Aus der lokalen Initiative von damals ist mit den Jahren eine professionelle Umweltorganisation mit rund 20 MitarbeiterInnen geworden, die sich erfolgreich in die deutsche und europäische Umweltpolitik einmischt.

Neben den Gründungsthemen Radioaktivität und Atomkraft beschäftigen wir uns heutzutage auch intensiv damit, wie die Klimakrise eingedämmt und wie die Agrarwende hin zu einer zu hundert Prozent ökologischen Landwirtschaft gelingen kann.

Dabei sind wir unserem Gründungsgedanken stets treu geblieben: Wo Umweltgefahren unter den Teppich gekehrt werden, wollen wir mit unabhängigen Informationen ein Gegengewicht bilden. So informieren wir kritisch über die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft und unseres derzeitigen Energiesystems und zeigen auf, warum Gentechnik und Fracking in eine Sackgasse führen und welche Lösungen der Umwelt stattdessen wirklich helfen. Unser Anspruch: Unabhängig informieren und Veränderungen anstoßen

Damals wie heute ist es uns sehr wichtig, zuverlässig informieren zu können. Deshalb wühlen sich unsere ReferentInnen gerne tief in die Materie hinein, wälzen Studien und bohren beharrlich nach, wenn sie keine befriedigende Antwort von Behörden oder PolitikerInnen bekommen.

Auch heute noch messen wir durchgängig die Münchner Außenluft auf radioaktive Strahlung. Für den Fall eines Atomunfalls sind wir so in der Lage, die Öffentlichkeit schnell und zuverlässig zu informieren. Dank eines eigenen Gammaspektrometers können wir außerdem die Belastung von Lebensmitteln und anderen Proben prüfen. Wo wir – wie beispielsweise bei Pestiziden – nicht selbst nachmessen können, arbeiten wir mit externen Laboren oder GutachterInnen zusammen.

Doch es reicht uns nicht, Probleme zu identifizieren. Wir wollen Veränderung bewirken. Deshalb schaffen wir Öffentlichkeit und bringen die Verantwortlichen damit unter Zugzwang. Ein Beispiel dafür ist unsere Kampagne gegen das Ackergift Glyphosat:Mit Bier und Unterschriften gegen GlyphosatUnterschriftenübergabe gegen Glyphosat an Umweltministerin Schulze

Übergabe von Unterschriften für ein Glyphosat-Verbot an Umweltministerin Schulze, zusammen mit Campact. Foto: Jakob Huber

So deckten wir 2016 auf, dass viele beliebte Biere mit Glyphosat-Rückständen belastet sind und schrieben damit international Schlagzeilen. Plötzlich war das Ackergift in der heißen Phase des Wiederzulassungsverfahrens Thema an jedem Kneipentisch.

Gemeinsam mit anderen Organisationen planten wir zahlreiche Protestaktionen und sammelten europaweit mehr als 1,3 Millionen Unterschriften für ein Glyphosat-Verbot. Am Ende wurden aus den zuvor geplanten 15 Jahren nur noch fünf Jahre Verlängerung für das meistverwendete Pestizid der Welt. TTIP: Das Umweltinstitut als Wegbereiter einer Protestbewegung

Immer wieder sind wir Wegbereiter für neue Themen, die bis dahin wenig Beachtung in der Öffentlichkeit gefunden haben: So war das Umweltinstitut eine der ersten Organisationen, die in Deutschland vor den Freihandelsabkommen TTIP und CETA warnten. Mit Flyern in Millionenauflage gelang es uns, die Verträge in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und legten damit die Grundlage für eine breite Protestbewegung, die beispielsweise 2015 250.000 Menschen bei einer Großdemo in Berlin auf die Straße brachte.  Kein Fracking unter dieser NummerProtestaktion gegen Fracking

Protest gegen Fracking, Foto: Jörg Farys

Als es darum ging, ob künftig mit Fracking nach Erdgas in Deutschland gebohrt werden darf, sorgten wir mit unseren Aktionen dafür, dass die Abgeordneten im Bundestag Tausende E-Mails und Anrufe von BürgerInnen aus ihren jeweiligen Wahlkreisen bekamen.

Der Protest der WählerInnen bleibt nicht ohne Wirkung: Am Ende wurden die Möglichkeiten mit Hilfe von Fracking in Deutschland Gas zu fördern vom Bundestag stark eingeschränkt.

Mit einfachen Mitteln viel bewegen

Nicht nur in Deutschland, sondern auch über die Landesgrenzen hinweg, engagieren wir uns für mehr Umweltschutz. Mit eigenen Messungen zur Pestizidbelastung der Luft und verschiedenen Aktionen haben wir in den letzten Jahren immer wieder auf die Probleme durch den intensiven Obstbau im Vinschgau – dem größten Anbaugebiet für Äpfel in Europa – hingewiesen.

