Fridays for Future kündigt nächste Großdemonstration an Fr 25.03

(08.02.22, bo-alternativ ) , Original : hier


Fridays for Future Bochum kündigt an, sich am 25.03.2022 am zehnten globalen Klimastreik mit einer Großdemonstration zu beteiligen: »Die weltweite Bewegung streikt 2022 bereits im vierten Jahr. Auch in Bochum finden inzwischen seit über drei Jahren Klimaproteste statt.
Weltweit fordern am 25.3. Klimaaktivist*innen die Regierungen auf, die Erderhitzung auf 1,5 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen, anstatt die Profite von einigen fossilen Konzernen über das Leben von Menschen zu stellen. Fridays for Future Deutschland wird außerdem am 25.03. Bilanz über die ersten 100 Tage der Regierung ziehen, nachdem kurz nach der Bundestagswahl Forderungen an die Ampel-Koalition gestellt wurden.

Zuletzt kritisierte Fridays for Future die Bundesregierung für ihren Umgang mit den Taxonomie-Plänen der EU. Die Bewegung hatte eine klare Ablehnung der Einstufung von fossilem Gas als nachhaltigen Energieträger gefordert. Dem war die Bundesregierung in ihrer Stellungnahme zur Taxonomie nicht nachgekommen.
In Bochum setzen sich die Aktivist*innen mit der geplanten Aktion unter anderem dafür ein, lokal die Mobilitätswende massiv zu beschleunigen. Thematisch passend wird die Demonstration am 25.3. in Form einer Fahrraddemo stattfinden. Zusätzlich wird es ein Programm geben, welches auch ohne Fahrrad besucht werden kann.

„Um das Klima zu schützen, die Lebensqualität zu steigern und die Gesundheit der Bürger*innen zu verbessern, muss Bochum ab jetzt Fußgängerinnen, Radfahrer*innen und dem ÖPNV oberste Priorität einräumen – auch wenn dies zu Lasten des Autoverkehrs geht,“ ergänzte Stefan Roth.

International kritisiert die Bewegung unter dem Motto #PeopleNotProfit, dass ambitionierte Klimapolitik häufig zugunsten von Konzerninteressen ausgebremst wird und die Perspektiven und Forderungen von Menschen aus schon heute stark von der Klimakrise betroffenen Staaten meist nicht in klimapolitische Entscheidungen einbezogen werden.

Sara Krafft erklärt: „Wir streiken, damit Menschenleben wichtiger werden als Gaskonzerne, Dörfer wichtiger als Kohleabbau und gerechte Lebensverhältnisse wichtiger als die Gewinne von Autoherstellern. Intakte Ökosysteme können wir nur durch sehr schnelle Emissionsreduktion erhalten – es wird Zeit, dass Regierungen weltweit dementsprechend handeln. Am 25. 3. werden wir das einfordern!”«

Soziale Kosten des Straßenverkehrs: Was Autofahren wirklich kostet

(26.01.22, zeit.de ) , Original : hier

Eine neue Studie zeigt: Viele können sich ihr Auto nur leisten, weil die Gesellschaft die Kosten für Gesundheits- und Umweltschäden trägt – mit rund 5.000 Euro pro Jahr.
Von Andrea Reidl

Was Autofahren wirklich kostet

Autofahren ist teurer, als viele Menschen denken. Neben Kosten für Sprit, Versicherung und Kfz-Steuer fallen jedes Jahr soziale Kosten an, die die Gesellschaft trägt. Etwa weil Menschen aufgrund von Lärm oder Luftverschmutzung durch den Autoverkehr erkranken, früher sterben oder an den Folgen des Klimawandels leiden. In der neuen Studie The Lifetime costs of driving a car (auf Deutsch: “Die Kosten des Autofahrens über die Lebenszeit”) wurden diese privaten und die sozialen Gesamtkosten umfassend berechnet. Demnach subventioniert die Gesellschaft jedes Auto jährlich mit im Schnitt rund 5.000 Euro. Aber auch für die Halterinnen und Halter selbst ist ein eigener Wagen deutlich teurer als bislang angenommen.

Die Mobilitätsforscher und -forscherinnen Stefan Gössling, Jessica Kees und Todd Litmann haben die tatsächlichen Kosten eines 50-jährigen Autofahrerlebens anhand von 33 Faktoren berechnet. Grundlage waren die drei gängigsten deutschen Autotypen Opel Corsa (Kleinwagen), VW Golf (Mittelklassewagen) und Mercedes GLC (SUV). Die Ergebnisse zeigen: Müssten Autofahrer und -fahrerinnen alle Kosten selbst zahlen, die ihr Wagen verursacht, könnten sich nur Gutverdienende überhaupt noch ein eigenes Auto leisten. 