Damit leisteten wir nicht nur Schützenhilfe für die “Pestizidrebellen” aus Mals, der ersten pestizidfreien Gemeinde Europas, sondern befeuerten auch die Debatte über die Zukunft der Landwirtschaft in Südtirol. So wurde über unsere Aktionen und Messungen intensiv in der regionalen Presse berichtet. Der zuständige Südtiroler Landesrat Arnold Schuler ärgerte sich in einer Rede über das Umweltinstitut mit den Worten: „Diesen Leuten gelingt es, mit einfachsten Mitteln maximale Aufmerksamkeit zu bekommen.“Unser Engagement wirkt!

Mit einfachen Mitteln viel bewirken – ein schöneres „Lob“ von unseren GegnerInnen können wir uns eigentlich kaum wünschen. Denn mit wenig viel erreichen müssen wir auch, wenn wir erfolgreich sein wollen.

Schließlich arbeiten wir mit ganz anderen Budgets als etwa die Agrar- und Stromkonzerne, mit denen wir uns anlegen. Bis auf einen kleineren Anteil an Fördermitteln, die wir von der Stadt München für unsere Projekte im Bereich Umweltberatung und -bildung erhalten, finanzieren wir uns fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Es sind viele kleine Beiträge von ganz normalen Menschen, die es uns ermöglichen, nachzuforschen, nachzubohren, Protest zu organisieren und so lange am Ball zu bleiben, bis wir die Politik in Berlin und Brüssel wieder ein kleines Stück in die richtige Richtung bewegen konnten.

Schließen Sie sich uns jetzt an und werden Sie wie bereits mehr als 9000 Menschen Fördermitglied beim Umweltinstitut. Sie ermöglichen uns damit, unsere Aufklärungs- und Kampagnenarbeit für den Umweltschutz weiter auszubauen!


( Hinweis von Heidi )

GLS Nachhaltigkeitsbericht

jeden Tag arbeiten in der GLS Bank Menschen an einer Zukunft, die wir wollen: nachhaltig und gerecht. Bis zum Jahr 2022 wollen wir 1,5-Grad-kompatibel sein. 

Was heißt das genau? Wie sehen unsere Bilder einer guten Zukunft aus? Wo stehen wir in Sachen Nachhaltigkeit?

Antworten finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2019. Hier erzählen wir Geschichten über große Ziele und viele kleine Schritte, von Veränderungswillen und Engagement. Wir legen offen, was wir erreicht haben – und was (noch) nicht. Erfahren Sie mehr über unsere gesellschaftliche Wirkung, wie wir sie messen und damit Geld als Gestaltungsmittel einsetzen können.

Tauchen Sie ein in die Welt der GLS Nachhaltigkeit:
GLS Nachhaltigkeitsbericht (Online-Blättern)
GLS Nachhaltigkeitsbericht (PDF, 8 MB)

Video von Rahmstorf ( bester Klimaforscher )

Hallo an Alle

wegen der Brisanz des Themas,
ein sehr sehenswerter und verständlicher Vortrag mit Diskussion von einem der besten Klimaforscher (Stefan Rahmstorf): “

https://www.youtube.com/watch?v=n80BkGW8QKI

Zu Erläuterung der Folie ab 54:07 Min:

600 Gt für 7,8 GMenschen (Weltbevölkerung) bedeuten 6,38 Gt für = 0,083 GMenschen (Bevölkerung der BRD). Deutschland emittierte 2019 0,805 Gt CO2 (https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#emissionsentwicklung-1990-bis-2018).

Bei gleichbleibenden Emissionen verbrauchen wir unser Buget in 7,9 Jahren, also im Jahre 2028!!!!!! Konsequente Treibhausgasemissionsminderung  durch Politik, Wirtschaft, Verwaltung und uns Alle ist also mehr als dringend notwendig. Also macht bitte den Politikern Feuer unter dem Hintern und setzt schnell die Ratschläge https://klimaneutral.berlin/tipps/  um.

Prof. Stefan Rahmstorf vom Postam-Institut für Klimafolgenforschung erklärt unter https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/page/ wichtige Hintergründe zu den Ergebnissen der Klimaforscher. Er war Leitautor des 4.PCC-Berichtes.

Viele Grüße eines tiefbesorgten Klimaschützers namens Ingo



Diskussion im internen Forum hier (nach Anmeldung9….

Ringvorlesung 2020 Transformation unserer Welt – Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

( Von engagemanet global : https://www.engagement-global.de/vorlesungsreihe-agenda-2030.html )

( Veranstaltet von : Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH , Engagement Global gGmbH , Freie Universität Berlin )

( PDF – Flyer )

Welche Rolle spielt nachhaltige Mobilität in der Erreichung der SDG? An sechs Abenden stellen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Ansätze und Sichtweisen zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele mit dem Schwerpunkt der nachhaltigen Mobilität vor.

Über die Agenda 2030 und die Ringvorlesung

Im September 2015 hat die internationale Staatengemeinschaft in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Sie enthält 17 ambitionierte Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG), die unteilbar sind und einander bedingen. Die SDG richten sich an alle Staaten dieser Welt und berücksichtigen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft.

In welcher Form die Agenda 2030 mit Leben gefüllt und die Ziele in die Praxis umgesetzt werden können, ist Leitthema der jährlich stattfindenden Ringvorlesung „Transformation unserer Welt – Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. An sechs Abenden stellen Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Perspektiven zu einem Teilaspekt der Agenda 2030 vor. Die digitale Ringvorlesung 2020 widmet sich dem Thema „nachhaltige Mobilität“. Sie ist eine Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Engagement Global, der Nachhaltigkeitsinitiative SUSTAIN IT! und der Stabstelle Nachhaltigkeit und Energie der Freien Universität (FU).

Ringvorlesung 2020: Nimmt nachhaltige Mobilität endlich Fahrt auf?

Unterwegs zu sein spielt eine zentrale Rolle in Gesellschaften weltweit, oftmals auch als Ausdruck von Lebensqualität. Die Globalisierung ist ohne weltweite Mobilität von Waren, Menschen, Dienstleistungen und Strömen aller Art nicht zu denken. Die Kehrseite: In der Summe verschlingt diese Mobilität massenhaft endliche Ressourcen, und ihre Emissionen belasten Klima, Luftqualität und Gesundheit. Spezielle Formen der Mobilität, beispielsweise die digitale, könnte wiederum zu einer Reduktion des Ressourcenverbrauchs beitragen. Die Ringvorlesung 2020 widmet sich diesem Themenkomplex und beleuchtet Chancen und Herausforderungen für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft.

Für eine globale nachhaltige Entwicklung ist der Einfluss von Mobilität bereits heute weitreichend. Angesichts einer rasant wachsenden und immer mobiler werdenden Weltbevölkerung wird er noch massiv zunehmen. In einem industrialisierten Land wie Deutschland beträgt der Anteil der CO2-Emmissionen durch Verkehr rund 20 Prozent. Wie lässt sich vermeiden, dass die global wachsende Mobilität immer größere Schäden an Umwelt und Natur anrichtet? Neben ökologischen Nachhaltigkeitsfragen geht es auch um soziale und wirtschaftliche Aspekte: Immer häufiger ist Mobilität auch Voraussetzung für Entwicklungs- und Gleichheitschancen, und in Deutschland beispielsweise ist sie ein Motor für wirtschaftliches Wachstum.

Mit Blick auf die Agenda 2030 weist das Thema der Mobilität wichtige Schnittstellen mit praktisch allen 17 Zielen auf. Ob Gesundheit und Wohlergehen (Ziel 3), hochwertige Bildung (Ziel 4), Industrie, Innovation und Infrastruktur
(Ziel 9), weniger Ungleichheit (Ziel 10), nachhaltige Städte und Gemeinden (Ziel 11), oder auch nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (Ziel 12): Sie alle sind eng mit Fragen der Mobilität verknüpft.

Welche konkreten Ansätze gibt es bereits und welche gilt es noch zu entwickeln, damit die Mobilität der Zukunft zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen kann? Diesen und weiteren Fragen gehen wir zusammen mit unseren Gästen auf den Grund. Die Referierenden senden live aus der GIZ-Repräsentanz Berlin. Sie beleuchten in Kurzvorträgen das Thema aus theoretischer und praktischer Perspektive und stehen danach in einem moderierten Gespräch für Anregungen und Fragen des digital zugeschalteten Publikums zur Verfügung.

Wir laden Sie herzlich ein, sich einzuschalten und mitzudiskutieren, wenn es um ökologische, städtische, soziale und ökonomische Aspekte von Mobilität geht.

Veranstalter

  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • Freie Universität Berlin (Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie zusammen mit der SUSTAIN IT!-Initiative für Nachhaltigkeit & Klimaschutz)

Veranstaltungsort
Online-Übertragung aus dem GIZ Haus Berlin

Anmeldung
Unsere Referentinnen und Referenten geben live aus der GIZ-Repräsentanz Berlin einen inhaltlichen Impuls und gehen danach in ein moderiertes Gespräch über. Die Anregungen und Fragen des digital zugeschalteten Publikums fließen in die Diskussion mit ein. Die Teilnahme an der digitalen Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

Eine Teilnahme ist nur mit vorhergehender Anmeldung über diese Webseite möglich. Anmeldeschluss ist jeweils spätestens der Sonntagabend vor der Veranstaltung. Eine Übersicht über alle Veranstaltungen finden Sie unten.

Zeit
Die Veranstaltungen beginnen um 18 Uhr und enden um 19:30 Uhr. Alle Veranstaltungen werden digital aus dem GIZ Haus Berlin übertragen.