Bei der typischen deutschen Fahrleistung von 15.000 Kilometer pro Jahr würde ein Opel Corsa der Studie zufolge in einem Autofahrerleben 599.082 Euro kosten, bezöge man alle gesellschaftlichen und privaten Kosten ein. Ein VW Golf landet bei 653.561 Euro und ein Mercedes GLC bei 956.798 Euro. Die Gesellschaft trage davon jährlich im Fall des Opel Corsa 41 Prozent (4.674 Euro), beim Golf 38 Prozent (4.755 Euro) und beim Mercedes GLC 29 Prozent (5.273 Euro).

Die drei teuersten Kostenpunkte für die Gesellschaft sind dabei laut der Studie die Luftverschmutzung (beim Corsa 1.495 Euro im Jahr), der Landverbrauch und die Instandhaltung der Infrastruktur (1.167 Euro) sowie das Bordsteinparken (1.005 Euro). Hinzu kommen unter anderem noch Kosten, die durch Lärm (120 Euro), den Klimawandel (435 Euro) und durch Einschränkungen für Radfahrende oder zu Fuß Gehende (225 Euro) entstehen. “Nur ein Teil der dabei entstehenden Infrastrukturkosten wird durch Benutzungsgebühren oder Steuern beglichen”, sagt Forscher Gössling.

Im Stau stehen kostet viel Zeit

Viele der Kosten haben keinen offiziellen Preis. ….

Die privaten Kosten, zu denen Anschaffung, Wartung und Betrieb sowie Wertverlust gehören, haben die Wissenschaftler umfassend einbezogen. Berücksichtigt werden Parkgebühren, Maut, Führerschein, Bewohnerparken oder auch der Zeitverlust, der durch Stau entsteht. 40 Stunden stand der typische Autopendler 2021 im Stau. “Das entspricht einer Arbeits- oder Urlaubswoche”, sagt Gössling. In München sind es mit 79 Stunden sogar fast zwei Wochen, die Autofahrende beim Warten auf der Straße verbringen. Den dabei entstandenen Zeitverlust berechnen die Forschenden über verlorene Arbeitsstunden mit 555 Euro pro Jahr pro Fahrzeug.

So summieren sich die jährlich anfallenden privaten Kosten fürs Autofahren auf rund 6.700 Euro für einen Opel Corsa, 7.657 Euro für einen VW Golf und knapp 12.900 Euro für einen Mercedes GLC. “Das ist deutlich mehr, als der ADAC anführt”, sagt Gössling.

Appell für eine schnelle Verkehrswende

Mit ihrer Studie stellen die drei Forscher und Forscherinnen die autozentrierte Verkehrspolitik infrage. Seit den Fünfzigerjahren subventioniert die Bundesregierung den privaten Autobesitz unter anderem durch umfangreichen Straßenbau, günstige Parkgebühren, Pendlerpauschalen oder Dienstwagenprivilegien. Das hat dazu geführt, dass das Auto das Verkehrsmittel der Wahl ist. “Der Autobesitz beeinflusst unser Verkehrsverhalten”, sagt Gössling. Hat ein Haushalt einen Pkw, würde er für fast alle Wege genutzt. Das sei gewollt. 

“Die vorherrschende politische Haltung ist, dass unser Verkehrssystem nur sozial gerecht ist, wenn jeder Erwachsene ein Auto besitzt“, sagt der Mobilitätsforscher. Aber ein Verkehrssystem, das den privaten Autobesitz so massiv subventioniert wie hierzulande, sei eben nicht sozial gerecht. Denn: “Ein ungelernter Arbeiter investiert bis zu einem Drittel seines Lebenseinkommens, ein Facharbeiter immer noch rund ein Fünftel seines Lebenseinkommens, um einen Kleinwagen zu bezahlen”, sagt Gössling. Und das entspreche noch nicht einmal den realen Kosten. Würde der ungelernte Arbeiter auch die gesellschaftlichen Kosten tragen, müsste er 60 Prozent seines Lebenseinkommens aufbringen, um einen Opel Corsa zu fahren.

Mehr soziale Gerechtigkeit im Verkehr hieße für Gössling, dass alle Menschen bequem und kostengünstig mobil sein können. Und zwar ohne ein Auto besitzen zu müssen. “Alternativen wie ein Jahresticket für den ÖPNV in Kombination mit Carsharing und anderen Mobilitätsangeboten sind deutlich günstiger”, sagt Gössling. Für ihn ist das Ergebnis der Studie ein Appell an die Politik, die Verkehrswende zu beschleunigen.


Zum Thema (Zeit.de-Links):

Verkehrswende: Wie aus Autofahrern Radfahrer werden

Klimakrise: Wir können uns Milliardäre nicht mehr leisten


(Tip von Ingo)

Satellitendaten: Antarktis-Gletscher schmelzen deutlich schneller als erwartet

(30.01.22, heise.de ) , Original : hier

Bei einer Gruppe kleinerer Gletscher löst sich vor allem die freischwimmende Unterseite des Eises ab. Der Meeresspiegel könnte um bis zu 1,3 Meter ansteigen.