ANSTEHENDE TERMINE

02 Nov Ringvorlesung 2020 – Auftaktveranstaltung: Nachhaltige Mobilität politisch gestalten…

Montag, 2. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online 09 Nov Ringvorlesung 2020 – Und wer soll das bezahlen? Die ökonomische Dimension von nachhal…

Montag, 9. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online

Ringvorlesung 2020 – Und wer soll das bezahlen? Die ökonomische Dimension von nachhaltiger Mobilität

Montag, 9. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online Und wer soll das bezahlen? Die ökonomische Dimension von nachhaltiger Mobilität

Mehr Information 16 Nov Ringvorlesung 2020 – Wege zu einer klimaneutralen Mobilität

Montag, 16. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online 23 Nov Ringvorlesung 2020 – Global gedacht, lokal gehandelt? Urbane Mobilität in Berlin

Montag, 23. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online 30 Nov Ringvorlesung 2020 – Eine mobile Zukunft mit weniger Verkehr?

Montag, 30. November 2020 | Offene Veranstaltung | Online 07 Dez Ringvorlesung 2020 – „Leave no one behind“ – Wie müssen nachhaltige Mobilitätskonzept…

Montag, 7. Dezember 2020 | Offene Veranstaltung | Online

Ansprechperson

Jana Beuker
Telefon: +49 30 254 82-815
jana.beuker@engagement-global.de

Klimawanel ; Unter Strom – Energie von morgen — Hinweis auf TV-Sendungen

1. Deutschland und der Klimawandel

Die Fakten von Harald Lesch

Dürre, Überflutungen, Gletscherschmelze: Das Klima ändert sich auch in Deutschland. Die Dokumentation sammelt die Fakten und fragt, wie sich das Leben hierzulande verändern wird.

43 min 21.10.2020 21.10.2020 Video hier verfügbar bis 21.10.2021 Mehr von ZDFzeit

Klimaforscher fordern schon lange ein engagiertes Gegensteuern. Mittlerweile wird die Zeit knapp. Was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher? Und welche Maßnahmen werden helfen, den Klimawandel zu bewältigen?

Der industrielle Fortschritt, dem auch Deutschland seinen Reichtum verdankt, hat seinen Preis: Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas werden Unmengen an Kohlendioxid freigesetzt, die den natürlichen Treibhauseffekt unseres Planeten verstärken. Es wird wärmer – und das hat Folgen, die auch in Deutschland nicht mehr zu übersehen sind.

Klimawandel sorgt für trockene Anbauflächen

Staubtrockene Ackerflächen stellen Bauern zunehmend vor Probleme. Viele der heutigen Nutzpflanzen können zukünftig wohl nicht mehr wie gewohnt angebaut werden. Dürre Wälder fallen in immer größerem Ausmaß Schädlingen oder Bränden zum Opfer. Die Trinkwasserversorgung wird immer aufwendiger. Auch die Industrie kämpft mit der Trockenheit. Sinken die Pegelstände in den Flüssen, steht beispielsweise nicht mehr ausreichend Kühlwasser für die Energieproduktion zur Verfügung. Im Gegensatz dazu bedrohen steigende Meeresspiegel die Küsten.


2. Unter Strom – Energie von morgen

Unser Energieverbrauch steigt rasant an. Globalisierung, Digitalisierung und die wachsende Bevölkerung könnten zur Energiekrise führen. Der Umstieg auf erneuerbare Quellen ist unumgänglich.

43 min 21.10.2020 21.10.2020 Video hier verfügbar bis 20.11.2020, in Deutschland Mehr von ZDFinfo Doku

Sonne, Wind oder Wasser: Welche Energielieferanten haben das Potenzial, uns in Zukunft zuverlässig zu versorgen? Theoretisch kann Sonnenenergie die ganze Menschheit versorgen. Doch ist die Technologie schon so weit, dass sie uns Energiesicherheit garantieren kann?

Sonne, Wind, Atom

Das marokkanische Solarkraftwerk “Noor” – das derzeit größte seiner Art weltweit – zeigt, wie ein ganzes Land vom Rohstoff Sonne profitiert. In Offshorewindparks in der Nordsee wird derweil die Energieversorgung durch Wind ausgebaut. Die Windernte ist ergiebig und beständig. Doch die Kosten sind enorm.

Auch die dritte Alternative, Strom durch Kernfusion, würde zunächst große Investitionen erfordern. Im Gegensatz zur Kernkraft, die durch die Spaltung von Atomen Energie gewinnt, entsteht bei der Kernfusion Energie durch die Verschmelzung von Atomen. Doch wie riskant ist eine solche Technologie, und lohnen sich die enormen Kosten für den Bau entsprechender Kraftwerke überhaupt?

WDR-Mediathek : Greta der Film ; Greta Thunberg im exklusiven WDR Interview zur Doku “I am Greta”

17.11.20 :
Link zum Greta-Film in der ARD-Mediathek : hier
( Achtung , nur bis Dez.2020 )

( Läuft z.Zt [19.10 – 21.10] im Casablanca bzw. Metropolis )

( Link zum vollst. Interview : hier )

Video starten, abbrechen mit Escape

5 Minuten … mit Greta Thunberg. Aktuelle Stunde. 16.10.2020. UT. Verfügbar bis 23.10.2020. WDR. Von Astrid Houben.

Greta Thunberg im exklusiven WDR Interview zur Doku “I am Greta”

Der Macher der Dokumentation “I am Greta”, Nathan Grossman, hat Greta Thunberg bei ihrem Kampf gegen die Klimakrise begleitet. Im exklusiven WDR-Interview erzählt die Schwedin, warum der Hype um ihre Person ihr manchmal zu viel wird.

WDR: Der Dokumentarfilm “Ich bin Greta” kommt heute raus, er will den Menschen hinter dem Phänomen zeigen, schafft er das?

Greta Thunberg: Ja – denn der Macher des Films kennt mich mittlerweile einfach sehr gut. Weil wir so viel Zeit miteinander verbracht haben, konnte er ein korrektes Bild von mir rüberbringen.

WDR: Sie beschreiben sich selbst ….

( mehr siehe Link zum WDR )

Stand: 16.10.2020, 18:58


( Hinweis von Ingo )


Weitere Infos auch bei newsdeutschland.de : hier

I Am Greta Trailer Deutsch German (2020)
https://www.dailymotion.com/embed/video/x7wi612?api=postMessage&autoplay=false&id=dmplayer&mute=false
Quelle: FILM.TV – Länge: 02:00s – Veröffentlicht: vor 20 Tagen< > Embed 1I Am Greta Trailer Deutsch German (OT: I Am Greta)

Die Geschichte von Greta Thunberg, die mit 15 Jahren anfing, freitags nicht mehr in die Schule zu gehen, sondern vor dem schwedischen Parlamentsgebäude, neben sich ein selbstgemaltes Plakat, zu streiken. I Am Greta.Inhalt: Das Porträt I AM GRETA des schwedischen Umweltfilm-Regisseurs Nathan Grossman feierte bei den 77.

Und bei Youtube : hier

Studie – Wuppertal-Institut: Wie Deutschland bis 2035 CO2-neutral werden kann

Wuppertal Institut stellt mögliche Eckpunkte für 1,5-Grad-Ziel vor

( Original-Artikel beim Wuppertal-Institut : hier )
( direkter Link zur Studie : hier als pdf )

( Bericht von FFF zur Studie bei Zeit.de : hier ; Studie zur CO2-Neutralität stellt Deutschlands Klimapolitik infrage . Durchgeführt hat die Studie das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Im Ergebnis zeige sich, dass die Klimapläne der Bundesregierung nicht ausreichend seien. )

Pressemitteilungen , 13.10.2020

Die Gletscher schmelzen, die Meeresspiegel steigen, Hitzewellen und Starkregen nehmen zu: Die Folgen des Klimawandels sind weltweit sicht- und spürbar und das Zeitfenster zum Handeln verkleinert sich. Um die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu begrenzen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen auf der Erde drastisch reduziert werden. Die von der internationalen Staatengemeinschaft im Jahr 2015 in Paris beschlossene Vereinbarung gibt das Ziel vor, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Nun legte das Wuppertal Institut eine Studie mit möglichen Eckpunkten vor, die helfen können, das 1,5-Grad-Ziel bis 2035 zu erreichen. Die Studie zeigt, dass ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 zwar sehr ambitioniert, aber grundsätzlich machbar ist –­ sofern alle aus heutiger Sicht möglichen Strategien gebündelt werden.Notwendig dafür ist vor allem ein Vorziehen und Intensivieren von Maßnahmen, die in vielen Studien als notwendig beschrieben werden, um Treibhausgasneutralität bis 2050 zu erreichen.

Um einen angemessenen Beitrag für das Erreichen der 1,5-Grad-Grenze leisten zu können, wird Deutschland bis etwa 2035 auf ein klimaneutrales Energiesystem umstellen müssen. Die Forschenden des Wuppertal Instituts haben in der Studie “CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze” untersucht, welche Transformationsschritte und -geschwindigkeiten notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Die Studie, die das Forscherteam mit finanzieller Unterstützung der GLS Bank für Fridays for Future Deutschland erarbeitet hat, stellten sie heute in Berlin während einer Pressekonferenz vor. Ergebnis der Studie: Ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 ist zwar sehr ambitioniert, aber grundsätzlich machbar, sofern alle aus heutiger Sicht möglichen Strategien gebündelt werden.