Neue Hiobsbotschaft vom Südpol: Eine Gruppe kleinerer Gletscher in der westlichen Antarktis – Smith, Pope und Kohler – schmilzt seit rund 30 Jahren schneller als durch bisherige Modelle nahegelegt. Sie sind dünner geworden, haben Schelfeis an den Ozean verloren und sich weiter ins Land zurückgezogen. Dies geht aus einer Studie hervor, die jetzt im Fachjournal “Nature Geoscience” erschienen ist.

Den rapiden Abschmelzungen kamen die Forscher demnach mithilfe spezieller Radardaten der Satellitenmissionen Tandem-X und Cosmo-Skymed auf die Spur. Aufgefallen war ihnen vor allem der Rückgang der sogenannten Aufsetzlinie.

Klimacamp FFF — Vorbereitung startet

Wir (FFF) wollen ein Klimacamp in #Bochum aufbauen- wie krass ist das denn?😱😍

Aber halt- was soll das denn sein, ein “Klimacamp?”🤔

Ein #Klimacamp ist ein Ort, an dem….
… wir für einen begrenzten Zeitraum mit unseren #Klima-Forderungen sichtbar sind
… wir Banden knüpfen und #Wissen teilen
… wir Druck auf die #Politik ausüben
… wir für alle #Menschen ansprechbar sind
… wir klar machen: Klimakatastrophe ist #Jetzt, und wir müssen alles tun, um sie aufzuhalten 📣✊🏻

Und dafür brauchen wir dich❗ Komm am #

Mittwoch, dem 02.02 um 18:30 Uhr
in unsere Zoom-Konferenz

zum Gründungsplenum der neuen Gruppe und plane mit! 💪 Den Link bekommst du, indem du uns per Direkt-Nachricht anschreibst. Wir freuen uns schon auf dich! ✌️

( MailTo: anfragen@fffbochum.de )

Klimawandel-Buch — Machste dreckig – Machste sauber: Die Klimalösung

(Dez, 2021 ) Original : hier

Zwei Studenten erklären mit kurzen Texten, anschaulichen Grafiken und der Unterstützung von über 250 Wissenschaftlern die Maßnahmen zur Lösung des Klimaproblems

Sven PLöger :
Statt lähmender Katastrophenangst sind Ideen gefragt, die jeder und jedem Mut machen. David & Christian bringen das in beeindruckender Weise und mit tollen Grafiken auf den Punkt. Ein so wichtiges Buch!

  • Leseprobe : hier
  • Einzelne Grafiken : hier
  • Alle Grafiken (Achtung 60MB) : hier

Verkleinerte Grafiken

Titel der Folien

Lassen Sie uns gemeinsam den Klimaschutz in die Tat umsetzen!

  • Grundlage des Klimas
    • — Der Unterschied zwischen Wetter und Klima
    • — Die Erwärmung seit der Industrialisierung
    • — Die Ursache des Klimawandels: Der Treibhauseffekt
  • Folgen des Klimawandels :
    • — Der Grönländische Eisschild schmilzt…
    • — Der Unterschied zwischen einer 1,5 und 2 Grad Erwärmung
  • Loesung
    • — Wie können wir das 1,5 Grad-Limit einhalten?
    • — Wo entstehen die Treibhausgasemissionen?
    • — Das Klimaproblem ist ein Energieproblem… … aber noch immer stammt der Großteil der weltweit benötigten Primärenergie aus fossilen Energien!
    • — Erneuerbare Energien werden immer wettbewerbsfähiger!
    • — Smart-Grid – das Energiesystem der Zukunft
    • — Zukünftig wird Solarenergie weltweit am meisten Energie liefern!
    • — Wind in Deutschland
    • — Energiespeicher unterstützen eine stabile Energieversorgung.
    • — Übersicht der notwendigen Maßnahmen zur Errichtung eines klimafreundlichen Gebäudes.
  • Folgen des Klimawandels
    • — Welche Verkehrsmittel verursachen die meisten Emissionen?
    • — Beim Elektroauto gilt: Je mehr Ökostrom getankt wird, desto besser!
    • — Die richtige Lagerung von Lebensmitteln hilft Lebensmittelverschwendung und damit Emissionen zu vermeiden!
  • Loesung
    • — Emissionen verschiedener Nahrungsmittel
    • — Industrieländer konsumieren zu viele tierische Produkte!
    • — Wie funktioniert eigentlich ein CO2-Preis?
    • — Zusammenfassung der wichtigsten Klimaschutzmaßnahmen
    • — Klimaschutz gelingt nur, wenn alle mit anpacken!

  • Deshalb sind hier die 7 wichtigsten Dinge, die jeder tun kann!