Das im vergangenen Jahr beschlossene Klimaschutzgesetz der Bundesregierung sieht vor, dass Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral wird. Dies ist allerdings nicht vereinbar mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) geht davon aus, dass in Deutschland CO2-Neutralität schon bis etwa 2035 erreicht werden muss, wenn ein angemessener Beitrag zum globalen 1,5-Grad-Ziel geleistet werden soll. Die über CO2 hinausgehenden Treibhausgasemissionen müssen danach ebenfalls sehr schnell sinken. Der SRU legt dabei zugrunde, dass die Pro-Kopf-Emissionen weltweit gleich verteilt werden und Deutschland keinen überproportionalen Anteil beanspruchen darf. Doch wie lässt sich dieses Ziel noch rechtzeitig erreichen? Hierzu versucht die Studie Diskussionsimpulse zu geben.

“Um eine Chance zu haben, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, müssten die deutschen Emissionen insbesondere in den kommenden fünf Jahren – und damit vor allem in der nächsten Legislaturperiode – dramatisch abnehmen” mahnt Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts.

“Ein fairer Beitrag zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze kann nur noch geleistet werden, wenn die kommende Bundesregierung die Transformation des Energiesystems als Kernthema angeht und ihre Politik konsequent auf das Ziel eines klimaneutralen Energiesystems bis 2035 ausrichtet. Ohne schnelle CO2-Emissionseinsparungen und eine Priorisierung von Klimaschutz in allen Politikbereichen dürfte das nicht zu schaffen sein”, betont Dr. Sascha Samadi, Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut.

Um das 1,5-Grad-Budget einzuhalten, sind unter der Voraussetzung weltweit gleicher Pro-Kopf-Emissionen CO2-Minderungen von mindestens minus 60 Prozent bis 2025 und mindestens minus 85 Prozent bis 2030 (jeweils gegenüber 1990) erforderlich. Denn entscheidend dafür, die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels erheblich verringern zu können, sind die kumlierten Emissionen. Eine gleichmäßige, lineare Minderung bis 2035 ist dafür allerdings nicht ausreichend (siehe Grafik).

Die Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude im Fokus

In ihrer Studie untersuchten die Forschenden des Wuppertal Instituts auf der Basis bestehender Energieszenarien und weitergehender Überlegungen, wie sich CO2-Neutralität besonders in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude bereits bis 2035 umsetzen ließe. Dafür sind aus ihrer Sicht unter anderem folgende Maßnahmen erforderlich:

In der Energiewirtschaft müssten die Ausbauziele der Bundesregierung von Wind- und Solarenergie ingesamt mindestens 25 Gigawatt pro Jahr betragen – mehr als eine Verdopplung gegenüber den aktuellen Zielen der Regierung.

  • Insbesondere der Ausbau der Windenergie an Land (Onshore) müsse in Schwung gebracht werden ­– hier sind nach Ansicht der Forschenden mindestens 7 oder besser 10 Gigawatt pro Jahr erforderlich.
  • Für ein CO2-neutrales Energiesystem ist Wasserstoff – unter anderem für die Stahlerzeugung – unerlässlich. Bisher sieht die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung frühestens 2035 eine Elektrolyse-Leistung von lediglich 10 Gigawatt vor. Für ein klimaneutrales Energiesystem bis 2035 müssten bis dahin allerdings voraussichtlich 70 bis 90 Gigawatt an installierter Kapazität erreicht werden, sofern nicht bereits 2035 klimaneutrale Energieträger in sehr großem Umfang importiert werden können.

In einigen energieintensiven Industriebranchen erreicht rund die Hälfte der Industrieanlagen in den kommenden zehn Jahren das Ende ihrer vorgesehenen Lebensdauer.

  • Diese Anlagen müssen durch klimaverträgliche neue Prozesse ersetzt werden, zudem müssen bestehende Anlagen bis 2035 auf nicht-fossile Technologien umgestellt werden, sofern sie weiter in Betrieb bleiben sollen.
  • Zusätzlich muss ein Wasserstoff-Pipelinenetz innerhalb weniger Jahre errichtet werden, da Wasserstoff für viele Industriebereiche den zentralen Schlüssel für die Umstellung darstellt.
  • Damit die klimaneutralen Schlüsseltechnologien einen Preisvorteil gegenüber den konventionellen CO2-intensiven Technologien erreichen, muss der CO2-Preis schon kurzfristig deutlich ansteigen.
  • Zum Schutz gegen die Verlagerung von CO2-Emissionen und zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ist ein effektiver„Carbon-Leakage-Schutz“ notwendig, also Maßnahmen, die vermeiden, dass CO2-intensive Produktionsverfahren in Länder mit weniger strengen Klimaschutzvorgaben verlagert werden. Zentrale Elemente dafür können Instrumente wie Carbon Contracts for Difference, die zielorientiert Preisdifferenzen überwinden helfen, im Verbund mit oder Produkt- beziehungsweise Klimaabgaben sein.

“Auch, wenn möglicherweise noch Unsicherheiten über die langfristig beste Lösung bestehen, muss der Aufbau der Infrastruktur für eine klimaneutrale Industrie schon heute beginnen. Andernfalls reicht die Zeit für den Umbau gegebenenfalls nicht aus. Daher müssen jetzt Entscheidungen getroffen werden und die Umsetzung sehr schnell beginnen”, betont Dr. Georg Kobiela, ebenfalls Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut.

Der Verkehr in Deutschland muss für die Zielerreichung CO2-Neutralität bis 2035 erheblich verringert werden. Verantwortlich für den hohen Energiebedarf ist maßgeblich der Auto- und Lkw-Verkehr. Im Vergleich zur Bahn benötigt ein Auto mit Verbrennungsmotor das 4,8-fache an Energie pro Kilometer und Person, ein Lkw sogar das 5,6-fache pro Tonne und Kilometer gegenüber der Güterbahn. Den Verkehr betreffende Schritte sind insbesondere:

  • Konsequente Maßnahmen für Verkehrsvermeidung und -verlagerung
  • Beschleunigte Einführung alternativer Antriebe, vor allem Elektro-Pkw
  • Signifikant höhere CO2-Preise auf fossile Kraftstoffe als zentrales Anreizinstrument
  • Parallel dazu: Abschaffung klimaschädlicher Subventionen wie Steuerbefreiung von Flugbenzin, Dieselprivileg, Dienstwagenprivileg, Subventionen für Regionalflughäfen, bevorzugter Investitionen in Straßenbau und stattdessen beschleunigter Ausbau von öffentlichem Verkehr, Rad- und Fußinfrastruktur.

Im Gebäudebereich ist eine massive und nie dagewesene Steigerung der energetischen Sanierungsrate auf eine Höhe von etwa 4 Prozent pro Jahr notwendig ­– aktuell liegt die Rate bei lediglich rund 1 Prozent.

  • Für die Steigerung der energetischen Sanierungsrate ist ein umfassender Maßnahmenmix notwendig, der etwa von einer verpflichtenden Sanierung beim Immobilienverkauf oder -erbe über eine wirkungsvolle CO2-Bepreisung bis hin zu einer Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive im Handwerk und beschleunigter Einführung innovativer Verfahren wie industrieller Vorfertigung von Sanierungselementen reicht.
  • Heute liegt der Anteil an installierten fossilen Heizungen noch bei fast 80 Prozent, mit der Zielsetzung CO2-Neutralität müsste schon kurzfristig eine Trendumkehr erfolgen. Spätestens in der nächsten Legislaturperiode müsste die Entscheidung getroffen werden, dass keine neuen fossile Heizungen mehr installiert werden dürfen. Stattdessen sollte der Fokus bei neu eingebauten Heizungen zukünftig auf Wärmepumpen liegen.

Die skizzierten Szenarien zur Zielerreichung bis 2035 erfordern in allen Sektoren die parallele Umsetzung vielfältiger Maßnahmen. Sie stellen jeweils für sich stehend schon große Herausforderungen dar und erfordern beispiellose politische Anstrengungen. Auch Unternehmen müssen bereit sein und die Möglichkeit haben, den Transformationsprozess mitzugestalten – ohne die globale Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. “Um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, ist vor allem aber die breite Zustimmung der Gesellschaft notwendig. Dafür muss der Transformationpfad gerecht ausgestaltet und soziale Aspekte berücksichtigt werden”, betont Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick.

Pressemitteilung :
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
VisdP: Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer
Kontakt: Christin Hasken, Leitung Kommunikation
Tel.: +49 202 2492-187
Fax: +49 202 2492-108
E-Mail: christin.hasken@wupperinst.org


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( Hinweis von Ingo )

Studie zu deutschen CO2-Emissionen: Letzte Chance fürs 1,5-Grad-Ziel

Damit Deutschland bis 2035 CO2-neutral wird, fordert Fridays for Future drastische Maßnahmen. Auch die IEA legt erstmals ein Null-CO2-Szenario vor.

BERLIN taz | Der Ort für die Präsentation war gut gewählt: Im Berliner Martin-Gropius-Bau wird gerade eine Ausstellung der nigerianischen Künstlerin Otobong Nkanga gezeigt. Deren Titel: „So etwas wie festen Boden gibt es nicht.“ Ähnlich klingt das Fazit der KlimaschützerInnen von Fridays for Future, wenn es um Deutschlands Beitrag zur Eindämmung der Erderhitzung auf 1,5 Grad geht. „Weder die Bundesregierung noch die Parteien haben einen Plan zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels“, sagte FFF-Sprecherin Carla Reemtsma am Dienstag. „Niemand macht überhaupt diesen Versuch.“

Den unternehmen die AktivistInnen nun selbst. Beim Thinktank Wuppertal Institut haben sie die Studie „CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-Grenze“ in Auftrag gegeben. Finanziert hat das die GLS-Bank mit 30.000 Euro. Und herausgekommen ist der Vorschlag für eine radikale CO2-Nulldiät, der „zwar extrem anspruchsvoll, aber grundsätzlich möglich“ ist, wie es von den AutorInnen heißt.

Zwar haben Bundesregierung und EU beschlossen, bis 2050 klimaneutral zu sein – also nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre zu blasen, als etwa durch Wälder gebunden werden. Doch FFF reicht das nicht aus: Sie orientieren sich an einer Rechnung des „Sachverständigenrats für Umweltfragen“ der Bundesregierung. Dieser hat kalkuliert, dass Deutschland insgesamt nur noch 4.200 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen darf, wenn es seinen fairen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel leisten will. Bei etwa 800 Millionen Tonnen CO2-Emissionen jedes Jahr bleibt nicht viel Zeit.

Klotzen statt kleckern schlägt deshalb das Gutachten vor: Statt wie im Schnitt der letzten Jahre den CO2-Ausstoß pro Jahr um 8 Millionen Tonnen zu reduzieren, müssten sie um 60 bis 70 Millionen Tonnen sinken und sich „binnen der nächsten fünf bis sechs Jahre etwa halbieren“. Dazu wären drastische Maßnahmen nötig: etwa ein CO2-Preis von 180 Euro pro Tonne statt 25 Euro ab 2021 sowie ein Ausbau von Wind- und Solarstromanlagen von 25 bis 30 Gigawatt pro Jahr, dreimal so schnell wie geplant. Zudem müsste fast zehnmal so viel Kapazität für grünen Wasserstoff wie angedacht aufgebaut und der Autoverkehr bis 2035 halbiert werden.

Ende für Verbrennungsmotoren ab 2035 gefordert

Während etwa selbst CSU-Chef Söder inzwischen anregt, ab 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotor zu verkaufen, wollen die FFF 2035 bereits „einen Großteil der Pkw-Flotte“ aus Elektroautos sehen. Der Forderungskatalog beinhaltet auch, anstatt jährlich ein Prozent aller Gebäude künftig viermal so viele energetisch zu sanieren sowie neue Gas- und Ölheizungen in den nächsten 5 Jahren zu verbieten. Außerdem: „Beendigung des innerdeutschen Flugverkehrs.“

Die Studie solle kein Masterplan sein, sondern zeigen, was möglich und nötig ist, so FFF. Wichtige Fragen werden nur am Rand behandelt: Die zusätzlichen Kosten etwa schätzt das Gutachten auf 100 Milliarden Euro jährlich, Verteilungs- und Wachstumsfragen kommen nicht vor. Auch fehlt die Anbindung an die EU-Politik.

Zudem werden die Pro-Kopf-Emissionen Deutschlands ohne die Berücksichtigung historischer Emissionen berechnet. Aber das Gutachten solle zeigen: „Es ist möglich, in 15 Jahren CO2-neutral zu werden, es fehlt der politische Wille“, meint Reemtsma. Die AktivistInnen erwarteten von allen Parteien im anstehenden Wahlkampf zum Bundestag, „Programme vorzulegen, die mit 1,5 Grad kompatibel sind“.

Unerwartete Hilfe bekommen sie dabei von der Internationalen Energie-Agentur IEA in Paris. Die OECD-Behörde, traditionell ein Fan von Öl, Gas und Kohle, legte am gleichen Tag ihren jährlichen Bericht „World Energy Outlook“ vor – und fügte zum ersten Mal überhaupt ein Szenario bei, wie die Welt bis 2050 CO2-neutral werden könnte. Die ExpertInnen konstatieren durch die Coronapandemie einen „riesigen Schock“ für das Energiesystem: Der Energieverbrauch ist 2020 um 5 Prozent eingebrochen, die Emissionen sind um 7 Prozent zurückgegangen, Investitionen in die Energieindustrie gar um 18 Prozent. Einziger Gewinner: die Erneuerbaren.

IEA: „Die Welt ist weit davon entfernt, genug zu tun“

Aber um 2050 „netto null“ zu erreichen, müsse noch viel passieren, erklärte IEA-Chef Fatih Birol: „Die Welt ist weit davon entfernt, genug zu tun, um die Emissionen entscheidend sinken zu lassen.“ Birol hatte schon öfter an appelliert, die Coronahilfen zum Wiederaufbau für eine grünere Wirtschaft zu nutzen. Jetzt warnt seine Behörde, dass mit einem Weiter-so der bisherigen Infrastruktur aus fossilen Kraftwerken, Industrieanlagen und Autos das Klimaziel verfehlt würde.

Für die CO2-Nullnummer in 2050 bräuchte es „dramatische zusätzliche Handlungen“ in den nächsten zehn Jahren: Minus 40 Prozent CO2-Emissionen bis 2030, der Anteil von Erneuerbaren am Strom müsste von knapp 40 auf 75 Prozent steigen, jedes zweite Auto elektrisch fahren statt wie derzeit jedes vierzigste. „Um Nullemissionen zu erreichen, müssen Regierungen, Energiekonzerne, Investoren und Bürger an Bord sein – und so viel beitragen wie nie zuvor.

( Aus der taz 13.10.20 , siehe hier , Vorschlag Holger)